Saturday, 27. August 2016
05.09.2012
 
 

Heißer Herbst: Konzerne rüsten sich für den Euro-Zusammenbruch

Michael Brückner

Großkonzerne und Banken haben sich auf den Euro-Crash intensiv vorbereitet. Die Pläne für den »Tag X« liegen seit Wochen vor. Konsumgüterhersteller stellen sich auf Europas neue Armut ein, und die deutschen Topmanager trennen sich von den Aktien ihrer eigenen Unternehmen.

Vieles spricht dafür, dass der Herbst heiß werden dürfte – zumindest an den Märkten. Während sich Politiker und ihre Claqueure aus den Mainstreammedien inzwischen zu einem Chor der Beschwichtiger zusammengefunden haben, bereiten sich führende Unternehmen und Banken auf den baldigen Euro- und Börsen-Crash vor. In den Vorstandsetagen hat man sich längst darauf eingestellt.

Auch auf eine lange Rezession in Europa. Die Politik glaubt derweil noch immer einen Silberstreif am Horizont der Pleitestaaten zu erkennen.

 

 

Doch der Europa-Chef des Konsumgüterkonzerns Unilever, zu dem unter anderem die Marken Knorr und Langnese gehören, sprach kürzlich Klartext: »Die Armut kehrt nach Europa zurück«, sagte Jan Zijderveld. Dass sich die Situation in den schwer angeschlagenen Krisenstaaten der Euro-Zone schon mittelfristig entschärfen könnte, hält auch der renommierte Schweizer Vermögensberater Felix Zulauf für eine Illusion: »Die Industrieproduktion Italiens liegt 25 Prozent unter dem Stand von 2007, im Fall von Spanien sind es sogar 30 Prozent. Das ist eine katastrophale Situation, zumal sich die Konkurrenzfähigkeit dieser Schuldnerländer kaum verbessert hat«, widerspricht der Eidgenosse, der mit seinen Prognosen in der Vergangenheit meist goldrichtig lag, der demonstrativ zur Schau getragenen Zuversicht von Politikern und Mainstreammedien. Ein Scheitern des Euro wäre aus Sicht Zulaufs kurzfristig zwar sehr schmerzhaft, »aber langfristig ein Segen für Europa«.

 

Während Banken und Großkonzerne offiziell noch die Werbetrommel für den Euro rühren, haben sie sich intern längst auf ein Scheitern eingestellt. Entsprechende Krisenpläne liegen schon seit Monaten vor. Wir enthüllen die Fakten.

 

 

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