Montag, 1. Mai 2017
22.04.2016
 
 

ARD-Chefrunde fordert Sparschwein: Auch in Zukunft mehr Rundfunkbeitrag eintreiben als geplant

Markus Mähler

Der Beitragsservice hat zwei Milliarden Euro zu viel eingetrieben. Noch liegt das Geld auf dem Sperrkonto, bald kassieren es unsere Öffentlich-Rechtlichen. Toll, oder? ARD-Chefin Karola Wille will diesen Skandal jetzt zum Dauerzustand machen: Deutschland zahlt weiter zu viel ein, das Sperrkonto füllt sich, ARD und ZDF plündern es wieder. Eine versteckte Gebührenerhöhung, getarnt als Sparschwein. Wofür? Für noch einen Kanal und die teuerste deutsche Serie Babylon Berlin. Ein 40 Millionen Euro teurer Anti-AfD-Wahlwerbespot.

 

Deutschland, mach unser Sparschwein wieder voll! So kann man die Forderung der ARD-Vorsitzenden Karola Wille deuten. Sie traf sich am Mittwoch in Potsdam mit den Intendanten der Länderanstalten. Dort machte man gemeinsam Front gegen die geplante Senkung des Rundfunkbeitrags um 29 Cent: »Wir haben klar gegen eine Senkung plädiert.«

 

Daneben gab es noch ganz viel Selbstbeweihräucherung. Was von dieser Runde aber wirklich bleibt, ist ein anderer Satz der ARD-Chefin Wille: »Wenn man jetzt erneut wie in den vergangenen Jahren eine Rücklage bildet, könnte man die dann für den Finanzbedarf ab dem Jahr 2021 heranziehen.« Also das Sparschwein bitte wieder voll machen, weil der Mehrbedarf so sicher kommt wie das Amen in der Kirche.

 

Verdeckte Gebührenerhöhung: Aus dem Sparschwein soll ein Dauerzustand werden


Welches Sparschwein aber überhaupt? Nun, Deutschland hat in der aktuellen Gebührenperiode zu viel GEZahlt, der Beitragsservice trieb zu aggressiv ein. Auf dem Sperrkonto haben sich etwa zwei Milliarden angesammelt, die ARD und ZDF nicht ausgeben dürfen. Bis jetzt. Die Finanzwächter in der Rundfunkkommission KEF haben den »Finanzbedarf« angepasst – nach oben. Unsere Öffentlich-Rechtlichen dürfen ein Sparschwein schlachten, was es nie geben durfte. Sie verschlingen Geld, was nie hätte eingetrieben werden dürfen.

 

Die KEF knüpfte dieses große Fressen aber an eine Bedingung: Ab dem Jahr 2017 sinkt dafür der Rundfunkbeitrag um 29 Cent im Monat. Deutschland sollte einen nachträglichen Rabatt bekommen, weil es zu viel GEZahlt hat. Daraus wird wohl nichts. Die nimmersatten Sendeanstalten machen eine ganz eigene Rechnung auf:

  • Die Senkung der Rundfunkgebühr fällt aus.

  • ARD und ZDF plündern das Sparschwein.

  • Wir zahlen auch in Zukunft zu viel, damit das Sparschwein wieder fett wird.

  • Ab dem Jahr 2021 wird es dann erneut geschlachtet.

 

Die KEF hat ohnehin eine Gebührenerhöhung ab dem Jahr 2021 auf 19,40 Euro im Monat vorgeschlagen. Jetzt rufen ARD und ZDF eigenmächtig noch ihre »Aktion Sparschwein« ins Leben. Ein ungeplanter Geldregen wird zum Normalfall. Vielleicht war der aber gar nicht so zufällig? Die Sender könnten auch ihren Beitragsservice scharfgemacht haben, damit der besonders brutal eintreibt. Nach dem Motto: Geld, was einmal da ist, wird nie wieder zurückgezahlt. Die Öffentlich-Rechtlichen mussten die KEF nur dazu bringen, dass sie es hinterher auch ausgeben dürfen. So ist es gekommen.

 

Dieser Gipfel des Irrsinns zeigt: ARD und ZDF tanzen jetzt schon ihren Finanzwächtern auf der Nase herum und kennen gar keine Grenzen mehr. Sie erhöhen eigenmächtig den Rundfunkbeitrag durch die Hintertür.

