Saturday, 25. October 2014
17.07.2011
 
 

Eva Herman, der BGH und die deutsche Sprache – Eine Betrachtung aus Sicht eines 68ers

Peter Mersch

Der Artikel analysiert die Äußerungen Eva Hermans auf ihrer Pressekonferenz vom 6. September 2007 im Kontext des finalen Urteils des Bundesgerichtshofs, der Medienlandschaft, der Gleichberechtigung der Geschlechter und des Anliegens der 68er-Generation und kommt zu dem Schluss, dass der ehemaligen Tagesschau-Sprecherin nicht nur von der Presse schwerstes Unrecht zugefügt worden ist, sondern nun auch noch von der Judikative.

Der Fall Eva Herman

Die ehemalige Sprecherin der Tagesschau Eva Herman äußerte sich am 6. September 2007 auf einer Pressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung ihres Buches Das Prinzip Arche Noah – warum wir die Familie retten müssen gegenüber anwesenden Journalisten unter anderem wie folgt [1]:

Wir müssen den Familien Entlastung und nicht Belastung zumuten und müssen auch 'ne Gerechtigkeit schaffen zwischen kinderlosen und kinderreichen Familien. Wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles was wir an Werten hatten – es war 'ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle – aber es ist eben auch das, was gut war – das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben.

Die Journalistin Barbara Möller führte in der Ausgabe des Hamburger Abendblattes vom 7. September 2007 dazu unter anderem aus [2]:

Das Prinzip Arche Noah sei wieder ein »Plädoyer für eine neue Familienkultur, die zurückstrahlen kann auf die Gesellschaft«, heißt der Klappentext. Die Autorin, die übrigens in vierter Ehe verheiratet ist, will auch schon festgestellt haben, dass die Frauen »im Begriff sind, aufzuwachen«, dass sie Arbeit und Karriere nicht mehr unter dem Aspekt der Selbstverwirklichung betrachten, sondern unter dem der »Existenzsicherung«. Und dafür haben sie ja den Mann, der »kraftvoll« zu ihnen steht. In diesem Zusammenhang machte die Autorin einen Schlenker zum Dritten Reich. Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter. Die hätten die 68er abgeschafft, und deshalb habe man nun den gesellschaftlichen Salat. Kurz danach war diese Buchvorstellung Gott sei Dank zu Ende.

Der Artikel des Hamburger Abendblattes trug maßgeblich dazu bei, Eva Herman gedanklich in die Nähe von Nazi-Ideologien zu rücken, was letztlich zu ihrer Entlassung aus Fernsehdiensten führte. Eva Herman fühlte sich jedoch von der Zeitung falsch zitiert und reichte eine Klage gegen den Axel-Springer-Verlag ein. Die ersten beiden Instanzen gaben ihr im Wesentlichen Recht. Das Oberlandesgericht Köln begründete seinen Beschluss in einer Pressemitteilung vom 28. September 2009 mit den folgenden Worten [3]:

Die Richter des Oberlandesgerichts gaben heute – wie in der Vorinstanz schon das Landgericht Köln – im Wesentlichen der Fernsehmoderatorin Recht. Das Zitat, das ihr in dem Artikel im Hamburger Abendblatt als eigene Äußerung in den Mund gelegt werde, sei falsch und entspreche nicht den tatsächlichen Äußerungen Hermans während der Pressekonferenz. In Wahrheit habe es sich um eine Interpretation bzw. eine Auslegung der tatsächlich von Herman anlässlich der Pressekonferenz gemachten mehrdeutigen Äußerung gehandelt. Dies hätte in dem Artikel aber deutlich gemacht werden müssen. Die der Fernsehmoderatorin mit dem Falschzitat zugeschriebene Aussage und Einstellung beeinträchtigte sie massiv in ihrem allgemeinen Persönlichkeitsrecht und lasse sie in negativem Licht erscheinen, da die Äußerung letztlich den Unrechtscharakter des NS-Regimes bagatellisiere, indem sie diesen auf ein in jedenfalls Teilen erträgliches, in Wirklichkeit dann doch nicht so schlechtes Maß reduziere. Mit dem Falschzitat werde Frau Herman auch die inhaltliche Billigung der NS-Mutterrolle als Gebärerin arischen Nachwuchses zugeschrieben. Dadurch werde sie in ihrer sozialen Wertgeltung massiv beeinträchtigt und herabgewürdigt, was insofern besonders schwer wiege, als Frau Herman als Nachrichtensprecherin eine hohe Bekanntheit und Vorbildfunktion genoss und besonderen Anforderungen an Seriosität und Neutralität zu genügen hatte.

Mit Rücksicht auf die schwer wiegende Persönlichkeitsrechtsverletzung und das Maß des Verschuldens auf Seiten des Verlags hat der Senat auch eine Geldentschädigung in Höhe von 25.000,- Euro zugesprochen. Da die Aussage in hohem Maße geeignet gewesen sei, das öffentliche Ansehen Eva Hermans massiv zu beschädigen, hätten die verantwortlichen Redakteure des Beitrags sich durch einfache und zeitnahe Nachfrage vergewissern können und müssen, ob die Äußerung Hermans tatsächlich so bei der Pressekonferenz gefallen war, zumal dort keine vorbereitete Erklärung verlesen worden sei, sondern freie Redebeiträge gewechselt worden seien. Auch hätte leicht klargestellt werden können, dass es sich um eine Interpretation der Äußerung Hermans gehandelt habe. Bei der Bemessung der Entschädigung hat der Senat allerdings nicht berücksichtigt, dass die dem Artikel nachfolgende Medienkampagne die berufliche und private Existenz Hermans erheblich beeinträchtigt hat. Für diese weiteren Auswirkungen sei nicht allein der Springer-Verlag verantwortlich zu machen.

In der Revision wies der Bundesgerichtshof (BGH) die Klage am 21. Juni 2011 (VI ZR 262/09) jedoch endgültig zurück. In der Pressemitteilung zum Urteil heißt es:

Der u. a. für den Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts zuständige VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hat entschieden, dass die beanstandete Berichterstattung das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Klägerin nicht beeinträchtigt. Zwar umfasst das allgemeine Persönlichkeitsrecht auch das Recht am eigenen Wort und schützt den Einzelnen davor, dass ihm Äußerungen zugeschrieben werden, die er nicht getan hat und die seine Privatsphäre oder den von ihm selbst definierten sozialen Geltungsanspruch beeinträchtigen. Der grundrechtliche Schutz wirkt dabei nicht nur gegenüber Fehlzitaten, sondern auch gegenüber unrichtigen, verfälschten oder entstellten Wiedergaben einer Äußerung. Die Beklagte hat die Äußerung der Klägerin aber weder unrichtig noch verfälscht oder entstellt wiedergegeben. Die Äußerung lässt im Gesamtzusammenhang betrachtet gemessen an Wortwahl, Kontext der Gedankenführung und Stoßrichtung nur die Deutung zu, die die Beklagte ihr beigemessen hat.

Dies ist insoweit bemerkenswert, als der BGH damit primär ein linguistisches und kein juristisches Urteil gefällt hat. Die Klage wurde nämlich zurückgewiesen, weil sich Eva Hermans Äußerungen gemäß BGH nicht anders deuten lassen, als es Barbara Möller seinerzeit in der Ausgabe des Hamburger Abendblatts vom 7. September 2007 getan hat. Anders gesagt: Der Klage konnte allein schon deshalb nicht stattgegeben werden, weil das Hamburger Abendblatt in den Augen des BGHs Eva Hermans Worte inhaltlich korrekt wiedergegeben hatte.

Das ist jedoch – wie ich noch zeigen werde – völlig falsch [4].

 

Eva Hermans Weltbild

Will man etwas über das Weltbild einer in der Öffentlichkeit stehenden Person erfahren, schaut man sich am Besten deren mündliche und schriftliche Äußerungen im Gesamtzusammenhang an. Dies dürfte zugleich bei der Interpretation isolierter, aus dem Kontext gerissener und zunächst missverständlicher Formulierungen hilfreich sein.

 

Tut man dies bei Eva Herman, kommt man sehr schnell zu dem Ergebnis, dass sie äußerst religiös ist. Beispielsweise heißt es auf ihrer Homepage im Bereich »Privat« und »Leben« unter der Überschrift »Was mir wichtig ist« [5]:

  • Das Gespräch mit dem Schöpfer. Seine Liebe und sein Geleit.
  • Geliebte Menschen, die mich verstehen.
  • Tiefer Respekt und Achtung vor der Schöpfung und dem Schwingen in den ewigen Gesetzen.
  • Eigene geistige und menschliche Entwicklung. Als Ziel dienen: Anstand, Demut, moralisches Handeln, Nächstenliebe.

