Bei der täglichen Jagd nach Rendite, Wertsteigerung und Gewinn vergessen wir oft die wichtigste Kapitalanlage: uns selbst! Benjamin Franklin, einer der Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika, sagte schon vor rund 250 Jahren: »Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen.«
Daran hat sich nicht viel geändert. Heute spricht man allerdings nicht mehr von »Wissen«, sondern von »Humanvermögen« oder »Humankapital«, das jeder in seinem Kopf mit sich herumträgt und das oft vernachlässigt wird. Denn: Sie selbst sind der beste Renditebringer!
Zum Humanvermögen gehören Kreativität, Ideen, Führungserfahrung, Fachwissen, zwischenmenschliche Kompetenzen, Beziehungsgeflechte, Netzwerke sowie Sprach- und Computerkenntnisse. Gesundheit und persönliche Fitness steigern das Humanvermögen, weil man damit Krankheiten reduzieren kann.
Was meine ich damit? Nun, Sie können einen Betrag von beispielsweise 50.000 Euro in eine Lebensversicherung, einen Bausparvertrag oder in Aktien investieren oder in Ihre eigene Aus- bzw. Weiterbildung und dadurch lebenslang zu einem höheren Einkommen gelangen, das Zinsen und Kursgewinne bei Weitem übertrifft.
Viele Studien* haben ergeben, dass Menschen mit einem Studium im Durchschnitt ein um 30 Prozent höheres Einkommen erwirtschaften als jemand, der eine »normale« Ausbildung macht. Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung hingegen verdient man wieder deutlich mehr als Menschen, die keinen Beruf erlernt haben.
Besonders ein Studium in den Bereichen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin und Ingenieurwissenschaften lohnt sich monetär. Mit diesen Abschlüssen werden später die höchsten Einkommen erzielt. Die »Bildungsrendite« wird wie folgt ermittelt: Die Investitionssumme ist das während des Studiums oder der Ausbildung entgangene Einkommen und der Ertrag die Steigerung des Lebenseinkommens. Um das entgangene Einkommen später wieder aufzuholen, müsste man das Lebenseinkommen um vier Prozent steigern. Künstler und Agrarwissenschaftler kommen aber lediglich auf rund drei Prozent, während Mathematiker, Ingenieure und Naturwissenschaftler auf acht Prozent kommen. Die höchste Steigerung des Lebenseinkommens wiesen in der Vergangenheit Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler sowie Mediziner mit satten 13 Prozent Gehaltsvorsprung auf. Die Wahl des richtigen Studienfachs kann also später einige Hunderttausend Euro wert sein!
Eine gute Ausbildung oder ein Studium ist in Zeiten des so viel beschworenen (wenn auch nicht vorhandenen http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/deutschland/eva-herman-und-jens-romba/arbeitsministerium-gibt-in-brief-zu-es-gibt-keinen-facharbeitermangel.html ) Fachkräftemangels ein Muss. Ein höherer Bildungsgrad verringert ebenso die Gefahr der Arbeitslosigkeit. Zwar gibt es Akademiker ohne Job, aber unter ihnen beträgt die Erwerbslosenquote rund fünf Prozent, die von Berufstätigen mit Lehre und Ausbildung knapp zwölf Prozent, während die jener ohne Berufsabschluss fast 25 Prozent beträgt.
Vergessen Sie also Kapitalanlagen und investieren Sie stattdessen in sich selbst. Erhöhen Sie Ihr Gehalt und Ihre Beschäftigungsfähigkeit. Dies gilt übrigens nicht nur für junge Leute, auch Ältere können durch permanente Fortbildungen, Abendschulen, Fernstudien usw. ihren Marktwert erhöhen.
* Etwa vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim oder der Goethe-Universität Frankfurt/M.
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Weitere Quellen:
Mark Wahrenburg/Martin Weldi: Return on Investment in Higher Education - Evidence for Different Subjects, Degrees and Gender in Germany, 2007.
Martin Weldi: Financing Higher Education Cost through Human Capital Contracts - An Empirical Analysis by Subject and Degree for Germany, 2006.
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