Friday, 1. July 2016
09.12.2014
 
 

BIZ-Prognose: Dollar-Dominanz könnte schnell herausgefordert werden

Redaktion

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) stellt in ihrem am Sonntag veröffentlichten Quartalsbericht eine brisante Frage: Wie kommt es, dass der Dollar seinen Anteil von über 60 Prozent an den globalen Devisenreserven halten kann, wenn der Anteil der USA an der wirtschaftlichen Gesamtleistung der Welt bereits unter 25 Prozent gefallen ist?

 

Die BIZ macht das, was sie einen »diffusen Dollar-Block« nennt, dafür verantwortlich. Und sie sagt vorher, dass der Wind ganz schnell gegen den Greenback drehen könnte. Die Basler Organisation listet in dem neuen Quartalsbericht eine Reihe von Ländern auf − darunter Brasilien, Hong Kong, Peru, die Türkei und Uruguay − die einen sehr hohen Anteil an ihren Devisenreserven in Dollar halten.

Sie tun dies, weil ihre eigenen Währungen sich mehr oder minder stark im Gleichschritt mit dem Greenback bewegen und daher ein relativ geringes Risiko besteht, wenn der Dollar schwankt.

 

Die addierte Wirtschaftsleistung dieser Länder im lockeren Dollar-Zonen-Verbund entspricht laut der BIZ ziemlich genau dem Anteil des Dollars an den globalen Devisenreserven: Rund 60 Prozent.

 

Die BIZ findet es etwas erstaunlich, dass die Dollar-Zone ihren Anteil an der globalen Wirtschaftskraft seit 1990 konstant halten konnte, obwohl der Euro seinen Einfluss in Osteuropa und Asien verstärkte.

 

Die simple Antwort auf das Rätsel: Asiens starkes Wachstum in den vergangenen zwei Jahrzehnten hat dem Dollar quasi die Oberhand gesichert, weil dort immer noch einige Länder an der Dollarbindung festhalten.

 

Die Notenbank der Notenbanken, wie die BIZ gerne genannt wird, findet für ihre These klare Belege: In jenen Ländern, deren Währungen am wenigsten gegen den Dollar schwanken, ist der Dollar prozentual am stärksten in den Reserven vertreten.

 

Und hier kommt der weitreichende − und mit Blick auf die nähere Zukunft etwas beunruhigende − Hinweis der BIZ:

 

Lösen sich nationale Währungen bei ihrer Wechselkursbewegung von einer Bezugswährung wie dem Dollar, dann kann sich die Zusammensetzung der Reserven in Windeseile verändern.

 

Nur drei Jahre, nachdem 1934 der Yen an das Pfund Sterling gekoppelt wurde, stieg der Anteil des Pfundes an den japanischen Devisenreserven von 15 auf 90 Prozent.

 

Und seitdem Hong Kong im Juli 1972 die Bindung seiner Währung an das Pfund beendete und es stattdessen an den Dollar koppelte, schoss der Dollaranteil an Hong Kongs Reserven von unter 20 Prozent auf 75 Prozent nach oben.

 

Die BIZ räumt gründlich mit der vorherrschenden Einschätzung auf, dass die westliche Hemisphäre nachhaltig an den Dollar gekoppelt sei. Während Peru und Uruguay an dieser Bindung festhielten, hätten sich die Währungen von Chile, Kolumbien, Mexiko und Brasilien in den vergangenen Jahren mehr mit dem Euro bewegt.

 

Auch die stärkere Entwicklung des Australischen- und des Neuseeland-Dollars − sowie etwas weniger des Kanadischen-Dollars − mit dem Euro gegen den Greenback belege, dass das »Label« vom westlichen Dollar-Block nicht mehr durchgehend zutreffe. Die Warnung der BIZ in Richtung Dollar hat daher Gewicht und Brisanz:

»Veränderungen in der gleichgerichteten Bewegung verschiedener Währungen mit dem Dollar könnten schneller als bisher angenommen die Zusammensetzung der Reserven verändern und das Gewicht des Dollars potenziell aushöhlen.«

Das könne auch die Zukunft des chinesischen Yuan stark beeinflussen. Sollten die Wechselkurs-Veränderungen des Yuan künftig mehr Unabhängigkeit von den Schwankungen des Dollars zeigen, dann könnte es rasch zu einem »Yuan-Block« kommen.

 

»In diesem Falle«, so die BIZ, »könnten die Manager der Devisenreserven einen signifikanten Teil in Yuan halten.« Das gelte insbesondere, wenn die anderen asiatischen Währungen sich bis dahin stärker am Yuan orientierten, und weniger am Dollar.

 

Genau dorthin sind einige Länder in Asien aber schon unterwegs. In den ersten Ländern Südostasiens hat der Yuan schon den Dollar als Transaktions- und Handelswährung überholt.

