Friday, 29. July 2016
22.10.2015
 
 

Die bösen Deutschen: Hat die Regierung das Parlament belogen?

Peter Orzechowski

Wer nicht nachdenkt, wird auf die folgende Meldung mit Entrüstung reagieren. Wer sich aber bewusst macht, wie die Arbeit der Geheimdienste funktioniert, der wird in der neuen »Enthüllung« des Focus das sehen, was wohl die Absicht ist: Uns Deutschen klar zu machen, dass wir genauso »böse« seien wie die Amerikaner und kein Recht hätten, die Bespitzelung durch die NSA zu kritisieren.

 

Die deutsche Bundesregierung hat dem Parlament in der Affäre um angeblich illegale Abhöraktionen des Bundesnachrichtendienstes (BND) gegen befreundete Länder entscheidende Details verschwiegen, berichtet Focus heute.

Nach exklusiven Informationen eines hohen Regierungsbeamten habe der Auslandsgeheimdienst das Kanzleramt nicht 2013, sondern bereits im Jahr 2008 über die umstrittenen Lauschoperationen gegen EU-Staaten und USA informiert, schreibt das Nachrichtenmagazin.

 

Der verantwortliche Staatssekretär für Geheimdienste im Kanzleramt, Klaus-Dieter Fritsche, hatte vergangene Woche dem Parlamentarischen Kontrollgremium (PKGr) des Bundestages mitgeteilt, dass die Regierung erst im Jahr 2013 vom BND über die Abhörpraxis des Geheimdienstes informiert worden sei. Dabei hätte es Fritsche eigentlich besser wissen müssen, denn er war 2008 im Kanzleramt als Abteilungsleiter für die Nachrichtendienste des Bundes zuständig – und somit Empfänger der brisanten BND-Nachricht über die Funkspionage gegen befreundete Länder.

 

Als fünf Jahre später, also 2013, der Whistleblower Edward Snowden enthüllte, wie der US-Geheimdienst NSA die Bundesrepublik und ihre Bürger im großen Stil ausspäht, war die Empörung groß: Kanzlerin Merkel griff sogar Ende Oktober 2013 die USA an, indem sie sagte: Abhören unter Freunden gehe gar nicht.

 

Natürlich entrüsteten sich damals auch die Mainstream-Medien über die amerikanische Lauschaktion. Auch das – wie Merkels Protestformel – eine gelungene Propaganda-Inszenierung.

 

Denn jeder, der sich auch nur ein wenig mit der Arbeit der Geheimdienste beschäftigt, weiß: Deutschland wird seit Ende des Zweiten Weltkriegs systematisch von den Diensten ausgespäht – gerade auch von denen befreundeter und verbündeter Länder.

 

Es gibt zahllose Beweise für Wirtschaftsspionage in deutschen Firmen durch britische, französische und amerikanische Agenten. Immer wieder werden Mitarbeiter dieser Geheimdienste aus Deutschland ausgewiesen.

 

Es ist diesen unseren »Freunden« auch klar, dass sie von uns ausspioniert werden – so läuft nun mal das Geheimdienstgeschäft.

 

Dass sich jetzt die Mainstream-Medien darüber aufregen, zeigt nur wieder einmal, dass die Hetze gegen Deutschland immer weiter verschärft werden soll – nicht von ausländischen Lohnschreibern, sondern von unseren eigenen Landsleuten.

 

Genauso verlogen, wie Merkels Entrüstung im Jahr 2013 anlässlich Snowdens Enthüllungen war, so verlogen ist jetzt die Kritik am angeblich so bösen Bundesnachrichtendienst, der genau das tut, was alle anderen schon immer auf deutschem Boden getan haben: abhören, ausspähen und Daten sammeln.

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (10) zu diesem Artikel

23.10.2015 | 20:07

Liebe neue Leser hier in diesem Forum, ...

... Sie werden recht schnell feststellen, dass unter praktisch sämtlichen Artikeln im jeweiligen Kommentarbereich unter verschiedenen Namen und Bezeichnungen Werbung erscheint, in der vom schnellen Reichtum die Rede ist. Betrachten Sie diese Werbung einfach als das was es ist - betrügerischer Dummenfang eines einzigen Herrn (G.E. aus Österreich) für BILD-Leser und andere geistige Zwerge.


23.10.2015 | 09:10

Livia

Der BND wurde quasi von den Amis gegründet! Mit Leuten, die nach Kriegsende - oder vielleicht schon früher? - die Seiten gewechselt haben. Solche Leute kontrolliert man vorsichthalber, besser ohne daß sie es wissen. Das ist eine alte Jacke und das sollte jedem bekannt sein. ------ Es hat sich in den vergangenen 70 Jahren aber einiges geändert und daß die BRD immer noch wie ein frisch besiegter Feindstaat behandelt wird, zudem der politische Geheimdienst dazu mißbraucht wird...

Der BND wurde quasi von den Amis gegründet! Mit Leuten, die nach Kriegsende - oder vielleicht schon früher? - die Seiten gewechselt haben. Solche Leute kontrolliert man vorsichthalber, besser ohne daß sie es wissen. Das ist eine alte Jacke und das sollte jedem bekannt sein. ------ Es hat sich in den vergangenen 70 Jahren aber einiges geändert und daß die BRD immer noch wie ein frisch besiegter Feindstaat behandelt wird, zudem der politische Geheimdienst dazu mißbraucht wird Industriespionage zu betreiben ist eine Zumutung und zeigt, daß die vermeintlichen "Freunde" und Verbündeten in Wirklichkeit keine sind! Und daß eine Regierung, die auf die Enthüllungen eines Snowdon überrascht reagiert von der USA bestochen oder erpreßt wird. ------ Richtig wäre es, die NATO und Westbindung schnellstens zu verlassen und bei der Gelegenheit auch den BND aufzulösen und ohne auch nur die jüngste Reinigungskraft zu übernehmen, neu aufzustellen. Die Snowdon-Geschichte hätte einen schönen Anlaß dazu geliefert!


22.10.2015 | 17:03

DerSchnitter_Maxx

Futschland ... Tummelplatz skuriller, Institutionen, Abgeordneter, Beamten und anderes Kroppzeugs !!!


22.10.2015 | 16:37

olga.chraska

Ich hoffe, daß Russland einen guten Geheimdienst hat und Licht ins Dunkel bringt!


22.10.2015 | 15:44

Thomas Wunderlich

• Es geht weiter mit dem Überwachungsstaat. Orwell hätte sich das nie träumen lassen. Und dann wird die gelungene Propaganda-Inszenierung der guten Angie erwähnt. Na, das hat sie doch gelernt als IM Erika! • www.DDRZweiPunktNull.de


22.10.2015 | 15:25

Hanno Nühm

Wenn Du ein Land zerstören willst gibt es zwei Wege: 1.) Du tust es mit Gewalt 2.) und das ist die effektivere Methode; Du bringst die Menschen des Landes dazu, sich gegenseitig zu zerstören. Beide Punkte treffen voll auf Deutschland zu. Nur ist die Gewalt für die schlafenden Idioten nicht als solche wahrnehmbar.

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