Vorsicht Stiftungen: Undurchsichtig und abgehoben
Michael Brückner
Mangelnde Professionalität, Verschwendung und Vetternwirtschaft – in der »Gutmenschen-Industrie« geht es auch nicht anders zu als in weiten Teilen der Realwirtschaft. Seriöse Stiftungen, die um ihren guten Ruf fürchten, schlagen Alarm und fordern strengere Kontrollen.

Stiftungen sind eine gute Sache. Sie werden für die Ewigkeit gegründet, weil lediglich die Erträge des Stiftungskapitals (also zum Beispiel Zinsen oder Dividenden) dem guten Zweck zufließen. Das Stiftungskapital bleibt als Grundstock in der Regel unangetastet. Gerade viele ältere Menschen ohne Nachkommen und mit hohem Vermögen vermachen ihr Geld daher einer bereits bestehenden
oder nach dem Todesfall zu gründenden Stiftung. Ungeachtet der Finanzkrise werden in Deutschland täglich im Schnitt zwei neue Stiftungen gegründet, insgesamt gibt es mehr als 18.100. Fast 96 Prozent von ihnen sind gemeinnützig tätig. Sie kommen also in den Genuss von Steuervorteilen. Stiftungen können darüber hinaus um Zuwendungen und steuerlich abzugsfähige Spenden werben. Angesichts einer allein in diesem Jahrzehnt zur Vererbung anstehenden Summe von rund 2,5 Billionen Euro ist davon auszugehen, dass die Zahl der Stiftungen weiter rasant steigen dürfte.
Gemeinnützige Organisationen genießen allgemein ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit, schließlich fließt das Geld einem guten Zweck zu. Deshalb schaut wohl keiner so genau hin, wie in den Stiftungen gearbeitet wird. Lesen Sie, was Sie unbedingt über Stiftungen wissen müssen.
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