Monday, 25. July 2016
11.10.2014
 
 

Das Rentner-Outing: Ex-Verfassungsrichter spricht von Währungsreform

Michael Brückner

Ein ehemaliger Bundesbanker warnt vor der Geldflut der EZB, ein Ex-Verfassungsrichter spricht von Euro-Austritt und Währungsreform, und Josef Ackermann sieht die Finanzbranche auf einem falschen Weg: Ehemals wichtige System-Repräsentanten kommen im Ruhestand zu ganz erstaunlichen Erkenntnissen.

 

Alle Macht den Rentnern! Was klingt wie die Zukunftsvision in einer alternden Gesellschaft, könnte auch die Schlussfolgerung aus einer interessanten Entwicklung sein. Bisher sprach man von Alters-Weisheit. Die Äußerungen ehemals führender System-Repräsentanten in den vergangenen Tagen legen jedoch den Schluss nahe, dass es so eine Art virulente Alters-Wahrheit geben könnte. Wenn aber Banker, Notenbankchefs und Verfassungsrichter erst dann mit der Wahrheit herausrücken, wenn sie im Ruhestand sind, dann bliebe der zahlenden und haftenden Gesellschaft womöglich viel erspart, würden die wichtigsten Positionen in Staaten und Notenbanken mit Rentnern besetzt. Vorausgesetzt, die plötzlich gewonnenen Erkenntnisgewinne weichen dann nicht wieder einer systemtragenden Amnesie.

 

Franz-Christoph Zeitler, Jahrgang 1948, war von 2006 bis 2011 Vizepräsident der Deutschen Bundesbank und in dieser Funktion Vertreter des Präsidenten im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Der CSU-Mann und frühere Vize-Chef der Jungen Union machte zuerst im Bayerischen Finanzministerium und später als Staatssekretär im Bundesfinanzministerium unter seinem Parteifreund Theo Waigel Karriere.

 

Jetzt, im Ruhestand, redet er plötzlich Klartext: Die Geldflut der EZB berge große Gefahren, warnt der Bundesbanker a.D. in einem Focus-Interview. Mit zunehmender Dauer der Liquiditätsflutung würden die erhofften positiven Effekte immer schwächer, während die Risiken und Nebenwirkungen zunähmen. Die »finanzielle Repression«, wie die Enteignung von Sparern und Anlegern durch die faktische Null-Zins-Politik bisweilen genannt wird, treibe die Anleger ins Risiko und schaffe Blasengefahren.

 

Man muss kein ehemaliger Bundesbanker sein, um zu dieser Einschätzung zu gelangen. Tatsächlich entstehen im Bereich der Sachwerte zurzeit gefährliche Blasen – auf den Aktien- ebenso wie auf den Immobilienmärkten, aber auch bei exotischen Investments wie Kunst und Uhren. So sehr der Preisrückgang bei Gold und Silber die Anleger schmerzen mag, eines steht immerhin fest: Diese beiden Edelmetalle sind derzeit vielleicht die einzigen Sachwerte, die eher unter- als überbewertet erscheinen.

 

Zeitler warnt, die Finanzmärkte seien »mittlerweile weitgehend von der Realwirtschaft abgekoppelt und schauen nur noch auf die Geldpolitik«. Im Klartext: Der Aktienmarkt wird immer weniger von fundamental überzeugenden Daten getrieben. Die Hausse der vergangenen Monate ist in erster Linie den extrem niedrigen Zinsen geschuldet. Nach Ansicht Zeitlers schaden Mini-Zinsen der Akzeptanz einer Notenbank in der Bevölkerung. Allerdings pflichtet der Notenbanker im Ruhestand EZB-Chef Mario Draghi gleich bei, indem er betont, es gebe kein Recht auf eine bestimmte Rendite. Mit diesem sonderbaren Argument soll offenkundig dem vermeintlich gierigen Sparer elegant der Schwarze Peter zugeschoben werden.

