Mittwoch, 24. Mai 2017
23.06.2016
 
 

Mainz, wie es linkt und lacht: Mit dem Zweiten sieht man schlechter

Peter Bartels

Das Mainzelmännchen mit Brille und grauem Haar fing mal als junger, dunkelhaariger, relativ objektiver Redakteur im Frühstücksfernsehen an. Dann diente er sich nach oben. Heute ist Peter Frey (59), studierter Politologe und (sic) Pädagoge, Chefredakteur im ZDF, das immer wieder verbissen behauptet: »Mit dem Zweiten sieht man besser!«

Das war wirklich mal so!

 

Damals, als Stars wie Peter Alexander, Klausjürgen Wussow oder Thomas Gottschalk die Straßen leerfegten. Als Dieter Thomas Heck Millionen im Sessel dösende Zuschauer mit Stentorstimme und »Zett-De-Eff«-Schlachtruf munter machte. Lange her? Ja – gestern!

 

Heute muss das Mainzelmännchen sich von den verbliebenen Zuschauern als »Lügenpresse« niedermachen lassen. Und das wurmt ... Jetzt hat er seiner Wut auf die »Wutbürger« mal freien Lauf gelassen. In einem Interview mit promedia bläst der Herr Chefredakteur sogar richtig die Bäckchen auf. Da nennt er den verbitterten Verzweiflungsschrei »Lügenpresse«, den Zehntausende regelmäßig auf der Straße skandieren, weil sie sich nach Strich und Faden auch vom ZDF belogen fühlen, ungeniert einen »Angriff auf die Demokratie«.

 

So viel selbstgefällige Selbstüberschätzung, so viel pomadigen Dünkel, hat sich nicht einmal der rote DDR-Baron Karl Eduard von Schnitzler getraut. Und der hat so ziemlich nach jedem Hundehaufen gegriffen, um den BRD-Kapitalismus niederzumachen. Wie verblendet muss also einer sein, der aus Volkes Tasche monatlich mit Tausenden Gebühren-Euro zwangsalimentiert wird (auch von den Sachsen!), sich auf eine Ebene mit der Staatsform einer Nation stellt – der Demokratie? Motto: L’état c’est moi! Wirklich?

 

Wirklich ... Aber der Zwingherr der offenbar verblödeten ZDF-Zuschauer geht noch weiter. Da offenbar selbst ein Rest von Demut vor dem Souverän, dem Zuschauer und Gehaltzahler, offenbar völlig fehl am Platze ist, weil der störrische Gebührenesel immer noch nicht dämlich genug ist zu begreifen, wer in unserer Demokratie das Sagen hat, muss man ihm Angst machen. Und wie macht man in diesem (noch) unserem Lande Angst? Man holt den Knüppel aus dem Sack: Nazi! Und – wie alle gelernten Oberlehrer – doziert das ZDF-Männlein ebenso verkniffen wie verlogen: Der Begriff »Lügenpresse« gehe auf die Nazi-Ideologie zurück.

 

Und damit ist er ein »Angriff auf die liberale, pluralistische Presse, Grundpfeiler einer Demokratie«. Da der Mann »Politik« studiert hat, dürfte er irgendwann auch über diesen Begriff »Lügenpresse« gestolpert sein, in einer der vielen Vorlesungen. Sollte er eigentlich ahnen, dass er genau hier und jetzt, in diesem promedia-Interview, das macht, weswegen man ihn und das ZDF seit Langem der Lüge bezichtigt: Der Begriff »Lügenpresse« wurde lange vor dem Ersten Weltkrieg genutzt (1840er-Jahre), dann von deutschen, österreichischen und ungarischen Zeitungen gegen die »Feindpresse« populär gemacht.

 

Später, vor und während des Zweiten Weltkriegs, wärmten NS-Agitatoren das Schimpfwort »Lügenpresse« wieder auf. Und (natürlich!) schlugen die Exilmedien mit demselben Schimpfwort gegen die »Nazi-Lügner« zurück. Noch später entblödete sich auch die DDR nicht, Westblätter als »Lügenpresse« abzuqualifizieren. Und umgekehrt ... Die 68er schließlich attackierten mit dem Vorwurf »Lügenpresse« die Springer-Publikationen.

 

Nicht wissen muss (oder doch?) der gelernte Herr ZDF-Politiker natürlich nicht, was ein gewisser Karl Kraus (ja, der ...) schon im Jahre 1902 »Über die Verwüstung des Staates durch die Presse-Mafia« räsonierte: »Darf eine Zeitung beschimpft werden? Darf der einfache Mann aus dem Volke ... dem endlich ein Ahnen die Augen öffnet, dem dumpfen Gefühl von Abscheu und Ekel in einem Schimpfwort den erlösenden Ausdruck geben?« Natürlich darf er. Aber heute würde der Mainstream den armen Kraus allein wegen des Adjektivs »dumpf« kreuzigen ...