In einem Interview präzisierte sie, dass ihre Religiösität nicht kirchengebunden ist, sondern auf einem unmittelbaren Gottesglauben beruht [6]:

Es ist mein Glaube, der mir entscheidend weiterhilft, der mich stützt und mir Kraft gibt, in einer Kirche bin ich nicht organisiert. Ich bin also nicht kirchengläubig, sondern gottesgläubig, oder besser: Ich bin fest von des Schöpfers ewiger Anwesenheit überzeugt. Es ist das Wissen, vor dem Schöpfer und für den Schöpfer das Richtige zu tun, und auch dann ganz fest zu stehen, wenn die Welt rundherum unterzugehen droht. Ich halte es in diesem Fall mit der Apostelgeschichte: »Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen«.

Weiter bekräftigt sich der Eindruck durch die Titel und Untertitel ihrer Sachbücher, in denen vom Eva-Prinzip [7], dem Prinzip Arche Noah [8] und der Schöpfung [9] die Rede ist.

 

Diese Religiösität scheint mit moralischen Vorstellungen bzgl. Sittlichkeit und Anstand verbunden zu sein, die in der heutigen Zeit nicht nur antiquiert, sondern geradezu grotesk wirken mögen. Entsprechend wurde von ihr die Loveparade als Sodom und Gomorrha bezeichnet [10]:

Sie wussten, was sie erwartet, haben sich freiwillig dazu entschieden, hierher zu kommen. Viele Mädchen haben den Busen blank gezogen, manche sind fast völlig nackt. Sie wiegen sich in ekstatischer Verzückung im ohrenbetäubenden Lärm, Begriffe wie Sittlichkeit oder Anstand haben sich in den abgrundtiefen Bassschlägen ins Nichts aufgelöst.

BILD hatte im Internet schon lange zuvor getrommelt für die »geilste Party der Welt«! Und überträgt im Internet die Veranstaltung mit prominenten Moderatoren: Oliver Pocher und Lebensgefährtin Sandy Meyer-Wölden melden sich immer wieder aus dem »geilen Getümmel«, sie interviewen Promis wie die Klitschko-Brüder oder DSDS-»Stars«, und wollen diesem Sodom und Gomorrha damit das Flair einer »normalen Veranstaltung« verleihen.

Verursacher (die Schuldigen also) dieses gesellschaftsweiten sittlichen Verfalls, der in der Loveparade nur seinen besonders pointierten Ausdruck fand, sind für sie – wie könnte es anders sein – die 68er [11]:

Selten wurde ein Begriff mehr durch den Dreck gezogen als bei der Loveparade. Man fragt sich verzweifelt, welche Definition von »Liebe« die jungen Menschen durch derartige und leider selbstverständlich gewordene Falschbezeichnungen für das eigentlich Schönste und Höchste in dieser Schöpfung erhalten müssen?

Die unheilvollen Auswüchse der Jetztzeit sind, bei Licht betrachtet, vor allem das Ergebnis der Achtundsechziger, die die Gesellschaft »befreit« haben von allen Zwängen und Regeln, welche das »Individuum doch nur einengen«. Wer sich betrunken und mit Drogen vollgedröhnt die Kleider vom Leib reißt, wer die letzten Anstandsnormen feiernd und tanzend einstürzen lässt, und wer dafür auch noch von den Trägern der Gesellschaft unterstützt wird, der ist nicht weit vom Abgrund entfernt. Die Achtundsechziger haben ganze Arbeit geleistet!

Dass es nun zur Loveparade-Tragödie von Duisburg kam, könnte gemäß Eva Herman an dunklen Mächten gelegen haben, die den Frevel schließlich beendeten [12]:

Für die Zukunft wurden jedoch Weichen gestellt: Denn das amtliche Ende der »geilsten Party der Welt«, der Loveparade, dürfte mit dem gestrigen Tag besiegelt worden sein! Eventuell haben hier ja auch ganz andere Mächte mit eingegriffen, um dem schamlosen Treiben endlich ein Ende zu setzen. Was das angeht, kann man nur erleichtert aufatmen! Grauenhaft allerdings, dass es erst zu einem solchen Unglück kommen musste.

Da man dem Lieben Gott solche absichtsvollen Gemeinheiten für gewöhnlich nicht unbedingt unterstellen möchte, kann dann eigentlich nur noch Mephisto höchst persönlich am Werk gewesen sein, frei nach seinem in Goethes Faust geäußerten Motto: »Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.« In diesem Fall war das Gute – folgte man der Argumentation Eva Hermans – die Beendigung des schamlosen Treibens mit den vielen sich dort halb oder ganz nackt präsentierenden Mädchen und jungen Frauen.

 

Fazit: Eva Herman ist eine zutiefst religiöse Frau mit gemäß heutigen Standards äußerst konservativen und restriktiven Vorstellungen zu Moral, Sitte und Anstand. Außerdem glaubt sie an

die Schöpfungslehre und die Aussagen des Alten Testaments. Evolutionsbiologen würden sie als Kreationistin bezeichnen.

 

Allerdings ist dies nichts, weswegen man in Deutschland etwa seinen Job verlieren könnte. Viele gläubige Menschen, Bischöfe und auch »unser« Papst dürften vergleichbare Moralvorstellungen besitzen.

Die entscheidende Frage ist: Ist sie gleichzeitig auch eine Sympathisantin der nationalsozialistischen Familienpolitik, wie es Barbara Möller vom Hamburger Abendblatt in ihrem Artikel suggerierte?

Eine solche Nähe zur Nazi-Ideologie wollten andere schon viel früher festgestellt haben, beispielsweise Alice Schwarzer unmittelbar nach Erscheinen von Eva Hermans Cicero-Artikel »Die Emanzipation – ein Irrtum?« [13], den sie in einem Spiegel-Interview als eine Suada zwischen Mutterkreuz und Steinzeitkeule titulierte [14]. Sie fügte in gewohnt unreflektierter Weise und ein weiteres Mal auf Hitler Bezug nehmend an, dass ihr die demografische Entwicklung »nicht die Bohne« Sorgen bereite: »Wir müssen im Jahr 2006 dem Führer doch kein Kind mehr schenken.« [15] Wenige Monate später verglich die Feministin Thea Dorn in einem ZEIT-Interview Eva Hermans Buch Das Eva-Prinzip offen mit Hitlers Mein Kampf [16] [17].

Doch eine solche Nähe zu Nazi-Ideologien lässt sich aus den Büchern und sonstigen Äußerungen Eva Hermans nicht herauslesen. Ganz im Gegenteil.

Beispielsweise widmete sie bereits ein Jahr vor der verhängnisvollen Arche-Noah-Pressekonferenz mehr als fünf Seiten ihres Buches Das Eva-Prinzip explizit der Familienpolitik der Nazis. In regelrecht angewiderter Weise schreibt sie darin unter anderem [18]:

Was viele nicht wissen: Unsere distanzierte Haltung zu unseren Kindern steht auch in einem direkten Zusammenhang mit einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte, dem Dritten Reich. Die Theoretiker des Nationalsozialismus erkannten früh, dass die Frage der Kindererziehung höchste politische Relevanz hatte. Das beschränkte sich nicht auf die erwünschte Steigerung der Geburtenrate, die sich in der Auszeichnung mit dem »Mutterkreuz-Orden« für Frauen mit vielen Kindern ausdrückte. Es betraf vielmehr die konsequente Einflussnahme auf den vormals privaten, familiären Bereich von Geburt, Mutterschaft und Säuglingspflege. Es ging nicht nur darum, »dem Führer Kinder zu schenken«, sondern die Kinder so früh wie möglich nach den Maßgaben des nationalsozialistischen Menschenbilds zu formen.

Betrachtet man diese ideologischen Grundlagen, wird schnell klar, dass der Hitler-Staat alles daran setzte, jeden gesellschaftlichen Bereich zu kontrollieren und jede private Nische zu vernichten, in der sich individuelle Lebensformen entwickeln konnten. Verwirklichen ließ sich das nur, indem die Gruppe, das Kollektiv, die »Volksgemeinschaft« über den einzelnen Menschen gestellt wurde, eine Ideologie, die wir auch im DDR-Sozialismus immer wieder beobachten konnten. Damit wurden Kinder zum Politikum. Um ihre Erziehung zu nationalsozialistischen Bürgern zu gewährleisten, sollten sie der elterlichern Fürsorge so früh wie möglich entzogen werden. Es gab nur ein Problem: die emotionale Bindung der Eltern an ihre Kinder. So lag es nahe, diese konsequent in Frage zu stellen und zu zerstören.

Gegen Ende des Abschnitts wagt sie die These, dass die Propagierung von Babykrippen und der frühzeitigen Abgabe von Kindern in staatliche Betreuungseinrichtungen als Ausdruck der Priorisierung der elterlichen Berufstätigkeit eine weit größere Nähe zur Familienpolitik der Nationalsozialisten besitzt als das Bild von der fokussiert und liebevoll aufziehenden Mutter und Hausfrau [19]:

Auch wenn heute vordergründig keine Gedanken dieser Art mit der Forderung nach frühester Fremdbetreuung von Kindern verbunden sind, so muss man die Vorrangstellung der Berufstätigkeit vor den emotionalen Bedürfnissen dennoch als ideologische Einflussnahme bezeichnen: Die ökonomischen Anforderungen stehen heute im Verdacht, den Rang einer Weltanschauung und Lebenseinstellung eingenommen zu haben. Wir sollen »opferbereit« sein wie die Mütter im Nationalsozialismus, wir sollen unsere Gefühle unterdrücken, uns von ihnen befreien, um ohne Sehnsüchte und ohne schlechtes Gewissen unserer Erwerbstätigkeit nachzugehen.

