Wednesday, 27. July 2016
13.09.2010
 
 

Chinas Invasion

Michael Grandt

Die Volksrepublik kauft die Welt und sichert sich damit vor allem wichtige Bodenschätze und Rohstoffe. Der Expansionskurs hält an.

Die Regierung in Peking ist unerbittlich: Sie kauft sich im Ausland, was sie für den Aufschwung braucht. Laut einer Statistik der Heritage Foundation gaben die Chinesen in den letzten fünf Jahren die fast unvorstellbare Summe von 266 Milliarden Dollar (210 Milliarden Euro) aus, um ihre Wirtschaft zu stärken und zu vergrößern. So schnell wie möglich wollen sie den Technologievorsprung des Westens aufholen. Die Führung in Peking hat erkannt, dass man mit Billigprodukten langfristig keinen Wohlstand schaffen kann. So fallen Rohstoffquellen, Ölfelder und Bergwerke der chinesischen Invasion zum Opfer.

Nachfolgend einige der weltweiten Investitionen* der Chinesen:

Großbritannien:

Investitionen: 8,7 Milliarden Dollar

Griechenland:

Investitionen: 7,7 Milliarden Dollar

Schweiz:

Investitionen: 7,2 Milliarden Dollar

In Europa sind für die Chinesen vor allem Energieunternehmen, Maschinenbauer und Banken interessant. Im griechischen Piräus betreibt die chinesische Reederei Cosco zwischenzeitlich sogar den Hafen.

USA:

Investitionen: 22,9 Milliarden Dollar

Chinesische Investoren kaufen sich immer mehr in amerikanische Konzerne ein. Zu Beginn des Jahres erwarben sie zum ersten Mal mehr Anteile an US-Firmen als umgekehrt. Die China Investment Corporation (CIC) besitzt viele Aktien von der Bank of America, Apple, Coca Cola und Visa. Die US-Softwarehersteller Activa und Vendio gehören ebenfalls den Chinesen.

Kanada:

Investitionen: 10,8 Milliarden Dollar

Hier sichern sich die Chinesen vor allem Energie- und Ölquellen.

Venezuela:

Investitionen: 8,4 Milliarden Dollar

China Railways investierte allein 7,5 Milliarden Dollar in den Schienenverkehr.

Brasilien:

Investitionen: 6,6 Milliarden Dollar

Mit Brasilien kooperiert Peking eng im militärischen Bereich und entwickelt gemeinsam Satelliten-Trägerraketen.

In Mittel- und Lateinamerika interessieren die Chinesen vor allem die Sektoren Dienstleistungen und Landwirtschaft. Aber auch Bodenschätze wie Öl. Das Handelsvolumen hat sich seit dem Jahr 2005 fast verzehnfacht.

Südafrika:

Investitionen: 6,1 Milliarden Dollar

Die chinesische ICBC-Bank legte insgesamt 5,6 Milliarden Dollar an.

Dem. Republik Kongo:

Investitionen: 5,9 Milliarden Dollar

Niger:

Investitionen: 5,2 Milliarden Dollar

Energie- und Ölquellen im Wert von rund fünf Milliarden Dollar stehen bereits auf der chinesischen Liste.

Algerien:

Investitionen: 6,6 Milliarden Dollar

Afrika ist für Chinas Einkäufer vor allem wegen der vielfältigen Rohstoffe interessant. In den letzten zehn Jahren verzehnfachte sich Handelsvolumen.

Saudi-Arabien:

Investitionen: 8,0 Milliarden Dollar

Irak:

Investitionen: 4,2 Milliarden Dollar

Iran:

Investitionen: 11,1 Milliarden Dollar

Im Mittleren Osten beteiligen sich die Chinesen an der Öl- und Gasförderung, besonders im Iran, Saudi-Arabien und Ägypten.

Kasachstan:

Investitionen: 11,4 Milliarden Dollar

Russland:

Investitionen: 5,9 Milliarden Dollar

Die Chinesen interessiert vor allem das russische Holz. In Sibirien erschließen sie in Gemeinschaftsunternehmen die Wälder und bauen Zellulosewerke. Peking investiert aber auch in den Maschinen- und Automobilbau, in die Infrastruktur und Flugzeugindustrie. Im ersten Halbjahr 2010 löste China somit Deutschland als wichtigsten Handelspartner von Russland ab.

Indonesien:

Investitionen: 8,8 Milliarden Dollar

Singapur:

Investitionen: 7,0 Milliarden Dollar

Vietnam:

Investitionen: 3,5 Milliarden Dollar

In Südost-Asien investieren die Chinesen vor allem in den Schienenverkehr und in die Stromerzeugung.

Australien:

Investitionen: 33,3 Milliarden Dollar

Vor allem die Bergbau-Konzerne sind für die chinesischen Staatsbetriebe interessant. Somit sichern sie sich den Zugriff auf Eisenerz, Kohle, Uran und Erdgas. China ist Australiens wichtigster Handelspartner.

 

 

* Transaktionen von mehr als 100 Millionen Dollar; Zeitraum: Juli 2005 bis Juni 2010 (ohne Anleihen), Quellen: Hertiage Foundation und Welt am Sonntag vom 29.08.2010

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