Wednesday, 25. May 2016
15.01.2014
 
 

Geheimdokumente enthüllen: Die nationalsozialistischen Wurzeln der Europäischen Union

Oliver Janich

Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Viviane Reding, hat jüngst die »Vereinigten Staaten von Europa« gefordert. Auf den unbedarften Bürger macht das den Eindruck, dass es sich hier um eine neue Idee handelt. Tatsächlich gibt es diese Pläne schon seit mehr als 80 Jahren und eine der wichtigsten Vertreter dieser Idee waren die Nationalsozialisten.

Das bedeutet ein ständiges Bemühen, die großen Zielsetzungen und die kommenden Aufgaben zu verstehen und sich darauf einzustellen. Das bedeutet aber auch die Bereitschaft, die eigenen Interessen im gegebenen Falle denen der europäischen Gemeinschaft unterzuordnen; und das ist das höchste Ziel, das wir von den europäischen Staaten verlangen, das wir erstreben. Das mag im Einzelfalle Opfer bedeuten, im Gesamtergebnis werden aber alle Völker davon Nutzen haben

... Eine solche Wirtschaftsgesinnung verlangt ein soziales Gewissen; und soziales Verantwortungsbewusstsein ist es auch, das die Völker Europas in ihren Staatsführungen bei der Verwirklichung der neuen Wirtschaftsordnung verlangen müssen und können. Die neue europäische Wirtschaft wird die Erfüllung ihrer sozialen Verpflichtungen als ihre vornehmste Aufgabe zu betrachten haben.

 

Von wem könnte dieses Zitat wohl stammen? Von Viviane Reding, Martin Schulz (SPD), dem deutschen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Wolfgang Schäuble oder Angela Merkel? Weit gefehlt.

 

Das Zitat stammt aus einem Aufsatz von Reichswirtschaftsminister Walther Funk, der in dem von ihm herausgegebenen Buch Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (Haude & Spener, Berlin 1942) erschienen ist. Äußerst interessant ist auch seine Begründung für so eine Wirtschaftsgemeinschaft, die so fast wörtlich in den Pamphleten von »Kapitalismus-Kritikern« von Occupy über Attac bis George Soros nachzulesen ist:

Eine dünne Oberschicht von Bankiers, Industriellen und Spekulanten konnte einen ungeheuren Reichtum zusammenraffen und sich damit eine gefährliche überstaatliche Macht verschaffen, denn für Geld konnte man alles kaufen, insbesondere auch die öffentliche Meinung.

Das in den Hochkapitalismus hineingewachsene liberalistische System verlor zudem noch durch Kartellierung, Vertrustung, Monopolbildung und steigende fixe Kosten der Industrie die notwendige Elastizität.

Im weiteren Verlauf des Aufsatzes (den sie ausführlicher in meinem Buch Die Vereinigten Staaten von Europa nachlesen können; Vorwort und Leseproben hier) lässt Funk keinen Zweifel daran, wie verhasst ihm die freie Marktwirtschaft ist. Genau wie heutige »Kapitalismus-Kritiker« verschweigt er dabei, dass die Kartellierung und Monopolbildung gerade kein Ergebnis des freien Marktes, sondern eines korporatistischen/neofeudalen Systems ist, in dem Großkonzerne und Großbanken das staatliche Gewaltmonopol nutzen, um sich Sonderprivilegien zu verschaffen. Funk schreibt, dass die Pläne, die in dem Buch dargelegt werden, bereits 1932 von Nazi-Ideologe Alfred Rosenberg auf dem Europa-Kongress in Rom (!) vorgestellt wurden.

 

Bestandteil der Pläne: Eine europäische Industriepolitik und ein »Großwirtschaftsraum Europa« ohne Zölle. In einem Aktenvermerk der Reichskanzlei für Reichsminister Hans Heinrich Lammers vom 9. Juli 1940, der auf Ausführungen von SS-Oberführer Gustav Schlotterer und Carl-Zeiss-Manager Karl Albrecht basiert, wird sogar eine Währungsunion diskutiert. Außenminister Joachim von Ribbentrop empfiehlt am 21. März 1943, einen »Europäischen Staatenbund« zu gründen:

Zunächst kämen als Staaten in Betracht: Deutschland, Italien, Frankreich, Dänemark, Norwegen, Finnland, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Kroatien, Serbien, Griechenland und Spanien (?).

Das Fragezeichen bei Spanien ist auch im Originaldokument enthalten, das im Rahmen der Nürnberger Kriegsverbrecherprozesse sichergestellt wurde, aber selbstredend im staatlichen Geschichtsunterricht keine Rolle spielt. Das Nazidokument enthält also genau die heutigen EU-Staaten, nur eine Nummer bescheidener. Am 5. April 1943 entwirft Ribbentrop bereits eine Gründungsurkunde, in der wörtlich folgende Punkte enthalten sind:

3. Die im »Europäischen Staatenbund« vereinigten Nationen werden die Interessen Europas nach jeder Richtung gemeinsam wahren und den europäischen Kontinent gegen äußere Feinde verteidigen.