Bei der Frage von Babykrippen und Betreuungseinrichtungen gilt daher nicht ohne Grund das Motto: »Je früher, desto besser. Wer sich bindet, ist schwach; wer sich möglichst nüchtern verhält und Bindungen vermeidet, ist am ehesten in der Lage, sein Kind fröhlich lächelnd in fremde Hände zu geben.« In Einrichtungen, wo es versorgt, aber ganz bestimmt nicht auf den Arm genommen und mit Zärtlichkeiten bedacht wird.

Solche schriftlichen Äußerungen lassen insgesamt nur einen Schluss zu: Eva Herman ist eine ausgesprochen religiöse und sittsam denkende Frau, aber alles andere als ein Nazi. Sie ist einstellungsmäßig mindestens genauso weit von den Ideologien des Dritten Reichs entfernt wie etwa der Papst. Das gilt auch für ihre Haltung zur NS-Familienpolitik, die sie ganz offenkundig verabscheut.

 

Mein Weltbild

Und ich? Sieht man einmal vom Thema Nazi-Ideologie ab, so bin ich das genaue Gegenteil von ihr.

Erstens bin ich ein Mann, zweitens Atheist, drittens ein 68er und viertens Evolutionstheoretiker. Von mir stammt die Systemische Evolutionstheorie [20] [21], von der namhafte Wissenschaftler meinen, sie könnte eine sinnvolle Verallgemeinerung der Darwinschen Lehre sein.

Und fünftens bin ich der Antichrist.

Schon bald nach der Aufnahme meines Mathematikstudiums im Frühjahr 1968 saß ich als Vertreter einer linken Fachschaftsgruppe im Studentenparlament, nahm an Demonstrationen, Flugblattaktionen, Vorlesungsstörungen und allerlei »revolutionären« Happenings teil. Auf einem Open-Air-Konzert tanzte ich nackt. Gern sah ich es, wenn Mädchen bei solchen Anlässen »den Busen blank zogen« – und den Rest dann auch. Während des Studiums schlief ich mit der Ehefrau bzw. Freundin meiner beiden besten Freunde – und in deren Einverständnis –, schließlich ging es um das höhere, »politische« Ziel der freien Liebe [22]. Auf einigen Selbsterfahrungsworkshops war ich mit mehreren Frauen gleichzeitig im Bett. Meine Freundin verbrachte eine längere Zeit im Bhagwan-Ashram in Poona, wo sie Sex mit etlichen Frauen und Männern hatte, wovon sie mir nach ihrer Rückkehr eingehend und stolz berichtete. Wenn ich damals nicht schon so häufig unter Migräne gelitten hätte [23], wäre ich sicherlich zusammen mit ihr dorthin gefahren, um ähnliche Erfahrungen zu sammeln.

Bezahlsex gab es gleichfalls reichlich in meinem Leben. Immer wenn ich an einem anderen Ort war, suchte ich recht bald das nächstgelegene Bordell auf [24], um Kultur, Land und Leute (will sagen: Frauen) näher kennenzulernen [25]. Von allen Frauentypen war mir das Luder stets am liebsten. No, je ne regrette rien [26].

Politisch gehöre ich seit vielen Jahren zu den notorischen Nichtwählern. Auch diese Haltung stammt letztlich aus meiner Studien- bzw. 68er-Zeit: Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber ... Manchmal stelle ich mir vor, ich müsste mich bei einer Wahl zwischen Angela Merkel, Claudia Roth und Sigmar Gabriel entscheiden: Oh mein Gott!

Warum ich das erzähle? Nun, ich bin dann wohl einer dieser schrecklich sündhaften 68er, vor denen Eva Herman uns ständig zu warnen versucht. Was mich aber hinreichend unverdächtig machen sollte, ein unkritischer Befürworter ihrer Thesen zu sein [27].

Allerdings lassen sich zu ihren Ansichten durchaus auch Anknüpfungspunkte finden. Beispielsweise bin ich – anders als etwa Richard Dawkins – kein streitbarer Atheist, sondern jemand, der sich der Begrenztheit der eigenen Erkenntnis bewusst ist. Zwar halte ich das Evolutionsmodell der Systemischen Evolutionstheorie für überaus plausiblel, jedoch letztlich auch für ziemlich sinnentleert. Und beweisen kann ich meine eigene Weltsicht sowieso nicht. Ich habe deshalb vollstes Verständnis dafür, wenn andere eher »sinngebendere« Welterklärungsmodelle präferieren, schließlich hat man nur dieses eine Leben.

Wesentlicher scheint mir jedoch zu sein, dass ich als Evolutionstheoretiker bei der Geschlechterverhältnisfrage zu vergleichbaren Ergebnissen komme wie sie, was auch naheliegend ist [28]. Denn einerseits hat sich in der Evolution bei den höheren Lebensformen die getrenntgeschlechtliche Fortpflanzung (mit getrennten Männchen und Weibchen) gegenüber der nichtgeschlechtlichen Vermehrung und selbst dem Hermaphroditismus durchgesetzt, obwohl sich mit alternativen Fortpflanzungsweisen viel mehr Nachkommen produzieren lassen, andererseits wird man auch die großen Religionsgemeinschaften mit ihren zum Teil sehr rigiden Fortpflanzungsregeln und klar getrennten Geschlechtsrollen als evolutionäre Erfolge bezeichnen müssen. In beiden Fällen lassen sich hierfür überzeugende evolutionstheoretische Gründe benennen, von denen ich einige in meinen Artikeln Wozu gibt es Sexualität? und Die evolutionäre Bedeutung der Religionen zusammengefasst habe.

Als Evolutionstheoretiker geht man nämlich implizit davon aus, dass sich langfristig vor allem die Dinge in der Natur und in soziokulturellen Kontexten durchsetzen, die vorhandene Kompetenzen besonders gut bewahren können. Eine solche Sichtweise lässt dann aber unmittelbar vermuten, dass sich die Fortpflanzungssysteme der großen Religionen gewissermaßen im Einklang mit den Erfolgsprinzipien der Natur befinden, andernfalls hätten sie nicht über so viele Generationen hinweg erfolgreich sein können (mehr dazu in: Die evolutionäre Bedeutung der Religionen).

Nichts anderes behauptet Eva Herman im Grunde auch, wenn sie beispielsweise in Das Eva-Prinzip schreibt: »Nur wenn wir uns im Einklang mit den Gesetzen der Natur befinden, wenn wir sie erkennen und akzeptieren, kann das segensreiche Schöpfungsprinzip der menschlichen Zweigeschlechtlichkeit förderlich für uns und unsere Gesellschaft wirken«, wofür Thea Dorn ihr in der ZEIT eine gedankliche Nähe zu Hitlers Mein Kampf unterstellte [29]. Doch dazu später mehr.

Hinzu kommt, dass ich mit dem Familienmanager-Konzept [30] [31] [32] [33] ein eigenes Familienmodell für Gesellschaften mit Geschlechtergleichstellung vorgeschlagen habe, welches – dem sozialwissenschaftlichen Mainstream zuwiderlaufend – keineswegs auf der weiteren Angleichung der Geschlechterrollen beruht. Und dafür lassen sich zahlreiche substanzielle Gründe anführen (siehe z. B. Familienarbeit in gleichberechtigten Gesellschaften). Auch setzt es nicht auf der angeblich grundsätzlichen Vereinbarkeit von Beruf und Familie auf, weswegen es von einigen (vor allem von Feministinnen) als rückwärtsgewandt bezeichnet wurde. Entsprechend meinte man, mir eine rechtskonservative Gesinnung unterstellen zu können. Doch damit nicht genug: Ich sei ein moderner Eugeniker, hieß es weiter [34].

Dabei ist es genau umgekehrt. Gleichheitsfeminismus und Gender Mainstreaming sind vom Kern her zutiefst patriarchalische Konzepte, die am Grundprinzip des Patriarchats – der unbezahlten Familienarbeit – rigoros festhalten. Die fehlende finanzielle Anerkennung der von Frauen geleisteten Haus- und Familienarbeit war nämlich dessen entscheidendes Herrschaftsmittel. Entsprechend besitzt das patriarchalische Familienmodell auch den charakterisierenden Namen »Ernährermodell» (wer nichts verdient, der muss halt ernährt werden).

