
Hoch und heilig wurde uns bei der Einführung des Euro versprochen, dass es niemals eine Transferunion geben werde, sonst hätten wir uns wohl niemals von der geliebten D-Mark getrennt.
Jetzt aber wird die Regierung ALLES tun (und damit meine ich ALLES), um den Euro zu retten, egal, wie sehr uns die Kanzlerin derzeit wieder einmal belügt. Tabus und Prinzipien gelten nicht mehr. Jetzt geht es wirklich um alles, um den Bestand der Eurozone, so wie wir sie kennen, und um die Rettung der Gemeinschaftswährung.
Bei Eurobonds verschulden sich die EU-Länder gemeinschaftlich, haften aber auch solidarisch. Das funktioniert ähnlich wie der Länderfinanzausgleich in Deutschland. Marode Staaten wie Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Italien wüden günstigere Bedingungen am Anleihemarkt erhalten, für Deutschland würden sich die Konditionen hingegen verteuern. Mit unserer guten Bonität haften wir dann für die schwachen Länder.
Die Zinsen, die Deutschland zahlen müsste, würden sich unweigerlich erhöhen und so unsere Kreditwürdigkeit verschlechtern. Kai Carstensen vom ifo-Institut hat für die Welt am Sonntag kalkuliert, dass Deutschland bei der Einführung von Eurobonds etwa 2,3 Prozent mehr an Zinsen zahlen müsste. Bei einem Bruttoschuldenstand von 2,1 Billionen Euro, entspräche dies JÄHRLICHEN Mehrkosten von 47 Milliarden Euro, was knapp 15 Prozent der Bundesausgaben für 2012 wären. Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Steuerrecht und öffentliche Finanzen, Kai Konrad, errechnete sogar eine Mehrbelastung von 74 Milliarden Euro.
Doch woher sollen diese gigantischen Summen kommen? Ja richtig! Von Ihnen, vom Steuerzahler natürlich. Denn es geht NUR über massive Steuererhöhungen und/oder drastische Leistungskürzungen.
Eurobonds heißen im Klartext: Marode EU-Länder können sich billiger verschulden, weil der deutsche Steuerzahler dafür einsteht. Aber das Prinzip kennen wir ja aus unserer Steuerrepublik: Der Fleißige wird bestraft, der Faule belohnt. Nun soll dies auch für die ganze EU gelten. Traurig, aber wahr.
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Quellen:
– EU-Kommission
– BMF
– ifo-Institut
– Welt am Sonntag vom 14. August 2011
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