Wednesday, 24. August 2016
19.10.2012
 
 

Griechenland ist nicht arm – es verfügt über umfangreiche, aber bisher unerschlossene Vorkommen an Gold, Erdöl und Erdgas

Michael Snyder

Es zeigt sich, dass Griechenland, das zwischenzeitlich zum Paradebeispiel für die europäische Schuldenkrise geworden ist, in Wirklichkeit durchaus über gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Wohlstand verfügt. Denn das Land sitzt auf bisher unerschlossenen Vorkommen wichtiger Rohstoffe wie Gold, Erdöl und Erdgas. Gingen die Griechen daran, ihre natürlichen Rohstoffe, die sich buchstäblich unter ihren Füssen befinden, zu erschließen und auszubeuten, wären damit ihre Schuldenprobleme gelöst. Glücklicherweise drängt die derzeitige Wirtschaftskrise das Land zum Handeln, und man geht nun sogar davon aus, dass Griechenland bereits 2016 der größte Goldproduzent Europas sein könnte.

Parallel dazu ist Griechenland nun dabei, mit der Erschließung seiner umfangreichen Erdöl- und Erdgasvorkommen zu beginnen. Berichten zufolge verfügt Griechenland über Erdölreserven im Umfang von einigen Hundert Millionen Barrel, und die noch größeren Erdgasvorkommen repräsentieren einen Wert von mehreren Billionen Dollar. Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Griechenland eigentlich zu den reichsten europäischen Ländern zählt, aber stattdessen

durchlebt das Land gegenwärtig seine schlimmste Wirtschaftsdepression der neuzeitlichen Geschichte. Man könnte diese Situation mit der Lage eines Obdachlosen vergleichen, der seine Nächte in den Straßen verbringen muss, ohne zu wissen, dass ein Verwandter ihm ein Erbe in Millionenhöhe hinterlassen hat. Griechenland ist beileibe nicht arm, und das griechische Volk erfährt hoffentlich bald die erlösende Wahrheit über seinen eigentlichen Reichtum und findet so einen Ausweg aus der derzeitigen Misere.

 

Ich habe bereits einiges über die albtraumartigen Zustände geschrieben, die Griechenland derzeit erleben muss (siehe dazu etwa diesen, einen weiteren und diesen Artikel). Seit Ausbruch der Depression in Griechenland ist die Wirtschaftsleistung des Landes um mehr als 20 Prozent eingebrochen. Im April 2010 lag die Arbeitslosenrate bei lediglich 11,8 Prozent; heute ist sie auf 25,1 Prozent hochgeschnellt.

 

In diesem Jahr erreichte die Höhe der Staatsverschuldung im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) die schwindelerregende Höhe von 198 Prozent, und es gibt Gerüchte, nach denen Griechenland gezwungen werden soll, die Euro-Zone zu verlassen.

 

Aber dies alles ist völlig unnötig. Griechenland ist nicht wirklich arm. Berücksichtigt man die bisher brachliegenden natürlichen Ressourcen des Landes, zählt Griechenland zu den reichsten Nationen Europas.

 

Der Wirtschaftsinformationsdienst Bloomberg berichtete, in Griechenland gebe es riesige Goldvorkommen. Die derzeitige Wirtschaftskrise hat die Genehmigungsverfahren für neue Bergwerke beschleunigt, und es ist damit zu rechnen, dass Griechenland bald das führende goldproduzierende Land in Europa sein könnte:

»Die Goldgewinnung hat Fahrt aufgenommen, nachdem Griechenland seine entsprechenden Genehmigungsverfahren beschleunigt hatte. Die kanadischen und australischen Unternehmen erklärten, ihre [Minen-]Vorhaben könnten die bisherige Goldgewinnung in Höhe von 16.000 Feinunzen bis 2016 um 425.000 Unzen erhöhen. Dies entspricht, legt man den Spotpreis vom 5. Oktober zugrunde, einem Wert von 757 Millionen Dollar.

 

›Es gibt deutliche Anzeichen dafür, dass Griechenland das Potenzial seiner [Gold-] Gewinnungsindustrie erkannt hat‹, erklärte Jeremy Wrathall, Vorstandschef des im australischen Perth ansässigen Unternehmens Glory Ressources. ›Die Politiker erkennen zunehmend, dass eine für die Minenindustrie vorteilhafte Politik auch die Schaffung neuer Arbeitsplätze begünstigt.‹

 

Griechenland ist derzeit auch dabei, bürokratische Hindernisse für Privatisierungen  zu beseitigen und könnte innerhalb der kommenden vier Jahre durchaus Finnland als größten Goldproduzenten Europas ablösen, da die Regulierungsbehörden in Athen Bergwerke [zum Verkauf] freigegeben haben, die seit mehr als zehn Jahren im Dschungel der Bürokratie und aufgrund von Umweltschutzbestimmungen brach lagen.«

 

Aber Griechenland verfügt nicht nur über Goldvorkommen; das Land »schwimmt« sozusagen in Erdöl und Erdgas. Es stellte sich nämlich heraus, dass Griechenland am westlichen Rand eines gigantischen, im Mittelmeer befindlichen unterirdischen Erdöl- und Erdgasfeldes liegt. Hinzu kommen weitere große Vorkommen im Westen des Landes.

 

Bereits im Juli wurde in einem Artikel der Nachrichtenagentur  Reuters beschrieben, wie stark sich ausländische Unternehmen gegenwärtig um Konzessionen bemühen, um diese riesigen Rohstoffvorkommen erschließen und ausbeuten zu können:

»Griechenland liegen acht Angebote von Unternehmen zur Prospektion von Erdöl- und Erdgasvorkommen in drei Regionen im Westen des Landes vor, erklärte der Energieminister am Montag. Das von Schulden geplagte Athen versucht derzeit, das Einsparpotenzial bei Energieimporten auszuloten.