Dennoch sprach sich der von Simone de Beauvoir begründete Genderfeminismus (»man wird nicht als Frau geboren ...«) von Anfang an gegen jegliche Form der bezahlten Familienarbeit aus. Simone de Beauvoir war dieses Dogma sogar so wichtig, dass sie es, wie aus einem in 1975 mit der amerikanischen Feministin Betty Friedan geführten Gespräch hervorgeht, am liebsten per Zwang durchgesetzt hätte [35] [36]:

Friedan: »I don't think they should have to. The children should be the equal responsibility of both parents – and of society – but today a great many women have worked only in the home when their children were growing up, and this work has not been valued at even the minimum wage for purposes of Social Security, pensions and division of property. There could be a voucher system which a woman who chooses to continue her profession or her education and have little children could use to pay for child care. But if she chooses to take care of her own children full time, she would earn the money herself.«

Beauvoir: »No, we don't believe that any woman should have this choice. No woman should be authorized to stay at home to raise her children. Society should be totally different. Women should not have that choice, precisely because if there is such a choice, too many women will make that one. It is a way of forcing women in a certain direction.«

Andere namhafte Genderfeministinnen (z. B. Alice Schwarzer) schlossen sich ihrer Auffassung an. Dahinter dürfte sich letztlich eine schwerwiegende Herabwürdigung und Bedeutungsunterschätzung reproduktiver Tätigkeiten im Vergleich zu bis dahin eher typisch männlich-produktiven Aufgaben verbergen. So schreibt etwa Alice Schwarzer in ihrem Buch Die Antwort [37]:

Selbst vom Steinzeitjäger und seiner Beerensammlerin müssen wir uns wohl verabschieden. Zahlreiche Funde der neueren Zeit sprechen eher für eine Teilnahme der Frauen an der Jagd, während der Nachwuchs vom zurückbleibenden Rest versorgt wurde, von Alten oder Fußlahmen. Leuchtet ja auch ein. Als hätten die Steinzeitmenschen sich das Brachliegen einsetzbarer Kräfte erlauben können.

Mit anderen Worten: Das Stillen von Kindern, das Aufziehen der nächsten Generation entsprach gemäß Alice Schwarzer einem Brachliegenlassen menschlicher Ressourcen, das Beschaffen von Fleisch hingegen sozialer Teilnahme. In das gleiche Horn blies wenige Jahre zuvor Susanne Mayer, als sie in einem ZEIT-Artikel behauptete, es koste der deutschen Gesellschaft ein Vermögen, wenn bestens ausgebildete Frauen wegen ihrer Kinder zu Hause bleiben [38]: Hauptanliegen der Autorinnen ist in beiden Fällen die Mobilisierung »brachliegender« Mütter für angeblich wichtigere, wertvollere und produktivere Tätigkeiten in der Wirtschaft.

Der Genderfeminismus ist damit letztlich zu einem neoliberalen, frauen- und kinderfeindlichen Konzept zwecks Mobilisierung billiger weiblicher Arbeitskräfte im Interesse der Wirtschaft verkommen. Während diejenigen, die sich mit den Grenzen des Wachstums beschäftigen, immer energischer darauf hinweisen, dass es in einer ressourcenknappen Welt zu einer Aufwertung von Dienstleistungen am Menschen (wie zum Beispiel die Familienarbeit) kommen müsse und werde, verfolgt der Genderfeminismus weiterhin den Weg der optimalen Ausbeutung aller vorhandenen Ressourcen. Konzepte wie Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit scheinen für seine Vertreterinnen Fremdwörter zu sein. Dies gilt insbesondere in der Nachwuchsfrage. Obwohl die gesellschaftliche Reproduktion Deutschlands alles andere als nachhaltig ist, machte Alice Schwarzer noch in 2006 in einem Spiegel-Gespräch deutlich, dass sie das nicht einmal interessiere [39].

In einer ressourcenknappen Welt, in der die Grenzen des Wachstums längst erreicht bzw. gar überschritten sind, stellt die Beherrschbarkeit der Bevölkerungsentwicklung das wichtigste globale Problem überhaupt dar (siehe dazu z. B. meinen Artikel Bevölkerungsplanung). Doch genau daran scheitern sowohl das patriarchalische Ernährermodell als auch das Vereinbarkeitsmodell des Genderfeminismus, denn unter dem ersteren werden im Allgemeinen zu viele Nachkommen produziert (»Jedes Kind ist ein Geschenk Gottes«), unter dem letzteren hingegen zu wenige (»Wir müssen dem Führer doch heute kein Kind mehr schenken«). Damit sind aber Ressourcenengpässe, Hungersnöte, Armut, Arbeitslosigkeit, (Bürger-)Kriege, Völkerwanderungen etc. quasi vorprogrammiert. Beide Modelle versagen, wenn es um zukünftige Anforderungen geht. Sie sind heute unzeitgemäß.

Mit dem Familienmanager-Konzept habe ich versucht, eine tragfähige Lösung für das globale Bevölkerungsproblem vorzuschlagen. Es folgt einem sehr einfachen Grundgedanken: Stellen Sie sich eine Gemeinschaft vor, in der täglich eine bestimmte aufwendige Arbeit zum Wohle aller verrichtet werden muss, andernfalls könnte die Gesellschaft in der Form nicht existieren. Bislang beschäftigte man dafür ausschließlich Sklaven. Doch irgendwann proben die Sklaven den Aufstand und fordern Gleichberechtigung. Es stellt sich die Frage: Wie kann den Sklaven Gleichberechtigung gewährt werden, ohne dass die notwendige aufwendige Arbeit vernachlässigt wird, und ohne dass auf die einzelnen Menschen Zwang ausgeübt wird.

Die Antwort lautet: Durch die Schaffung eines neuen Berufs, der die bislang von den Sklaven verübte unangenehme Tätigkeit zum Gegenstand hat, sie aber angemessen vergütet [40]. Hat man dies einmal verstanden, kennt man auch das Wesen des Familienmanager-Konzepts.

Das Problem ist nur: Das Familienmanager-Modell ist letztlich ein matriarchalisches Konzept, das mit zahlreichen Tabus bricht, die in unserer auf christlichen Normen beruhenden Gesellschaft noch immer bestehen. Es ist weder mit den Vorstellungen der christlichen Familienverbände, des (patriarchalischen) Genderfeminismus noch der Bewegung der »neuen Väter« vereinbar, da alle genannten Gruppierungen – wie ich meine – primär Interessenvertretung betreiben, sich aber keine wirklichen Gedanken über die zukünftigen Anforderungen an das menschliche Zusammenleben (Gleichberechtigung der Geschlechter, begrenzte bis erschöpfte Ressourcen) machen.

Und es argumentiert zum Teil biologisch, womit es zwangsläufig mit dem wohl krudesten Merkmal des Genderfeminismus kollidiert, der gemäß seinem eigenen Weltbild zwar nur »antibiologistisch«, beim näheren Hinsehen jedoch leider »antibiologisch« ganz und gar ist. Den Vertreterinnen des Genderfeminismus ist es nämlich gelungen, fehlende Bildung – und hier ganz besonders in Biologie, aber auch in anderen Naturwissenschaften – als eine besondere Form der Intellektualität zu feiern. Ganz entsprechend ist diese Ideologie von modernen evolutionstheoretischen Vorstellungen mindestens genauso weit entfernt wie der Kreationismus.

Dies war nicht immer so, denn immerhin versuchte Simone de Beauvoir in ihrem Buch Das andere Geschlecht [41] noch diese biologische Debatte zu führen (im Abschnitt I: »Die biologischen Gegebenheiten«), um daran dann aber – mangels Kenntnissen – grandios zu scheitern, was zu den allseits bekannten Fehlschlüssen führte. Heute ist es schließlich so, dass von den Genderforscherinnen mehrheitlich jegliches biologische (folglich auch evolutionstheoretische) Argument als Biologismus abgetan wird [42], was dazu geführt hat, dass solche Argumente im Diskurs nicht mehr angeführt werden können.

Unabhängig davon ist der Genderfeminismus zutiefst lustfeindlich. Dies drückte sich unter anderem in einem kollosalen Missverständnis Alice Schwarzers aus, als sie nämlich 1987 schrieb [43]:

Denn wenn wir den Kampf gegen die Pornografie nicht gewinnen, verlieren wir den Kampf um unsere Emanzipation. So einfach ist das.

Mindestens genauso peinlich waren ihre Attacken gegen die Arbeiten des Fotografen Helmut Newton, dem sie vorwarf, seine Bilder seien nicht nur sexistisch und rassistisch, sondern auch faschistisch [44] [45].

Tatsächlich ist es genau umgekehrt: Gleichberechtigung und Frauenemanzipation fördern Pornografie und Prostitution, weil Frauen dann damit auf selbstständige Weise viel Geld verdienen können, sodass schließlich einige von ihnen zu Talkshows eingeladen oder auf den Titelbildern der Regenbogenpresse abgebildet werden, wodurch sie beinahe Vorbildfunktion erlangen.

Dies alles lässt sich leicht verifizieren. Man vergleiche nur einmal das öffentliche Erscheinungsbild von Frauen in der vielleicht patriarchalichsten Gesellschaft überhaupt, der muslimischen, mit den Auftritten einer Lady Gaga oder den Tänzerinnen auf der Loveparade: Was fällt auf?

