Wednesday, 29. June 2016
09.11.2012
 
 

Lebensversicherer in Gefahr!

Michael Grandt

Die Lage ist ernst: Der Fachausschuss des Bundesfinanzministeriums sorgt sich um die Stabilität der Lebensversicherer und befürchtet einen Run aus den Policen. Eigentlich sollte das geheim bleiben, aber das Protokoll gelangte an die Öffentlichkeit. Millionen von Kunden sind nun verunsichert.

Das Ende der Lebensversicherungen

Ich möchte nicht zynisch klingen. Aber als ich 2009 als erster Publizist die Schwierigkeiten der Assekuranz in meinem Buch Der Crash der Lebensversicherungen quasi vorhergeschrieben habe, wurde ich als »Verschwörungstheoretiker« diffamiert und belächelt.

 

Fast alle, mit denen ich im Vorfeld darüber gesprochen hatte, erklärten mich für »verrückt« und argumentierten, dass die Lebensversicherungen doch zu den »sichersten« Geldanlagen gehörten und darüber hinaus einen Garantiezins bezahlen würden, egal, wie die Börsen sich entwickeln.

 

 

Sicherlich sprachen und sprechen die jahrzehntelangen guten Erfahrungen mit Kapitallebensversicherungen und die lange Tradition dieser Produkte für diese Einschätzung. Aber die Zeiten haben sich geändert.

 

Heute lacht keiner mehr, wenn ich mittelfristig das »Ende« der Lebensversicherungen, so wie Sie sie kennen, prognostiziere. Die Lage ist heute noch viel schlimmer als damals beschrieben.

 

Erhebliche Risiken

Das bestätigte nun auch der Finanzausschuss im Bundesfinanzministerium, der Ende Oktober 2012 in Berlin tagte. Demnach sorgt sich die Bundesregierung um die Stabilität der Lebensversicherer.

 

Eigentlich sollten diese Erkenntnisse »geheim« bleiben, aber das Protokoll der Sitzung des kleinen Kreises kam doch an die Öffentlichkeit.*

 

Dort heißt es: Es könne nicht ausgeschlossen werden, »dass einzelne Unternehmen künftig in Schwierigkeiten geraten«. Und vor allem für »das schwächste Fünftel« der Versicherer bestünden bei einer dauerhaft niedrigen Verzinsung von Staatsanleihen erhebliche Risiken. »Für diese Unternehmen reichen die vorhandenen Kapitalanlagen in dem zugrunde gelegten Szenario ab 2018 nicht mehr aus, um neben den versicherungstechnischen Rücklagen auch die Eigenmittelanforderungen zu decken.«

 

Gefährdung des gesamten Finanzsystems

Aber auch steigende Zinsen würden das Problem der Lebensversicherer verschärfen, so die Experten des Bundesfinanzministeriums. Denn dann würden »Stornierungen von Lebensversicherungsverträgen aus Kundensicht attraktiver«. Andere, höher verzinsliche Anlageformen würden von den Policeninhabern favorisiert werden. Es bestehe sogar »die Gefahr eines Runs« aus den Verträgen.

 

Das bedeutet: Es würden Massenstornierungen stattfinden und viele Lebensversicherer zusätzlich in Gefahr bringen. Der Bankrott eines großen Versicherungsunternehmens könnte aber wiederum das gesamte Finanzsystem gefährden.

 

Die Lage ist sogar so prekär, dass Gerüchte die Runde machen, das Bundesfinanzministerium erwäge, den Garantiezins zeitweise auszusetzen oder sogar noch weiter abzusenken. Im Protokoll ist dies in Politikersprache chiffriert: Notwendig sei ein »Mix« von Maßnahmen, »der in seiner Gesamtheit dazu führt, dass die Versicherer auch unter ungünstigen Umständen ihre Leistungsversprechen einhalten.«

 

Nach Informationen, die das Handelsblatt aus Regierungskreisen erhalten hat, diskutieren die BaFin und das Finanzministerium aber tatsächlich seit mehreren Wochen über eine weitere Absenkung des Garantiezinses.

 

In meinem neuen Buch Vorsicht Lebensversicherung! erläutere ich zusätzliche, bisher wenig bekannte Details, warum das »System Lebensversicherung« nicht überleben wird. Informationen, die Sie als Lebensversicherungskunde unbedingt kennen sollten, um nicht noch mehr Geld »kaputt« zu machen.

 

Denn die Risiken durch die häufig sehr enge Verzahnung der Versicherer mit maroden Banken, die unsicheren Kapitalanlagen und die instabile Weltfinanzlage sind einfach zu groß.

 

* vgl. Handelsblatt vom 8. November 2012

 

 

 

Dr. h.c. Michael Grandt, Jahrgang 1963, arbeitet seit 1992 als Publizist, Dozent und Fachberater für die Themenbereiche Wirtschaft, Finanzen und Zeitgeschichte. Er hat an zahlreichen Fernsehreportagen u.a. für BBC, Channel 4, ORF, RTL, SAT 1 und Pro 7 mitgearbeitet und ist in vielen TV-Talkshows als Experte aufgetreten.

Michael Grandt hat über 1.000 Contents verfasst und bisher 22 Bücher publiziert. Seine Werke Der Crash der Lebensversicherungen, Der Staatsbankrott kommt!, Europa vor dem Crash (mit Udo Ulfkotte und Gerhard Spannbauer) und Der Euro-Crash kommt, in denen er die Euro-Krise schon vor Jahren präzise vorausgesagt hat, waren und sind seit Monaten auf den Bestsellerlisten von Spiegel, Handelsblatt und Manager-Magazin. Sein neues Buch Vorsicht Lebensversicherung! ist jetzt im Buchhandel erhältlich.

2005 wurde Dr. Grandt die Staufermedaille für besondere Verdienste für das Land Baden-Württemberg und 2011 die Ehrendoktorwürde der staatlichen rumänischen Universität Pitesti verliehen. Er hält erfolgreiche Vorträge zu den Themen Finanzen und Wirtschaft. Mehr über seine Arbeit finden Sie unter www.michaelgrandt.de.

 

 

 

 


 

 

 

 

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