Wednesday, 25. May 2016
13.05.2013
 
 

EU-Kommission will alles nicht offiziell registrierte Saatgut und alle nichtregistrierten Pflanzen verbieten

Mike Adams

Eine neue Saatgutverordnung der EU-Kommission sieht vor, den »Anbau, die Reproduktion oder den Handel mit Gemüsesaatgut zu verbieten, das nicht von einer noch zu schaffenden EU-Behörde, der EU-Behörde für Pflanzenvielfalt, untersucht, zugelassen und akzeptiert« wurde.

Die Verordnung trägt den Titel »Gesetz zu pflanzlichem Reproduktionsmaterial«. Demnach sollen die Regierungen die Kontrolle über praktisch alle Pflanzen und das gesamte Saatgut übernehmen. Heimgärtner, die ihre eigenen Pflanzen mit nichtzugelassenem Saatgut ziehen, werden nach diesem Gesetz zu Verbrechern gestempelt. Den Entwurfstext, der inzwischen schon

aufgrund der scharfen Kritik durch die Gärtnerzunft überarbeitet wurde, finden Sie in englischer Sprache hier.

»Diese Verordnung wird die professionelle Entwicklung verschiedener Gemüsesorten durch Heimgärtner, Biobauern und kleinere kommerzielle Anbaubetriebe umgehend zum Erliegen bringen«, erklärte Ben Gabel, Gemüsezüchter und Leiter des The Real Seed Catalogue. »Heimgärtner haben ganz andere Bedürfnisse. So pflanzen sie etwa mit der Hand und nicht maschinell, und sie können oder wollen diese hochwirksamen chemischen Sprühmittel nicht einsetzen. Da die für Heimgärtner geeigneten Arten nicht den strengen Kriterien der Behörde für Pflanzenvielfalt, der es im Wesentlichen um die Zulassung des Saatguts der landwirtschaftlichen Großbetriebe geht, genügen, wäre es kaum mehr möglich, diese Arten zu registrieren.«

 

Praktisch alle Pflanzen, alles Gemüsesaatgut und alle Anbaubetriebe sowie Heimgärtner sollen erfasst werden

Alle Regierungen sind ihrem Wesen nach daran interessiert, alles und jeden zu kontrollieren und zu erfassen. In Abschnitt IV des Entwurfs heißt es:

»Abschnitt IV: Registrierung der Arten in regionalen Registern und Registern der Union

Um die verschiedenen Arten auf dem gesamten EU-Markt verfügbar zu machen, sollen die Arten über direkte Antragstellung beim Gemeinschaftlichen Sortenamt (CPVO) in einem nationalen Register oder einem Register der Union erfasst werden.«

Darüber hinaus sollen Gärtner und Anbaubetriebe Gebühren für die Registrierung ihres Saatgutes entrichten. Im Entwurf heißt es:

»Die zuständigen Fachbehörden und das Gemeinschaftliche Sortenamt sind berechtigt, jährliche Gebühren für den verwaltungstechnischen Ablauf, die formalen und technischen Überprüfungen, einschließlich der Prüfungen, der Einstufung der Arten und den Erhalt der Arten über die gesamte Dauer der Registrierung zu erheben.«

Auch wenn die Verordnung zunächst nur kommerzielle Anbaubetriebe betrifft, schafft sie einen Präzedenzfall, früher oder später auch alle Heimgärtner einzubeziehen, und diese dann zur Beachtung der gleichen unsinnigen Vorschriften zu verpflichten.

 

Die Regierungsbürokratie spielt verrückt

Für Ben Gabel ist der Fall klar: »Die Bürokratie ist außer Kontrolle geraten. Diese neue Verordnung erzeugt nur eine neue Gruppe von EU-Beamten, die dafür bezahlt werden, den ganzen Tag lang riesige Aktenberge zu bewegen, während gleichzeitig die Versorgung der Heimgärtner unterbrochen wird und man sich in die Rechte der Landwirte einmischt, das anzubauen, was sie wollen. Es ist sehr beunruhigend, dass sie sich gleich selbst die Vollmacht verliehen haben, alle Pflanzenarten aller verschiedenen Sorten bis in alle Zukunft zu regulieren und über ihre Zulassung zu entscheiden. Dabei geht es nicht nur um landwirtschaftliche Nutzpflanzen, sondern um Gräser, Moose, Blumen, eigentlich alles – ohne dass darüber der Rat noch einmal abstimmen muss.«

