Thursday, 26. May 2016
17.08.2014
 
 

Europa: Der Blick nach vorne ist nicht nur düster, er flößt Furcht ein

Markus Gärtner

Die Wachstumszahlen in dieser Woche für das zweite Quartal in der Euro-Zone waren verheerend. Die Wirtschaft im gemeinsamen Währungsraum ist zum Stillstand gekommen.

Das bedeutet nicht nur, dass die öffentlichen Schulden schneller wachsen als die Wirtschaft. Es bedeutet auch, dass dem Kontinent der Spielraum für das Krisenmanagement abhandengekommen ist. Aus zwei Gründen: Erstens können Notenbanken wie die EZB in einer Welt, in der verschuldete Staaten, Firmen und private Haushalte sparen und sich zurückhalten, nur bedingt die Wirtschaft anschieben.

Konsumenten, die nicht mehr einkaufen wollen, brauchen kein zusätzliches (billiges) Geld, sie brauchen mehr Vertrauen. Doch das bleibt die Politik in der EU schuldig. Schlimmer noch: Da seit der Finanzkrise die Geldmenge vermehrt und die Zinsen niedrig gehalten werden, hat sich der geringe Effekt des geldpolitischen Anschubs der Notenbanken verbraucht.

 

Die Nebenwirkungen sind unerträglich groß geworden, darunter die Enteignung von Sparern, der Anreiz zu weiterem Schuldenmachen und die extremen Preise von Wertpapieren und Immobilien. Sie verschärfen die soziale Spaltung und vertreiben junge Familien und Haushalte mit niedrigem Einkommen aus den Städten, wo sich die Arbeitsplätze befinden.

 

Der zweite Grund, warum Europas Politiker kein Netz und keinen doppelten Boden für das Krisenmanagement mehr haben, ist schlicht dieser: Es lauern mindestens noch drei Schocks, die in den kommenden Wochen und Monaten die wacklige europäische Konjunktur ganz aus dem Gleis werfen können.

 

Die Nebenwirkungen der Russland-Sanktionen – mit Gegensanktionen – fangen an, sich bemerkbar zu machen. Das wird nach internen Schätzungen der EU-Kommission im laufenden Jahr weitere 0,3 Prozent vom Wachstum abziehen, womit die Euro-Zone ohnehin schon tiefer in die Rezession rutscht.

 

Zweitens, die Führung in Peking bremst die Kreditvergabe der Staatsbanken und damit die Konjunktur. Auch wenn die offiziellen Zahlen aus Peking dies nicht zeigen, baut sich hier zusätzlicher Gegenwind für Europas Wirtschaft auf.

 

Und drittens, die Notenbank in den USA fährt ihr Kaufprogramm für Staatsanleihen – mit dem sie seit Jahren die Finanzmärkte flutet – weiter zurück.

 

Dass es um Europas Wirtschaft miserabel steht, beweisen die Anleihe-Renditen. Sie erreichen immer neue Tiefstände, weil Anleger sich in die vermeintliche Sicherheit staatlicher Schuldpapiere flüchten. Denn sie fürchten Schlimmstes.

 

Große Investment- und Pensionsfonds berichten zudem, dass sie beginnen, langfristige Anleihen abzustoßen. Selbst den Schuldpapieren unserer Staaten wird also nur noch auf ganz kurze Sicht Vertrauen entgegengebracht, – denn der Blick nach vorne ist nicht nur düster, er flößt Furcht ein.

 

 

.

Leser-Kommentare (6) zu diesem Artikel

24.08.2014 | 00:07

GLADIO

Blockierung/Zensur+der Kommentarfunktion+Internetseiten+KOPP-VERLAG >>> Werte Damen und Herren, ich musste wiederholt des öfteren feststellen das Sie auf Ihren Internet-Seiten die Kommentarfunktion in Anwendung von Textversionen blockieren bzw. zensieren. Sollten Sie für Ihr Handeln keine plausible Erklärung abgeben können, so werde ich dies gemäß dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) einem zuständigen Datenschutzbeauftragten vorstellen. >>> gesendet an KOPP-VERLAG 24.08.2014 um...

Blockierung/Zensur+der Kommentarfunktion+Internetseiten+KOPP-VERLAG >>> Werte Damen und Herren, ich musste wiederholt des öfteren feststellen das Sie auf Ihren Internet-Seiten die Kommentarfunktion in Anwendung von Textversionen blockieren bzw. zensieren. Sollten Sie für Ihr Handeln keine plausible Erklärung abgeben können, so werde ich dies gemäß dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) einem zuständigen Datenschutzbeauftragten vorstellen. >>> gesendet an KOPP-VERLAG 24.08.2014 um 00:06 Uhr


23.08.2014 | 23:45

GLADIO

Auszug >>> http://www.wissensmanufaktur.net/energiewahn >>> warum ein unbegrenztes Wirtschaftswachtum nicht möglich ist >>> UND HIER KOMMT ZUR TEXTVERSION WIEDER DIE ZENSUR VON KOPP INS SPIEL >>> Ihr Kommentar enthält Begriffe, die so nicht freigeschaltet werden können. Bitte überprüfen Sie Ihren Kommentar! >>> IDIOTISCH !!! KOPP LESEN SIE UNTER GENANNTEN LINK NACH WELCHE BEGRIFFE ENTHALTEN SIND !!! ICH FORDERE SIE DRINGLICHST AUF SICH AN DAS INFORMATIONSFREIHEITSGESETZ (IFG) ZU...

