Dienstag, 6. Dezember 2016
14.03.2016
 
 

WAHLSINN: Bild auf dem Mond? Nein, im Mainstream!

Peter Bartels

Wahltage sind für Zeitungen Kampftage. Immer. Sonntag war ein vom Mainstream hoch gefürchteter »Schicksals-Wahltag«. Es ging um Deutschland. Subkutan, brachial, wochenlang gemenetekelt: Nazis ante portas. Die AfD greift nach der Macht! Die »Alternative für Deutschland« droht aus dem »grenzenlos« hellen Deutschland der Willkommenskultur eine düstere Zwing-Burg zu machen. Die Lichter gehen aus. Dunkel-Deutschland! Und dann wurde es 18 Uhr ... Und es kam alles noch schlimmer, als die »Gutmenschen« orakelt hatten. Die AfD war tatsächlich angekommen! Wer nicht kam, war Bild ...

 

Bild Online entblödete sich nicht, bis 18:40 Uhr mit einer sogenannten »kalten« Schlagzeile die (angeblich) 300 000 User zu quälen:

Eklat in der CDU am Super-Wahlsonntag:

Erika Steinbach vergleicht Merkel-Regierung mit »Diktatur«

40 Minuten. Im instantanen Internet (schneller als Licht!) sind das gefühlte 40 Stunden. Längst raste die Nachricht seit 18 Uhr um den Erdball. Längst hatte seit einer Ewigkeit die erste Hochrechnung von ARD und ZDF die »Merkel-Parteien« CDU, SPD, GRÜNE und LINKE zu Salzsäulen erstarren lassen.

 

Aber Bild popelte offenbar immer noch in der publizistischen Nase, speiste die Bild-User immer noch mit der Headline von Steinbachs »Merkel – Diktatur« ab. Die beschrieb zwar (heuchlerisch), was in Deutschland ist.

 

Aber nicht, was gerade passiert war »in diesem unserem Lande« ‒ ein politischer Erdrutsch, wie seit der Wende nicht mehr. Der Tag, an dem Deutschland NEIN sagte. Zu offenen Grenzen. Zu Migranten-Massen. Zur Merkel-Diktatur der »Eliten«.

 

Nun ist seit ewig Gesetz, dass vor Schließung der Wahlkabinen, aus guten Gründen (Wähler-Beeinflussung) nicht berichtet werden darf. Deshalb zelebriert das Zwangs-TV inzwischen regelrechte Countdowns bis Clock 18 Uhr.

 

Aber: Natürlich liefern die Meinungsforscher den ganzen Tag über stündlich (noch schneller) »Zwischenstände«. Und so wissen Kanzlerin, Politiker u n d natürlich auch Journalisten, was »gleich« offiziell wird.

 

Spätestens ab 17 Uhr, also eine Stunde vor Schließung der Wahllokale, steht das Ergebnis im Wesentlichen fest. Das ist eine Stunde Zeit für Tabellen, Graphiken, Texte im Fernsehen. Eine Stunde Zeit für Bild Online, die neue Schlagzeile vorzubereiten. Und in einer Stunde konnten Bild-Redakteure früher eine komplette Seite neu gestalten, neu schreiben ... Auf altmodischem, umständlichen Papier ... Die Rotation musste irgendwann eben anhalten.

 

Heute, in Zeiten des Netzes, ist alles nur noch eine Finger-Übung. Heute kann man alles in jeder Sekunde ändern und neu »durchstarten«. Heute müssen der Chefredakteur und seine vergoldeten Ritter der Schwafelrunde nur noch »denken« und machen: delete & print. Gestern war es ärmlich bis erbärmlich.

 

Gegen 18:40 Uhr wurde die Stein-Schlagzeile von einer Wahl-Zeile abgelöst:

Grüne jubeln

SPD atmet auf

AfD schockt Deutschland

Und wieder taumelt die Redaktion in offensichtlich relativer Verzweiflung dem Merkel-Mainstream beflissen voraus, wie die jeweiligen Unterzeilen verraten:

Wahlsieg in Baden-Württemberg

Malu Dreyer gewinnt Rheinland-Pfalz

23 Prozent AfD in Sachsen Anhalt

Irgendwie wird noch an die AfD-Unterzeile rangeklebt ... »und auch in BaWü vor der SPD« ... aber der Sound soll halt suggerieren, wer Freund und wer Feind ist. So bekamen Merkel und Gabriel laut Bild auch zunächst nur einen »derben Denkzettel«. Dann war es immerhin ein »Horror-Tag«. Schließlich steht Angela Merkel laut Bild Online »mit ihrer Politik in der Flüchtlingskrise noch stärker unter Druck«.

 

Dass die Dame ‒ die erst die CDU zerstörte, die SPD gleich mit, die Deutschland in eine Katastrophe gelabert und gelogen hat ‒ sich längst aus dem Staub gemacht hatte ‒ Bild sagte kein einziges Wort. Ob sie heulte, pardon: weinte. Ob sie jetzt »in so einem Land (wirklich) nicht mehr leben will«. Kein Wort.

 

Stattdessen schwafelte die neue Chefredakteurin und Erbin von Kai Diekmanns Trümmerhaufen, Tanit Koch, in ihrem Kommentar, der zu aller Peinlichkeit auch noch in die Paper-Bild von heute rutschte:

 

Überschrift: So ein Wahlsinn! ‒ Kernsätze: »War ... das ... die Schicksalswahl für Angela Merkel? War sie nicht ... ihre Haltung in der Flüchtlingskrise wurde nicht abgestraft«. Wieder mal eine juvenile Verballhornung für Leser, die Bild immer noch nicht hat!

 

Was für ein WAHLSINN ‒ Bild auf dem Mond? Nein, mitten im Mainstream.

 

 

 

 

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