 

Jeder noch so blinde ZDF-Zuschauer erlebt tagtäglich, wie »Lügenpresse« geht: Ein bisschen Wahrheit und gaaanz viel weglassen, nur so viel, bis es »passt«. Und wenn es nicht »passend« zu machen ist, wird eben einfach »richtig« gelogen. Wie seinerzeit, als Peter Frey mit Kollegin Bettina Schausten den Präsidentendarsteller Christian Wulff ins Kreuzverhör nahm. Als der Angekläffte wegen eines kostenlosen Urlaubs beim Millionärsfreund zurückwinselte: »Verlangen Sie denn Übernachtungsgeld, wenn ein Freund Sie besucht?«, da log die ZDF-Moderatorin Schausten echauffiert: »Ja ... natürlich, Herr Präsident!« Vielleicht ist sie ja damals rot geworden unter ihrer dicken Schminke. Tage später, von Pressekollegen in die Enge getrieben, wischte sie die dreiste Lüge lachend vom Tisch: Eine Art »Notwehr« ...

 

Den Gipfel von Gesinnungsjournalismus und Unterwerfung lieferte das ZDF am Tag nach den Silvesterverbrechen ganzer Horden sexhungriger Migranten, die über arglose Mädchen in Köln, Hamburg und anderswo herfielen. Obwohl am Abend »danach« via Facebook, Twitter und YouTube Millionen Menschen rund um den Globus sehen und hören konnten, wohin Merkels offene Arme die jungen Moslems gelockt hatten, nämlich unter die Röcke der Mädchen, nahm der verantwortliche Stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen die Sexverbrechen hunderter »Schutzsuchender« in den 19-Uhr-ZDF-Nachrichten bewusst nicht wahr und das obwohl alle Nachrichten, alle Bilder vorlagen.

 

Wurde die Pfeife gefeuert? Mitnichten! Der Herr Theveßen hat es ja in gutem Glauben getan ... Guter Mensch. Gutmensch! Und außerdem ist die Gattin seines ZDF-Intendanten eine türkische Muslima ... Theveßen ist längst wieder auf Sendung. »Experte« für dütt un datt, am gernsten für Terror. Und sein Gehalt aus den Gebühren der Zwangszahler löppt und löppt. Zum Dank wird er sie weiter belehren, bevormunden, belügen, indem er einfach weglässt, was nicht ins Weltbild der Mainzelmännchen passt ...

 

Alles erst ein paar Monate her. Aber sein Chef, das Obermainzelmännlein Peter Frey, schürzt die schmalen Lippen: »Es geht nicht um handwerkliche Kritik, es geht darum, mit pauschalen Angriffen auf die Presse, die Demokratie selbst zu attackieren.« Verstanden, ihr Doofmänner von Dunkeldeutschen? Die »Presse« (ist Fernsehen Presse?) ist die Demokratie. Und was die »Presse« sagt, muss gemacht werden. Bürger? Pack! Wähler. Gebührenzahler. Ihr blättert hin, wir sagen, was ihr wählen dürft ... sollt!

 

FAZ-Autor Michael Hanfeld schrieb am 31. Oktober 2015: »Mit dem Zweiten sieht man schlechter: Das öffentlich-rechtliche Fernsehen ist in der Flüchtlingskrise vor allem für Durchhalteparolen zuständig. Es beweist dabei, warum es der Politik so lieb und teuer ist.« Und: »Gälte es, auf die berühmte einsame Insel zu ziehen, und gäbe es nur ein Fernsehprogramm zu sehen, würden wir das Zweite nicht für die erste Wahl halten.« Hanfeld in etwa weiter: Es vermittelt, vom Morgenmagazin bis zum stets verdrehten Markus Lanz, dass Deutschland eine Insel der Seligen ist ... Jedenfalls für die oberen Zehntausend vom Mainstream. Und von dem wird halt immer wieder Hosianna für Muttchen Merkel verlangt: »Wir schaffen das!«

 

Wer wir? Natürlich ihr, ihr Zuschauer, du Volk, ihr Dumpfbacken schafft das. Wir sind ja nur »Wächter«. Wir passen auf euch auf. Damit ihr weiter für unser Einkommen und das Auskommen der Schutzsuchenden arbeitet. Sonst werden wir noch alle debil, wegen der europäischen Inzucht. Das sagt sogar der Herr Schäuble von der CDU. Und der weiß, wovon er spricht. Ganz bestimmt!!

 

Bertolt Brecht lässt in Leben des Galilei die Hauptfigur sagen: »Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher!«

 

 

 

 

 

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