Je gleichberechtigter und freier Frauen sind, desto stärker werden sie versuchen, Vorteile aus ihren weiblichen Reizen zu schlagen und diese auch zeigen [46]. Dies gilt für die Disco-Girls auf der Loveparade in gleicher Weise wie für unsere Fußballspielerinnen, die mit ihrer Playboy-Aktion ja letztlich auch nichts anderes als ihr Recht, für eine – im Vergleich zu Männern – geringere fußballerische Leistung dennoch die gleiche Aufmerksamkeit (und ggf. das gleiches Geld) zu verdienen, bekunden wollten, da sie ja »echte« Frauen sind und somit auch tatsächlich etwas ganz anderes als Männer zu bieten haben [47]. Und aus genau diesem Grunde schaut man ihnen gerne zu. Ich übrigens auch.

Es darf deshalb keineswegs überraschen, wenn es in gleichberechtigten Marktwirtschaften zu einer besonders ausgeprägten Geschlechterdifferenzierung bei jungen Menschen kommt, sodass sich manches Mädchen – zur Verwunderung eingefleischter Feministinnen – gar aufführt, als sei sie eine Living Doll [48]. Dabei ist es keineswegs das angeblich wiedererstarkte »starke« Geschlecht, das für all dies verantwortlich zeichnet, sondern die Konkurrenz unter den Frauen selbst, von denen die Wenigsten ihr Leben lang allein bleiben möchten. Gegenseitige Hochrüstung bzw. Red-Queen-Prinzip nennt man das, ein Phänomen, das dem Evolutionstheoretiker nur allzu geläufig ist.

Genderfeministinnen und linke Gutmenschen, denen die Grundprinzipien der Systemischen Evolutionstheorie fremd sind, stehen der Entwicklung zunehmend rat- und hilflos gegenüber. Sie will einfach nicht in ihre biedere und spießige Welt voller Normen, Tabus, Denkverbote und Gartenzwergmentalitäten passen, in der es stets die Männer sind, die einen negativen Einfluss auf das andere Geschlecht ausüben und dann vielleicht sogar zu Tätern werden [49]. Im Grunde hat man längst all das verraten, was uns 68ern einmal wichtig und heilig war.

 

Analyse und Interpretation des Gesagten

Nach diesen allgemeinen – und vorbereitenden – Betrachtungen über den heutigen Stand der Gleichberechtigung möchte ich zum eigentlichen Thema zurückkehren und Eva Hermans ursprüngliche Worte so analysieren, als handelte es sich um einen schwer verständlichen Abschnitt aus Arno Schmidts Zettel's Traum [50] [51].

 

Der erste Satz ihrer Ausführungen mit Bezug auf den Nationalsozialismus lautet:

Wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde.

Der Ausdruck »Bild der Mutter« steht ganz offenkundig für bestimmte, von Eva Herman als »positiv« angesehene Werte, die dann abgeschafft wurden. Zu Missverständnissen könnte zunächst das Wort »mit« führen. Eine denkbare Interpretation wäre, dass gemäß Eva Herman die positiven Mutter-Werte zusammen »mit« dem Nationalsozialismus abgeschafft wurden, was aus ihr sogleich eine Nazi-Sympathisantin machen würde. Doch damit erklärt sich das sich anschließende »und der darauf folgenden 68er Bewegung« nicht. Sie hätte dann nämlich eher sagen müssen:

... das leider ja mit dem Nationalsozialismus von der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde.

Mal abgesehen davon, dass dies nicht ihre Worte waren, wäre dies auch inhaltlich wenig plausibel, denn der Nationalsozialismus wurde bekanntlich nicht von den 68ern abgeschafft, sondern bereits 23 Jahre zuvor von den einmarschierenden Alliierten. Auch wenn uns 68ern dies zur Ehre gereichen würde: So viel Einfluss hatten wir dann doch wieder nicht.

Die andere naheliegende Interpretation ist, dass das Wort »mit« im Satz in einem ähnlichen Sinne wie »durch« verwendet wird. Dies ist im Deutschen durchaus üblich. Beispielsweise könnte man sagen: »In Gallien wurde die Getreidekultur erst mit den Römern eingeführt.« Dies ist nicht genau das Gleiche wie »durch die Römer«, weil ein »mit« eher den zeitlichen Zusammenhang und ein »durch« die Kausalität betont, doch beide Verwendungen geben einen recht ähnlichen Sinn. Versteht man das »mit« also gewissermaßen als »durch«, dann würde das darauf folgende »und« automatisch für ein weiteres »mit« stehen. Der Nebensatz lautete dann in einer etwas redundanteren Fassung:

... das leider ja mit dem Nationalsozialismus und mit der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde.

Für diese Interpretation spricht zusätzlich, dass der Folgesatz gleichfalls mit einem »mit« beginnt, wodurch der vorangehende Satz gewissermaßen gedanklich fortgeführt wird, zumal auch dieses »mit« wie »durch« verwendet wird:

Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles was wir an Werten hatten – es war 'ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle – aber es ist eben auch das, was gut war – das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.

Zusammenhängend lautet die etwas redundantere Fassung demgemäß:

Wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und mit der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles was wir an Werten hatten ... abgeschafft.

Ich denke, damit steht die eigentliche grammatikalische Grundstruktur ihrer Äußerung fest und wir können uns den Inhalten zuwenden. Dabei fragt man sich zunächst: Wie kann denn etwas sowohl von den 68ern als auch den Nationalsozialisten abgeschafft worden sein? Hätte es dann nicht eigentlich schon vor den 68ern verschwunden sein müssen?

Die simple Antwort darauf lautet: Nein. Denn im vorliegenden Kontext geht es schließlich um Werte. Eva Herman behauptet in ihrem ersten Satz, dass die Nazis positive Mutter-Werte abgeschafft hätten, die vor den Nazis in der Gesellschaft etabliert waren (sonst hätten die Nazis nichts abschaffen können). Hinterher erneuerten sich – gemäß ihr – diese Werte aber wieder, woraufhin sie von den 68ern ein weiteres Mal abgeschafft wurden. Das ist leicht nachvollziehbar, denn die Re-Etablierung der Familien- und Mutterwerte erfolgte im Rahmen der Gründung der Bundesrepublik Deutschland und der Verabschiedung des Grundgesetzes. Im Grundgesetz sind ein Teil der von ihr reklamierten Werte zu Ehe und Familie schriftlich festgehalten, andere re-etablierten sich auf informelle Weise. Ich kann diese Sichtweise ausdrücklich bestätigen, denn speziell in den 1960er Jahren besaßen Ehe, Familie, Mütter und Kinder einen hohen sozialen Stellenwert. Ich erinnere mich beispielsweise an einen unangenehmen Vorfall im elterlichen Betrieb, anlässlich dessen mein Vater beim Mittagessen meinte: »Ich kann den Mann doch nicht entlassen, der hat schließlich Familie.« So etwas dürfte heute fast undenkbar sein.

Für die Annahme einer Wiederkehr der positiven Mutterwerte nach vorheriger Abschaffung durch die Nationalsozialisten spricht auch der letzte Satz der Ausführungen Eva Hermans:

Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles was wir an Werten hatten – (...) auch das, was gut war – das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft.

Diese ganze Abschafferei wurde also – gemäß Eva Herman – von den 68ern »damals« vollbracht. Und das konnten die – 23 Jahre nach Beendigung des Nationalsozialismus – natürlich nur deshalb tun, weil es diese Werte zur damaligen Zeit (1968) wieder (bzw. noch) gab.

Hierdurch klärt sich auch die Formulierung »auch das, was gut war« unmittelbar auf. Die Frage ist nämlich: Kann mit dem »Guten« die Wertschätzung der Nationalsozialisten für die Mutter gemeint sein, wie es ihr Barbara Möller vom Hamburger Abendblatt in den Mund gelegt hat? Die Antwort lautet: Nein, natürlich nicht. Denn dieses Gute wurde gemäß Eva Herman um 1968 von den 68ern abgeschafft. Mit dem »Guten« kann sie also keine Nazi-Werte gemeint haben, sondern nur die in der damaligen Bundesrepublik Deutschland allgemein akzeptierten Werte. Und diese als »gut« zu bezeichnen ist sicherlich auch heute noch kein Vergehen, weswegen man jemanden unbedingt öffentlich an den Pranger stellen müsste.

 

Ingesamt ergibt sich demnach bislang die folgende Satzstruktur:

Wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und mit der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles was wir an Werten hatten – (...) auch das, was gut war – das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben.

Ich denke, diese Sätze dürften in der Form unmittelbar verständlich und auch allgemein akzeptabel sein. Im Grunde sind sie politisch korrekt (außer vielleicht für notorische 68er).

