Sonntag, 11. Dezember 2016
04.02.2016
 
 

Gebt sie Berlin: Frankreichs Merkel-Syrer flüchten zurück nach Deutschland

Markus Mähler

Das war Muttis Europa-Traum: »Wir« stapeln Millionen Flüchtlinge in Turnhallen und Hotelzimmern. Mit dem Verteilungsschlüssel können »wir« sie später ja zu den anderen Europäern abschieben… Die Realität sieht aber so aus: Die nach Frankreich verschobenen Syrer und Iraker fliehen zurück nach Deutschland. Während unsere Zeltstädte aus allen Nähten platzen, werden sie dort immer leerer: Le tourisme de Réfugiés se retrouve en Allemagne

 

Es gibt eine gute Nachricht für Angela Merkel: Ihren europäischen Verteilungsschlüssel gibt es schon – er wirkt nur in die andere Richtung und fliegt uns gerade wie ein Bumerang um die Ohren. Viele Syrer und Iraker, die im Herbst aus Deutschland in andere Länder Europas verschoben wurden, haben sich schon auf den Rückweg gemacht – nach Deutschland.

 

Zurück an den Absender oder, um es in Merkels Physiker-Sprache auszudrücken: »Wir« haben es echt geschafft! Seit Muttis Einladung ist Deutschland Europas Atomkern, der alle freischwebenden Neutronen unaufhörlich anzieht und nicht mehr los wird.

 

Diesen Rückstrom der Merkel-Flüchtlinge kann man sich sogar anschauen. Tatort: Cergy, 40 Kilometer nordwestlich von Paris und malerisch an der Oise gelegen. Mitten am Fluss steht das Spaß-Zentrum »Ile de Loisirs«. Mit See samt Segelschule, Freizeitpark und sogar einem Wald zum Hochseilbaumklettern. Seit dem letzten September gibt es dort auch eine Notunterkunft für Merkels Flüchtlinge. Nur: Merkels Flüchtlinge hat es dort nicht lange gehalten. Das Gelände ist wie leergefegt, die Picknickbänke sind verwaist.

 

So was aber auch: Frankreich warb uns Flüchtlinge in München ab

 

Das OFPRA, Frankreichs Äquivalent zum Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, wagte im letzten Herbst eine symbolische Geste: Einige Offizielle sahen sich das große Willkommens-Chaos in München an. Es muss sie erschüttert haben. 100 Syrer und Iraker wurden überredet, mit nach Frankreich zu fahren.

 

Damit Deutschland entlastet wird. München nahm das Angebot der Stadt Cergy dankbar an, keine 48 Stunden später fuhr ein Buskonvoi nach Frankreich. Und Cergy gab sich redlich Mühe: Die Flüchtlinge lebten zwar nicht wie Gott in Frankreich – aber immerhin dort, wo andere Urlaub machen: im Spaß-Zentrum »Ile de Loisirs«.

 

Die Bürger der Stadt schenkten Kleidung und Spielzeug. Binnen zwei Wochen brachte der links-grüne Bürgermeister Jean-Paul Jeandon alle Flüchtlingskinder in örtlichen Schulen unter, für die Erwachsenen gab es Sprachkurse.

 

Im Dezember musste niemand mehr im Schlafsaal schlafen, jeder bekam den Umzug in ein Haus angeboten. Cergy beschleunigte sogar die Bearbeitung der Asylanträge – in Frankreich dauert der Behördenmarathon in der Regel zwei Jahre.

 

Warum ist Deutschland ein Magnet für Flüchtlinge?

 

Trotzdem: Viele Flüchtlinge wollen (zurück) nach Deutschland. Der britische Economist sprach mit Ali Tarabein über den Grund für diese Fixierung. Tarabein ist der typische Merkel-Flüchtling: Von Syrien in die Türkei, dann auf der griechischen Insel Lesbos an Land gegangen und vier Tage über den Balkan nach Deutschland. Nur ging es für ihn dann von München plötzlich nach Cergy. Tarabein verrät seine wahren Ziele: »Ich wollte nach Schweden, dann nach Deutschland oder England.«

 

Warum? Weil es dort bereits viele andere Syrer gebe. Die hätten ihn aber durch Facebook und Whatsapp gewarnt, nicht weiter über den englischen Kanal zu fliehen: Die Strömung »war zu gefährlich. Ich will nicht sterben.« Also bleiben nur Schweden, wo gerade die Grenzen dicht gemacht werden, oder das Merkel-Paradies.

 

Gerade versucht Tarabein, seine Frau und drei kleine Kinder aus Syrien nachzuholen. Ansonsten redet er sich Frankreich schlecht: Es würde Monate dauern, bis man Papiere bekomme, und syrische Flüchtlinge müssten »auf der Straße leben«. In Wahrheit sind es aber wohl eher zwei andere Gründe.

 

Nummer eins, die Gretchenfrage: Merkels Kriegsflüchtlinge sind auch Wirtschaftsflüchtlinge – auf der egoistischen Suche nach dem europäischen Wohlstand. Frankreich plagt sich mit einer Dauerrezession und zehn Prozent Arbeitslosigkeit, hat den Flüchtlingen kein Merkel-Paradies anzubieten. Gerade dieser Traum vom Wohlstand ist aber der Motivations-Anker für Millionen Flüchtlinge.

 

Deren rein wirtschaftliche Kalkulation sieht so aus: Wenn schon das eigene Leben riskieren und Tausende Euro für Schlepperbanden ausgeben, dann muss es sich auch lohnen. Also auf zu den syrischen Verwandten nach Deutschland oder Schweden, wo die Sozialsysteme freigiebig sind und die Politiker »Refugees welcome!« rufen. Genau aus diesem Grund wird Merkels »Verteilungsschlüssel« niemals so funktionieren, wie sie es will.

 

Nummer zwei: Die Naturgesetze schlägt eben auch keine Physikerin. Es gibt eine doppelte Allianz der Unwilligen: Die anderen Europäer wollen keine Flüchtlinge haben und Merkels Flüchtlinge wollen um jeden Preis in Deutschland bleiben. Sagt auch Pascal Brice vom französischen OFPRA: »Deutschland ist in dieser außergewöhnlichen Situation, nicht Frankreich.« Dort hat man sich keine alternativlose Willkommenskultur verordnet, baut hohe bürokratische Hürden für Flüchtlinge auf und der starke Front National bestimmt die französische Debatte über Merkels unangemeldete Massenmigration nach Europa.

 

Seit den Pariser Terroranschlägen (unter den Tätern waren zwei Flüchtlinge) herrscht dort eine ausgeprägte Anti-Stimmung. Laut einer aktuellen Umfrage wollen 60 Prozent der Franzosen auf keinen Fall noch mehr Flüchtlinge. Manuel Valls, Frankreichs Premierminister, gab sogar einen Kurs aus, der wie der Gegenentwurf zum grenzenlosen Wir-schaffen-das wirkt: »Wir werden nicht alle Flüchtlinge willkommen heißen.«

 

Und so sieht das in den Zahlen des Statistischen Amtes der EU aus: 2015 beantragten 158 657 Syrer Asyl in Deutschland und 3553 in Frankreich. Deutschland hatte einen Allzeitrekord von 476 649 Anträgen. Zum Vergleich: Wir haben aber offiziell 1,1 Millionen Asylbewerber aufgenommen. Also sind knapp 650.000 Menschen unbearbeitet oder untergetaucht. Aber wir schaffen das schon… auch den Rückstrom der Merkel-Flüchtlinge nach Deutschland.

 

 

 

 

 

 

 

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