 

Die Wut der schleichend Enteigneten richtet sich aber nicht vorrangig gegen eine zu geringe Rendite. Die Anleger erzürnt doch vor allem, dass sie für ihre Sparleistungen bestraft werden, weil sie echte Kaufkraftverluste hinnehmen müssen. Aber immerhin: Im Gegensatz zum amtierenden Bundesbankpräsidenten, der nach markigen Worten in der Anfangsphase nun zunehmend zum zahnlosen Tiger mutiert, spricht Zeitler zumindest die Probleme an – wenngleich leider folgenlos.

 

Ähnliches gilt für den ehemaligen Richter am Bundesverfassungsgericht, Udo Di Fabio. Er erstellte für die Stiftung Familienunternehmen ein Gutachten, das es auf den ersten Blick in sich hat. Sollte die EZB gegen das Verbot der Staatsfinanzierung verstoßen – was sie faktisch mit dem Ankauf von »Schrottanleihen« tut −, müsse Deutschland aus dem Euro austreten, schreibt der Verfassungsrichter im Ruhestand.

 

Darüber hinaus empfiehlt er, Regelungen für den Fall eines Staatsbankrotts, eines Euro-Ausschlusses sowie einer Währungsreform zu schaffen. Starker Tobak, fürwahr. Di Fabio hält also eine Währungsreform für möglich. Bisher war das doch angeblich ein Lieblingsthema für Verschwörungstheoretiker.

 

Sollte das Bundesverfassungsgericht zu dem Schluss kommen, dass die EZB ihr Mandat überschreite, müsse das Gericht eine Verletzung »deklaratorisch feststellen«. Dann sei der Bundestag gefordert, der EZB ein rechtwidriges Vorgehen zu untersagen. Bleibe die Einwirkung aber erfolgslos, müsse das Gericht die Bundesorgane zum Austritt aus dem Euro oder zur Kündigung der Verträge zwingen, schreibt Di Fabio. Doch Papier ist bekanntlich geduldig, und wenn das Honorar stimmt, schreiben Experten schon mal im Sinne ihrer Auftraggeber, zumal dann, wenn keine Konsequenzen zu befürchten sind.

 

Allerdings glaubt Di Fabio wohl selbst nicht so ganz, was er da für seinen Auftraggeber schrieb. Immerhin stellt er dezidiert fest: »Niemand kann sich heute vorstellen, dass ein im Ergebnis immer integrationsfreundliches Gericht wie das Bundesverfassungsgericht tatsächlich diesen Druckknopf der verbindlichen Austrittspflicht betätigen würde.« Bleibt die interessante Frage, weshalb Stiftungen und Verbände für reine Placebo-Gutachten viel Geld bezahlen. Di Fabio zeigt hier Konsequenzen auf, deren Eintrittswahrscheinlichkeit er offenbar selbst nahe null Prozent veranschlagt.

 

Ganz neue Töne hört man dieser Tage überdies vom ehemaligen Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann. Seine Kollegen und er seien sich in der Finanzkrise »ziemlich einig« gewesen, dass das Boni-System »jeden Bezug zur Realität verloren habe«. Vor lauter Kampf und Wettbewerb in der Finanzindustrie seien in den Jahren vor der großen Krise teilweise »ethisch-moralische Grundsätze verloren gegangen«, sagt Ackermann heute. Das ganze System sei »auf dem falschen Weg« gewesen. Doch diesen Weg ist man offenkundig ganz gern gegangen, schließlich ließen sich damit unglaubliche Summen verdienen.

 

Dass im finanziell gut abgesicherten Ruhestand vielfach die Bereitschaft wächst, endlich die Wahrheit auszusprechen, ist weder neu noch auf den Bereich der Finanzwirtschaft beschränkt. Ein besonders prominentes Beispiel: Colin Powell. Der frühere US-amerikanische Außenminister belog im März 2003 im UN-Sicherheitsrat die Weltöffentlichkeit, um den längst beschlossenen Angriff auf den Irak zu rechtfertigen. Später bezeichnete er diese Märchenstunde um angebliche irakische Vernichtungswaffen als »Schandfleck in meiner Karriere«.

 

Die Ruhestands-Beichten kommen allerdings regelmäßig zu spät – nämlich dann, wenn Menschen ihr Geld oder, wie im Fall des Irakkriegs, sogar ihr Leben verloren haben. Bis zum Beginn ihres Ruhestands bleiben die meisten System-Repräsentanten in puncto Wahrheit »Karriere-elastisch«.

