Sunday, 28. August 2016
11.02.2011
 
 

Schulen dürfen Schüler ausspionieren

Michael Grandt

Mitarbeiter einer Schule im US-Bundesstaat Pennsylvania haben Schüler mit Hilfe von Webcams bespitzelt und 58.000 Fotos aufgenommen. Doch die Staatsanwaltschaft sieht darin keine kriminelle Handlung.

58.000 Fotos und Screenshots wurden heimlich von Schülern einer Highschool im US-Bundesstaat Pennsylvania aufgenommen. Die zuständigen IT-Mitarbeiter des Schulbezirks fanden die Bilder in einer E-Mail-Konservation »sehr unterhaltsam«, und bezeichneten sie sogar als »kleine Soap Opera«.

Ballard Spahr, die Anwaltskanzlei der Schule kommt dennoch zu dem Ergebnis, dass kein Rechtsbruch vorliege. In ihrem 72-seitigen Bericht führen die Anwälte an, dass unklar sei, wie häufig die Fotos überhaupt gesichtet wurden. Zudem liege der Fehler in der schlechten Berichterstattung der IT-Abteilung, aber auch am Fehlen offizieller Richtlinien. Und obwohl 58.000 Fotos vorliegen, fand die Anwaltskanzlei keine Hinweise dafür, dass die Schüler tatsächlich ausspioniert worden waren.

Begonnen hatte alles damit, dass die Highschool kostenlos Laptops an ihre Schüler ausgab, damit diese ihre Hausaufgaben machen konnten. An sich eine gute Sache. Was die Schüler jedoch nicht wussten: In den Geräten war eine Spyware (Spionageprogramm) installiert, mithilfe der man sie unbemerkt ausspionieren konnte. In der Einverständniserklärung, die jeder unterzeichnen musste, hieß es unter anderem, dass die IT-Abteilung des Schulbezirks die Richtlinien mit dem Umgang der Daten selbst festlege, ohne Schüler und Verwaltung darüber zu informieren. Somit konnten die IT-Mitarbeiter die Webcams in den Laptops zu Überwachungs- und Ortungszwecken aktivieren, wenn der Verdacht vorlag, die Geräte seien gestohlen worden oder verloren gegangen.

Doch in manchen Fällen wurde die Kamera bereits aktiviert, wenn die Schüler es nur versäumten, die Versicherungsgebühr rechtzeitig zu bezahlen. Des Weiteren wurde die Überwachung teilweise über längere Zeiträume betrieben, auch wenn das Gerät wieder aufgetaucht oder die Versicherung bezahlt war. So sammelten sich in der IT-Abteilung des Schulbezirks innerhalb von zwei Jahren 30.564 Webcambilder und 27.427 Screenshots an. Sie zeigten Schüler, die sich in der Nähe ihrer Laptops aufhielten, manche schlafend, halb angezogen oder mit Freunden.

Der 16-jährige Schüler Blake Robbins erhielt aufgrund von so gemachten Fotos einen Verweis für unangemessenes Verhalten und flog von der Schule. Blake und seine Eltern klagten gegen den Schulbezirk wegen Verletzung des »Electronic Communications Privacy Act«, eines Gesetzes zum Datenschutz.

In der Klage hieß es, dass die Beklagten »ohne deren Erlaubnis Schulkinder per Fernzugriff ausspioniert haben, indem sie wahllos die in den Laptops installierten Webcams aktivierten.«

Doch US-Staatsanwalt David Zane Memeger sagte gegenüber der Zeitung USA Today, die Ermittler hätten keine Beweise dafür gefunden, dass die Mitarbeiter des Schulbezirks die Tracking-Software auf den Laptops »vorsätzlich« aktiviert hätten. Gleichwohl hätte der Schulbezirk zugegeben, rund 58.000 Bilder gemacht zu haben. Der Grund hierfür sei jedoch gewesen, einen etwaigen Drogenkonsum der Schüler in ihrem Elternhaus festzustellen. Somit hätte der Schulbezirk keine strafbare Handlung begangen. Die Klage des Schülers wurde nicht zugelassen, zwei Mitarbeiter der IT-Abteilung jedoch beurlaubt.

Das brachte viele Amerikaner auf, denn eine Telefonüberwachung darf in den USA nur durch eine gerichtliche Anordnung geschehen, während Schulen die Überwachung der Kinder per Webcam nach Auffassung der Staatsanwaltschaft nun sogar strafffrei durchführen können. Auch wurde die Befürchtung geäußert, dass Pädophile diesen Umstand für das Ausleben ihrer Neigungen nützen könnten. »Nur Nazis und Kommunisten haben kein Problem mit einem Staat, der das Ausspionieren von Kindern in deren eigenen Häusern erlaubt«, schrieb eine aufgebrachte Mutter in einem Internetblog.

 

 

 


 

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