Mittwoch, 7. Dezember 2016
07.12.2015
 
 

Schweigespirale, Vertrauenskrise und Meinungsterror: Die Deutschen haben es richtig satt

Markus Gärtner

Wie man beten soll, das steht in der Bibel. Und was man beten soll, das steht in der Zeitung. So hat es der Schweizer Theologe Karl Barth einmal formuliert. Das war vor über sechs Jahrzehnten. Inzwischen haben sich auch noch die Meinungsforscher in dieses Deutungs-Kartell hineingedrängt.

 

Die Meinungsforscher messen und sagen uns, was wir angeblich kollektiv glauben oder tun. Wie zuverlässig so etwas ist, das haben wir an den völlig überraschenden Wahlergebnissen vor einem Monat in Kanada und im Mai in Großbritannien gesehen.

 

Niemand hatte selbst am Vortag dieser beiden wichtigen Parlamentswahlen auch nur einen Schimmer davon, wie die Menschen wählen würden. Beide Male wurden sehr knappe Wahlergebnisse prognostiziert. Doch bei beiden Wahlen gab es ein klares Mehrheitsvotum, das eine absolute Mehrheit der siegreichen Partei im Parlament herbeiführte.

 

Warum passiert so etwas? Weil die Menschen in der wachsenden Schweigespirale, die vom grassierenden Meinungsterror der Medien in Gang gesetzt wurde, nicht mehr offen ihre Meinung sagen. Die Meinungsforscher können den Puls des Volkes nicht mehr richtig messen. Wer Kritik äußert, ist ein Rechtspopulist. Dann hält man lieber seinen Mund – oder macht eine falsche Angabe.

 

So kommt es, dass die AfD in einer anonymen Umfrage bei t-online stattliche 60 Prozent erringt, während sie in der jüngsten Umfrage von Forsa angeblich nur ein Zehntel dessen erreicht, nämlich sechs Prozent.

 

Die Zeitungen im Mainstream reichen solche Zahlen unkritisch und regierungskonform weiter. In der Welt wird daraus die Schlagzeile: »Deutsche vertrauen Merkel – AfD im Abwärtstrend«. Was für ein purer Unsinn. Ich kann mich an kaum ein Gespräch in den vergangenen Monaten erinnern, aus dem ich so einen Eindruck mitgenommen hätte: Nicht im Kino, nicht in der Kirche, beim Spazierengehen, auf dem Tennisplatz, beim Friseur oder im Fußballstadion – nirgends habe ich so etwas gehört.

 

So ziemlich jeder hat den Kurs der Kanzlerin satt. Ich erinnere mich an kaum jemanden, der die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel noch uneingeschränkt befürwortet. Allerorten hagelt es Kritik.

 

Je weniger Leute bei einem x-beliebigen Gespräch zuhören, desto lauter und vernehmlicher wird die Ablehnung, die sich in einer Unterhaltung Bahn bricht. Das beste Beispiel für den wachsenden Unmut sind die von Wut erfüllten Foren im Internet.

 

Man muss nicht gutheißen, was da in vielen Fällen geäußert wird. Aber man darf auch nicht den Blick davor verschließen, dass sich im Volk breiter Widerstand gegen den Kurs einer Regierung formiert, die am Volk vorbei regiert und dabei serienweise die Gesetze bricht

 

 

Viele Menschen können ihren Unmut nicht gut artikulieren. Viele verstehen nicht einmal bis ins Detail, was da wirklich schiefläuft in der Politik: Die Überforderung eines ganzen Landes durch einen entfesselten Flüchtlingsstrom, der nicht einmal mehr die menschenwürdige Betreuung vieler Flüchtlinge selbst erlaubt, dazu die wachsende Geldentwertung, die verloren gegangene Bürgernähe, die Korrumpierung der Institutionen, die Machtergreifung durch Lobbyisten, die Propaganda der Massenmedien, die den Korridor des Wahrnehmbaren so verengen, dass er einem Schlitz im Briefkasten ähnelt.

 

Und dann der komplette Verlust von Vertrauen: In den Sport, in die Regierung, in den größten Autobauer, in die Medien, die uns immer unverschämter bevormunden wollen. Wem soll man noch glauben? An wen können wir uns noch wenden? Wer hilft uns mit unseren Anliegen? Darauf gibt es für immer mehr Menschen keine Antwort.

 

Das Resultat: Sie wenden sich vom Staat ab. Dabei überlassen sie unabsichtlich den Radikalen an beiden Rändern das Feld.

 

Schlimmer noch: Eine Gesellschaft und eine Regierung können nur dann dauerhaft stabil sein, wenn es mehr Gewinner als Verlierer gibt, in der aktuellen Entwicklung. Das haben sogar die Kommunisten in Peking verstanden, wenn sie die Wirtschaft in der Volksrepublik stetig weiter öffnen. Doch Angela Merkel hat es geschafft, dieses Verhältnis umzukehren.

 

Zum ersten Mal seit Generationen gibt es in unserem Land mehr Verlierer als Gewinner. Die Geringverdiener werden in den kommenden Jahren am Arbeitsmarkt mit Migranten konkurrieren und erleben müssen, wie der Mindestlohn wieder infrage gestellt oder gekippt wird.

 

Das Hamsterrad wird sich schneller drehen, und mehr Menschen werden aus der Kurve fliegen. Die Konkurrenz nimmt zu. Die Perspektiven werden nicht besser.

 

Die Mittelschicht wird derweil alle Hände voll zu tun haben – und dabei scheitern –, ihren gewohnten Lebensstandard zu verteidigen. Denn von der Grundsteuer über alle möglichen Gebühren bis hin zum späteren Renteneintritt wird man die Folgen extrem belasteter Sozialsysteme spüren. Wir werden mehr arbeiten, länger arbeiten, mehr an den Staat abtreten und am Ende deshalb deutlich weniger in der Tasche haben.

 

Zur Bank tragen wir eh immer weniger, weil die Negativzinsen spätestens seit der neuesten Geldvermehrungs-Tirade von EZB-Präsident Mario Draghi an diesem Donnerstag weiter auf dem Vormarsch sind.

 

Jetzt gibt es bald flächendeckend Strafzinsen, wenn man spart. Die so genannten Geldhüter in den USA, Europa und Japan sind dabei, den Restwert unseres Geldes zu zerstören. Was dann noch bleibt, wird sich der Staat holen, zumindest so viel er kann, bevor es Unruhen gibt. Der Mittelstand ist die bewährte Melkkuh.

 

Zu solchen Entwicklungen befragt Forsa die Bürger aber lieber nicht.

 

 

 

 

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