Samstag, 3. Dezember 2016
17.12.2014
 
 

Prof. Sinn deckt Medienlüge auf: Jeder Einwanderer kostet 79 100 Euro

Oliver Janich

Ende November überschlugen sich die Medien geradezu damit, ihren Lesern beizubringen, dass Einwanderer die deutschen Bürger netto entlasten würden. Die zitierte Studie besagt aber das glatte Gegenteil!

 

Wenn man einen Vortrag von Prof. Hans-Werner Sinn vom Wirtschaftsinstitut CESifo besucht, darf man sicherlich erwarten, dass er Politikern die Leviten liest. Dass er aber auch eine faustdicke Medienlüge aufdecken würde, das kam mir vorher nicht in den Sinn.

 

Eher nebenbei ging er in einem Vortrag am vergangenen Montag (15.12.2014) in der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) auf eine Studie des ZEW zur Einwanderung ein. Viele große Zeitungen berichteten in den letzten Wochen geradezu euphorisch über diese Studie von Prof. Holger Bonin. Der Focus titelte »Studie: Zuwanderer bringen viel mehr als sie kosten«. Alt-Bilderberger Theo Sommer schrieb in der Zeit: »Heißt die Einwanderer willkommen!«. Bei Tagesschau.de heißt es: »Ausländer füllen deutsche Sozialkassen«. Immerhin verlinkt das zwangsfinanzierte Staatsmedium die entsprechende Studie.

 

Diese müsse man nur lesen, meinte Prof. Sinn denn auch in seinem Vortrag. Sein Tipp sei uns Befehl. Was die Medien nämlich geflissentlich übersehen haben, ist, dass der deutsche Staat auch die Infrastruktur für die Einwanderer mitfinanzieren muss und nicht nur etwaige Sozialleistungen.

 

Auf Seite 3 der Studie heißt es:

Dass heutige und künftige Ausländergenerationen mehr Steuern und Beiträge zahlen, als sie an Sozialtransfers erhalten, reicht aber nicht aus, um zukünftig für nachhaltige öffentliche Finanzen in Deutschland zu sorgen.

Stellt man alle allgemeinen Staatsausgaben, etwa für Verteidigung oder Straßenbau, mit in Rechnung, schlägt für jeden lebenden Ausländer ein langfristiges Staatsdefizit von 79 100 Euro, für jeden lebenden Deutschen von 3100 Euro zu Buche.

Wegen dieses Defizits weist das Staatsbudget, wenn nicht gehandelt wird, langfristig eine Tragfähigkeitslücke von fast 150 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf.

Man hätte also mit Fug und Recht titeln können: Einwanderer kosten 25 Mal so viel wie Deutsche. Weiter heißt es in der Studie:

Die ZEW-Studie zeigt allerdings, dass gesteuerte künftige Einwanderung ein Beitrag dazu sein kann, diese Lücke zu verringern und so die Bevölkerung fiskalisch spürbar zu entlasten. Verglichen mit einem Szenario, in dem Deutschland sich abschotten und komplett auf Zuwanderung verzichten würde, entlastet eine künftige Zuwanderung von jährlich 200 000 Menschen jeden Bundesbürger um Beträge im Wert von 100 bis 300 Euro pro Kopf und Jahr.

Voraussetzung dafür ist, dass eine human- und arbeitsmarktorientierte Steuerung der Zuwanderung dazu beiträgt, dass künftige Einwanderer im Durchschnitt ein besseres als mittleres Qualifikationsniveau aufweisen.

Das bedeutet, Einwanderung könnte die Bürger fiskalisch entlasten, wenn es eine gezielte Einwanderungspolitik gäbe und die Einwanderer höher qualifiziert wären als im Schnitt die Deutschen. Davon ist aber weit und breit nichts zu erkennen.

 

Prof. Sinn hat für das gesetzliche Rentensystem errechnet, dass Deutschland bis 2035 eine Einwanderung von 32 Millionen Menschen (!) bräuchte, damit das Rentenniveau bei gleichbleibenden Einzahlungen auf demselben Stand bliebe wie heute.

 

Dies gelte aber nur, so Sinn, wenn die Einwanderer ihre »Demografie« mitbrächten, also in Deutschland genau so viele Kinder bekämen wie in ihrer Heimat. Anderenfalls würde auch eine »unendlich hohe Einwandererzahl« nichts bringen. Und natürlich müssten diese Einwanderer dann auch mindestens genauso qualifiziert sein wie die Deutschen. Das hat Sinn in dem Vortrag nicht erwähnt, versteht sich aber von selbst.