Zu klären bleibt einzig der Zwischensatz mit dem hochgefährlichen Politiker, der von Eva Hermans Anwalt in der Verhandlung vor dem BGH wohl als Anakoluth bezeichnet wurde:

– es war 'ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle –

Dieser Einwurf sorgt tatsächlich für Irritationen, da er inhaltlich so gar nicht zum Rest der Ausführungen passen will. Unmittelbar erklärend ist er eigentlich nur für 68er und Personen, die sich eingehend mit den Zielen und Motiven der damaligen Bewegung auseinandergesetzt haben. Barbara Möller gehört wohl nicht dazu.

Eva Herman versucht meiner Meinung nach mit dem Zwischensatz lediglich anzudeuten, warum die 68er die in der damaligen Bundesrepublik Deutschland etablierten Familienwerte »abzuschaffen« versuchten. Und das hatte in der Tat ganz viel mit dem »durchgeknallten hochgefährlichen Politiker« zu tun. Ansonsten müsste man ja ohnehin fragen: War die beabsichtigte Werteabschaffung damals nur so eine Art Modeerscheinung gewesen, oder wie kamen diese »Spinner« zu ihrem Vorhaben?

Theoretische Grundlage der 68er-Bewegung war die Kritische Theorie, zu deren wichtigsten Vertretern u.a. Max Horkheimer, Theodor W. AdornoHerbert Marcuse und Erich Fromm zählten. Speziell Herbert Marcuse hatte einen sehr großen Einfluss auf die Studentenbewegung. Ferner spielten die Arbeiten Wilhelm Reichs – insbesondere sein Werk Die Massenpsychologie des Faschismus [52] – eine entscheidende Rolle [53]:

Reich lieferte mit seiner Massenpsychologie des Faschismus die erste größere, aus psychoanalytisch-gesellschaftskritischer Sicht geschriebene Auseinandersetzung mit dem Faschismus bzw. dem Nationalsozialismus. Er behauptet einen fundamentalen Zusammenhang zwischen autoritärer Triebunterdrückung und faschistischer Ideologie. Die patriarchalische (Zwangs-)Familie als Keimzelle des Staates schaffe die Charaktere, die sich der repressiven Ordnung, trotz Not und Erniedrigung, unterwerfen.

Vor dem Hintergrund solcher theoretischen Arbeiten kam man damals zu dem Ergebnis, dass der Faschismus in der Kleinfamilie mit ihrer autoritäten und unterdrückerischen Struktur und dem Machtgefälle zwischen den Geschlechtern entsteht. Die Kleinfamilie sollte deshalb zerschlagen (»abgeschafft«) werden. In der Folge entstanden Kommunen und Wohngemeinschaften als neue Lebensformen und die antiautoritäre Erziehung. Ein Großteil der 68er war also tatsächlich der Ansicht, dass der Faschismus wesentlich durch die Kleinfamilie in der Zeit vor 1933 hervorgebracht worden war, deren Grundprinzipien – gemäß ihnen – auch in der BRD unverändert Bestand hatten. Da die endgültige Überwindung und Unmöglichmachung des Faschismus eines der wichtigsten Anliegen der 68er war, hatte dies die Infragestellung der bisherigen Familienmodelle und der klassischen Geschlechterrollen zur Konsequenz.

Auf genau diesen Punkt hebt Eva Herman meines Erachtens in ihrem Einwurf ab. Man könnte deshalb das von ihr Gesagte recht salopp und mit minimalen textlichen Veränderungen wie folgt erweitern und damit präzisieren:

Wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und mit der darauf folgenden 68er-Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68ern wurde damals praktisch alles das – alles was wir in den 1960er Jahren an Werten hatten – es war 'ne grausame Zeit, das war ein völlig durchgeknallter hochgefährlicher Politiker, der das deutsche Volk ins Verderben geführt hat, das wissen wir alle, und ich kann deshalb verstehen, dass die 68er damals alles, was den Faschismus ermöglicht hatte, abschaffen wollten – aber es ist eben auch das, was in der Anfangszeit der BRD gut war – das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt – das wurde abgeschafft. Es durfte nichts mehr stehen bleiben.

Dies ist letztlich eine (fast) politisch korrekte und vor allem konsistente Interpretation der Ausführungen Eva Hermans, die sich unmittelbar aus ihrem Text ergibt, ohne dass darin Worte verändert oder Sätze umgestellt werden müssten. Eine vergleichbare Herleitung der »Interpretation« des Hamburger Abendblattes ergibt sich hingegen nicht:

In diesem Zusammenhang machte die Autorin einen Schlenker zum Dritten Reich. Da sei vieles sehr schlecht gewesen, zum Beispiel Adolf Hitler, aber einiges eben auch sehr gut. Zum Beispiel die Wertschätzung der Mutter. Die hätten die 68er abgeschafft, und deshalb habe man nun den gesellschaftlichen Salat. Kurz danach war diese Buchvorstellung Gott sei Dank zu Ende.

Diese »Zusammenfassung« lässt sich beim besten Willen nicht mit den Originaläußerungen Eva Hermans in Einklang bringen. Denn es bliebe auf alle Fälle das Problem bestehen, dass mit ihrem Hinweis auf »das, was gut war –  das sind die Werte, das sind Kinder, das sind Mütter, das sind Familien, das ist Zusammenhalt«, nur »Gutes« gemeint sein kann, das in 1968 noch Bestand hatte, denn nur das konnte ja in den 60er- und 70er-Jahren des letzten Jahrhunderts von den 68ern abgeschafft werden.

Manch einer dürfte einwenden, dies sei zu kurz gedacht, denn Eva Herman habe bei ihrer Äußerung sehr wohl vor allem das »Gute« der Nazi-Zeit gemeint, indem sie nämlich sinngemäß sagte: »Im Dritten Reich war auch einiges sehr gut, zum Beispiel die Autobahnen, die man gebaut hat und auf denen wir uns nach dem Krieg wunderbar fortbewegen konnten. Doch dann kamen leider die bösen 68er und haben sie abgerissen. Es durfte nichts mehr stehen bleiben.«

Dies wäre in der Tat kein Bezug auf Gutes, das bereits vor und auch nach dem Dritten Reich bestanden hatte, sondern welches ganz explizit mit den Nationalsozialisten in Verbindung steht bzw. von ihnen gar geschaffen wurde, etwa in der folgenden Art: »Die 1920er-Jahre waren im Grunde ein einziges lasterhaftes Sodom und Gomorrha. Nicht viel anders die 1970er-Jahre. Demgegenüber herrschten beim Adolf wenigstens noch Sitte und Anstand. Da konnten die jungen Mädchen nicht einfach halbnackig herumlaufen und ihren Busen blank ziehen.«

Dem lässt sich jedoch entgegnen, dass dies keine ernsthafte Wortinterpretation ihres Gesagten wäre, sondern bestenfalls ein besonders schönes Beispiel für ausgeprägtes Schubladendenken: Man nimmt an, dass Eva Herman für Sitte und Anstand ist, also vermutet man, dass sie auch mit nationalsozialistischem Gedankengut sympathisiert, denn bei denen mussten sich Frauen ja gleichfalls sehr sittsam verhalten.

Tatsache ist und bleibt aber, dass sie in ihrem ersten Satz bedauert, die von ihr für wichtig gehaltenen positiven Mutter- und Familienwerte (das »Mutter-Bild«) – mit anderen Worten: die Dinge, die gut waren – seien sowohl von den Nationalsozialisten als auch den 68ern abgeschafft worden. Eine valide Interpretation ihrer Worte im Sinne des Hamburger Abendblattes gibt es deshalb nicht.

Damit ist restlos belegt, dass die Urteilsbegründung des Bundesgerichtshofs in doppelter Hinsicht falsch ist:

  1. Die Deutung des Hamburger Abendblattes ist keineswegs die einzige Interpretation.
  2. Sie ist darüber hinaus nicht mit dem gesprochenen Wort vereinbar.

Man hat Eva Herman oft und gerne vorgeworfen, bei ihrer damaligen Äußerung habe es sich um missverständliches Gestammele gehandelt, welches einer ehemaligen Nachrichtensprecherin unwürdig sei. Ich möchte dazu jedoch zu bedenken geben, dass es sich um eine in freier Rede auf einer Pressekonferenz getätigte Äußerung handelte, für die andere Maßstäbe anzusetzen sind als für das geschriebene Wort. Und: Im Vergleich zur »Zusammenfassung« Barbara Möllers im Hamburger Abendblatt war selbst dieses angebliche Gestammele noch ausgesprochen gutes Deutsch. Es war sicherlich nicht unbedingt PISA-konform, aber seit wann ist das ein Kriterium? Halbwegs intelligente und gebildete Menschen dürften sie dennoch sofort in ihrem Sinne verstanden haben.

 

Bewertung des BGH-Urteils und Fazit

Wie die obigen Ausführungen gezeigt haben, handelt es sich beim Bundesgerichtshof-Urteil VI ZR 262/09 vom 21. Juni 2011 um ein krasses Fehlurteil. Und für diese eklatante juristische Fehlleistung kommen meines Erachtens nur drei Gründe in Betracht:

  1. Der VI. Zivilsenat am BHG war – anders als das OLG Köln zwei Jahre zuvor – in der Sache völlig überfordert und somit inkompetent.
  2. Die Richter begingen Rechtsbeugung.
  3. Man beherrscht am VI. Zivilsenat des BGH die deutsche Sprache nicht.

