Mittwoch, 23. August 2017
10.06.2012
 
 

Ironie-Breitseiten gegen den Mainstream

Michael Brückner

Er schreibt, was andere oft nicht einmal zu denken wagen: Jan Fleischhauer knöpft sich mit viel intelligenter Spottlust und beschwingter Ironie den linken Mainstream und das moralisierende Gutmenschentum vor. Der Spiegel-Kolumnist hat einen Volltreffer platziert. Das zeigen die Tiraden der Ge- und Betroffenen.

Vielleicht ist es derzeit der beste Kompass für alle, die sich im Nebel der politischen Korrektheit verirrt haben: Jan Fleischhauers Buch Der schwarze Kanal ist boshaft und elegant, auf charmante Weise demaskierend – und allemal ein Lesegenuss. »Was Sie schon immer von Linken ahnten, aber nicht zu sagen wagten« – so lautet der Untertitel des Werks. Und das trifft exakt den Punkt. Wie so vieles, was Fleischhauer auf 218 Seiten schreibt.

 

Gönnen Sie sich einige Kostproben aus dieser Neuerscheinung:

 

  • »Ihren Kinderglauben an die moralische Überlegenheit des Kommunismus hat sich die Linke in Deutschland bis heute nicht nehmen lassen...«.
  • »Der Klassenwahn endet, konsequent zu Ende gedacht, nicht viel besser als der Rassenwahn«.
  • Der Wohlstand eines Landes »wird nicht in den Ökomanufakturen erwirtschaftet, die nun fleißig Solarpaneele zusammenschrauben«.
  • Zum Thema Argumentationsfaulheit der Linken: »Es ist allemal einfacher, eine Meinung, die einem nicht in den Kram passt, als rechts abzutun, als sie wohlbegründet zu widerlegen«.
  • »Jeder Euro mehr für den Staat ist gut angelegt, da besteht ausnahmsweise mal Konsens – und zwar von links bis rechts... Steuersenkung ist ganz furchtbar – wer so etwas gut findet, gilt als politisch unzurechnungsfähig«.
  • »Die im Erwerbsleben verbrachte Zeit ist auf einem historischen Tiefpunkt angekommen. Trotzdem steigt ständig das Gefühl der Überforderung, jedenfalls in den Berichten, die zur Begründung neuer sozialstaatlicher Interventionen herangezogen werden«.

 

Wer ist Jan Fleischhauer? Und wo veröffentlicht er seine Texte, von denen er schreibt, sie hätten gute Aussichten, Deutschlands »bestgehasste Kolumnen« zu werden? Die Antworten werden Sie überraschen: Jan Fleischhauer arbeitet für den Spiegel – und verbrachte selbst die meiste Zeit seines Lebens »unter Linken«. Seine Kolumnen erscheinen auf Spiegel Online.

 

Wer so gekonnt die Scheinheiligkeit und Selbstgerechtigkeit der Linken karikiert, macht sich nicht nur Freunde.

 

Um von bestimmten Leuten für schwer gestört gehalten zu werden, reiche es aus, »wenn man die Dinge so sieht wie eine große Zahl von Menschen in Deutschland«, schreibt Jan Fleischhauer.

 

Wenn Moral den Bullshit fördert

 

Politiker kann man kritisieren, ignorieren, sogar verachten. Oder aber man kommentiert ihr Tun mit nonchalanter Bosheit. Politik sei »die Abwägung von Interessen, nicht von moralischen Gütern«, schreibt Fleischhauer. Die Tendenz, aus jeder politischen Entscheidung eine moralische Frage zu machen, sei »eindeutig bullshitfördernd«.

 

Und natürlich bekommen auch die Politiker ihr Fett weg: »In kaum einem anderen Berufsfeld trifft man so viele Menschen, die mit todernster Miene den größten Schmonzes von sich geben, obwohl man meinen sollte, sie müssten sofort in schallendes Gelächter ausbrechen«.

 

In beschwingter Ironie geht der Autor auch anderen Merkwürdigkeiten nach.

 

Warum sind so viele wohlhabende Menschen links?

 

Fleischhauer kennt die Antwort: »Weil sie es sich leisten können. Wer sich für linke Politik begeistert, muss ein entspanntes Verhältnis zum Geld haben«.

 

Zwei Gruppen begeistern sich daher in besonderer Weise für linke Sozialisierungspläne:

 

  • Gutmenschen, die vom Geld anderer Leute leben und
  • glückliche Zeitgenossen, die ihr Vermögen schon gemacht (oder geerbt) und in Sicherheit gebracht haben.

Für Fleischhauer ist die Materie nicht neu: Sein Buch Unter Linken erreichte Kultstatus und Bestseller-Auflagen.

 

Fleischhauer bedauert, ein Nebeneffekt der in linken Kreisen vorherrschenden Moralisierung sei der »völlige Verlust von Ironie«. Anders ausgedrückt: Linke haben selten etwas zu lachen.

 

Das sollte Ihnen nicht passieren, wenn Sie dieses herrlich bissige Buch zur Hand nehmen.

 

Selten wird mit soviel Esprit gegen den linken Mainstream und moralisierende  Humorlosigkeit angeschrieben. Als »Verteidiger« gegen die mitunter hasserfüllten Kommentare seiner Gegner hat Fleischhauer Karl Kraus gewählt, der es schon immer wusste: »Was trifft, trifft auch zu«.

 


Jan Fleischhauer: Der Schwarze Kanal. Was Sie schon immer von Linken ahnten, aber nicht zu sagen wagten,  Hamburg 2012, 218 Seiten, Paperback, 12,99 €.

 

 

 

 


 

 

 

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