Wednesday, 1. June 2016
01.02.2016
 
 

Eskalierende Medienschelte: Im Echo-Raum der Mächtigen

Markus Gärtner

Die Diskussion um blinde Flecken, Unterschlagungen, Anbiederung und Lügen in etablierten Medien nimmt weiter an Schärfe zu. Anstatt aus der »rechten Ecke«, wie die attackierten Massenmedien selbst behaupten, kommt die Kritik jedoch immer öfter aus offiziellen und prominenten Quellen.

 

Vor wenigen Tagen hat der Philosoph Peter Sloterdijk im Gespräch mit Cicero die »Verwahrlosung« und »zügellose Parteinahme« der Leitmedien gegeißelt. Sein zentraler Vorwurf: »Der Lügenäther ist so dicht wie seit den Tagen des Kalten Krieges nicht mehr.«

 

Auch die Parlamentarische Versammlung des Europarats hat die deutschen Massenmedien scharf kritisiert. In ihrem Entschlusspapier »Der Schutz von Frauen und die ehrliche Darstellung unbequemer Wahrheiten« watscht die Organisation die hiesigen Medien kräftig ab, siehe Punkt 6 des Dokuments:

»Die Medien haben die wichtige Verantwortung, objektiv und wahrheitsgemäß die Fakten zu berichten, ohne einen Teil der Bevölkerung zu stigmatisieren. Sie sollten nicht der politischen Korrektheit wegen die Wahrheit von der Öffentlichkeit fernhalten. Bruchstückhafte, verspätete oder einseitige Berichte über Straftaten können Verschwörungstheorien Vorschub leisten, Hass gegen einen Teil der Bevölkerung schüren und zu Misstrauen gegenüber den Behörden und Medien beitragen.«

Damit aber nicht genug. Es gibt auch wachsende Selbstkritik, sogar ziemlich prominente. Der TV-Journalist Wolfgang Herles, jahrelang in leitender Funktion beim ZDF, beichtete in einer Diskussionsrunde im Deutschlandfunk vor wenigen Tagen, dass es im zwangsfinanzierten Fernsehen sehr wohl Anweisungen von oben gibt.

 

Auf der Webseite Propagandaschau kann man den Mitschnitt anhören und verschiedene Äußerungen von Herles nachlesen, darunter diese über die Arbeitsweise der Alpha-Journalisten:

»Also wir gehen der Agenda auf den Leim. Und es gibt tatsächlich, das muss ich jetzt an der Stelle doch nochmal sagen, weil es ja in der öffentlichen Diskussion ist, es gibt tatsächlich Anweisungen von oben. Auch im ZDF sagt der Chefredakteur: Freunde, wir müssen so berichten, dass es Europa und dem Gemeinwohl dient und da braucht er in Klammern gar nicht mehr dazusagen, wie es der Frau Merkel gefällt. Solche Anweisungen gibt es.«

Allerdings wird Herles in einem Beitrag von Stefan Winterbauer auf Meedia heftig für diese Aussage attackiert, er rede der »Lügenpresse-Fraktion nach dem Mund«, weil er in einem Interview mit Jakob Augstein auf »der Freitag« zur Frage, ob es die »Anweisungen von oben« wirklich gebe, das genaue Gegenteil sagte:

»Nein, das bestreite ich vehement, da ist nichts von oben befohlen. Fernsehen funktioniert als große Simplifizierungsmaschine. Komplexität wird nicht zugelassen aus Quotengründen.«

Ja, was jetzt? Wieder einmal bleibt das Publikum sich selbst überlassen, herauszufinden, wer die Wahrheit gesagt oder gelogen hat und wo Wolfgang Herles ernst zu nehmen ist, im »Medienquartett« des Deutschlandfunks oder im Augstein-Interview.

 

Und wie schwach sieht die völlig missglückte Verteidigung des ehemaligen Tagesthemen-Moderators Ulrich Wickert aus, der die Russen verdächtigt, den Begriff Lügenpresse in die Welt gesetzt zu haben.


Ich habe in meinem Buch Lügenpresse beschrieben, wie sich der Medien-Mainstream vom Wachhund des Publikums zum Schoßhund der Mächtigen gewandelt hat. Nachfolgend ein Textauszug aus dem Kapitel »Megafon der Mächtigen«:

 

Immer wieder sitzen die klassischen Massenmedien reiner Propaganda auf. Zum Beispiel im November 2014, als EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker ein Heißluft-Programm mit einem Volumen von 315 Milliarden Euro ankündigte, um die Konjunktur in Europa »zurück in die Spur« zu bringen, wie es das Handelsblatt formulierte.

 

In der Süddeutschen Zeitung schrieb Daniel Brössler am 25. November aus Brüssel, Juncker habe »noch einmal eine Schippe draufgelegt«, er wolle in dem Investitionsprogramm Projekte mit »europäischem Mehrwert« fördern, und (nicht genannte) EU-Beamte hätten versichert, das milliardenschwere Vorhaben sei absolut »glaubwürdig«. Auch die ZEIT reichte Junckers Botschaft, dass Europa »zurück im Geschäft« sei, willig weiter.

 

Da startete der schwer attackierte EU-Kommissionspräsident, der auf Kosten der Steuerzahler milliardenschwere Privilegien für hunderte von Firmen in Luxemburg ausgemauschelt hatte, weil er unter Druck stand, einen großen Heißluftballon, nahm die Steuerzahler für diese fragwürdige Investitionsoffensive als Garantiegeber massiv in die Pflicht, und die großen Zeitungen in Deutschland gaben das ungefiltert und ohne den nötigen Aufschrei weiter.

 

Warum nur? Vielleicht, um den Kommissionspräsidenten als Gallionsfigur Europas zu schonen, damit das ganze Kartenhaus aus Schulden, unvollendeter Integration, missratener Währungsunion und einem wackelnden Euro nicht zusammenbricht? Die ZEIT jedenfalls zitierte in ihrem ganzen Bericht zu dem Juncker-Programm am 26. November nur einen Kritiker, den CSU-Europaabgeordneten Markus Ferber.

 

Ansonsten erfuhren die Leser nur Junckers schwülstige Erklärungen und Versprechen, garniert mit dem Hinweis der Redaktion, dass »das rezessionsgeschüttelte Italien« die Initiative euphorisch begrüße und auch andere »krisengeplagte Länder wie Frankreich oder Spanien« große Hoffnungen mit dem Programm verbanden.

 

So ziemlich alle Leitmedien entlarvten sich als der willige – und billige ‒ Echoraum für das, was Juncker ihnen vorplapperte. Um zu erfahren, was das Investitionsprogramm wirklich war, musste man lange suchen, zum Beispiel in den Plattformen der Gegenöffentlichkeit, oder beim britischen Telegraph, der Junckers Luftnummer als das entlarvte, was sie wirklich war: »Ein Subprime-Gimmick«, der einzig dafür konzipiert und verkündet wurde, »verlorenes Vertrauen in das EU-Projekt zurückzugewinnen«.

 

Die Gefahr und Schwächen dieses Programms, dass die private Wirtschaft sich einmal mehr bei den Steuerzahlern bedienen darf und der Europäische Investitionsfonds, der eifersüchtig über sein »AAA«-Rating wacht, Junckers Projekt wegen des erhöhten Risikos selbst nicht anfassen wollte, wurden so deutlich in den ersten Tagen nur vom Telegraph kommentiert. Danach wurde es ohnehin still um das Programm. Die lange Liste des Medienversagens ließe sich noch beträchtlich verlängern. An Beispielen mangelt es definitiv nicht.«

 

 

 

 

 

 


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