Sonntag, 11. Dezember 2016
19.01.2015
 
 

Hasskampagne: Wie die »Lügenpresse« ihre Kritiker zum Schweigen bringt

Peter Harth

Der Mainstream-Journalismus hält sich für unfehlbar. Dabei begreifen die Deutschen endlich, dass er die Wahrheit bedroht. Medienkritiker finden mehr Manipulationen als je zuvor – jetzt schlagen die Journalisten zurück und machen »Lügenpresse« zum Unwort des Jahres. Ein Freibrief. Jetzt können sie jeden Kritiker an den Medien-Pranger stellen und ihn »Spinner« rufen. Dabei lenken sie von neuesten Manipulationen ab.

 

Nein, der Mainstream-Journalismus hat »Lügenpresse« nicht selbst zum Unwort des Jahres 2014 gemacht. Das soll angeblich eine unabhängige Jury von Sprachwissenschaftlern unter sich ausgemacht haben. Das ist schon wieder eine Lüge der Presse, passend zum Unwort des Jahres. Stephan Hebel und Christine Westermann sind Journalisten und saßen in der Jury.

 

Nachdem das Unwort 2014 offiziell ist, rotieren sofort die Druckpressen und das Kreuzfeuer auf die PEGIDA-Bewegung beginnt: Das Wort »Lügenpresse« hätten doch schon immer die Feinde der Demokratie benutzt – und rufen die PEDIGA-Demonstranten jetzt nicht auch »Lügenpresse«? Da haben wir es doch, schreiben viele Journalisten gehässig.

Wer verbreitet hier eigentlich den Hass?

 

Medienkritik und PEGIDA, irgendwie soll das ein Bund des Bösen sein, sagt man uns. Nicht erst seit der Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin verbreiten die Journalisten die allzu simple Botschaft: PEGIDA = böse. Weil die »dumpfe Hassparolen« auf den Straßen brüllen. Weil dort nur »Hass« herrscht. Hass auf den Islam, Hass auf die »Lügenpresse«, Hass auf die Demokratie, Hass auf alles. Eine »Bewegung dummer, weißer Männer«.

 

Und mit dem Unwort »Lügenpresse« lässt sich dieses aufgebaute Feindbild auch auf die Medienkritiker übertragen. Zwei vermeintliche Feinde, eine regelrechte Kampagne des Mainstream-Journalismus.

 

Die Logik dahinter ist simpel aber effektiv: Weil die PEGIDA-Demonstranten böse sind, ist auch ihr Ruf »Lügenpresse« böse. Also sind die Medien gut. Jeder, der nun auch sagt: »Die Presse lügt«, der ist mit gefangen. Wir haben ja gelernt: So etwas sagen nur die Bösen.

 

PEGIDA = »Lügenpresse« = Medienkritiker

 

Sie glauben das nicht? Machen Sie einen Selbsttest: Nennen sie den Namen eines Menschen und beschreiben Sie ihn mit schlechten Eigenschaften. Nun sagen sie den Namen zusammen mit einem anderen Namen. Bald werden ihre Zuhörer auch den schlecht finden, selbst wenn Sie nur den zweiten Namen nutzen. PEGIDA = »Lügenpresse« = Medienkritiker.

 

Die Bundeskanzlerin hat diese Spirale der Vorurteile eröffnet: Gegenüber den vermeintlich Intoleranten muss ein guter Demokrat maximal intolerant sein. Ein Freifahrtschein für die Medien, um der PEGIDA-Bewegung die volle Breitseite zu geben – aber auch ein Abgesang auf die Meinungsfreiheit. Eine solche Macht nutzen die Mainstream-Medien nun, um von ihren eigenen Problemen abzulenken, einer massiven Krise: Ihnen glauben immer weniger Leser, Hörer und Zuschauer.