Auszug >>> http://www.wissensmanufaktur.net/energiewahn >>> warum ein unbegrenztes Wirtschaftswachtum nicht möglich ist >>> UND HIER KOMMT ZUR TEXTVERSION WIEDER DIE ZENSUR VON KOPP INS SPIEL >>> Ihr Kommentar enthält Begriffe, die so nicht freigeschaltet werden können. Bitte überprüfen Sie Ihren Kommentar! >>> IDIOTISCH !!! KOPP LESEN SIE UNTER GENANNTEN LINK NACH WELCHE BEGRIFFE ENTHALTEN SIND !!! ICH FORDERE SIE DRINGLICHST AUF SICH AN DAS INFORMATIONSFREIHEITSGESETZ (IFG) ZU HALTEN >>> DA SICH ANSONSTEN EIN DATENSCHUTZBEAUFTRAGTER EINSCHALTEN WIRD !!!


19.08.2014 | 08:44

BSURde

Ich bin gespannt, was passieren wird, wenn Europa als ganzes in die Rezession rutscht, also auch Deutschland stark betroffen sein wird. Frankreich wird dann wie die Südländer ins Trudeln geraten und als einziger Zahler bleibt Deutschland übrig, das dann aber auch nicht mehr kann. Was wird dann aus den Rettungsschirmen ? Geht es dann ans Geld der Sparer ? Wachen dann endlich alle auf ? Auf eine rosige Zukunft !


17.08.2014 | 14:51

biersauer

Die USAm. Geldgeber und deren Geldbote V.Nuland (geb.Nudelmann) sind ihrer festen Überzeugung zum Eigentümer der ganzen Ukraine geworden zu sein, indem sie für den gewaltsamen Umsturz, 5 Milliarden frisch gedruckte Dollarscheine hingeblättert hatten. Nur, dass damit die Menschen in der Ukraine nicht einverstanden sind, ist ihnen zum Problem geworden und nun wollen sie weiter gewaltsam dieses Problem beheben und schießen auf die Bevölkerung. Amerikanischer Plan, die Öl und...

Die USAm. Geldgeber und deren Geldbote V.Nuland (geb.Nudelmann) sind ihrer festen Überzeugung zum Eigentümer der ganzen Ukraine geworden zu sein, indem sie für den gewaltsamen Umsturz, 5 Milliarden frisch gedruckte Dollarscheine hingeblättert hatten. Nur, dass damit die Menschen in der Ukraine nicht einverstanden sind, ist ihnen zum Problem geworden und nun wollen sie weiter gewaltsam dieses Problem beheben und schießen auf die Bevölkerung. Amerikanischer Plan, die Öl und Gasvorkommen in der Ostukraine zum Vorteil der USA-Kapitalbesitzer auszubeuten, ist dafür die Ursache. Der Schaden an Land und LEUTEN muss im Interesse ganz Europas verhinderrt werden! Weiterlesen: http://german.ruvr.ru/news/2014_08_17/Ost-Ukraine-Milizen-schie-en-MiG-29-Kampfjet-ab-7199/


17.08.2014 | 13:04

philodoof

Diese "harten" Wirtschaftsdaten schön und gut. - Aber die größte Gefahr für die Wirtschaft rührt von den Derivaten oder ganz allgemein von der Finanz- (als größtenteils abgetrennt von der sog. Real-) Wirtschaft her. Die Deutsche Bank allein soll ca. 54 Billionen (in Zahlen: 54.000.000.000.000) Dollar an Derivatenanlagen halten. Wenn nur 20% davon platzen und plötzlich ausgebucht werden müßten - wer sollte diese ca. 10,8 Billionen Dollar auf einen Schlag bezahlen können,...

Diese "harten" Wirtschaftsdaten schön und gut. - Aber die größte Gefahr für die Wirtschaft rührt von den Derivaten oder ganz allgemein von der Finanz- (als größtenteils abgetrennt von der sog. Real-) Wirtschaft her. Die Deutsche Bank allein soll ca. 54 Billionen (in Zahlen: 54.000.000.000.000) Dollar an Derivatenanlagen halten. Wenn nur 20% davon platzen und plötzlich ausgebucht werden müßten - wer sollte diese ca. 10,8 Billionen Dollar auf einen Schlag bezahlen können, damit unsere geheiligte Deutsche Bank nicht in die blutroten Zahlen geriete?