Da ich den Richtern und Richterinnen weder juristische Inkompetenz noch Rechtsbeugung vorwerfen möchte – wenngleich mir das Fehlverhalten des BGH-Zivilsenats dermaßen offenkundig und schwerwiegend erscheint, dass man in der Hinsicht durchaus juristische Optionen erblicken könnte –, bleibt somit nur die dritte Option. Anders gesagt: PISA ist nun wohl auch beim Bundesgerichtshof angekommen.

Dem Axel-Springer-Verlag, dem Hamburger Abendblatt und insbesondere der damaligen Journalistin Barbara Möller möchte ich unabhängig davon abraten, angesichts des eklatanten Fehlurteils nicht zu triumphierend aufzutreten. Denn der Artikel des Hamburger Abendblatts vom 7. September 2011 war nichts anderes als eine primitive und völlig unangemessene Mobbing-Attacke gegen eine in der Öffentlichkeit stehende Person, die lediglich zu den Themen Emanzipation und Familie eine andere als die politisch korrekte Meinung vertrat.

Mobbing ist kein harmloses Delikt. Für gewöhnlich soll es dazu dienen, eine Person bloßzustellen, zu entwürdigen und seelisch zu verletzen. Von der Intention her gleicht es einer Vergewaltigung. Man hat auf diese Weise bereits Menschen in den Tod getrieben.

Beim Fall Eva Herman handelte es sich um eine Art kollektive Mobbing-Attacke, die die charakteristischen Merkmale von Schwarmintelligenz besaß. Äußerungen wie die Alice Schwarzers [54] oder Thea Dorns [55] [56] [57] [58], in denen frühzeitig völlig abwegige Verbindungen zwischen den Thesen Eva Hermans und Nazi-Gedankengut hergestellt wurden, bereiteten das Feld. Als sich Eva Herman auf einer Pressekonferenz für einen Moment unklar ausgedrückt zu haben schien, schlug die Falle in der Person Barbara Möllers vom Hamburger Abendblatt zu [59]. Wenige Tage später rollte ein wahrer medialer Tsunami über sie hinweg, der sie aus ihrem Job und schließlich dem öffentlichen Diskurs spülte. Sie selbst erklärte die pogromartige Erscheinung als das Ergebnis einer »zum Teil gleichgeschalteten Presse« [60].

Sie werden sich vielleicht fragen, was mich das eigentlich alles angeht, wo ich doch in den betreffenden Fragen zum Teil völlig andere Ansichten und Moralvorstellungen als Eva Herman besitze, und wo ich von ihr auf indirekte Weise (nämlich als 68er) sogar angegriffen werde.

Nun, ganz einfach: Erstens ist Freiheit immer auch die Freiheit des Andersdenkenden. Und zweitens fängt Faschismus dort an, wo man fortschaut, wenn jemand anderem Unrecht geschieht [61]. Und Eva Herman ist schwerstes Unrecht zugefügt worden, neuerdings sogar mit offizieller Billigung der Judikative.

Für mich persönlich stellte das damalige Ereignis und dessen unmittelbare Folgen eine Zäsur dar. Las ich davor noch regelmäßig die Zeitschriften SPIEGEL, ZEIT und Frankfurter Rundschau, so informiere ich mich seitdem ausschließlich kostenfrei über das Internet. Wenn die klassischen Medien keine Meinungsvielfalt mehr zulassen, verschwende ich auch kein Geld mehr für sie.

 

Warum machen Sie es eigentlich nicht genauso?

 