 

Wie Prof. Sinn in seinem Vortrag herausarbeitete, bestraft das deutsche Rentensystem aber Familien mit Kindern. Es sei kein Zufall, so Sinn, dass Deutsche die niedrigste Fertilitätsrate der westlichen Welt hätten, weil Deutschland unter Bismarck als erstes Land ein gesetzliches Rentensystem eingeführt hatte. In anderen Ländern kippten die Geburtenraten wesentlich später.

 

Es ist also unwahrscheinlich, dass Einwanderer die hohen Geburtenraten beibehielten – es sei denn, sie wanderten direkt in die Sozialkassen ein, die das Kinderkriegen wiederum belohnen. Dann aber sieht die Bilanz erstens nicht mehr positiv aus und zweitens ist es statistisch gesehen unwahrscheinlich, dass aus diesen Kindern später einmal Raketenwissenschaftler werden, auch wenn es dabei natürlich Ausnahmen geben wird.

 

Prof. Sinn ist natürlich zu distinguiert, um den ganzen Betrug eine faustdicke Medienlüge zu nennen. Er drückte sich in besagtem Vortrag so aus: »Ich wundere mich, was die Kommunikationsabteilungen aus dieser Studie gemacht haben.« Es bleibt unklar, wen genau er damit meint. Falls er von der Presse als Kommunikationsabteilungen der Machtelite gesprochen hat, ist ihm jedenfalls unumwunden recht zu geben.

 

 

 

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Leser-Kommentare (87) zu diesem Artikel

14.09.2015 | 15:52

Günther Bloos

Was wir im Augenblick erleben ist nicht mehr und nicht weniger, als die unumschränkte Rückkehr zu einer Sklavenwirtschaft in Deutschland. Begründet wurde diese moderne Sklavenwirtschaft durch die Regierung Schröder mit all den Regelungen wie Agenda 2010, Harz IV, Einführung einer massiven Rentenkürzung ( bis zum Jahr 2030 erhält der durchschnittliche Rentner in D., nicht der Pensionär als ehemaliger Beamter, ca. € 1.000,- weniger im Monat, als im Jahr 2000. Aussage einer Studie,...

Was wir im Augenblick erleben ist nicht mehr und nicht weniger, als die unumschränkte Rückkehr zu einer Sklavenwirtschaft in Deutschland. Begründet wurde diese moderne Sklavenwirtschaft durch die Regierung Schröder mit all den Regelungen wie Agenda 2010, Harz IV, Einführung einer massiven Rentenkürzung ( bis zum Jahr 2030 erhält der durchschnittliche Rentner in D., nicht der Pensionär als ehemaliger Beamter, ca. € 1.000,- weniger im Monat, als im Jahr 2000. Aussage einer Studie, die die SPD 2004 selbst in Auftrag gegeben hat). Im Augenblick wird diese Sklavenwirtschaft durch den von Merkel gewollten, unumschränkten Zuzug von Flüchtlingen befeuert. Frau Merkel handelt hier auf Anweisung des "Kapitals" in D. Wenn die Flüchtlinge da sind und ihre nachziehenden Familien können sie leicht als Billigarbeitskräfte eingesetzt werden. Wenn der Sklavenhalter in der Antike, oder der amerikanische Baumwollpflanzer im 18. Jahrhundert Sklaven haben wollte, musste er die auf dem Sklavenmarkt kaufen und dafür sorgen dass dieses Menschen gesund blieben um arbeiten zu können. Das allerdings nimmt ihm die Deutsche Regierung heute ab. Der neue Sklavennutzer muss diese Menschen nur für kleines Geld ausleihen bei der Bundesagentur für Arbeit, um seinen Profit enorm zu steigern. Der Deutsche Steuerzahler versorgt ja den Sklaven, mit Wohnung, Essen und Gesundheitsvorsorge durch die Abgabe seiner Steuergelder und durch den Verzicht auf Sozialleistungen, die er sich vor den Regelungen der Regierung Schröder, siehe oben, durch seine Lebensarbeit eigentlich verdient hätte. Erkennen den die Gutmenschen die im Münchner Hauptbahnhof all die geflüchteten Syrer wie den Messias begrüßen und die Medien, die heute über die Flüchtlingswellen so euphorisch berichten nicht, was sich hier in Wahrheit abspielt?


06.09.2015 | 10:29

Jesse F.