17.08.2014 | 10:16

HaigerBurbach

"...dass die öffentlichen Schulden schneller wachsen als die Wirtschaft." DAS hätte sogar Keynes so nicht gewollt. Als er lebte und lehrte, war die Staatsquote höchstens halb so hoch wie heute, da war mit vorübergehend (!) höheren Staatsausgaben (theoretisch sogar auf kurzfristiger Schuldenbasis) tatsächlich noch was zu reißen. Heute ist die Ausgangsbasis von Staats- und Schuldenquote jedoch viel zu hoch, als dass man mit noch mehr davon irgenwas retten könnte. Dazu...

"...dass die öffentlichen Schulden schneller wachsen als die Wirtschaft." DAS hätte sogar Keynes so nicht gewollt. Als er lebte und lehrte, war die Staatsquote höchstens halb so hoch wie heute, da war mit vorübergehend (!) höheren Staatsausgaben (theoretisch sogar auf kurzfristiger Schuldenbasis) tatsächlich noch was zu reißen. Heute ist die Ausgangsbasis von Staats- und Schuldenquote jedoch viel zu hoch, als dass man mit noch mehr davon irgenwas retten könnte. Dazu kommt noch erschwerend, dass die immer wieder geforderten NochMehrAusgaben gar nicht Investitionen dienen, sondern als rein konsumtive Ausgaben verfrühstückt werden. Wer sich also heute noch mit seinen Forderungen nach immer noch mehr Staatsausgaben und -schulden auf die inzwischen gar nicht mehr auf unsere geänderten Verhältnisse passenden Theorien von Keynes beruft, macht zwar Staat und Banken fett, würgt aber die Realwirtschaft ab (siehe Zustand heute) und ruiniert langfristig sein Land (die Generation von morgen). Aber die Haupsache heute gewählt und ganz oben; alles andere kommt nach mir - und ist dann, wie ja auch heute schon, ohnehin nur anderer Leute Geld.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

So profitieren Sie von der wohl ältesten Investmentstrategie der Welt

Redaktion

Geld so anzulegen, dass es sicher ist und hohe Renditen abwirft, gestaltet sich derzeit schwierig. Da die Zinsen von »Euro-Papiergeldanlagen« wie Fest- oder Tagesgeld meistens unter der Inflationsrate liegen, verdienen Sparer kein Geld mehr: sie verlieren Geld. Dazu kommt: Es ist absehbar, dass das Papiergeldsystem zusammenbrechen wird. Gängige  mehr …

560 Millionen Euro für den Arbeitslosenimport: Neuigkeiten aus Absurdistan

Christine Rütlisberger

Die EU kritisiert, dass Deutschland junge Arbeitslose in Deutschland vernachlässigt. Und was macht die Bundesregierung? Richtig – sie importiert mehr junge Arbeitslose. Dafür gibt es jetzt 560 Millionen Euro Fördergelder.  mehr …

Eurozone: Kellertreppe in die Krise?

Markus Gärtner

Wichtige Kennziffern der Euro-Zone haben sich im Juli verbessert – das behaupten zumindest die letzten Optimisten unter den Statistikern. Doch ein Frühling ist für die Währungs-Gemeinschaft nicht in Sicht. Im Gegenteil: Die verschärften Sanktionen gegen Russland werden einen wichtigen Handels- und Investitionspartner Deutschlands in eine tiefe  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Wie eine WM vor leeren Rängen: Antarktisches Meereis eilt von Rekord zu Rekord – und die deutsche Presse schweigt

Dr. Sebastian Lüning

Unbemerkt von der deutschen Öffentlichkeit wurde in der Antarktis Anfang Juli 2014 mit 2 112 000 Quadratkilometern die größte Meereis-Anomalie der gesamten Satellitenmessära verzeichnet.  mehr …

Auswanderer: Vom Traum zum Albtraum

Markus Gärtner

Wer hat noch nicht darüber nachgedacht, irgendwann auszuwandern? Mindestens 160.000 gut ausgebildete Deutsche kehren ihrer Heimat jedes Jahr den Rücken zu. Und dann?  mehr …

Eurasische SOZ-Länder bedrohen die Hegemonie der NATO

F. William Engdahl

Schon wieder gibt es eine nicht beabsichtigte Konsequenz aus Washingtons extrem aggressiver Außenpolitik. Jetzt geschieht, was eigentlich hatte verhindert werden sollen: Die Länder der großen eurasischen Landmasse nähern sich einander an und bilden einen wirtschaftlichen, politischen und sogar militärischen Block, de facto als Gegengewicht zu der  mehr …

Das Kochbuch für die Krise

Redaktion

Gehören Sie zu den Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg geboren wurden? Dann mussten Sie bislang nie Hunger leiden. Für die meisten Deutschen ist es »normal«, immer etwas zu essen zu haben.  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.