Montag, 24. April 2017
25.06.2016
 
 

Brexit: Der Tag, an dem der Journalismus unterging!

Peter Bartels

Nie, nochmal: nie hat sich ein Berufsstand so unfassbar demaskiert wie der des Journalismus letzten Freitag. Der »Juncker der EU« hatte in Brüssel kurz und knurrig den Brexit kommentiert –»Out is out!«–, drehte ab und ging. Und so gut wie die gesamte Journaille im Saal erhob sich: Standing Ovation! Donnernder Applaus! Neutralität? Distanz? Erst Nachricht, dann Kommentar? Volontärs-Binse? Nichts! Der Mainstream zeigte sein wahres Gesicht. Diese Selbstentlarvung ist schlimmer als alle möglichen Folgen des britischen Independence Day ...

 

Natürlich glaubte das ältere Mainzelmännlein, mit dem auf jung zum Hahnenkämmchen gesprayten Rest-Haar, den britischen dämlichen Volksentscheid germanisch niederbomben zu müssen (Bomben auf En-ge-land, oder so). »Haben Sie das (den Beifall) gehört?« So fragte der Schnappatmer seine »Kanzler-Expertin« vor dem Reichstag.

Natürlich hatte sie. Und natürlich hatten weder das Spray-Männlein noch die Spree-Dame jemals was von dem in Granit gemeißelten Ersten Gebot des legendären ARD-Anchorman Hanns Joachim Friedrichs gehört: Ein Journalist macht sich nicht gemein mit einer Sache, auch nicht mit einer guten ...

Für die »Erbsenzähler« unter uns hier das komplette Zitat aus dem Spiegel-Interview von einst:

»Das habe ich in meinen fünf Jahren bei der BBC in London gelernt: Distanz halten, sich nicht gemein machen mit einer Sache, auch nicht mit einer guten, nicht in öffentliche Betroffenheit versinken, im Umgang mit Katastrophen cool bleiben, ohne kalt zu sein. Nur so schaffst du es, dass die Zuschauer dir vertrauen, dich zu einem Familienmitglied machen, dich jeden Abend einschalten und dir zuhören.«

Wie groß die »Katastrophe« offenbar diesmal war, beweist die Beifalls-Reaktion der Mainstream-Korrespondenten in Brüssel. Was ihnen nämlich in Wahrheit die Monate lang geheuchelte »Objektivität« wert war: nichts! Bürger? Wähler? Souverän der Demokratie? Nur, wenn ihr tut, was wir euch sagen. Wir, die Wissenden. Die Wächter! – In Wahrheit Wichtigtuer.

 

Sie wollen bewegen, nicht berichten. Regierung ist eben immer schicker als Opposition. Und bringt mehr Kohle. In Brüssel nicht nur den Politikern das Doppelt- und Dreifache (Auslandszulage). Auch dem Heer der dort »akkreditierten« Journalisten (Aufwandsentschädigung). Und diese Freizeit! Die herrliche Küche. Fronkreisch? Fast zu Fuß! Sogar schlichte Pommes schmecken in Belgien besser; klar, sie haben sie ja erfunden ...

 

Keiner der Damen und Herren »Wächter vom Mainstream« hatte noch mit dem »Volk« gerechnet. Hatten sie, die Damen und Herren Besser- und Alleswisser – diese »Tugend-Terroristen« aus Germany (BBC) – den Briten nicht bis zuletzt erklärt, warum es eine Katastrophe wäre, wenn sie wieder »independent« wie in der Steinzeit werden würden? Unabhängig von vorschriftsmäßig gekrümmten EU-Bananen? Von Quecksilber-LED-Leuchten? Vor allem (!) unabhängig von noch mehr Migranten, die auch England braucht, wegen dieser fürchterlichen Inzucht?

 

Und hatte der Spiegel Merry Old England nicht sogar in einem Titel angefleht »Bleibt bei uns«? Und Bild selbst auf deutschen Bierschaum verzichten wollen, bei den Sonnenstühlen auf Mallorca zugunsten der krebsroten Briten sogar das Handtuch geworfen? Wurden diese dämlichen Angelsachsen nicht in allen heute-Journalen, Tagesthemen, Talkshows gewarnt und gehätschelt? Wurden nicht selbst die unbekanntesten deutschen Wirtschafts-Bosse an die Droh-Front gelockt, die Banker, die Professoren? Sogar die Pfaffen?