Es ist schändlich, sowohl der Artikel, wie auch seine scheinbaren Anhänger. Ein gefundenes Fressen für Populisten, die ihren Reichtum einfach nicht teilen wollen, aber wohl die Staatskassen mit Waffenexporten auffüllen.. Vielleicht liege ich nicht richtig, aber das Bildungsniveau leite ich unter anderem von orthografischen Fähigkeiten ab und demnach wäre außer meinem Post unter diesen Kommentaren nicht viel Intelligenz und Bildung zu finden, sorry... Ihr seid eine Schande für...

Es ist schändlich, sowohl der Artikel, wie auch seine scheinbaren Anhänger. Ein gefundenes Fressen für Populisten, die ihren Reichtum einfach nicht teilen wollen, aber wohl die Staatskassen mit Waffenexporten auffüllen.. Vielleicht liege ich nicht richtig, aber das Bildungsniveau leite ich unter anderem von orthografischen Fähigkeiten ab und demnach wäre außer meinem Post unter diesen Kommentaren nicht viel Intelligenz und Bildung zu finden, sorry... Ihr seid eine Schande für unser Deutschland!


05.09.2015 | 16:38

Ulrich Völkel

Wieso heißt jemand Sinn, wenn er Unsinn verbreitet? An den Kriegen und der wirtschaftlichen Ausbeutung und den Waffen verdienen unsere Großkopfeten MIlliarden. Nicht gegen die Flüchtlinge, gegen die Verursacher der Flucht sollte gerechnet werden.


10.06.2015 | 16:50

Norbert Huber

Wo er recht hat, hat er recht. Dann bekommen also die Ausländer das viele Geld das ausgeliehen wird von der EZB, in Form von Wohnungen und die Zinsen zahlt der Steuerzahler und kassieren die Banken. Tolles Geschäft für die Finanzelite.


01.02.2015 | 16:46

Hartmut L

Es ist leicht,Gelder zu verschwenden und zu verschenken,wenn sie nicht vom eigenen Konto abgehen.Darin sind unsere Politiker spitze.Wir haben drei Millionen arbeitslose( Hartz IV nicht mitgerechnet).Unser Volksverräter sind nicht in der Lage diese in Arbeit zu bringen,da holt man sich einfach Ausländer.Kostet ja nicht ihr Geld.Ich hoffe,daß Pegida und ihre Ableger stärker werden und sich nicht durch Hetze und Beleidigung von Politikern,Prominenten,Linken und Besserverdienenden...

Es ist leicht,Gelder zu verschwenden und zu verschenken,wenn sie nicht vom eigenen Konto abgehen.Darin sind unsere Politiker spitze.Wir haben drei Millionen arbeitslose( Hartz IV nicht mitgerechnet).Unser Volksverräter sind nicht in der Lage diese in Arbeit zu bringen,da holt man sich einfach Ausländer.Kostet ja nicht ihr Geld.Ich hoffe,daß Pegida und ihre Ableger stärker werden und sich nicht durch Hetze und Beleidigung von Politikern,Prominenten,Linken und Besserverdienenden spalten läßt und in diesem Land eine Wende zur Zufriedenheit der Menschen herbeiführt !!


24.01.2015 | 00:43

Hili

An Thomas Weber@ Was prof. Sinn sagt, ist die Meinung vieler Ökonomen mit einem besseren und ehrlicheren Hintergrund als unsere versifften Politiker und beschränkten und verlogenen Journalisten! Wer heute noch sagt, Einwanderer sind eine finanzielle Bereicherung für unser Land, hat immer noch nicht begriffen, dass wir Deutsche schon lange für diese fleißig zur Arbeit gehen und uns stetig die Steuern erhöhen lassen, damit sie gut leben können sollend!!! Viele deutsche haben immer...

An Thomas Weber@ Was prof. Sinn sagt, ist die Meinung vieler Ökonomen mit einem besseren und ehrlicheren Hintergrund als unsere versifften Politiker und beschränkten und verlogenen Journalisten! Wer heute noch sagt, Einwanderer sind eine finanzielle Bereicherung für unser Land, hat immer noch nicht begriffen, dass wir Deutsche schon lange für diese fleißig zur Arbeit gehen und uns stetig die Steuern erhöhen lassen, damit sie gut leben können sollend!!! Viele deutsche haben immer noch nicht begriffen, wie sehr die Politik und die Journalie das volk belügen!!! Und Alles dafür tun, damit das volk ruhig bleibt, daher gehen ja die Keulen von allen Seiten auf die PEGIDA los. Aber das allerschlimmste ist, dass noch zu viele Menschen kadavergläubig sind und sich für Gegendemonstrationen einspannen oder bezahlen lassen, die merken es aber erst, wenn sie im Abgrund liegen!!! Dort können sie dann weiter träumen!!!

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