Monday, 30. May 2016
17.04.2011
 
 

IWF-Studie: Bankenrettung belastet deutschen Steuerzahler besonders stark

Michael Grandt

Der IWF enthüllt, was die deutsche Politik totschweigt: Im internationalen Vergleich wird der deutsche Steuerzahler durch die staatliche Bankenrettung besonders stark zur Kasse gebeten.

Deutsche Politiker scheuen sich nach wie vor, die Wahrheit über die staatlichen Bankenrettungsmaßnahmen auszusprechen. Auf ihrem Höchststand (Oktober 2010) betrugen die Staatsgarantien immerhin 174 Milliarden Euro. Noch 2010 nutzten neun Banken den Rettungsfonds in einer Gesamthöhe von 64 Milliarden Euro. Doch dieses Jahr stehen wichtige Wahlen an, und da will man die Bürger nicht noch zusätzlich mit schlechten Nachrichten verärgern, denn Banken sind nach wie vor ein »Feindbild« für viele Wähler.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) muss auf diese Befindlichkeiten keine Rücksicht nehmen. In einer aktuellen Studie über die Fiskalentwicklung der IWF-Mitgliedstaaten mit dem Titel World Economic and Financial Surveys - Fiscal Monitor werden auch die Kosten der Bankenrettung im internationalen Vergleich analysiert.

Das Ergebnis ist ernüchternd: Nach den Iren zahlt der deutsche Steuerzahler am meisten für die Bankenrettung.

 

 

Die Netto-Kosten in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), vergleiche S. 21 der IWF-Studie:

 

Irland: 28,7

Deutschland: 10,7

Niederlande: 6,0

Großbritannien: 6,0

Griechenland: 5,0

Belgien: 4,1

USA: 3,4

Spanien: 2,0

Gesamt(netto)kosten der oben ausgewählten Länder für ihre Bankenrettungen: 1,149 Billionen US-Dollar.

 

 

Die Netto-Kosten werden errechnet, indem von den direkten (Brutto-)Kosten die Rückzahlungen der Banken (Schuldner) oder Veräußerungsgewinne (die der Staat später beim Verkauf seiner Bankenbeteiligungen erzielt) abgezogen werden.

Aber es kommt noch schlimmer: Der deutsche Staat bekommt von den Stützungen durch Steuerzahlergelder von den Banken bisher fast nichts zurück. Lediglich 0,1 Prozent des BIP flossen bisher wieder zurück in die Staatskasse. In den USA waren dies 1,8 Prozent des BIP, in Großbritannien 1,8 Prozent und in den Niederlanden sogar 8,4 Prozent des BIP.

Der deutsche Steuerzahler ist also zweifach geneppt und entpuppt sich wieder einmal als brave Melkkuh.

 

 

__________

Quellen:

 

 


 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • Keiner lügt feiner: Made in Germany
  • Das Atomzeitalter ist noch lange nicht zu Ende
  • Moral auf Rezept: »Moral-Tabletten« sollen die Menschen künftig ruhig halten
  • Deutschland ist weiterhin ein Paradies für Steuersünder

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

EU-Crash: Sind unsere Lebensversicherungen in Gefahr?

Michael Grandt

Viele Versicherungen und Banken halten Anleihen de facto zahlungsunfähiger Staaten oder haben jenen Darlehen gegeben. Doch sollten diese Länder ihre Verbindlichkeiten nicht mehr zurückzahlen können, hätte dies auch Auswirkungen auf unsere Lebensversicherungen.  mehr …

Dritter EU-»Staatsbankrott«: Portugal

Michael Grandt

Nach Griechenland und Irland hat es jetzt auch Portugal erwischt: Ohne EU-Finanzhilfe steht das Land vor dem Staatsbankrott. Nicht einmal mehr die eigenen Banken wollen portugiesische Staatsanleihen kaufen.  mehr …

Banken hauen Steuerzahler übers Ohr

Michael Grandt

Mit Milliardenspritzen unterstützen die deutschen Steuerzahler marode Banken. Zum »Dank« werden sie dafür auch noch mit unverschämt hohen Zinsen bestraft.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Zivildienstleistende Panzerfahrer: Das Leben der Saubermänner

Udo Ulfkotte

Sie wollen Erfolg haben im Leben? Dann analysieren Sie doch einfach einmal das Leben der tatsächlich Erfolgreichen. Sie müssen dann allerdings wohl vorübergehend den Weg der völligen Aufrichtigkeit verlassen. Ein Tipp vorab: Halten Sie zunächst einmal – je nach Bedarf – wechselnde Lebensläufe bereit: Wo es angebracht erscheint, da behaupten Sie,  mehr …

Viele Ärzte würden sich für eine andere Behandlung, als sie sie Patienten empfehlen, entscheiden, wenn es um sie selbst geht

S. L. Baker

Hoffentlich geraten Sie niemals in eine solche Lage, aber stellen Sie sich einmal folgende Situation vor: Bei ihnen wurde eine lebensbedrohliche Krankheit wie etwa Darmkrebs festgestellt. Jetzt sitzen Sie im Büro Ihres Arztes, um über die verschiedenen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten zu diskutieren, die Ihnen offenstehen. »Was würden Sie  mehr …

Gutachten des Deutschen Bundestags warnt Abgeordnete davor, für den Euro-Rettungsschirm zu stimmen

Michael Grandt

Die Juristen des Deutschen Bundestags und der Bundesrechnungshof sehen im Euro-Rettungsschirm das deutsche Budgetrecht und die Geldwertstabilität in Gefahr und geben damit Euro-Kritikern recht.  mehr …

Natürliche Bio-Flavonoide zerstören das Hepatitis-C-Virus

S. L. Baker

Bei Hepatitis C handelt es sich um eine ansteckende Lebererkrankung, die zu äußerst unangenehmen Symptomen wie Erschöpfung, Appetitlosigkeit, Unterleibsschmerzen sowie Übelkeit und Erbrechen führen kann. Mehr als 200 Millionen Menschen leiden weltweit an dieser durch einen Virus hervorgerufenen Infektionskrankheit.  mehr …

Gefährliche Fallstricke: Homosexuelle fordern Grundgesetzänderung

Eva Herman

Der Lesben- und Schwulen-Verband Deutschland, LSVD, will das Grundgesetz ändern. Lesben und Schwulen sollen gleiche Rechte eingeräumt werden: Mit seiner Aktion »3+« kämpft der LSVD um sein Ziel, ein »klares Bekenntnis zu den Rechten von Lesben, Schwulen, Transgender und intersexuellen Menschen« im Gleichheitsartikel des Grundgesetzes zu verankern.  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.