 

 

 

.

Leser-Kommentare (17) zu diesem Artikel

13.10.2014 | 17:36

Thomas

Alle diese Rentner sind ungkaubwürdig, denn als sie Teil des Systems waren hätten sie was ändern können. Aber sie haben sich angepasst, haben Karriere gemacht, Änderungen als Systemsünde hingestellt sozusagen "alternativlos": Jetzt mit dicken Renten, dickem Bankkonto, Kinder gut untergebracht ist es allzu feige sich hinzustellen und sagen: "Alles war falsch, was wir dachten und sagten!" Zumal Sie wissen, dass die die Ihre Nachfolger sind wieder nichts ändern...

Alle diese Rentner sind ungkaubwürdig, denn als sie Teil des Systems waren hätten sie was ändern können. Aber sie haben sich angepasst, haben Karriere gemacht, Änderungen als Systemsünde hingestellt sozusagen "alternativlos": Jetzt mit dicken Renten, dickem Bankkonto, Kinder gut untergebracht ist es allzu feige sich hinzustellen und sagen: "Alles war falsch, was wir dachten und sagten!" Zumal Sie wissen, dass die die Ihre Nachfolger sind wieder nichts ändern und das Normative des Faktischen vorschieben werden und ebenfalls keine Verantwortung - trotz CSR - zeigen werden. Schande über diese Leute!


13.10.2014 | 10:07

Wolfgang R. Grunwald

Die EUdSSR & die gezielte Euro-Einführung – sind Erfolgs-Projekte. Die perfekte Vermögens-Enteignung: 1. durch die Vergemeinschaftung der Währung & die Vergemeinschaftung der Schulden. Unter Bruch des Rechts & der abgeschlossenen Verträge. 2. Die niedrigen Zinsen haben wie beabsichtigt die Südländer in die Falle gelockt, sich zu verschulden, so daß sie selbst in einer ausweglosen Schuldenfalle sitzen. 3. Die demokratischen Statthalter in den Nordländern wurden in die...

Die EUdSSR & die gezielte Euro-Einführung – sind Erfolgs-Projekte. Die perfekte Vermögens-Enteignung: 1. durch die Vergemeinschaftung der Währung & die Vergemeinschaftung der Schulden. Unter Bruch des Rechts & der abgeschlossenen Verträge. 2. Die niedrigen Zinsen haben wie beabsichtigt die Südländer in die Falle gelockt, sich zu verschulden, so daß sie selbst in einer ausweglosen Schuldenfalle sitzen. 3. Die demokratischen Statthalter in den Nordländern wurden in die „alternativlose“ Rettungsfalle getrieben, um mit Steuermitteln, Bürgschaften & Sparerenteignungen die Banken zu befriedigen. 4. Das „Monopoly“-Spiel wird erst dann aus sein, wenn alle Vermögenswerte, mit denen die Staats- & Firmenwerte auch & gerade der Nordstaaten besichert sind, den Banken verfallen … Was Du schon immer über die Westliche-Werte-Demokratie wissen wolltest – bisher aber nicht zu fragen wagtest… http://www.gehirnwaesche.info


13.10.2014 | 00:25

Kamich

@Elisa Um es kurz zu machen : ich gebe ihnen Recht, wenn es allein um die Ideale geht. Die sollte niemand verraten. Es kommt aber doch eher auf die Praxis an. Was meinen Sie, mit wie vielen überzeugten Menschen, die diese Ideale vorbildlich und fehlerfrei vertreten haben, werden Sie einen wirklichen Neuanfang schaffen ? Genügen Ihnen 0,1 % der Bevölkerung oder brauchen Sie 1 % ? Und was, wenn diese dann nicht einig sind bei dem neu eingeschlagenen Weg, im Neuaufbau nach einem...

