Friday, 30. September 2016
06.10.2010
 
 

»Sparer und Besitzer von Bargeld werden betrogen werden«

Michael Grandt

Der Vermögensverwalter Marc Faber ist einer der gefragtesten Analysten für die internationalen Finanzmärkte und für seine Ansichten jenseits des Mainstreams bekannt. In einem Interview spricht er Klartext über das Ende des Dollars, eine bevorstehende Hyperinflation, Gold und Aktien.

Zur Person: Marc Faber, Jahrgang 1946, ist gebürtiger Schweizer, promovierter Ökonom, Finanzmarktanalyst, Vermögensverwalter und Herausgeber eines Börsenbriefes. Er lebt seit 1978 in Hongkong und gründete dort im Jahr 1990 seine eigene Investmentgesellschaft, die Marc Faber Ltd. Er gilt als pessimistischer »Börsenguru« und ist bekannt für seine Ansichten jenseits des Mainstreams. Aber er hat alle vergangenen Crashs und auch die jüngste Finanzmarktkrise vorhergesagt.

Im Handelsblatt gab Marc Faber ein sehr aufschlussreiches Interview, das ich zum Teil wiedergeben will (Hervorhebungen durch mich):

 

»Grundsätzlich ist das System einfach pleite«

Zur internationalen Schuldenkrise und einer eventuell folgenden Hyperinflation sagt er: »Die Notenbanken mit den USA an der Spitze versuchen es mit dem Ankauf von Staatsanleihen, sie drucken also Geld, um das Wirtschaftssystem in Schwung zu bringen. Die Europäische Zentralbank wird der amerikanischen Notenbank folgen. Langfristig wird die EZB der Politik von Robert Mugabe in Simbabwe folgen, der sein Land mit Hyperinflation in den Ruin geführt hat. Das Endspiel kommt in ein paar Jahren: der Schuldenzusammenbruch. Dann werden die Verbindlichkeiten zu einem großen Teil oder vielleicht auch ganz abgeschrieben werden. Grundsätzlich ist das System einfach pleite.«

US-Präsident Obama und US-Notenbankchef Bernanke beurteilt Faber folgendermaßen: »Das sind Akademiker und Clowns. Obama und Bernanke entwickeln in ihren Elfenbeintürmen absurde Theorien über eine Wirtschaft, die man wie ein Auto steuern kann. Das kann man aber nicht.«

 

»Die Märkte spielen ein Inflationsszenario«

Über den Euro und die Eurozone sagt Faber: »Der etwas höhere Euro spiegelt eher die Dollarschwäche wider. Die Laune unter den Anlegern schwankt gewaltig (…) Die Märkte bewerten die expansive Kreditpolitik der Notenbanken und spielen ein Inflationsszenario. Deswegen sinkt der Dollar, steigen Aktien, steigen Rohstoffe, steigt das Gold. Kurzfristig kann das jetzt korrigieren.«

 

»Kein Staatsbankrott kann durch Gelddrucken verhindert werden«

Wovor muss sich der Anleger also schützen?

»Schützen muss er sich vor den Folgen der Schuldenpolitik: Inflation. Da bin ich ultrapessimistisch. Kein Staatsbankrott kann durch Gelddrucken verhindert werden. Die Notenbanken werden die Zinsen niedriger halten als die tatsächliche Geldentwertung. Anders gesagt: In den kommenden zehn Jahren werden wir keine restriktive Geldpolitik mehr sehen, keine Realzinsen oberhalb von Null. Sparer und Besitzer von Bargeld werden betrogen werden. US-Anleihen können (…) sogar wertlos verfallen.«

Sein Rat an die deutschen Anleger:

»Über ein Jahrhundert haben sie mehrere Male ihre Ersparnisse verloren. Aber eine Aktie wie eine BASF gibt es heute immer noch. Aktien sind reale Werte (…) In einer Inflation können Gold und Aktien dazwischen oder auf einem höheren Niveau den gleichen absoluten Wert erreichen. Zum Gold: Anleger sollten es so lagern, dass der Staat es ihnen nicht wegnehmen kann.«

 

 

__________

Quelle:

Handelsblatt vom 05.10.2010

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