5. Die europäische Wirtschaft wird von den Mitgliedern des Staatenbundes nach gemeinsamer und einheitlicher Planung gestaltet. Die Zollschranken zwischen ihnen sollen fortschreitend beseitigt werden.

8. Alle Einzelheiten der Organisierung des »Europäischen Staatenbundes« werden in einer Bundesakte [heißt heute »Lissabonvertrag«; Anm. OJ] festgelegt werden, zu deren Beratung Bevollmächtigte aller beteiligten Regierungen nach Beendigung des Krieges zusammentreten werden.

 

Als den Nazis klar wurde, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen war, entwarfen sie einen noch kühneren Plan. T.H. Tetens, ein deutscher Ökonom, der 1934 aus einem Konzentrationslager in die Schweiz fliehen konnte und nach dem Krieg von 1946 bis 1947 Mitglied der Kriegsverbrecherkommission in den USA war, berichtet 1953 in seinem Buch Germany plots with the Kremlin von Dokumenten, die die Alliierten im Juni 1945 bei der Übergangsregierung von Großadmiral Dönitz in Flensburg sicherstellten.

 

Sie waren unter dem Namen »Generalplan 1945« zusammengefasst. In dem zum Generalplan gehörenden Dokument »Europäische Friedensordnung« wird unter anderem vorgeschlagen:

5. Europäische Union auf föderalistischer Basis

8. Europäischer Gerichtshof

12. Ökonomische Integration Europas

Dieses Dokument konnte ich in keinem Archiv finden, aber die »Anlage 4 zum Generalplan 1945« vom 5.4. 1945, welche die Existenz des gesamten Dokuments bestätigt, konnte ich ausfindig machen. Unter dem Titel »Die Überwindung der Katastrophe« wird zu diesem Zeitpunkt als Lösung ein Sonderfriede mit dem Osten vorgeschlagen. Wörtlich heißt es:

Während Jalta Russland nur einen beschränkten und noch dazu bestrittenen Einfluss in Ost- und Südeuropa zugesteht, kann der Sowjetunion durch ein

Zusammengehen mit Deutschland ein Einfluss in ganz Europa ermöglicht werden ...

Während das Verbleiben in der Koalition des Feindes für die Sowjetunion ständige Reibungen mit England und Amerika im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten bedeutet, wird durch das Zusammengehen mit Deutschland der Sowjetunion der Weg vom Persischen Golf zu den Ölfeldern von Kirkutsk und zum Mittelmeer frei.

Bedingungen für einen Separatfrieden seien unter anderem:

a) Deutschland und die bisherige Sowjetunion bilden gemeinsam die »Sozialistische Union«. Anknüpfend an die Verselbstständigung der 16 sowjetischen Teilrepubliken im Jahr 1943 bilden auch die europäischen Völker national abgegrenzte, selbstgeführte Staatskörper, die verbunden werden durch eine Wehr- und Wirtschaftsunion. Die Gestaltung im Inneren bleibt in jeder Hinsicht den einzelnen Völkern freigestellt …

Aus dieser Entwicklung ergeben sich folgende Zukunftsperspektiven:

Es entstünde ein Kontinentalblock von Ozean zu Ozean von weltbeherrschender Größe, Wirtschaftskraft, Energie und Bevölkerungszahl. Damit würde nicht nur die Gefahr zukünftiger Kriege aus Europa, sondern aus dem Doppelkontinent Eurasien verdammt; und zwar auf Generationen hinaus.

Die beiden Großvölker Russen wie Deutsche haben außerordentliche Entwicklungsmöglichkeiten, ohne dass sich ihre Interessen überschneiden. Der Schwerpunkt in diesem Block wird sich von selbst mehr und mehr nach den rassisch Überlegenen, geistig Regsameren und Energischeren, d. h. nach Europa, verlagern.

Es entsteht ein Bündnis der jungen sozialistischen Kräfte gegen die alten verrotteten Beharrungsmächte des Westens.

 

Unter dem Dokument befindet sich der handschriftliche Vermerk »Halte Plan für undiskutierbar«, da das Dritte Reich zu diesem Zeitpunkt schlicht keine Forderungen mehr stellen konnte. Tatsächlich kam es auch nicht dazu.

 

Aber im Jahre 2010 verfasst Wladimir Putin einen Artikel für die Süddeutsche Zeitung, in dem er eine Wirtschaftsgemeinschaft von »Lissabon bis Wladiwostok« vorschlägt. Von Sozialismus ist in dem Artikel nicht mehr die Rede, weil die Ideologie des Sozialismus mittlerweile durch die ebenfalls planwirtschaftliche Ideologie des Ökologismus/Klimaschutzes ersetzt wurde (eine detaillierte Analyse hierzu ebenfalls in meinen Büchern oder bei Torsten Mann).

 

Wie aus Geheimdienstdokumenten hervorgeht, gaben die Nazis ihre Pläne keineswegs auf, sondern gingen in den Untergrund. Davon handelt der nächste Teil der Serie.

 

 

 


 

 

 

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