Sonntag, 25. Juni 2017
22.05.2016
 
 

Ein Gespenst geht um … im deutschen Fernsehen!

Peter Bartels

Im deutschen Fernsehen geht ein Gespenst um. Es rotzt, keift, giftet, motzt, wettert, plustert sich auf und schockt. Wen? Alle! Jedenfalls alle, die es je in einer Talkshow heimgesucht hat. Ob bei Maybrit Illner, Anne Will oder Sandra Maischberger. Also alles brave deutsche Politiker und seriöse deutsche Journalisten. Es ist ein slowakisches Gespenst, das mit Krawall-Sätzen in »perfektem Deutsch« besonders gern »gegen Angela Merkels Flüchtlingspolitik auf die Pauke« haut. Und so trommelt Bild jetzt aufs Blech und heult: »Warum ist der Merkel-Hasser so oft im TV?«

 

Das Gespenst heißt Richard Sulík (44), ist studierter Volkswirt, war Unternehmer, Berater mehrerer Minister, Präsident des slowakischen Nationalrats, sitzt jetzt im Europäischen Parlament und ist Vorsitzender der slowakischen Partei »Freiheit und Solidarität«.

Bild hält diese Partei selbstredend für »ähnlich rechtspopulistisch wie die deutsche AfD«. Jedenfalls bezieht sich Bild-Online-Redakteur Andreas Thewalt dabei entsprechend und nebulös auf »Kritiker«. Und er wirft dem Slowaken subkutan vor, dass er in jungen Jahren länger als ein Jahrzehnt in Deutschland lebte, mit seiner Familie 1980, also mit zwölf, aus dem Ostblock nach Deutschland flüchtete, was so viel heißen soll, wie: Ausgerechnet einer, der selber Flüchtling war, ist heute gegen Merkels Flüchtlings-Millionen. Pharisäer, elender ...

Und dann zieht Bild den Slowaken, wie sonst PEGIDA und die AfD, durch die Jauche. Sulíks erste Unverschämtheit: 2015 schaffte er es laut Bild mit vier (!) Talkshow-Auftritten zum »Dauergast« auf Platz 5 und lag damit frecherweise gleichauf mit Gregor Gysi (Linke!). Unfassbar!

 

Und Bild schreddert los:

»Wo Sulík auftaucht, da fliegen die Fetzen, so schockt er ... zur Flüchtlingspolitik ... Bläst besonders gern auch zur Attacke auf Bundeskanzlerin Angela Merkel ... Haut auf die Pauke ...«

Bei Maibrit Illner im ZDF »zoffte« er sich im Herbst vergangenen Jahres »mächtig« mit SPD-Chef Sigmar Gabriel. In der ARD machte er »Wirbel bei Anne Will«.

 

Gerade eben erst »zog er« wieder mal bei Sandra Maischberger »mächtig vom Leder«. Bild zitiert Sulík und faucht:

»›Als wir in die EU eingetreten sind, dann nicht unter der Bedingung, Frau Merkels und Junckers Flüchtlingspolitik zu folgen‹, plusterte sich der Mann auf und keifte: ›Wir nehmen keine Flüchtlinge.‹ Als die Grünen-Europaabgeordnete Ska Keller an »Europas Werte« appellierte, rotzte Sulík zurück: ›Sie halten sich an europäische Werte, und ich halte mich an das, was meine Wähler wollen.‹«

 

Und weil‘s so schön in die »Story« passt, darf Bild-Thewalt auch noch an den November letzten Jahres erinnern, da »wetterte Sulík in einer ... Talk-Runde zur Flüchtlingspolitik: ›Die ganze Welt fasst sich an den Kopf, was Deutschland (und Merkel) in den letzten zwei Monaten macht.‹«

 

Bild hat natürlich noch ein passendes Zitat:

»Ein Land, das seine Grenzen nicht bewachen kann, wird von Weicheiern regiert ... Es ist wichtiger, die eigenen Leute zu retten, als die ganze Welt.«

Und wieder verschluckt sich Bild fast vor Empörung: Als SPD-Mann Ralf Stegner ihm damals »widersprach«, gab es für den Sozialdemokraten gleich »Keile« vom Slowaken, der Stegner »populistisches Gelaber« vorwarf.

 

Unerhört! Bild, frei nach dem Motto »Sind die Leser erstmal weg, kümmert es den Rest eh einen Dreck«, legt noch einen drauf:

»Und wo er so schön in Fahrt war, bekam damals auch Angel Merkel ihr Fett weg. Die solle sich mal überlegen, wer sie gewählt habe und zu wessen Wohl sie handeln solle, motzte der Slowake. ›Sie ist nicht dazu da, die ganze Welt zu retten.‹ ... Merkel breche die deutsche Verfassung.«

Im Europäischen Parlament »ereiferte« sich Sulík gar:

»Die Differenz von 700 000 Flüchtlingen gehe auf das Konto der Angela Merkel und ihrer unverantwortlichen, vernichtenden Politik ... Merkel ›verstößt gegen das Grundgesetz‹, wetterte er.«

Merkel und ihre »Experten« hatten die Flüchtlingswelle letzten Sommer auf höchstens 800 000 »marginalisiert«. Tatsächlich wurden es dann 1,5 Millionen, inzwischen wahrscheinlich längst 1,8 Millionen ...

 

Und am Abend vor dem Flüchtlingsgipfel (8. März) »schockte« Sulík die Talk-Runde von Anne Will geradezu »mit der Ankündigung, die Slowakei, Polen und Ungarn würden keine Flüchtlingskontingente aufnehmen, egal was in Brüssel entschieden werde. ›Die Bürger wollen das nicht!‹« – »Die Entrüstung war groß in der Talk-Runde«, entrüstet sich Bild jetzt.

 

Wahrscheinlich besonders deshalb, weil es offensichtlich in Europa (längst auch in Österreich) noch Politiker gibt, die tun, wofür sie das »Volk« gewählt hat. Und Medien, die nicht nur das nachbeten und schön reden, was die Politiker sich herablassen, ihnen zu servieren. Wie Bild.

Nun könnten manche ja meinen, Bild-Oberschranze Kai Diekmann und sein Online-Paladin Julian Reichelt hätten sich was ganz Gerissenes ausgedacht: Indem sie den bösen Slowaken zum Popanz aufbauen, ihm alle gehässigen Wahrheiten scheinbar um die Ohren hauen.

 

Damit hätte Bild dann – endlich – de facto »gebracht«, was das »Pack«, also die früheren Bild-Käufer, einst hören wollten, es aber de jure nicht selbst gesagt.

 

Nur, selbst wenn das wirklich die Absicht der Schlaumeier war – das »Pack« ist schlauer, nämlich längst weg. Und so kann man nur hoffen, dass die neuesten Zahlen, die der Flurfunk von Berlin bis Bonn wabert, nicht stimmen. Danach soll die Bild-Auflage inzwischen auf zuweilen 1,4 Millionen abgestürzt sein.

 

Im ersten Quartal 2016 waren es immerhin »noch« 1,8 Millionen. Von einst fünf Millionen. Täglich!

 

1,4 Millionen – das wäre bitter für Tanit Koch, erste Chefredakteurin der Bild-Zeitung, von Gönner Kaischi »gemacht«, der sich seit Januar als Herausgeber hinter ihr versteckt.

 

Denn den Auflagenminus-Weltrekord hat Totengräber Kaischi 15 Jahre lang selbst gemacht. Gewerkelt? Jedenfalls unter anderem mit solchen »Gespenster«-Geschichten.



 

 

 

 

 

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