Donnerstag, 24. August 2017
09.11.2015
 
 

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit

Peter Orzechowski

Offenbar genügen den Entscheidern in den Banken und in den Großunternehmen die bisherigen Migrantenzahlen noch nicht. Deswegen muss die Bundeskanzlerin jetzt noch mehr Menschen nach Deutschland einladen – diesmal aus Afrika.

 

Auf dem EU-Afrika-Gipfel diese Woche in Malta will Bundeskanzlerin Merkel darüber sprechen, wie man »junge Afrikaner legal in Deutschland aufnehmen« kann. Dies gab sie in ihrem wöchentlichen Podcast bekannt.

 

Gegenüber ihrer Interviewerin, Carina Sprungk, Politikwissenschaftlerin an der FU Berlin, sagte Merkel, wir müssten uns »natürlich auch die Frage stellen: Wie können wir zum Beispiel auch junge Afrikaner legal in Deutschland aufnehmen, wenn es um Berufe geht, die bei uns Mangelberufe sind?«

 

»Wir wissen«, sagte die Kanzlerin, »dass die illegale Migration aus den afrikanischen Ländern, insbesondere über Libyen – weil wir dort im Augenblick keine staatlichen Strukturen haben –, ja nach wie vor sehr hoch ist. Im Angesicht der vielen Flüchtlinge aus Syrien fällt uns das im Augenblick nicht so ins Auge, aber wir haben diese Migration.«

 

Die Flut reißt nicht ab: Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) kommt in den nächsten Jahren eine nie da gewesene Flut von Immigranten aus dem Orient und Afrika nach Europa. Nach den USA ist Deutschland mittlerweile das zweitbeliebteste Zielland weltweit, so der OECD-Ausblick vom September 2015.

 

»Der Druck ist hoch in einer Reihe von Herkunftsländern«, heißt es in einem in Paris präsentierten Ausblick der OECD. So geben in Nigeria 44 Prozent der über 15-Jährigen an, dauerhaft auswandern zu wollen.

 

In Albanien sind es 39, im Senegal 37 und in Syrien 31 Prozent. Bei fast allen dieser Länder wird mindestens ein EU-Land unter den ersten drei bevorzugten Zielen genannt.

 

In den meisten der 34 OECD-Länder sind die Flüchtlingsströme bereits gestiegen. Im Vergleich zu 2013 ist der Zuzug von Migranten in die OECD-Länder 2014 massiv gewachsen – und zwar auf 4,3 Millionen Zuzügler.

 

Als besondere Lage Europas wertet die OECD, dass viele gleichzeitige Krisen in Nahost und Afrika, also im Umfeld Europas, »geringe Aussichten auf Besserung« hätten – wie etwa in Syrien.

 

Schockierende Zahlen brachte der ungarische Außenminister Peter Szijjarto Ende September 2015 auf den Tisch, wie der britische Express berichtet. Der Minister sprach von einer potentiell gewaltigen Zahl an Wirtschaftsflüchtlingen, die auf dem Weg nach Europa sei. »Ich glaube nicht, dass die Analysen-Ergebnisse, die von 30 bis 35 Millionen Menschen als möglichen Migranten ausgehen, übertrieben sind«, so Ungarns Außenminister.

 

Es sei eine Selbsttäuschung, die Situation eine Migrationskrise zu nennen, da es inzwischen »eine massive Völkerwanderung mit unerschöpflichen Reserven« sei. Szijjarto warf der EU vor, den Schutz ihrer Grenzen zu vernachlässigen und den europäischen Politikern, dass sie Angst hätten, die Dinge beim Namen zu nennen. Auch sprach er von »Falschmeldungen der internationalen Medien«.

 

Sollte es zu einer nur annähernd großen Fluchtwelle kommen, wie Ungarns Außenminister prophezeit hat, würde Europa hoffnungslos überrannt werden und die Systeme, die jetzt schon nahe am Anschlag oder darüber sind, würden endgültig kollabieren. Außerdem wird sich zeigen, ob der heranrückende Winter eher als Verzögerung oder als Beschleunigung wirken werde.

 

Die große Völkerwanderung kommt noch

 

Der deutsche Wirtschaftswissenschaftler und Soziologie-Professor Gunnar Heinsohn ließ Anfang Juli 2015 mit einem Artikel unter dem Titel »Wie viele Afrikaner nach Europa?« aufhorchen.

 

Darin stellt der Militärdemographie am Nato Defense College lehrende Professor einige Rechenbeispiele über die Flüchtlingsströme nach Europa und die hiesigen Kapazitäten an.

 

Heinsohns Berechnungen ergeben kein rosiges Bild für Europas Zukunft. Ihm zufolge wollen an die 950 Millionen Afrikaner und Araber aus ihren Heimatländern in den »gelobten« Kontinent auswandern.

 

Stellt man diesen Prognosen die demographischen Entwicklungen in Europa bis 2050 gegenüber, hätte Europa – wenn das Wirtschaftswachstum annähernd konstant bleiben würde – »lediglich« 250 Millionen Plätze frei. Allerdings nur, wenn es sich bei den 250 Millionen Zuwanderern um hochqualifizierte Arbeitskräfte handelt.

 

Dass es sich bei den Zuwanderern jedoch keineswegs um hochqualifizierte und dringend benötigte Fachkräfte handelt, erklärt der Professor wie folgt: »Wer jetzt den Weg über die Schlepper-Boote wählt, hat schließlich schon daheim den Ansprüchen nicht genügt.«

 

Somit wird es schließlich zu einem erbitterten und brutalen Wettkampf zwischen Migranten um freie Plätze auf dem Markt kommen, so Heinsohn. Die überwiegende Mehrheit der Migranten, welche sich bereits jetzt auf dem Kontinent befinden, sei hingegen unterqualifiziert und müsse dauerhaft, aufgrund der hohen Geburtenrate unter diesen, durch weitere Migranten finanziert werden. Dies werde angesichts des ungezügelten Zuzuges aber schlussendlich zu einem Kollaps führen, da die Sozialsysteme zusammenbrechen.

 

 

 

 

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