 

Und nun das. Diese Scheiß-Insulaner mit der ältesten Demokratie Europas sagen trotzdem: No! Sie wollen Bananen, wie Gott sie macht. Sie wollen Glühbirnen, wie Thomas Edison sie erfand. Vor allem: Sie wollen selbst sagen, wie viele Moslems sie im Vereinigten Königreich verkraften können, wie viele Afrikaner. Denn sie haben nicht vergessen, dass Tausende Pakistani zehn Jahre Zehntausende britischer Mädchen vergewaltigt haben.

 

Sie haben noch im Kopf, wie die britische Polizei hinterher bedauerte, keine Anzeigen der verzweifelten Mädchen aufgenommen zu haben. Aus Angst vor dem Gutmenschen-Mainstream und der Labour-Regierung unter Blair. Und sie wollten sich nicht mehr von einem deutschen Moslem-Muttchen zwingen lassen, ihre Kultur, ihre Lebensart, womöglich irgendwann die Queen, abschaffen zu lassen, damit Moslems mitten in London beim nächsten Ramadan Engländer verprügeln, weil sie rauchen ...

 

Was aber taten unsere Wächter der Demokratie, die Journalisten, »danach«? Senkten sie das Haupt? Hielten sie inne? Schämten sie sich? Ein bisschen?? Har! Har! »Radio Belgrad« (NDR 90,3) stotterte als »Begründung« für das Briten-Votum: Die vielen polnischen Einwanderer sind schuld ... sie haben den Engländern die Arbeitsplätze weggenommen! Die Polen also.

 

Diese verfluchten polnischen Christen. Die überall, wohin sie auch seit ewig ausgewandert sind, sofort gearbeitet, sich selbst ernährt und »angepasst« haben. Nein, nicht die Muslime, die seit 40 Jahren keinen Handschlag getan haben, in Schweden, Dänemark, England, Deutschland, aber von der Stütze leben und vom jährlichen selbst »erarbeiteten« Kindergeld. In okkupierten Ghettos, in denen die Scharia regiert, nicht das Gesetz der Demokraten. Immerhin spart sich das jeweilige »Gastgeber«-Land so wenigstens die sauteuren Sprachschulen ...

 

Und wie reagierten die »Journalisten« in Merkel-Land? Nikolaus Blome, das Bild-Patachon von Spiegel-Pat Jakob Augstein (Walser) schrieb: »Die Briten sind irre. Sie haben ... beschlossen, die EU zu verlassen und sich damit allesamt selbst in den Kopf zu schießen.« Und dann plustert das kurzzeitige Spiegel-Männlein sich auf: »Was ist so fürchterlich schief gelaufen, dass eine ... Wohlstandsgemeinschaft wie Europa so wenig ... Sex-Appeal (ausstrahlt), ... es einigen Demagogen ... gelingt, mit Halbwahrheiten, Lügen und Fremdenhass eine Mehrheit der Wähler ... gegen diese einst so große Idee aufzubringen?«

 

Dabei liefert »das Patachon« genau die Gründe, die kühle Briten mit klarer Mehrheit (52 Prozent) zum »No« zwangen – die »Halbwahrheiten« und »Lügen« der »Demagogen« des Mainstreams, der selbstvergessenen Gutmenschen – Herrschaftskaste von eigenen Gnaden. Das, nur das war der Hauptgrund, neben mancher »krummen EU-Banane«. Und dann bibbert das Blome offenbar schlotternd den nächsten Abstimmungen entgegen. Mal dräuen seine »Demagogen« von links (Spanien), mal von rechts (Frankreich, Österreich, Niederlande).

 

Überall sieht, fürchtet Nikolausi »Brexit«.

 

Auf Phoenix, dem Schwarzen Kanal des neuen Berliner ZK, durften Pat & Patachon (Augstein und Blome) am späten Nachmittag gemeinsam schäumen: »Saftladen Großbritannien«, »Bekloppter Souverän« (Verzeihung: die Wähler!), »Demagogen haben den Alten das Hirn raus gequatscht«. Weder der Spiegel-Millionär, noch das Bild-Nikolausi haben auch nur im Ansatz begriffen, wie weit sie – nicht nur an diesem Tage – von ihrem Beruf entfernt waren. Von Hanns Joachim Friedrichs ganz zu schweigen. Es war der Tag, an dem der Journalismus unterging in Deutschland ...

 

 

 

 

 

 

 

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