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Verweise

  1. Bundesgerichtshof – Mitteilung der Pressestelle, Nr. 107/2011: »Wiedergabe einer im Rahmen einer Pressekonferenz gefallenen Äußerung«
    juris.bundesgerichtshof.de
  2. Bundesgerichtshof – Mitteilung der Pressestelle, Nr. 107/2011: »Wiedergabe einer im Rahmen einer Pressekonferenz gefallenen Äußerung«
    juris.bundesgerichtshof.de
  3. Oberlandesgericht Köln – Pressemitteilung: Eva Herman gewinnt im Berufungsprozess gegen Axel-Springer-Verlag, 28.09.2009
    olg-koeln.nrw.de
  4. Allerdings behalte ich mir vor, den Text nach Vorlage der gedruckten Entscheidung des Bundesgerichtshofs noch einmal zu ergänzen und ggf. anzupassen.
  5. Eva Herman > Privat > Leben > Was mir wichtig ist
    eva-herman.de
  6. JuBel Frankfurt: Interview mit Eva Herman – Ein Jahr danach, 02.09.2008
    jubelkron.de
  7. Eva Herman: Das Eva-Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit, München/Zürich: 2006
  8. Eva Herman: Das Prinzip Arche Noah. Warum wir die Familie retten müssen, München/Zürich: 2007
  9. Eva Herman: Das Überlebensprinzip. Warum wir die Schöpfung nicht täuschen können, Holzgerlingen: 2008
  10. Eva Herman: »Sex- und Drogenorgie Loveparade: Zahlreiche Tote bei Sodom und Gomorrha in Duisburg«, 25.07.2010
    info.kopp-verlag.de
  11. Ebenda
  12. Ebenda
  13. Cicero Mai 2006: »Eva Herman: Die Emanzipation – ein Irrtum?«
    cicero.de
  14. DER SPIEGEL 22/2006, 29.05.2006: »Panik im Patriarchat – Die Feministin Alice Schwarzer über die kinderarme Gesellschaft und die Emanzipation, die Rollenmodelle Angela Merkel und Ursula von der Leyen, über die Folgen von 35 Jahren Geschlechterkampf und die Angst der Männer«
    spiegel.de
  15. Ebenda
  16. DIE ZEIT, 12.12.2006: »Ich bin der lebende Beweis« Thea Dorn über Weiblichkeit, Hitler und Eva Herman.
    zeit.de
  17. Die von Thea Dorn geführte Argumentation ist allerdings dermaßen niveaulos und geistig flach, dass es erstaunt, wie so etwas in einer Zeitung wie der ZEIT erscheinen konnte.
  18. Eva Herman: Das Eva-Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit, München/Zürich: 2006, S. 140f.
    eva-herman.de
  19. Eva Herman: Das Eva-Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit, München/Zürich: 2006, S. 145
    eva-herman.de
  20. Mersch, Peter (2008b): Evolution, Zivilisation und Verschwendung: Über den Ursprung von Allem. Norderstedt: Books on Demand.
  21. Mersch, Peter (2010): »Systemische Evolutionstheorie und Gefallen-wollen-Kommunikation«, In: Gilgenmann, K./Mersch, P./Treml, A. K. (Hrsg.): Kulturelle Vererbung: Erziehung und Bildung in evolutionstheoretischer Sicht, Norderstedt: Books on Demand, S. 47-90
  22. Die politische Komponente spielte damals stets eine wesentliche Rolle. In Wirklichkeit waren die Dinge jedoch viel profaner: Wir waren jung und wollten Sex haben, am liebsten mit möglichst vielen Partern. Sehr angenehm, dass kurz zuvor die Pille erfunden worden war und unsere »Uschi Obermaiers der Revolution« dies nun alles ganz ähnlich sahen, anstatt sich als Spaßbremsen zu erweisen: Make Love not War! Was soviel heißt wie: »Geh mit mir ins Bett, und du verhinderst den 3. Weltkrieg!«
  23. Vielleicht die unmittelbare Strafe »ganz anderer Mächte« ...
  24. Selbst in Schweden mit einer Schwedin, auch wenn dies ortsfremde schwedische Feministen nicht wahrhaben möchten.
    emma.de
  25. Selbst dort war ich als 68er bei den Guten, denn es ging primär um Bildung, Sprachtraining, Völkerverständigung und Entwicklungshilfe, jedenfalls sagte ich mir das dann immer ...
  26. Vielleicht sollten sich mehr Männer öffentlich dazu bekennen, Sex gegen Geld gehabt zu haben, so wie es Frauen im Falle der Abtreibung 1971 getan haben, zumal Sex mit einer Prostituierten ethisch-moralisch viel weniger bedenklich ist als eine Abtreibung. Ich will dann hier mal den Anfang machen: »Ich war im Bordell!«
    emma.de
  27. Zugegebenermaßen schrieb ich dies teilweise auch, weil ich die Hoffnung, irgendwann einmal Pascha des Monats in Alice Schwarzers EMMA zu sein, noch nicht ganz aufgegeben habe ...
  28. Insoweit hat mir ihr Cicero-Artikel aus 2006 »Die Emanzipation – ein Irrtum?« von vornherein zugesagt, weil er – völlig korrekt und äußerst treffsicher – auf ernsthafte Probleme der sogenannten Emanzipation aufmerksam machte, die öffentlich nie ernsthaft diskutiert wurden.
    cicero.de
  29. DIE ZEIT, 12.12.2006: »Ich bin der lebende Beweis« Thea Dorn über Weiblichkeit, Hitler und Eva Herman.
    zeit.de
  30. Mersch, Peter (2006a): Die Familienmanagerin. Kindererziehung und Bevölkerungspolitik in Wissensgesellschaften. Norderstedt: Books on Demand
  31. Mersch, Peter (2006b): Land ohne Kinder. Wege aus der demographischen Krise. Norderstedt: Books on Demand
  32. Mersch, Peter (2008a): Familie als Beruf. Norderstedt: Books on Demand
  33. Mersch, Peter (2009): Die Familie und die Gleichberechtigung der Geschlechter. München: Grin Verlag
  34. Es besteht ganz offenkundig eine direkte Korrelation zwischen der Häufigkeit der Verwendung von Begriffen wie »Eugeniker«, »Sozialdarwinist« und vergleichbaren Einkategorisierungen und der Unkenntnis über deren Inhalte.
  35. Friedan, Betty (1976): It Changed My Life. Writings on the Women's Movement. New York: Random House, S. 397
  36. Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass die Feministin Thea Dorn Eva Herman im SPIEGEL etwa vorwirft: »Wer als Glücksrezept propagiert, sich von der ›gefährlichen Vorstellung‹ zu verabschieden, sein Leben in eigener Regie gestalten zu müssen, und stattdessen empfiehlt, sich in die ›schöpfungsgewollte‹ Aufteilung der Geschlechterrollen zu fügen mit dem angenehmen Ergebnis, dass dann ›viele Entscheidungen wesentlich einfacher‹ werden, ›weil sie vorgezeichnet sind‹, will keine freiheitliche, sondern eine im Kern totalitäre Gesellschaft« – während der Genderfeminismus eine echte Wahlfreiheit in der Familienfrage geradezu systematisch boykottiert hat, und dies auch noch mit voller Absicht, wie man der zitierten Äußerung Simone de Beauvoirs unschwer entnehmen kann. Während Eva Herman nur empfiehlt, spricht Simone de Beauvoir davon, Menschen keine Wahl zu lassen.
    spiegel.de
  37. Schwarzer, Alice (2007): Die Antwort. Köln: Kiepenheuer & Witsch, S. 45. Wie bei Alice Schwarzer üblich, wird die Aussage nicht weiter belegt.
  38. Mayer, Susanne: »Im Land der Muttis – Die deutsche Hausfrau gilt als Stütze der Nation. Dabei kostet es uns ein Vermögen, wenn bestens ausgebildete Frauen zu Hause bleiben«, DIE ZEIT, 47, Nr. 29, 13. Juli 2006
  39. DER SPIEGEL 22/2006, 29.05.2006: »Panik im Patriarchat – Die Feministin Alice Schwarzer über die kinderarme Gesellschaft und die Emanzipation, die Rollenmodelle Angela Merkel und Ursula von der Leyen, über die Folgen von 35 Jahren Geschlechterkampf und die Angst der Männer«
    spiegel.de
  40. Dabei würde man vermutlich beobachten können, dass die wichtige, aufwendige soziale Arbeit weiterhin überwiegend von den vormaligen Sklaven verrichtet wird, nun aber in Freiheit und gegen Geld.
  41. Beauvoir, Simone de (2006): Das andere Geschlecht. Sitte und Sexus der Frau. Hamburg: Rowohlt
  42. Ganz im Gegensatz dazu ist der Biologismus gemäß Wikipedia (abgerufen am 27.06.2011) »eine philosophische und weltanschauliche Position, die menschliche Verhaltensweisen und gesellschaftliche Zusammenhänge vordringlich durch biologische Gesetzmäßigkeiten zu erklären versucht. Gelegentlich wird als Folge hiervon auch eine entsprechende Ausgestaltung gesellschaftlicher Verhältnisse angestrebt.«
    de.wikipedia.org
  43. Alice Schwarzer in EMMA 12/1987, veröffentlicht in Alice im Männerland – eine Zwischenbilanz (Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2002)
    aliceschwarzer.de
  44. Alice Schwarzer in EMMA 6/1993, veröffentlicht in Alice im Männerland – eine Zwischenbilanz (Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2002)
    aliceschwarzer.de
  45. experto.de: »Geschichte der Fotografie«: Helmut Newton (abgerufen am 27.06.2011)
    experto.de
  46. Auch aus diesem Grund war ich schon immer für die Gleichberechtigung der Geschlechter.
  47. FOCUS, 08.06.2011: »Fußballdamen ganz ohne Trikot«
    focus.de
  48. Walter, Natasha (2011): Living Dolls. Warum junge Frauen heute lieber schön als schlau sein wollen. Frankfurt: Krüger
  49. Dies konnte man auch beim Fall Dominque Strauss-Kahn beobachten, wo von den Medien nicht nur das Prinzip der Unschuldsvermutung umgehend aufgehoben, sondern auch eine ganze Nation, die aufgrund ihrer zahlenmäßig bestandserhaltenden Geburtenraten in den Jahren davor noch stets als das Musterland der Gleichberechtigung und der optimalen Vereinbarkeit von Familie und Beruf galt, flugs zu einem Land der Triebtäter umdefiniert wurde, in der es für männliche Führungspersonen ganz selbstverständlich sei, sich jederzeit und umfassend beim weiblichen Geschlecht zu bedienen.
  50. Dies wäre eigentlich die Aufgabe der Medien gewesen, doch dort konnte man entweder (aufgrund fehlender intellektueller Substanz) nichts zu einer Klärung des Falles beitragen, oder aber man wollte es nicht (zwecks Wahrung eigener Interessen). Denn: »Mit seiner Entscheidung stärkte der BGH das Recht der Presse auf kritische Berichterstattung über öffentliche Äußerungen Prominenter (AZ: VI ZR 262/09).« (FOCUS, 21.06.2001: »Eva Herman verliert Rechtsstreit wegen umstrittener Äußerungen.«)
    focus.de
  51. Immerhin ließ der Stern keinen Zweifel daran, dass die eigenen Journalisten mit einer solchen Aufgabe heillos überfordert wären: Stern, 21.06.2011: »Die gerichtliche Ordnung des Sprach-Salats«
    stern.de
  52. Reich, Wilhelm (1971): Die Massenpsychologie des Faschismus. Erweiterte und revidierte Fassung, Köln: Kiepenheuer & Witsch
  53. Wikipedia: »Wilhelm Reich« (abgerufen am 27.06.2011)
    de.wikipedia.org
  54. DER SPIEGEL 22/2006, 29.05.2006: »Panik im Patriarchat - Die Feministin Alice Schwarzer über die kinderarme Gesellschaft und die Emanzipation, die Rollenmodelle Angela Merkel und Ursula von der Leyen, über die Folgen von 35 Jahren Geschlechterkampf und die Angst der Männer«
    spiegel.de
  55. DER SPIEGEL, 30.11.2006: »Frauen vor Stuss-Landschaft«
    spiegel.de
  56. Thea Dorn, 29.11.2006: »Das Eva-Braun-Prinzip«
    medien-quo-vadis.de
  57. DIE ZEIT, 12.12.2006: »Ich bin der lebende Beweis« Thea Dorn über Weiblichkeit, Hitler und Eva Herman.
    zeit.de
  58. Unter dem Titel »Endlich Zeit für Apfelkuchen« (DER SPIEGEL, 09.07.2007) trat Thea Dorn unmittelbar nach der Entlassung Eva Hermans aus NDR-Diensten nach, und zwar in einer Art und Weise, die an Primitivität kaum mehr zu überbieten ist. Nicht Eva Hermans Das Eva-Prinzip besitzt einen »anti-freiheitlichen, totalitären Kern«, wie Thea Dorn in dem SPIEGEL-Artikel behauptet, sondern ihr eigenes, geradezu widerliches Auftreten. Sie hat maßgeblich mit dazu beigetragen, öffentliches Mobbing gesellschaftsfähig zu machen.
    spiegel.de
  59. Thea Dorn kommentierte die Aussagefälschung des Hamburger Abendblattes mit den aufschlussreichen Worten: »So erfreulich es ist, dass der Alarm in Hamburg verlässlich ausgelöst wurde ...« (Thea Dorn: »Endlich Zeit für Apfelkuchen«, DER SPIEGEL, 09.07.2007)
    spiegel.de
  60. DER SPIEGEL, 28.09.2007: »Herman wehrt sich gegen Medien - mit NS-Begriffen«
    spiegel.de
  61. Auch in diesem Fall nehme ich also letztlich die Position des echten 68ers ein.

 

Zum Verfasser dieses Artikels:

Peter Mersch ist ein deutscher Wissenschaftler und Autor. Seine wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte befinden sich in den Gebieten Evolutionstheorie, soziokulturelle Evolution, Demografie, Familiensoziologie und Soziologie. Von ihm stammen die Systemische Evolutionstheorie und das Familienmanager-Konzept.

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