Thursday, 2. October 2014
09.10.2011
 
 

Die Bankenkrise ist zurück!

Michael Grandt

Drei Jahre ist es her, seit die Pleite der US-Bank Lehman Brothers die ganze Welt in eine Rezession stürzte. Regierungen haben daraufhin ihre Banken mit Hunderten von Milliarden Dollar gestützt, um ein Zusammenbrechen des Finanzsystems zu verhindern. Doch jetzt droht eine neue, noch viel schlimmere Bankenkrise. Politiker sind in Panik.

Im September 2008 entschied der damalige US-Finanzminister Henry Paulson, der viertgrößten Investmentbank der Welt, Lehman Brothers, staatliche Hilfe zu verweigern und sie bankrottgehen zu lassen. Aufgrund der zuvor ausgebrochenen Subprime-Krise in den USA, die Auswirkungen auf (fast) jedes westliche Industrieland hatte, taumelte die Welt am Abgrund einer Katastrophe, mit deren Folgen wir bis heute zu kämpfen haben. Rund um den Globus wurden Banken von ihren Regierungen mit Hunderten von Milliarden Dollar gestützt, um ein Zusammenbrechen des Finanzsystems zu verhindern. Die Risiken gingen also mit staatlicher Hilfe von den Banken auf die Steuerzahler über.

 

Noch immer hat sich die Welt von diesem Schock nicht vollständig erholt. Schulden- und Eurokrise halten uns fest umklammert und lassen Böses für die Zukunft erahnen. Doch damit nicht genug braut sich jetzt auch noch eine zweite Bankenkrise zusammen, die alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen könnte.

 

Wieder trauen sich Banken untereinander nicht mehr. Der Interbankenverkehr erlahmt, die Kreditinstitute sind vorsichtig, wem sie Geld leihen, weil sie nicht wissen, wie viele Staatsanleihen de facto bankrotter EU-Länder andere in ihren Beständen halten. Käme ein Schuldenschnitt, wäre das ausgeliehene Geld in Gefahr. Stattdessen horten die Banken ihre Kapitalüberschüsse bei der Europäischen Zentralbank EZB.

Politiker sind in Panik, weil sie wissen, was der Vertrauensverlust auf dem Bankensektor für das gesamte Wirtschafts- und Finanzsystem bedeuten kann. Aber die Banken-Stresstests sind kaum gedruckt, da erfahren wir, dass die Banken keinen Stress aushalten und dringend Eigenkapital brauchen. Damals fielen nur acht Banken durch, jetzt aber droht das Zusammenbrechen des gesamten europäischen Bankensystems. Sie sehen also, was die sogenannten »Stresstests« wert sind: gar nichts. Sie dienen nur dazu, die Lage zu beschönigen und die Sparer zu beruhigen. Doch das Vertrauen in die Branche ist wieder auf dem Tiefpunkt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) will die europäischen Banken auch gegen ihren Willen zu 200 Milliarden Euro Frischgeldzufuhr zur Eigenkapitalaufstockung zwingen. Selbst die Kanzlerin rät zur Eile. Dann wissen wir, was die Stunde geschlagen hat.

Doch wer soll diese »Zwangskapitalisierung« bezahlen? Richtig, der Steuerzahler. Denn schon 2008 hatte die Regierung den Banken-Rettungsfonds »Soffin« gegründet, natürlich mit Steuergeldern. Dieser Notfallfonds lief Ende 2010 aus, könnte aber wieder in Kraft treten. Mit »neuem« Geld natürlich.

Ohne erneute Staatshilfe wird es den Banken nicht gelingen, sich ausreichend Puffer zu verschaffen. Doch viele der angeschlagenen Staaten sind dazu gar nicht mehr in der Lage, denn sie haben ihr ganzes Pulver bereits bei der letzten Bankenkrise verschossen.

 

Europas gesamtes Bankensystem befindet sich demnach in akuter Gefahr und wird ohne schnelle Stabilisierungsmaßnahmen über kurz oder lang kollabieren. Holen Sie also Ihr Geld von der Bank, so lange Sie es noch bekommen!

 

 

 


 

 

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