@Elisa Um es kurz zu machen : ich gebe ihnen Recht, wenn es allein um die Ideale geht. Die sollte niemand verraten. Es kommt aber doch eher auf die Praxis an. Was meinen Sie, mit wie vielen überzeugten Menschen, die diese Ideale vorbildlich und fehlerfrei vertreten haben, werden Sie einen wirklichen Neuanfang schaffen ? Genügen Ihnen 0,1 % der Bevölkerung oder brauchen Sie 1 % ? Und was, wenn diese dann nicht einig sind bei dem neu eingeschlagenen Weg, im Neuaufbau nach einem umpfangreichen System-Crash ? Und wenn Sie eine gut funktionierende neue Elite haben, der Neuanfang gelingt, was glauben Sie, wie lange wird es dauern, bis wieder die Opportunisten und karriere-besessenen Menschen an die Schaltstellen der Macht gelangen und die uneigenützigen Idealisten verdrängen ? Sie kennen sicher den Spruch der franz. Revolution : die Revolution frist ihre eigenen Kinder ... . Machen wir uns nichts vor - das Wesen des Menschen (in der Masse) können wir nicht ändern, eine "Hexenjagd" ist kontraproduktiv und Alles ist dynamisch, nicht statisch. Man sollte den meisten Menschen ihre Fehler auch "vergeben" können- wie man auch selbst Fehler macht, und Integrieren statt Ausgrenzen. Klar, wenn Sie in Sachen Kompetenz genügend fähiges und junges-zähes Personal zur Verfügung haben sollte man auf zweifelhaftes Pensionärs-Personal verzichten ... .


12.10.2014 | 11:33

Elisa

@KamichNein, da gehe ich nicht mit Ihnen überein. Menschen in hohen Positionen, die Jahrzehntelang unser verlogenes Polit- und Wirtschaftssystem für ihre eigenen Vorteile geschützt und ausgenützt haben, die brauchen wir nicht in deren Pensionsalter. Sie werden sich nämlich nie ändern, sondern weiterhin ihre trickreichen Machenschaften ausleben, wie eh und je, nur auf einer neuen Ebene; und neben prächtiger Bezahlung sich gleich auch noch in neuem noblem Image suhlen. Jeder...

@Kamich

Nein, da gehe ich nicht mit Ihnen überein. Menschen in hohen Positionen, die Jahrzehntelang unser verlogenes Polit- und Wirtschaftssystem für ihre eigenen Vorteile geschützt und ausgenützt haben, die brauchen wir nicht in deren Pensionsalter. Sie werden sich nämlich nie ändern, sondern weiterhin ihre trickreichen Machenschaften ausleben, wie eh und je, nur auf einer neuen Ebene; und neben prächtiger Bezahlung sich gleich auch noch in neuem noblem Image suhlen.

Jeder Whistleblower heute, wenn er die Wahrheit ans Tageslicht bringt, wird schnell vom Establishment in allen Mainstream-Medien als Verräter, Nestbeschmutzer und allgemein als Niete dargestellt. Sie werden öffentlich fertiggemacht. Solche Personen jagt man unter Umständen rund um den Globus, sie müssen sich unkenntlich machen und sich vor ständiger Verfolgung schützen. Dies nur, weil sie das Rückgrat hatten, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Und wenn man sie einfängt, werden sie auch noch verurteilt oder gar für Jahre ins Gefängnis gesteckt, dies von Figuren wie der dargestellte Richter, die danach noch mit Lob überhäuft werden.

Wo leben Sie, Herr/Frau Kamich????

Was wir brauchen, sind aufrichtige Menschen an den Schalthebeln von Politik und Wirtschaft, die eine - nämlich die "ihrige" - Meinung klar und nachvollziehbar verteidigen können und einen ausgeprägten Gemeinschaftssinn haben. Menschen, die gute, für die Gesellschaften zuträgliche Kompromisse aushandeln können. Menschen, die nicht vor lauter Geldgier und narzisstischer Imagepflege sich kaufen und schmieren lassen. Menschen, die neben dem Einhalten wirtschaftlicher Notwendigkeiten auch immer eine gut funktionierende Gemeinschaft vor Augen haben.

Mag alles idealistisch klingen, aber wo wir hinkommen, wenn wir solche Ideale auf den Abfallhaufen werfen, das können wir jeden Tag in den Nachrichten verfolgen.

