Donnerstag, 8. Dezember 2016
18.01.2016
 
 

Jetzt auch noch Krieg in Afrika – Von der Leyen: »Achse des Terrors«

Peter Orzechowski

Es ist das immer gleiche Muster: Erst wird eine funktionierende Regierung gestürzt. Dann herrscht Chaos im Land. Terroristen besetzen Schlüsselpositionen. Die Menschen fliehen vor dem Terror nach Europa – zumeist nach Deutschland. Und am Ende müssen Truppen ins Land geschickt werden. Neuestes Beispiel für diese Strategie ist Libyen. Dort sollen bald deutsche Soldaten kämpfen.

 

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat vor einer »Achse des Terrors« in Afrika gewarnt. Die Extremisten-Miliz IS suche in Libyen die Verbindung zur Islamistenorganisation Boko Haram in Zentralafrika. Das sagte die CDU-Politikerin gegenüber der Zeitung Bild (Montagsausgabe). »Wenn das gelingt, dann entsteht eine Achse des Terrors, die weite Teile Afrikas destabilisieren kann.«

Das wäre eine brandgefährliche Entwicklung, die neue Flüchtlingsströme zur Folge hätte. »Das dürfen wir nicht zulassen.« Dazu sei es wichtig, Libyen zu stabilisieren, das auch von islamistischem Terror bedroht sei. »Deutschland wird sich nicht der Verantwortung entziehen können, dabei einen Beitrag zu leisten«, sagte sie auf die Frage, ob die Bundeswehr demnächst auch nach Libyen geschickt werde. Libyen müsse nun eine funktionsfähige Regierung bekommen, die dann schnell Hilfe benötigen werde, um Recht und Ordnung durchzusetzen.

 

 

 

Der Vormarsch des IS

 

Hintergrund der Eile: Seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 versinkt das einst reiche Libyen im Chaos. Die libysche Wirtschaft liegt am Boden: Der Ölexport, Haupteinnahmequelle des Landes, ist zu drei Vierteln eingebrochen. Städte wie Bengasi sind praktisch total zerstört. Eine Million Libyer, vor allem die Wohlhabenderen, sind bereits nach Tunesien oder Ägypten geflohen, wo sie sich meist in leerstehenden Touristen-Apartments eingemietet haben.

 

Zwei Regierungen kämpfen um die Herrschaft. Gleichzeitig weitet die Terrormiliz IS in Libyen ihr Herrschaftsgebiet aus, weil sie im Irak und in Syrien an Boden verliert. Kämpfer des IS versuchen, die Ölquellen des zerfallenden Staates sowie den Ölhafen as-Sidr und den im benachbarten Ras Lanuf unter ihre Kontrolle zu bringen.

 

Von offizieller Seite ist keine Auskunft zu erhalten, wie nahe am Ölverladeterminal sich die Kämpfe in as-Sidr abspielen. Die Vereinten Nationen (UN) gehen davon aus, dass die IS-Miliz zwischen 2000 und 3000 Kämpfer in Libyen hat. Die meisten davon befänden sich in Sirte.

 

Wie die New York Times schreibt, kontrolliere der IS bereits mehr als 1500 Kilometer der Mittelmeerküste Libyens – von Abu Grein bis Nufalija. Laut den westlichen Geheimdiensten kann Sirte als Reservebasis der Terroristen genutzt werden, sollten diese aus Syrien und dem Irak verdrängt werden.

 

»Der libysche Ableger des IS ruft bei uns die größte Besorgnis hervor. Das ist das Zentrum, über welches er seinen Einfluss auf ganz Nordafrika ausdehnen kann«, betonte der Analytiker des Verteidigungs-Aufklärungsamtes der USA, Patrick Pryor.

