Deutsche Banken halten die meisten toxischen Kredite
Michael Grandt
Ende 2009 betrug das Volumen der ausfallgefährdeten Darlehen fast 213 Milliarden Euro. Das sind 50 Prozent mehr als im eigentlichen Krisenjahr 2008.
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Im europaweiten Vergleich hatten die deutschen Banken letztes Jahr die meisten faulen Kredite (Non-Performing Loans) in ihren Büchern. Bis heute ist der Großteil von ihnen noch nicht »gehandelt«. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) legte nun eine dementsprechende Studie vor, die Erschreckendes offenbart:
Der Bestand an Problemkrediten in Deutschland war weit höher als in den anderen europäischen Staaten.
Zum Vergleich (in Mrd. Euro):
Deutschland: 213
Großbritannien: 155
Spanien: 97
Italien: 59
Als »Problemkredit« definiert PwC jene Darlehen, die von den Schuldnern nicht mehr bedient werden können, oder bei denen in absehbarer Zeit ein Zahlungsausfall droht.
Noch etwas anderes enthüllte die Untersuchung: In Deutschland gibt es bisher kaum nennenswerte Verkäufe der toxischen Kreditportfolios, anders als etwa in Großbritannien, wo bereits NPL-Transaktionen im Wert von über 1,6 Milliarden Euro durchgeführt wurden. PwC führt diesen Umstand auch auf die staatliche Unterstützung für die belasteten Institute zurück. Begründung: Viele Banken erfüllten deshalb trotz der Problemkredite im Bestand die geforderten Eigenkapitalquoten und könnten sich daher mit den Verkäufen mehr Zeit lassen.
In der zweiten Jahreshälfte 2010 dürfte sich das wohl ändern, denn mehrere Banken haben durch die Bildung von sogenannten »Bad Banks« die Voraussetzung für einen Verkauf ihrer toxischen Kredite geschaffen. Dabei dürften zunächst hypothekengesicherte Kredite für Wohn- und Gewerbeimmobilien im Fokus stehen.
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