 

Bisher fördert Griechenland praktisch weder Erdöl noch Erdgas, aber das Land will seine potenzielle Kohlenwasserstofflagerstätten erschließen und ausbeuten, um auf diese Weise seine Wirtschaft zu stabilisieren und die Abhängigkeit von Energieimporten zu verringern.«

 

Wie groß sind die Erdöl- und Erdgasvorkommen Griechenlands denn nun wirklich?

 

Die bisher vorliegenden Zahlen sind beeindruckend. Aus griechischen Nachrichtenmeldungen und Berichten ergibt sich in etwa folgendes Bild:

»Bisher wurden drei Regionen ausgemacht, die sich zur Exploration eignen: Die erste befindet sich im Golf von Patras, die zweite vor der Küste von Katakolo – beide Gebiete liegen im Westen Griechenlands –, und die dritte Region liegt bei Ioannina im Nordwesten des Landes.

Nach ersten Schätzungen umfasst das Vorkommen im Golf von Patras 200 Mio. Barrel Rohöl. Bei Ioannina werden 80 Mio. Barrel und vor der Küste Katakolos fast drei Mio. Barrel vermutet.

 

Darüber hinaus geht etwa die amerikanische Behörde U.S. Geological Survey davon aus, dass sich im [südöstlichen Mittelmeer] zwischen Kreta, Zypern, Israel und Ägypten Vorkommen in der Größenordnung von 15 Billionen Kubikmetern an Erdgas und Erdöl befinden, die nur darauf warten, erschlossen und ausgebeutet zu werden.«

 

In Wahrheit verfügt Griechenland also über genügend Erdöl und Erdgas, um alle seine Schulden zu bezahlen. Der Wert der Erdgasvorkommen, auf denen das Land sitzt, wurde mit einigen Billionen Dollar beziffert. F. William Engdahl schrieb zu einem früheren Zeitpunkt dieses Jahres in einem Artikel dazu:

»Noch im Dezember 2010 schien es, als könne die griechische Krise ohne die derzeitigen umfangreichen Rettungspakete oder Privatisierungen gemeistert werden. Damals richtete das griechische Energieministerium eine besondere Expertengruppe ein, die mögliche Erdöl- und Erdgasvorkommen in griechischen Gewässern erkunden sollte. Der griechische Erdölkonzern Energean Oil & Gas verstärkte seine Investitionen in Bohrungen in den Küstengewässern, nachdem 2009 kleinere Vorkommen entdeckt worden waren. Es kam zu umfangreicheren geologischen Studien. Nach ersten Schätzungen befinden sich in den griechischen Küstengewässern im Ionischen Meer westlich von Griechenland mehr als 22 Mrd. Barrel und weitere etwa vier Mrd. Barrel in der nördlichen Ägäis.

 

Da die südliche Ägäis und das Kretische Meer bisher noch nicht nach Vorkommen untersucht wurden, könnte der Umfang der Vorkommen sich noch deutlich erhöhen. In einem früheren Bericht des griechischen Nationalrats für Energiepolitik heißt es, Griechenland ›gehört zu den europäischen Ländern, die erst sehr spät damit begonnen haben, nach potenziellen Kohlenwasserstofflagerstätten (d.h. Erdöl- und Erdgasvorkommen, W.E.)  zu suchen‹.

 

Der griechische Erdölexperte Aristoteles Vassilakis erklärte: ›Aufgrund bereits abgeschlossener Untersuchungen wurden die Erdgasvorkommen auf einen Wert von etwa neun Billionen Dollar geschätzt.‹ Selbst wenn nur ein Teil dieser Vorkommen ausgebeutet werden könnte, würde dies die finanzielle Situation Griechenlands und der gesamten Region grundlegend verändern.

 

Der Erdölexperte David Hynes von der amerikanischen Tulane-Universität in New Orleans sagte in einem Vortrag in Athen vor Kurzem, Griechenland könne seine gesamte Staatsschuldenkrise durch die Erschließung und Ausbeutung der neu entdeckten Erdgas- und Erdölvorkommen lösen. Er gehe nach konservativen Schätzungen davon aus, dass allein die bereits entdeckten Vorkommen dem Land im Verlauf der kommenden 25 Jahre Einnahmen von mehr als 302 Mrd. Dollar einbringen könnten.«

 

Anders als in anderen Ländern Europas verheißt die Zukunft für Griechenland durchaus vielversprechende Entwicklungen, wenn es dem Land gelingt, seine Ressourcen nachhaltig zu nutzen und es vermeidet, ausländischen Investoren zu erlauben, sich diesen Reichtum einfach unter den Nagel zu reißen.

 

Vielleicht ist hier auch einer der Gründe dafür zu finden, warum viele dem Gedanken, Griechenland aus der EU hinauszudrängen, nichts abgewinnen können. Wahrscheinlich wissen viele der führenden europäischen Politiker von den Schätzen, auf denen Griechenland sitzt.

 

Es ist zu hoffen, dass die griechische Bevölkerung von diesem immensen Reichtum erfährt, der sich unter ihren Füßen befindet. Und wenn es ihr gelingt, dafür zu sorgen, dass dieser Reichtum auch ihr zugutekommt, könnten viele ihrer Probleme rasch gelöst werden, und sie könnte von einer grundlegenden wirtschaftlichen Wende in ihren Lebensumständen profitieren.

 

 


 

 

 

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