 

Der Angriff auf Europa

 

Aber es geht wohl nicht nur um Öl. Das im Internet aufgetauchte E-Book mit dem Titel »Wie man im Westen überlebt. Ein Handbuch für Mudschahedin«, das dem Islamischen Staat zugerechnet wurde und inzwischen gesperrt ist, legt den Schluss nahe: Von Libyen aus soll ein Angriff auf Rom stattfinden. Ich habe bereits früher auf dieser Webseite darüber berichtet. Auch die erste Ausgabe des Online-Magazins Dabiq im Juli 2014 bestätigt diesen Verdacht. Dabiq zeigte auf der Titelseite den Vatikan. Die Eroberung des Vatikans solle also den »Sieg über die Ungläubigen« bringen.

 

Ich habe ebenfalls an dieser Stelle bereits erwähnt, dass Papst Franziskus schon am 14. September 2015 davor warnte, dass sich IS-Terroristen unter den Flüchtlingen befinden könnten. Auch Rom sei nicht vor Anschlägen gefeit. Der Vatikan verstärke seine Sicherheitsmaßnahmen.

 

»Es ist wahr, dass nur 400 Kilometer von Sizilien entfernt eine unglaublich grausame terroristische Gruppe sitzt«, sagte der Papst dem portugiesischen Radiosender Renascenca mit Blick auf den Islamischen Staat in Libyen, berichtete Reuters.

 

Demnach schloss es Franziskus nicht aus, dass Rom ein Ziel von Anschlägen werden könnte. »Ja, niemand hat gesagt, Rom sei immun gegen eine solche Bedrohung. Aber man kann sich schützen«, so der Papst.

 

Allerdings – auch darauf habe ich hier bereits hingewiesen – wird nach dem Propheten des Islam das Jüngste Gericht mit einer Schlacht der Muslime gegen die »Armee Roms« in Dabiq nahe Aleppo und dem »Sturz Roms« eingeleitet. Zu Lebzeiten Mohammeds war Ostrom, also Konstantinopel und damit das heutige Istanbul, das Zentrum der Christenheit, nicht Rom selbst. Der Aufmarsch der IS-Krieger in Libyen zeigt, dass sie den Propheten wohl nicht so genau nehmen und doch das »heutige« Rom angreifen wollen.

 

Aber woher kamen die IS-Kämpfer, und wie konnten sie nach Libyen fliehen? Sie hatten sich bereits im vergangenen Herbst über türkische Häfen und das Mittelmeer nach Libyen abgesetzt. Heute kontrollieren sie Darna, eine traditionelle Hochburg islamistischer Extremisten, und die Hafenstadt Sirte. Interessant ist, dass sie neben den Ölhäfen offenbar auch den Küstenstreifen entlang des Mittelmeeres erobern wollen. Von dort aus sind es jeweils nur wenige Hundert Kilometer nach Italien und Griechenland. Von hier soll die »Eroberung Europas« beginnen.

 

Sicherlich mischen sich auch hier IS-Krieger unter die Flüchtlinge, die mit Booten nach Europa flüchten.

 

Kommen wir noch einmal zurück auf das Online-Magazin Dabiq. In seiner jüngsten Ausgabe hieß es, es sei nun wichtig, die »Grauzonen zu beseitigen«, in denen die Muslime und der Westen friedlich koexistierten. Durch Terror solle in Europa eine Atmosphäre der Furcht und des Schreckens mit dem Ziel erzeugt werden, dass rechtspopulistische Parteien und Bewegungen Auftrieb erhielten und den Muslimen keine andere Wahl mehr bliebe, als sich dem IS anzuschließen. So sei die »Teilung der Welt voranzutreiben«.

 

Die bisherigen Ereignisse dieses noch jungen Jahres haben gezeigt, dass sich das Chaos, das im Nahen und Mittleren Osten seit dem sogenannten Arabischen Frühling ausgebrochen ist, nun auf Europa – vor allem auf Deutschland – ausbreiten soll. Die Planer und Nutznießer dieses Chaos habe ich in meinem aktuellen Buch Der direkte Weg in den Dritten Weltkrieg ausführlich beschrieben. Ihr Plan scheint aufzugehen.

 

 

 

 

 

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