Thursday, 17. May 2012
28.09.2011
 

Deutschlands größte Lüge – Teil 1

Michael Grandt

»Der Euro ist gut für Deutschland, weil wir von ihm profitieren.« So oder so ähnlich argumentieren Politiker und politisch korrekte Ökonomen allenthalben in Talkshows und Interviews. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: Der Euro schwächt unsere Kaufkraft und vernichtet unsere Vermögen. Welche Vorteile hätten wir bei der Wiedereinführung der D-Mark? Lesen Sie hier die Fakten.

Unbelehrbare Politiker hat es schon immer gegeben und sie werden nie aussterben. Aber das, was vor allem deutsche Volksvertreter und Regierungsmitglieder in Sachen Euro von sich geben, kann man nur noch als »weltfremd« oder vorsätzliche Falschaussagen bezeichnen. Unbelehrbar halten

sie an der Illusion fest, dass Europa nur durch eine gemeinsame Währung zusammengehalten werden kann.

Man kann es schon fast nicht mehr hören, was diese politisch korrekten Politiker, Ökonomen und »Finanzexperten« allenthalben in Talkshows oder Interviews von sich geben: Der Euro sei gut für Deutschland, denn ohne ihn würde es unserer heimischen Industrie viel schlechter gehen. Oder: Ohne die Gemeinschaftswährung wäre die D-Mark so stark geworden, dass unsere Exporteure große Schwierigkeiten hätten, ihre Produkte ins Ausland zu verkaufen. Oder: Deutschland sei ein Profiteur des Euro.

Aber genau das Gegenteil ist der Fall! Die Währung trennt mehr, als dass sie zusammenbringt, denn die Probleme sind einfach zu unterschiedlich, als dass man sie mit einem engen Währungskorsett lösen könnte, in dem die einzelnen Staaten quasi »ersticken«.

Machen wir einmal eine politisch völlig unkorrekte, aber volkswirtschaftlich und finanzpolitisch reale Bestandsaufnahme:

 

Die Währungen und Volkswirtschaften von Nicht-Euro-Ländern sind stabiler:

  • Die Börsen in der Eurozone haben sich im Jahr 2010 schlechter entwickelt als die übrigen Märkte weltweit.
  • Auf der Liste der 20 finanzschwächsten Nationen der Welt stehen schon sechs von 16 Staaten aus der Europäischen Währungsunion.
  • Das Wirtschaftswachstum des Euro-Verweigerungslandes Schweden stieg seit 1997 im Durchschnitt um 2,5 Prozent; beim Nicht-EU-Mitglied Norwegen waren es 2,2 Prozent. Deutschland als größte Ökonomie und Wirtschaftsmotor der EU kam gerade mal auf kümmerliche 1,3 Prozent.[1]
  • Obwohl die Zinsen in der Europäischen Währungsunion immer weiter gesunken sind und damit auch die Finanzierungskosten für die einzelnen EU-Staaten, ist deren Schuldenquote seit 1997 nie merklich zurückgegangen.[2]
  • Die Europäische Währungsunion lädt also dazu ein, höhere Schulden zu machen und erweist sich immer mehr als Risikogemeinschaft.
  • Für Rating-Agenturen wird die Mitgliedschaft in der Eurozone demnach immer mehr zum Zeichen der Schwäche, da die einzelnen Länder entgegen dem Maastrichter Vertragstext für die Schulden anderer haftbar gemacht werden.
  • Die europäischen Länder ohne Euro stehen also bei den Kennzahlen Verschuldung, Wirtschaftswachstum, Währungsstabilität und Börsenentwicklung besser da.

 

 

Deutschland ist DER Zahlmeister der EU:

  • Deutschland und die Europäische Zentralbank: Für die Ermittlung der zu übertragenen Kapitalanteile der einzelnen Mitgliedsländer sind zwei Kriterien maßgeblich: der jeweilige Anteil an der Gesamtbevölkerung sowie das Bruttoinlandsprodukt. Anders ausgedrückt: Die Fleißigen werden auch hier bestraft. 28 Notenbanken bringen insgesamt 5,7 Milliarden Euro auf. Davon zahlt Deutschland allein rund ein Fünftel und ist damit mit Abstand der größte Kapitalgeber.[3]
  • Die EU hat rund 31 Prozent IWF-Quote. Der IWF wiederum gibt EBENFALLS Kredite an die maroden EU-Staaten. Deutschland muss auch hier rund ein Fünftel des europäischen Beitrags[4] übernehmen, und zwar ZUSÄTZLICH zu den Rettungsschirmmassnahmen. Dies alles wäre OHNE EU für den deutschen Steuerzahler um einiges günstiger.
  • Die Bundesbank hat den peripheren Ländern in den vergangenen drei Jahren insgesamt 390 Milliarden Euro zu einem NEGATIVEN Realzins geliehen.[5]
  • Deutschland zahlt seit Gründung der EU MEHR ein, als dass es wieder zurückerhält. Rund acht Milliarden Euro jährlich (Rückflüsse bereits abgezogen) stehen auch hier auf der Rechnung der deutschen Steuerzahler.[6]

 

Lesen Sie im 2. Teil: Deutschland hat nicht vom Euro profitiert, sondern andere EU-Länder – und: Welche Vorteile hätte die Wiedereinführung der DM?

 

 


[1] Seit 1997, nicht seit der Einführung des Euro, da sieht es noch schlimmer aus, siehe weiter unten

[2] Bloomberg; Welt am Sonntag vom 28.11.2010; EU-Kommission

[3] Europäische Zentralbank

[4] Von zunächst 105 Milliarden Euro

[5] Hans Werner Sinn, in: Handelsblatt vom 23. September 2011

[6] European Comission; Frankfurter Allgemeine; oe24.at

 

 


 

 

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