 

Einen Hinweis auf das Ausmaß des bürokratischen Wahnsinns, dem die Heimgärtner und Gemüsebauern nach dieser EU-Verordnung ausgeliefert sein würden, liefern die im Entwurf verwendete Wortwahl und der Sprachgestus:

»Hinsichtlich der Registrierung in den Artenregistern der EU und unter Berücksichtigung der Möglichkeit, dass der Antragsteller Widerspruch gegen eine Entscheidung des Gemeinschaftlichen Sortenamtes erhebt, sollen besondere Vorschriften erlassen werden. Diese Vorschriften werden im Hinblick auf die Erfassung in einem nationalen Artenregister nicht festgelegt, da diese den jeweiligen nationalen Verwaltungsverfahren unterstehen. Um die Qualität und die Harmonisierung des Artenregistrierungsverfahrens in der Union zu gewährleisten, wird eine neue Verpflichtung eingeführt, nach der jedes nationale Artenuntersuchungszentrum durch das Gemeinschaftliche Sortenamt überprüft werden muss. Die Untersuchungszentren für die professionellen Akteure werden durch die jeweils zuständigen Fachbehörden überprüft und zugelassen. Im Falle der unmittelbaren Antragstellung beim Gemeinschaftlichen Sortenamt wird dieses die Untersuchungszentren, die es für die Untersuchung der Arten einsetzt, überprüfen und zulassen.«

Bei dieser Sprache handelt es sich offensichtlich um Orwellsche Bürokratensprache, die nur eines bedeutet: Alle Anbaubetriebe und Heimgärtner sollten sich darauf vorbereiten, bald dem geballten Regierungswahnsinn in Bezug auf Saatgut, Gemüse und private Gärten ausgeliefert zu sein.

 

Das Internetportal RealSeeds.co.uk warnt davor, überhaupt zu versuchen, die Verordnung durch das Lesen zu verstehen:

»Beim Lesen ungefähr der ersten fünf Seiten, die eine Art ›kurze Zusammenfassung‹ darstellen sollen, wird man nicht verstehen, worum es bei dieser Verordnung eigentlich geht. Diese Zusammenfassung entspricht nicht dem, was einmal als Verordnung verabschiedet werden soll. Gesetzeskraft erlangen nur die tatsächlich verabschiedeten Artikel, diese Zusammenfassung hat keine rechtlich bindende Wirkung und ist nur als Hilfe für die Öffentlichkeit und die Abgeordneten gedacht. Sie soll Hintergrundinformationen liefern und den Verordnungsentwurf in einen geeigneten Zusammenhang stellen, so dass die Leute wissen, was passiert und warum.

Mit dieser Verordnung war schon immer das Problem verbunden, dass die Zusammenfassung so viele nette und kuschelige Worte über den Schutz der Artenvielfalt, eine Vereinfachung der Gesetzgebung und allgemeiner Verfahren usw. verliert, die wir nur zu gerne erleben würden – aber die einzelnen Artikel der Verordnung bedeuten das genaue Gegenteil. Und die Zusammenfassung entspricht eben nicht dem, was später Gesetz werden soll.

Nehmen wir beispielsweise die Zusammenfassung der Entwürfe 1, 2 und 3, in der davon gesprochen wird, die Verfahren für die Arten von ›Amateuren‹ zu erleichtern. Aber die gesamte Kategorie der Heimgärtner-Gemüsesorten, über deren Registrierung wir fünf Jahre lang mit dem britischen Ministerium für Umwelt, Lebensmittel und Angelegenheiten des ländlichen Raums (DEPRA, Department for Environment, Food & Rural Affairs) verhandelt hatten, wurde in den Artikeln gleich zu Anfang verworfen. Aber die Zusammenfassung und entsprechende, darauf fußende Pressemitteilungen erklären immer noch, wie diese Kategorie dazu beitragen wird, die Artenvielfalt zu bewahren! Die Zusammenfassung ist ein völliger Schwindel. Hüten Sie sich davor, sich auf ihrer Grundlage eine Meinung zu dieser Verordnung zu bilden.