 

Wie Medien der Politik Schützenhilfe leisten

 

Dank des Unworts »Lügenpresse« dürfen die Journalisten jedem Medienkritiker die scheinheilige Frage stellen: »Aber mit PEGIDA bist Du nicht im Bunde?« Ein Totschlag-Argument, das jede vernünftige Kritik abwürgt. Da bildet sich eine unheilige Allianz zwischen Politik und Medien. Die PEGIDA-Bewegung spricht mit der Integration offen ein Thema an, bei dem sich viele Menschen von der Politik verlassen fühlen. Also will die Politik PEGIDA um jeden Preis mundtot machen und nimmt dafür die Schützenhilfe der Medien dankbar an. Das zeigen die Worte von Justizminister Heiko Maas (SPD) deutlich: »Wenn die gleichen Leute, die vor einer Woche über die Lügenpresse schimpfen, jetzt mit Trauerflor zur Verteidigung der Pressefreiheit demonstrieren, ist das an Heuchelei nicht zu überbieten.«

 

Was aber weder Mainstream-Medien noch Politik begreifen: Sie werden scheitern. Gerade aus der Dämonisierung bezieht die PEGIDA-Bewegung ihre Kraft. Die Kanzlerin mag ja rufen: »Folgen Sie nicht denen. […] Zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen!«

 

Aber was kommt dabei an? Die Bürger fühlen sich herabgewürdigt und diese verbalen Fußtritte aus der politischen Klasse machen sie nur noch wütender.

 

Die Medien können die Kritiker mit dem Schlagwort »Lügenpresse« mundtot machen – für den Moment. Das ist aber eine Strategie der Ablenkung. Im Grunde ist diese ganze Diskussion eine Nebensächlichkeit. Sie wird dann verstummen, wenn neue Fehler der Journalisten aufgedeckt werden. Wie gerade wieder.

 

»Nein, Ihr lügt doch!«

 

Die Journalisten verlieren mit billigen Kampagnen ihr Publikum. Sie bauen Feindbilder gegen PEGIDA, aber auch gegen Russland: Zusammen mit Außenminister Steinmeier oder Verteidigungsministerin von der Leyen schreiben sie für »mehr« militärische Intervention, Destabilisierung und Härte, »mehr Verantwortung« gegen den erklärten Feind. Die Reaktion der Deutschen? Skepis, ja geradezu ein Sturm der Entrüstung über das Kriegsgeschrei: »Nein, Ihr lügt doch!«

 

Nun sind vor allem die Alpha-Journalisten wütend, weil sie merken, dass diese Kampagnen bei den Menschen das Gegenteil bewirken. Sie sind Papiertiger – aber statt endlich Selbstkritik zu üben, werden sie arrogant und reagieren beleidigt; schließen sich mental in einem Betonbunker ein. Es muss frustrierend sein, wenn man sein Geld als »analoger Besserwisser« verdient, doch niemand mehr auf einen hört.

 

Keiner glaubt mehr den »analogen Besserwissern«

 

Der Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris wird jetzt wieder für eine Kampagne missbraucht: Wenn die Pressefreiheit angegriffen wird – von Terroristen, die ja bekanntlich böse sind – dann müssen die Medien doch gut sein. »Glaubt uns doch endlich wieder!« So lautet die verzweifelte Bitte hinter jeder Schlagzeile »Je suis Charlie«.

 

Aber hinter diesen Schlagzeilen tauchen wieder nur neue Lügen auf. Die Mainstream-Medien, allen voran die Tagesschau, zeigen beim Gedenkmarsch in Paris nach den Anschlägen ein rührseliges Bild: Die Staats- und Regierungschefs Europas schreiten »Seite an Seite« vereint mit den trauernden Millionen. Wieder ein Bild, das zu schön ist, um wahr zu sein. Es ist manipuliert!

 

Journalisten machen sich zu den Komplizen der Inszenierung

 

Die Wahrheit: Unsere Staatschefs haben solche Angst vor den Menschen, dass sie nicht Teil der trauernden Menge sein wollen. Sie laufen für sich; abgetrennt und beschützt von Bodyguards. Die Inszenierung ist so dreist, dass es selbst Journalisten peinlich wird. Die Chefredakteurin der taz schreibt empört: »Leider belegt der Umgang mit den Bildern des Pariser Marsches der Mächtigen, dass das Wort ›Lügenpresse‹ nicht nur ein Hirngespinst der PEGIDA-Anhänger ist, sondern dass die Wirkung der Bilder – übrigens auch für deutsche Medienmacher – manchmal wichtiger ist als die Dokumentation der Realität.«

 