 

Immer eigenmächtiger werden auch ihre Projekte. Jetzt kommt noch ein neuer Sender. Die ARD betreibt bereits elf Fernsehprogramme, 55 Hörfunkprogramme, 16 Orchester und acht Chöre. Das ZDF hat neben sich selbst 3sat, Phoenix, ARTE, KiKA, ZDFinfo, ZDFneo und ZDFkultur im Angebot. Was noch fehlt: ein Sender, den ARD und ZDF gemeinsam betreiben. Im Oktober startet er, ein gemeinsamer Jugendkanal.

 

Doch bitte nicht falsch verstehen: Es ist kein Kanal für die Jugend. In Wahrheit denken die Öffentlich-Rechtlichen nur an die Statistik. Das Durchschnittsalter ihrer Zuschauer muss dringend nach unten frisiert werden. Ihr Stammpublikum gehört zur Fraktion Ü60 und nutzt die Programme als beste Einschlafhilfe. In Wettbüros laufen bereits Wetten: Wer stirbt zuerst – ARD und ZDF oder ihre Zuschauer? Der neue Jugendkanal ist also bloß eine verzweifelte Verjüngungskur zweier Sender, die bald ohne öffentliche Relevanz dastehen.

 

40 Millionen: Die teuerste deutsche Fernsehserie oder ein Anti-AfD-Wahlwerbespot?


Apropos öffentlich-rechtliches Gebührengrab: Die ARD dreht gerade eine Serie für 40 Millionen Euro. Babylon Berlin spielt in der Zeit von 1929 bis 1933 und verwurstet zum x-ten Mal die NS-Diktatur. Die ARD käut ihr Erziehungs-Dauerthema nun also noch einmal unter der Regie von Tom Tykwer wieder. Warum entsteht eine so monströs teure Serie gerade jetzt? Brisante Frage: Weil die AfD zu viele Wahlerfolge feiert. Weil man sich Sorgen über die Stimmung im Land macht. Weil man den Zuschauern eine Wahlempfehlung durch die Hintertür geben will. Dieser Eindruck drängte sich auf, als Tykwer bei einer Pressekonferenz über Babylon Berlin schwärmte:

»›Da rennt ein Straßenbulle über den Alex‹, denn um die Straße soll es gehen, um die Stimmung in der Stadt zwischen den Weltkriegen. Vor der Herrschaft der Nazis – die zu dieser Zeit gar nicht zu spüren gewesen sei. Nach all den Recherchen sei ihnen klar geworden: Hätte man den Menschen damals gesagt, dass Hitler in dreieinhalb Jahren Kanzler würde, wäre das so gewesen, als würde man heute sagen: In dreieinhalb Jahren ist Frauke Petry Bundeskanzlerin. ›Keiner wusste, was kommt.‹ Das sei ein Polizeifilm im Gewand eines Sittengemäldes, fügt Handloegten hinzu. Das sei die Generation, aus der später die Nazis wurden – und ihre Opfer.«

»Think big – anders geht es nicht bei diesem Projekt«


Für diese merkwürdige Serie wurde das Buch Der nasse Fisch verfilmt. Es verströmt laut FAZ »Zeitgeschichte« anno 1929. Gezeigt wird ein Berlin der »politischen und gesellschaftlichen Umbrüche«. Voll mit ersten »Anzeichen für das Erstarken des Nationalsozialismus«. Dann stellen die Macher der Serie auch noch Adolf Hitler in eine Reihe mit Frauke Petry (AfD). Sie vergleichen das Volk von damals mit dem von heute. Fehlt am Filmschluss bloß der ARD-Warnhinweis: »Wer jetzt immer noch AfD wählt, hat unsere megateure Berlin-Serie nicht kapiert.« Erstausstrahlung ist im Jahr 2017, die nächste Bundestagswahl ist auch 2017. Nachtigall, ick hör dir trapsen.

 

Solch eine pädagogisch wertvolle Fernseherziehung darf in der ARD gerne jeden Rahmen sprengen. 16 Folgen, 200 Drehtage, 300 Darsteller, 5000 Komparsen, vier komplett neu gebaute Straßenblocks im Studio Babelsberg, eine Sendestunde kostet 2,5 Millionen. »Das gibt es nicht zum Schnäppchenpreis«, lobte RBB-Intendantin Dagmar Reim die teuerste deutsche Serie.

 

ARD-Programmdirektor Volker Herres schwärmte von der »vulkanischen Qualität des Stoffes« und sagte: »Think big – anders geht es nicht bei diesem Projekt.« Stimmt. Beim Einnehmen und Ausgeben denken sie wirklich nur noch »big«.

 




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