Dienstag, 6. Dezember 2016
12.03.2016
 
 

Wahlhetze: Der kluge Leitfaden gegen die Merkel-Irrlichter

Markus Mähler

Am Sonntag wird in drei Bundesländern gewählt. Merkels politische Zukunft hängt am seidenen Faden. Also geben viele Journalisten ihr Bestes. Sie hetzen. Damit nach der Gehirnwäsche das Wahlkreuzchen an der politisch korrekten Stelle landet. Schreibtischtäter aus der Meinungsblase kann man ignorieren. Wie sieht es aber mit infizierten Mitbürgern aus? Hier ein paar Fakten gegen die Märchenstunde von Gutmenschen.

 

Da klettert sich diese AfD doch gerade zur Massenpartei hoch. In Sachsen-Anhalt liegt sie laut Forsa-Umfrage bei 18 Prozent und vor der SPD. In Baden-Württemberg bei elf und in Rheinland-Pfalz bei neun Prozent. Am Sonntag wird in allen drei Bundesländern gewählt. Noch zweimal Aufwachen, dann zieht der Umfrageschreck aller Parlamentarier tatsächlich bei unseren Parlamentariern ein.

Die haben aber so gar keine Lust auf ungebetene Gäste, die sich selber einladen. Die nächsten fünf Jahre den Hintern neben der AfD breitsitzen? Das klingt vor allem für SPD und Grüne nach Höchststrafe. Im Januar wollten beide noch den Südwestrundfunk erpressen, damit die AfD bei der Elefantenrunde außen vor bleibt. Hat nicht geklappt. Gestern war die Protestpartei doch mit ihrem Spitzenkandidaten in der Runde und beim SWR hieß es: »Fünf gegen Meuthen«.

 

Am Tag danach küren die Beobachter ausgerechnet AfD-Meuthen zum heimlichen Sieger des TV-Duells in Baden-Württemberg. Wen kann das Parteienkartell eigentlich noch erpressen, damit die AfD wenigstens im Parlament draußen bleibt? Eigentlich nur noch die Wähler.

 

Wer die Welt zu sehr liebt, kommt nicht dazu, über sie nachzudenken

 

Doch der ist beim Thema »ungebetener Gast« nicht mehr auf Linie mit dem Parteibetrieb. Merkel zerstörte mit ihrer aufgezwungenen Willkommenskultur etwas Kostbares. Vertrauen. Die alternativlose Große Koalition genoss das bereits vor der Flüchtlingskrise nicht im Überfluss. Jetzt ist auch der Rest weg. Deutschlands alternativlose Kanzlerin hat allen gezeigt, wie schlecht unsere Parteiendemokratie funktioniert. Wie sehr die da oben wollen, was denen da unten schadet. Wie machtlos unten gegen oben ist. Wie fürchterlich schmal der gerade noch erlaubte Meinungskorridor.

 

Willkommen in der gelähmten Republik. Die Wirtschaftswoche schreibt als eines der wenigen Leitmedien kritisch über den neuen »Verteilungskampf – Steuern hoch, mehr Schulden, weniger Sozialleistungen? Wie wir für die Flüchtlingspolitik zahlen«.

 

Totschlagargument: Wer Merkel und Flüchtlingschaos nicht mag, ist ein Nazi

 

Muss es so kommen? Selbst die mächtigste Kanzlerin hat eine Achillesferse: Wahlen. Wahlkampfleiterin Merkel gab zu: »Es wird knapp am Sonntag.« Knapp? Nein, noch nicht. Dafür hat die Alternativlose zu viele Journalisten auf ihrer Seite. Die mutieren pünktlich für den Wahlkampf zum Gesinnungsschreiber. Sie schüren Panik und treiben das Publikum zum politisch korrekten Wahlkreuzchen. Bei der ARD heißt es im Talk-Special von Maybrit Illner passend: »Rassismus ist in Deutschland salonfähig geworden.« Komisch. Warum hat Rassismus ausgerechnet immer zur Wahlzeit Saison? Damit Journalisten die Wortkeule auspacken können: Wer mit Merkels Flüchtlingschaos ein Problem hat, bekommt die Nazi-Diagnose gestellt.

 

Jetzt.de, der Jugendableger der Süddeutschen im Netz, fabuliert von »Glatze und Bomberjacke« und fragt: »Wann müssen wir etwas dagegen tun?«. Bei Spiegel Online gibt Sascha Lobo (der mit dem Irokesenschnitt) Wahlkampftipps: »Bitte wählen Sie nicht die AfD.« Weil dann auch AfD-Politiker im Parlament »nicht gerade entbehrungsreiche 8706 Euro monatlich« erhalten.

 

Sascha Lobos Tipp für AfD-Wähler: Sie müssen nicht wählen gehen

 

Es wird noch irrsinniger: »Sollten Sie die AfD also als Drohung oder Denkzettel wählen wollen – das hat längst funktioniert. Sie müssen Ihrer Drohung nicht mehr Taten folgen lassen. Sie haben bereits gewonnen und erreicht, was Sie wollen, einen Rechtsruck fast aller Parteien.« Das gilt vielleicht in der verzerrten Paralleldimension eines Sascha Lobo. Der ratlose Rest unserer Republik beobachtet in der Flüchtlingskrise eher Merkels linksdrehende Kulturen und die Ohnmacht einer konservativen Mitte.