Studieren Sie mal den Lobbyismus in Brüssel, da sehen Sie, wer uns regiert. Das sind nicht unsere Leute aus dem beruflichen Establishment. Die sind gar nicht gefragt. Die hier im Artikel dargestellte "CEO & Richter AG.", deren angesehene Mitglieder über Jahre opportunistisch immer schön der Polit- und Wirtschafts-Leitschnur fein hübsch zum eigenen Nutzen nachgingen, die kaum ehrlich sind, noch eine klare eigene Meinung vertreten, die sind nicht gefragt in der Lobbykratie, die werden schlauerweise als opportunistische Windfahnen gleich ausgeschieden nach dem Prinzip "Feind erkennt Feind". Auch die Lobbyisten drehen sich immer dorthin, wo die Macht ist, und wissen genau, wo ihr jeweiliger Konkurrent hockt.

Besagter Richter hätte viel früher "sein Maul" aufmachen müssen. Warum tat er das nicht?????


„Gier, Unfähigkeit, Propaganda“: Ein zorniger Ökonom rechnet mit der EU ab
http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2014/08/13/gier-unfaehigkeit-propaganda-ein-zorniger-oekonom-rechnet-mit-der-eu-ab/

Amerikaner laufen EU-Firmen beim Lobbying den Rang ab
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/eu-ranking-a-994891.html

Die EU im Würgegriff von Lobbyisten
http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/europa/Die-EU-im-Wuergegriff-von-Lobbyisten/story/12090812
Mag alles idealistisch klingen, aber wo wir hinkommen, wenn wir solche Ideale auf den Abfallhaufen werfen, das können wir heute jeden Tag in den Medien verfolgen.


12.10.2014 | 05:38

Kamich

@Elisa Ich wäre nicht so hart in der Einschätzung der "Pensionäre", wie einige das hier "auf den Punkt" bringen. Man sollte bedenken, dass Menschen in eine solche Amts-Situation über Jahre hinweg hineinwachsen, sich mit dem System identifizieren (ganz wichtig) und versuchen, aus den aktuellen Problemen und Nöten einen praktikablen Ausweg zu finden. Wenn Sie dann aber in Pension gehen, bleiben sie auf dem damaligen Punkt ihrer Entwicklung (bez. Identifikation)...

@Elisa Ich wäre nicht so hart in der Einschätzung der "Pensionäre", wie einige das hier "auf den Punkt" bringen. Man sollte bedenken, dass Menschen in eine solche Amts-Situation über Jahre hinweg hineinwachsen, sich mit dem System identifizieren (ganz wichtig) und versuchen, aus den aktuellen Problemen und Nöten einen praktikablen Ausweg zu finden. Wenn Sie dann aber in Pension gehen, bleiben sie auf dem damaligen Punkt ihrer Entwicklung (bez. Identifikation) stehen, sind eventuell froh, dass sie die heutigen Klippen nicht mehr umschiffen müssen. Meiner Meinung nach müsste man jetzt die Reissleine ziehen, das EZB-System verlassen und versuchen, aus dem EU-Zusammenbruch das Beste zu machen. Nur, da kann man sich schon vorstellen, wie die Menschen reagieren werden : Man schaue auf Gorbatschov und sein "Ansehen" in Russland. Wem werden die einfachen Menschen denn die Schuld geben ? Und wenn es dann neue Fehlentwicklungen gibt, wie das Oligarchenwesen in Russland - dann kommt man vom Regen in die Traufe ... . Wer Mut hat, kann trotzdem scheitern, wer gute Absichten hat kann trotzdem alles vermasseln. Ich denke, wir sollten "unsere Ehemaligen" als potentielle Fachleute nicht verteufeln. Bei einem Neuanfang braucht man Menschen, die wissen, wie man einen Laden organisiert. Wie nach dem 2. WK wird man Kompromisse machen müssen. Und ohne Vergebung - speziell den vielen Mitläufern - wird ein Neubeginn sowieso nicht gelingen. Bleibt noch die machtpolitische Situation in der Welt. Es wäre eine Illusion, zu meinen, wir könnten den Zeitpunkt eines "Ausstiegs" selbst festlegen. Da haben Andere- Weltmächte und aufstrebende Rivalen- doch wohl ein Wörtchen mitzureden. Wichtig ist es, das reale "Zeitfenster" zu erkennen und nutzen. Dazu braucht es erfahrene Leute - vermutlich die vielgescholtenen "Pensionäre", die früher mal den Mumm nicht hatten, wie ich und viele Andere auch.


