Deutsche Pleitebanken vor dem Kollaps?
Michael Grandt
Die sogenannte »Bankenrettung« wird schlimme Folgen haben. Und jetzt verkündet der EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia auch noch, dass die irischen und die deutschen Banken seine »größten Sorgenfälle« seien.

In der deutschen Öffentlichkeit wird die Situation der Banken von den Bürgern derzeit als nicht so schlimm gesehen. Die meisten Banken verdienen ja angeblich Geld und haben Risiken reduziert sowie die Kapitalbasis gestärkt. Wo also liegt das Problem? Der EU-Wettbewerbskommissar Almunia sagt dazu: Ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell ist bei vielen Banken nicht in Sicht.
Rückendeckung erhält der Spanier vom Internationalen Währungsfonds (IWF). Im aktuellen Stabilitätsbericht heißt es: »Schwache Institute müssen aufgelöst werden, damit die übrige Finanzbranche unabhängig von staatlicher Unterstützung agieren kann.« Die IWF-Ökonomen nehmen die deutschen Landesbanken dafür ausdrücklich als Beispiel. Doch noch immer schwelgen die verantwortlichen deutschen Politiker in Aufschwung-, Konjunktur- und Arbeitslosenreduzierungsfantasien und denken nicht im Traum daran, derartige Schritte für ihre Landesbanken einzuleiten, solange es da ja noch den Steuerzahler gibt.
In der Vergangenheit gab es zwar Notverkäufe (so ging etwa die IKB an den US-Investor Lone Star und die Privatbank Sal. Oppenheim an die Deutsche Bank). Aber alle anderen Krisenbanken wurden durch die deutschen Steuerzahler gerettet und nicht durch die Politiker, die immer noch daran glauben, das Geld irgendwann wiederzusehen. Träume sind bekanntlich Schäume – denn die Zwischenbilanz der deutschen Rettungsaktionen ist im internationalen Vergleich mehr als verheerend: Rund 29 Milliarden Euro hat der Bankenrettungsfonds Soffin bisher für die marode Commerzbank, Hypo Real Estate und WestLB ausgegeben; weitere 18 Milliarden haben Sparkassen und Bundesländer in vier Landesbanken gepumpt. Zurück kamen bisher nur 125 Millionen Euro. Sogar in den USA sieht die Lage besser aus …
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