Wednesday, 25. May 2016
05.03.2016
 
 

»Rente de luxe«: Spiegel schenkt Journalisten 530 000 Euro fürs Nichtstun

Markus Mähler

Ein Geschäftsführer prägte beim Spiegel einst den legendären Satz: »Wir sind wir, und der Rest sind Friseure.« Elitär geht es dort jetzt auch beim Abriss zu. Das Nachrichtenmagazin will 150 Stellen abbauen – und bezahlt Journalisten jetzt fürs Nichtstun. Wer bisher 125 000 Euro im Jahr verdient, darf fünf Jahre früher aufhören und sackt als Spiegel-Rentner 530 000 Euro ein. 140 Mitarbeiter haben schon Interesse an der »sehr sozialen Lösung« bekundet. Denn: An den legendären Gewinnausschüttungen des Magazins nehmen die Luxus-Pensionäre weiter teil.

 

Den eigenen Kompetenzabbau auch noch bezahlen: Mit dieser Taktik will sich das Leitmedium Spiegel fit für die Zukunft schrumpfen. Die Nachricht vom Irrsinnsplan machte bereits im Dezember die Runde.

Jetzt wird klar, wie man auf der Hamburger Ericusspitze 150 der 727 Mitarbeiter in Rekordzeit loswerden will: Indem der Rauswurf großartig vergoldet wird.

 

Die Betroffenen brauchen einfach fünf Jahre lang beim Spiegel nichts mehr tun und bekommen dafür vom Spiegel eine fürstliche Pseudo-Pension. Hinterher gehen sie dann in den wirklichen Ruhestand.

 

Es gibt auch noch ein Sahnehäubchen oben drauf: Die Spiegel-Exilanten dürfen als stille Gesellschafter weiter bei den jährlichen Gewinnausschüttungen die Hand aufhalten.

 

Das Wirtschaftsmagazin Bilanz berichtet in seiner neuen Ausgabe über die »Rente de luxe« beim Hamburger Versorgungsparadies. Während das journalistische Branchenmotto seit Jahren heißt: »arm aber unglücklich«, stimmt im Leitmedium wenigstens noch das Geld – selbst beim Nichtstun.

 

Und der Plan verrät einiges über die ganz normale Gehaltsstruktur der Alphajournalisten. Fünf Jahre lang fließen jährlich 106 000 Euro »Rente de luxe« – also insgesamt 530 000. Aber nur an die, die 35 Jahre dabei waren und gerade mindestens 125 000 Euro jährlich verdienen.

 

Spiegel: Wo 10 416 Euro Monatsgehalt einfach ganz normal sind

 

In vielen anderen Unternehmen in Deutschland wäre die 125 000-Euro-Gehalts-Schallmauer das Privileg einiger weniger. Beim Spiegel haben 140 (!) Mitarbeiter ihr Interesse an diesem goldenen Vorruhestand bekundet.

 

Der Betriebsrat Michael Fröhlingsdorf sagte dazu: »Das ist eine sehr soziale Lösung, ich hoffe, dass wir auf diese Weise um betriebsbedingte Kündigungen herumkommen.« Nicht einmal ein vorzeitiger Bankrott des Spiegel könnte die Vorruheständler wirklich stören. Es wurden insgesamt 57 Millionen Euro zurückgestellt.

 

 

 

 

 

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