11.10.2014 | 18:28

Deus ex Machina

Dieser Grinse-Kater, als hätte er gerade den Wellensittich gefressen und spielt jetzt die Unschuld in Person.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Perpetuum ruinoso: Mario Draghis gigantisches Lügengebilde

Markus Gärtner

Es gibt kleine Lügen, die arbeiten manche im Beichtstuhl ab oder verdrängen sie schlicht. Es gibt sogenannte Lebenslügen, die viele mit ins Grab nehmen. Und es gibt Lügen, die sind so dick und fett und langlebig, dass sie eine ganze Ära prägen. EZB-Präsident Mario Draghi hat so ein Ungetüm in die Welt gesetzt und es als hübsche kleine Wahrheit für  mehr …

»Das geheime Wissen der Goldanleger«: Peter Boehringer mit neuen Indizien für verschwundenes deutsches Zentralbankgold

Janne Jörg Kipp

»Das geheime Wissen der Goldanleger«, der KOPP-Verlag-Kongress vom vergangenen Wochenende, hat viele Fragen rund um das gelbe Edelmetall aufgeworfen. Das Papiergeldsystem »Euro« steht auf tönernen Füßen, wie ja sogar die Massenmedien einräumen. Doch wie könnte eine neue Währung aussehen? Wird sie – endlich – wieder goldgedeckt sein? Dann stehen  mehr …

Willkommen auf dem Planeten der Notenbank-Zombies

Markus Gärtner

Die fest eingefrorenen Minizinsen der Notenbanken sind die gefährlichste Massenvernichtungswaffe, die die Finanzwelt bislang hervorgebracht hat. Anstatt sie zu beseitigen, wird ihr Arsenal derzeit rasant ausgebaut, was die nächste Finanzkrise noch viel schrecklicher machen wird.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Wissenschaftler warnen: Anzeichen für eine sechste Massenauslöschung

David Gutierrez

Wir befinden uns derzeit inmitten der sechsten Massenauslöschung in der Geschichte des Lebens auf der Erde, warnt ein internationales Forschungsteam in einer neuen wissenschaftlichen Abhandlung, die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht wurde.  mehr …

Perpetuum ruinoso: Mario Draghis gigantisches Lügengebilde

Markus Gärtner

Es gibt kleine Lügen, die arbeiten manche im Beichtstuhl ab oder verdrängen sie schlicht. Es gibt sogenannte Lebenslügen, die viele mit ins Grab nehmen. Und es gibt Lügen, die sind so dick und fett und langlebig, dass sie eine ganze Ära prägen. EZB-Präsident Mario Draghi hat so ein Ungetüm in die Welt gesetzt und es als hübsche kleine Wahrheit für  mehr …

Amerikanische Gesundheitsbehörde: »Um Ebola zu stoppen, müssen wir vielleicht ganze Länder impfen«

Melissa Melton

Vor zwei Tagen sagte Dr. Anthony Fauci, Leiter des amerikanischen Nationalen Forschungsinstituts für Allergien und Infektionskrankheiten (NIAID), der kanadischen Nachrichtenagentur Canadian Press, es sei »durchaus vorstellbar, wenn nicht sogar wahrscheinlich«, dass man komplette Länder mit rasch entwickelten Ebola-Impfstoffen werde versorgen  mehr …

Bedeutet das »Zeichen des Antichristen« (666) im gestrigen S&P-Futures-Verlauf »grünes Licht« für eine Verkaufswelle?

Tyler Durden

Selbst CNBC-Börsenkorrespondent Bob Pisani hat inzwischen begriffen, dass die europäischen Schlusswerte offenbar einen Intraday-Impuls zur Trendumkehr gegeben haben, dem sich zu widersetzen nur wenige Computer (und noch weniger Menschen) bereit sind. Ob es sich dabei um Überreste eines kurzfristigen Zyklus aufgrund von Permanent Open Market  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.