Samstag, 19. August 2017
25.11.2010
 
 

Portugal – der nächste Crash-Kandidat

Michael Grandt

Die Märkte suchen sich das nächste Euro-Opfer und schießen sich jetzt auf Portugal ein. Es wird nur noch eine Frage von wenigen Wochen sein, dass auch dieses Land unter den Rettungsschirm schlüpfen muss.

Schön und beruhigend klangen die Worte, die Angela Merkel am 10. Mai dieses Jahres vor den Kameras fand: »Der Rettungsfonds ist eine entschlossene und geschlossene Botschaft an diejenigen, die glauben, den Euro schwächen zu können.« Der Kern dieser Botschaft: Jeglicher Angriff auf einen Mitgliedstaat der Eurozone ist zwecklos.

Doch Pustekuchen. Schon rund ein halbes Jahr nach dieser vollmundigen Ankündigung muss nun Irland mit vielen Milliarden vor dem Staatsbankrott gerettet werden. Die Märkte haben sich von dem Rettungsschirm nicht blenden lassen, sondern zerpflücken die volkswirtschaftlichen Kennziffern einzelner schwacher Euro-Staaten. Nächster Kandidat: Portugal. Hier sind die deutschen Banken mit rund 37 Milliarden Dollar engagiert.

Der Markt jedenfalls ist alarmiert und die Renditen der portugiesischen Staatsanleihen steigen immer weiter. Und wieder das gleiche Verdummungsspiel wie bei Griechenland und Irland: EU-Währungskommissar Olli Rehn beschwichtigt und gibt an, dass der Bankensektor in Portugal »gesund« sei. Das stimmt so einigermaßen, aber er verschweigt andere wichtige Tatsachen: Irland hat nur ein Leistungsbilanzdefizit von 0,3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, Portugal hingegen ein Minus von über zehn Prozent. Die Steigerung der Wirtschaftsleistung in Irland wird für 2011 auf 1,5 Prozent prognostiziert, in Portugal geht man hingegen davon aus, dass sie noch um 0,2 Prozent schrumpft.

Schon wirbt die sozialistische Regierung angesichts der prekären Wirtschafts- und Finanzlage für eine parteiübergreifende große Koalition, weil nur so die »nötige politische Stabilität« gesichert werden könne, ansonsten sei sogar das Ausscheiden Portugals aus der Währungsunion nicht mehr auszuschließen.

Dennoch versicherte Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos, dass sein Land keine Hilfe aus dem EU-Rettungsfonds brauche und nicht mit Irland zu vergleichen sei. Starke Worte, die übrigens sein irischer Kollege auch noch vor ein paar Tagen in ähnlicher Weise von sich gegeben hat. Experten gehen schon jetzt davon aus, dass Teixeira dos Santos‘ Versprechen eine Halbwertszeit von nur mehreren Wochen haben wird.

 

__________

Quellen:

Handelsblatt vom 18.11.2010 und 23.11.2010

 

 


 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Kein Zugriff für die EU-Finanzminister: die letzte europäische Steueroase
  • Deutschland: Finanznotstand in vier Bundesländern
  • Geheim: Ein Spionagefall setzt Angela Merkel unter Druck
  • Bringt uns ein Weltraum-Mikrowellenstrahl künftig saubere Energie?

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Der Irland-Crash

Michael Grandt

Schon im Februar habe ich den irischen Staatsbankrott vorhergesagt. Damals wurde ich belächelt, doch jetzt steht die Insel vor dem Aus. Nach Griechenland ist Irland nun schon der zweite europäische Staat innerhalb von zehn Monaten, der de facto pleite ist. Der Euro ist tot – es lebe die D-Mark!  mehr …

KOPP-Eilmeldung: EU rüstet sich für Ausfall von Irland

Michael Grandt

Nach Angaben aus Berliner Regierungskreisen bereiten sich die Euroländer darauf vor, Irland mit Geld aus dem EU-Rettungsfonds vor dem Staatsbankrott zu retten.  mehr …

Die Wall Street nimmt Irland aufs Korn. Die nächste Runde des Finanzkrieges gegen Europa beginnt

F. William Engdahl

Noch im November 2009 waren Devisenhändler und Mainstream-Ökonomen davon überzeugt, dass der Dollar kurz vor dem Absturz stehe. Das US-Haushaltsdefizit, das unter Präsident Obama für unabsehbare Zeit auf über eine Billion Dollar jährlich gestiegen ist, die allgemeine Schwäche der US-Wirtschaft und der historisch niedrige Zinssatz der Federal  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

»Bedrohlich ist mir zu harmlos« – Chaos auf den Rohstoffmärkten bedroht die deutsche Wirtschaft

Niki Vogt

Der Chef von ThyssenKrupp, Ekkehard Schulz, schaffte es vor wenigen Tagen, in den Ruf einer Spaßbremse zu gelangen. Was er zur Lage an den Rohstoffmärkten verkündete, war der berühmte Schlag mit der flachen Hand in den Teller mit dem süßen Brei des Aufschwungs. Dabei sieht es in Wirklichkeit noch deutlich schlechter aus.  mehr …

Ron Paul sagt: »Genug ist genug!« und kritisiert die »Transportation Security Administration« (TSA) wegen polizeistaatlichem Vorgehen scharf

Mike Adams

In den vergangenen Tagen hielt der Kongressabgeordnete Ron Paul vor dem Repräsentantenhaus eine seiner bisher schärfsten und unverblümtesten Reden. Wir veröffentlichen im Folgenden den Großteil seiner Rede, die zu den wichtigsten Reden zum Thema »persönliche Freiheit« gehört, die jemals auf dem Capitol, dem Sitz des amerikanischen Kongresses,  mehr …

»Das ist pure Volksverdummung« – Interview mit Michael Grandt

Udo Ulfkotte

Bestsellerautor Michael Grandt über die Zukunft des Euros, sichere Geldanlagen und den Umgang der Mainstreammedien mit seinen politisch unkorrekten Publikationen.  mehr …

Granatapfel schützt vor Gewebeschäden und Entzündungen

Jonathan Benson

Der Verzehr von Granatäpfeln hat viele gesundheitsfördernde Aspekte. Eine neue Studie, die auf dem 43. Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Nierenkrankheiten (ASN) in Denver im US-Bundesstaat Colorado vorgestellt wurde, hat noch einen weiteren Nutzen hinzugefügt. Dem Bericht zufolge trägt das starke antioxidantische Profil der  mehr …

Aus Versehen am Drücker?

Niki Vogt

Der amerikanische Finanzanalyst Max Keiser, bekannt für seine Temperamentsausbrüche vor der Kamera, hat in einem Interview im griechischen Athens International Radio mit der Redakteurin Helen Skopsis eine interessante These aufgestellt: Deutschland habe sich mithilfe von Goldman Sachs in eine Position manövriert, die den Griff zur Weltmacht in die  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.