 

Deutschland wirkt damit wie aus dem Zeitgeist gefallen. Das letzte Land Europas, in dem das Wort »Rechtspopulismus« noch Schnappatmung provoziert. In dem sich Journalisten in hysterische Exorzisten verwandeln. Sie wollen dem Volk die bösen Geister mit ideologiegetriebenen Schlagzeilen austreiben: »Was tun gegen die rechte Hetze?«, »Mit Haltung gegen rechte Hetze«. Eine selbsternannte Republik der Gutmenschen munitioniert sich gegen ihre Mitdeutschen auf. Der journalistische Mainstream verlinkt sogar schon auf solche Leitfäden: »Wie man den Gesprächsstrategien von rechtsaußen nicht auf den Leim geht, verrät die Übersicht mit den neun häufigsten Strategien der Gegenseite und Empfehlungen für argumentative Konter.«

 

Merkels Paradies: Lasst doch Mutti einfach in Ruhe durchregieren!

 

In Wahlzeiten hat das Hirn Pause: Wir stehen an der Pforte zum Paradies und haben bloß noch ein Problem zu klären: Weg mit diesen »rechten Hetzern«! Unter diese Zwangsdiagnose fallen bereits alle, die Mutti nicht in Ruhe durchregieren lassen wollen. Sogar die seriöse Lokalpresse erklärt Lesern mit dieser Kindergarten-Propaganda, wie zu wählen ist. Der Südkurier macht dafür eine Milchmädchenrechnung auf: Sie sind Stammwähler der CDU, aber mit Merkels Flüchtlingspolitik nicht mehr einverstanden? Sie stimmen dem Wahlprogramm der AfD zu 80 Prozent zu? Dann wählen sie bitte trotzdem die CDU, empfiehlt der Südkurier. Weil die »Kandidaten der AfD nicht geheuer« sind.

 

Das Blatt ist sich da ganz sicher: »Dieser Wähler wird also weiterhin CDU wählen, obwohl er Merkels Kurs ablehnt.« Die AfD ist böse. Deutschland vom rechten Hetzer bedroht. Glatze, tätowiert, asozial, gewaltbereit und in einer anderen Welt. Deutschland soll voll davon sein, die ARD hat es doch gerade gezeigt: »Die Story im Ersten: Terror von rechts – Die neue Bedrohung«.

 

Man wird nicht liberal, bloß weil man die Richtung seiner Intoleranz ändert

 

Und wie reagiert man auf so viel geballten Schwachsinn? Mit einem einzigen Satz: Man wird nicht liberal, bloß weil man die Richtung seiner Intoleranz ändert. Wer das Fremde liebt und die eigene Identität hasst, ist auch nur ein Faschist. Der Soziologieprofessor Armin Nassehi schrieb dazu das Buch Die letzte Stunde der Wahrheit: Warum rechts und links keine Alternativen mehr sind und Gesellschaft ganz anders beschrieben werden muss. Man muss seine Schlussfolgerungen nicht teilen, doch Nassehis Beobachtungen liefern Denkanstöße: Links oder rechts gibt es nicht mehr. »Diese Begriffe sind kaputt. Sie funktionieren nicht mehr.«

 

Wenn das salonfähige Establishment sich jetzt »links« nennt, müssen dann die Rebellen »rechts« sein? Gerade weil eine politische Elite den Menschen im Land das Wir-Gefühl abtrainiert – werden Begriffe wie Heimat, Tradition, Identität oder Herkunft immer wichtiger. Die Europa-Idee ist bürokratisch, sie ist wirtschaftlich. Sie kann aber keine gemeinsame Identität stiften. Wenn es ernst wird, das zeigt gerade wieder die Flüchtlingskrise, wird national gedacht, national gehandelt.

 

Unser politisches Establishment überlässt das Handeln den anderen

 

Warum müssen Menschen der Abschaffung ihrer Identität zustimmen, wenn es keine echte Alternative dazu gibt? Was gerade demographisch mit uns passiert, ist nicht einmal ein offenes Experiment. Niemand weiß, was passiert, wie all das ausgeht. Migrationsforscher wie Jens Schneider melden, dass Deutschstämmige in ihren eigenen Großstädten bald zur Minderheit werden. »Ein Grüppchen unter vielen – also können sie nicht mehr einfach von den anderen fordern, sich anzupassen«, sagt der Forscher. Und dann? Weiß keiner. Die einen nicken es ab, die anderen zucken mit den Schultern. Wird schon irgendwie gutgehen.

 

Wenn das Establishment kein großes, gemeinsames Konzept mehr verfolgt, überlässt es das politische Spielfeld den anderen. Die handeln und besetzen gerade ein Vakuum. Das ist alles keine Frage von »links« oder »rechts« mehr. Der Parteibetrieb schlägt sich und seinen Bürgern kaputte Worthülsen um die Ohren, die unsere Realität schon lange nicht mehr beschreiben können. Bleiben Sie also entspannt: Das sind nur die Reflexe der ewig Gestrigen. Wo man das Hier und Jetzt nicht mehr so ganz begreift.

 

 

 

 

 

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