Und wie reagieren die Alpha-Journalisten, wenn sie als Komplizen der Inszenierung überführt werden? Sie poltern und geifern. »Alles kompletter Unfug […] wilde Verschwörungstheorie«, behauptet der Chefredakteur der Tagesschau, Kai Gniffke. Danke, Herr Gniffke. Auch dank Ihnen geht der Medienkritik nie der Stoff aus. Und wenn wir nun wieder »Lügenpresse« rufen, dann auch deshalb, weil die Welt nicht schwarz-weiß ist. Auch wenn sie der Mainstream-Journalismus gerne dazu macht. Sie können dabei aber nur noch mehr Glaubwürdigkeit verlieren.

 

 

 

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Leser-Kommentare (58) zu diesem Artikel

16.09.2015 | 10:59

Klartext

Limonadige Ergüsse aus dem Federkiel der Lügenpresse, die sich hütet, ein wahrheitsgetreues Bild, des Wirkens der Deutschen Vertreter im Parlament, dem Volk zu vermitteln. --------------------------------------------------------------------------------------------- Es gibt keine Vertretung der Interessen des Volkes in diesem, unserem Land! Gibt es nicht! ----------------------------------------------------------------------------------- Das ist eine grobe Verletzung ihres...

Limonadige Ergüsse aus dem Federkiel der Lügenpresse, die sich hütet, ein wahrheitsgetreues Bild, des Wirkens der Deutschen Vertreter im Parlament, dem Volk zu vermitteln. --------------------------------------------------------------------------------------------- Es gibt keine Vertretung der Interessen des Volkes in diesem, unserem Land! Gibt es nicht! ----------------------------------------------------------------------------------- Das ist eine grobe Verletzung ihres Eides! -------------------------------------------------------------------- Wer trägt die verantwortung für die Entscheidungen und Nicht Entscheidungen der parlamentarischen Schwätzervereinigung? Die Konsequenzen trägt das Volk und das sind wir alle! Wenn wir nicht aufstehen, geht es immer so weiter.


11.03.2015 | 15:04

Hili

Übrigens, im 3. Reich, das habe ich noch erlebe und ich weiß es noch, wenn die Erwachsenen sich unterhielten, Sprachen Sie von der "Breiten Fresse" und wenn ich fragte, was das sei, antwortete man mir, "das ist die Freie Presse"!!! Heute habe ich wieder mal eine kritische Frage stellen wollte an die ARD, aber vergeblich. Etwa seit Januar gehen meine eMails nicht mehr durch!!! Kann mir mal jemand sagen, was das wohl zu bedeuten hat???


26.01.2015 | 21:55

Kai Becker

"Zum Schweigen bringt"? Daß ich nicht lache. Die nackte Angst ist es, warum die Journaille um sich schlägt. Verständlich - denn außer Lohnschmiererei haben die Betroffenen ja nie etwas Rechtes gelernt, und zur Disposition stehen nicht nur üppige Gehälter. sondern auch Sozialprestige und Selbstwertgefühl etc.


23.01.2015 | 10:10

Ixi

Dass das Wort "Lügenpresse" zum Unwort des Jahres gekürt wurde, ist ein jämmerlicher Kompromiss. Gemeint ist eigentlich "Wirsin´dasvolk".


20.01.2015 | 16:01

"weltinstitut der wahrheit"

ominöses getöse, ist immer böse! deshalb erklärt unser "weltinstitut der wahrheit". das immerhin von 90% der weltbevölkerung besucht und gesponsort wird, das wort "lügenpresse" zum >>> "wichtigsten, fortschrittlichstem und demzufolge ehrlichstem und wahrheitsgetreuesten wort dieses neuem jahrtausend!!!"<<< wir grüssen alle! und weiterso, liebe freunde der ungeschmickten wahrheit. eurer prof.dr.krasss


20.01.2015 | 15:16

Voigt

LIZENZPRESSE HALT DEINE BESATZER-FRESSE. ALLIIERTE - ALL LIES - ZIONISTEN, POLEN, TSCHECHEN UND RUSSEN RAUS AUS DEM DEUTSCHEN REICH. KRIEGSVERBRECHER GEHT DAHIN WO IHR HINGEHÖRT.

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