Seien Sie also gewarnt. Sie müssen die Verordnung unbedingt selbst lesen und die Zusammenfassung ignorieren, da sie nicht dem zur Abstimmung stehenden Verordnungstext entspricht und nicht die Absichten der Verordnung widerspiegelt.«

Wie Sie vielleicht schon vermuten, soll diese Verordnung den endgültigen Sieg von Monsanto, DuPont und anderen Saatgutkonzernen sichern, die schon lange eingeräumt haben, dass sie das Ziel verfolgen, das gesamte Saatgut und alle Feldfrüchte, die auf der Erde angebaut werden, zu kontrollieren und zu beherrschen. Durch die Kriminalisierung des privaten Anbaus von Gemüsen – durch die Heimgärtner zu Verbrechern gestempelt werden – können die EU-Bürokraten endlich die vollständige Kontrolle der Nahrungsmittelversorgung in die Hände einflussreicher Konzerne wie Monsanto legen.

 

Das meiste Saatgut traditioneller, alter Kulturpflanzen soll verboten werden

Praktisch das gesamte traditionelle, alte Gemüsesaatgut soll nach dieser neuen Verordnung verboten werden. Dies bedeutet, die normale Weitergabe des Saatguts von einer Generation an die folgende – ein Eckpfeiler nachhaltiger Lebensweise – wird zur Straftat erklärt. Darüber hinaus, so Gabel, verhindert »diese Verordnung mit sofortiger Wirkung die Entwicklung von im privaten Garten erzeugtem Saatgut in der EU«.

 

Auch dies gehört zu den geheimsten Wünschen aller Regierungen: Sie wollen jegliche Eigenständigkeit verbieten und die Bevölkerung hinsichtlich ihres Überlebens vollständig der Abhängigkeit von den monopolistischen Konzernen überantworten. Dies gilt sowohl für die USA als auch die EU. So gehen Regierungen immer vor: Sie übernehmen Jahr für Jahr die Kontrolle über einen Bereich nach dem anderen. Und schließlich lebt man wie ein Sklave unter dem Joch der globalistischen diktatorischen Regime.

 

Gegen diese Verordnung wurde eine Internet-Petition gestartet, die bereits mehr als 25.000 Unterschriften erhalten hat. Die Organisation NOAH’S ARK und 240 weitere Organisationen aus 40 europäischen Ländern haben bereits einen Offenen Brief initiiert, der die Brüsseler Bürokraten auffordert, diesen Wahnsinn zu stoppen.

 

Ich habe es kommen sehen

Nebenbei bemerkt habe ich genau diese Entwicklung vorhergesehen. Lesen Sie dazu das dritte Kapitel meines Romans Freiheitschroniken 2026 in englischer Sprache. Es geht dabei um Saatgutschmuggler, die zu einer Zeit leben, in der Saatgut verboten ist und einige Menschen ihren Lebensunterhalt mit dem professionellen Schmuggel von Saatgut verdienen.

 

Denken Sie an meine Worte: Saatgut wird bald zum Schmuggelgut werden. Jeder, der seine eigenen Nahrungsmittel anbaut, wird zum Verbrecher erklärt und verfolgt werden. Die Regierungen weltweit, die mit Konzernen wie Monsanto zusammenarbeiten, werden nicht dulden, dass man weiterhin noch selbst seine Nahrungsmittel anbaut.

 

Hier geht es um die vollständige Kontrolle der Nahrungsmittelversorgung und die Kriminalisierung von Anbauern und privaten Gärtnern. Und dieses Ziel streben alle einflussreichen Regierungen an, nachdem sie sich genug die dazu erforderliche Macht gesichert haben. Ihrem Wesen nach streben alle Regierungen danach, die völlige Kontrolle über das Leben aller Menschen zu erreichen. Und wenn man der Regierung keine klaren Grenzen setzt (wie etwa durch die in der Verfassung verankerten Menschen- und Bürgerrechte), wird sie sich vielleicht rücksichtslos über alle Freiheitsrechte hinwegsetzen, einschließlich des Rechts, seine eigenen Nahrungsmittel anzubauen.

 

 

Weiteres Material zu diesem Thema:

Open-Seeds.org
RealSeeds.co.uk

 

 

 

 


 

 

 

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