 

 

 

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Leser-Kommentare (7) zu diesem Artikel

12.12.2014 | 11:29

Wolfgang Thomsen

Angriff auf den Rubel löst in Rußland Debatte über Kapitalkontrollen und Bankentrennung aus 18. November 2014 • 13:30 Uhr http://www.bueso.de/node/7771


10.12.2014 | 12:03

Shamael

@ Mathias, die BIZ gehört den Jesuiten, seit jeher, sie diente im Krieg dazu das Geld der Nazis reinzuwaschen, schliesslich sind die Jesuiten die Hauptfinanzierer des Nazistaates gewesen, ein Staat der von Juden aufgebaut wurde und von jüdischen Banken finanziert wurde. Rothschild hat sich damit den Traum des Staates Israel erfüllt. Der Tempelritterorden der Jesuiten ist ein Orden in welchem alle Spitzenpositionen von Juden besetzt ist, auch Bergoglio, unser Papst ist Jude. Der...

@ Mathias, die BIZ gehört den Jesuiten, seit jeher, sie diente im Krieg dazu das Geld der Nazis reinzuwaschen, schliesslich sind die Jesuiten die Hauptfinanzierer des Nazistaates gewesen, ein Staat der von Juden aufgebaut wurde und von jüdischen Banken finanziert wurde. Rothschild hat sich damit den Traum des Staates Israel erfüllt. Der Tempelritterorden der Jesuiten ist ein Orden in welchem alle Spitzenpositionen von Juden besetzt ist, auch Bergoglio, unser Papst ist Jude. Der Vatikan ist ein Spiegelkomplex, es glänzt auf einer Seite und auf der anderen herrscht Dunkelheit.


09.12.2014 | 23:15

Matthias

Die BIZ ist die Hausbank der Rothschilds. Diese BIZ gehört zerschlagen.


09.12.2014 | 13:48

Stefan Malsi

In meinen Augen ist die USA die größte Bedrohung der Menschheit und sollte in dem nun kommenden "Wandel der Welt" aufgelöst werden. Mit den Menschen aus Texas, Kalifornien, Florida usw usw werde wir uns schon vertragen und ihre neugegründeten Staaten rasch anerkennen. Bitte schaut mal auf das Bild, das ich zu diesem Thema "gebastelt" habe: https://plus.google.com/+HansScholl/posts/bAjrjgZW3zh


09.12.2014 | 10:29

MB

Der Zug ist abgefahren. Er bewegt sich jetzt unumkehrbar auf einem anderen Gleis, dem der chinesischen Währung. Alle Brics Staaten, alle asiatischen und südamerikanischen werden sich dem Yuan zuwenden. Den exportorientierten Ländern wie Deutschland, wird garnichts anderes übrig bleiben, als einen Teil ihrer Währungsreserven in Yuan zu halten. Der Dollar geht unter. Viele Länder beobachten das Experiment erstmal, wenn es erfolgreich läuft, dann werden sie auf den ZUg aufspringen...

Der Zug ist abgefahren. Er bewegt sich jetzt unumkehrbar auf einem anderen Gleis, dem der chinesischen Währung. Alle Brics Staaten, alle asiatischen und südamerikanischen werden sich dem Yuan zuwenden. Den exportorientierten Ländern wie Deutschland, wird garnichts anderes übrig bleiben, als einen Teil ihrer Währungsreserven in Yuan zu halten. Der Dollar geht unter. Viele Länder beobachten das Experiment erstmal, wenn es erfolgreich läuft, dann werden sie auf den ZUg aufspringen und den Dollar nach und nach abstoßen. China könnte jederzeit seine "Dollar- Atombombe" zünden, denn es hält riesige Mengen noch als Reservewährung. Würde das passieren, stürzt der Dollar in Bodenlose. Dann können sich die USA garnichts mehr leisten, sondern müssten mit einem extrem abgewerteten Dollar versuchen, ausländische Produkte zu erwerben. Das Ende der USA steht endlich vor der Tür und das weiß man in Washington sehr genau. Deshalb beißt das in die Enge getriebene Dollar- Raubtier wie wild um sich. Durch Zündeln in der Ukraine und die Herausforderung des russischen Bären hat man für sich selbst das Ende beschleunigt. Jetzt weiß selbst der letzte Zauderer, daß man sich schnellstens von der US- Hegemonie trennen muß.


09.12.2014 | 09:57

Christof777

sobald die chinesische Führung ihre Goldbestände von > 10.000 Tonnen offiziell bekannt gibt und gleichzeitig den Yuan mit diesen Reserven hinterlegt, wird das US - Schatzamt wohl gezwungen sein, seine Goldbestände offiziell prüfen zu lassen was seit 1056 nicht mehr der Fall war (offizielle Begründung: dauert zu lange und ist zu teuer). Danach wird man sehen, ob in Fort Knox bzw. Manhattan noch Barren vorhanden sind. Und spätestens danach wird man den Dollar wahrscheinlich nur...

sobald die chinesische Führung ihre Goldbestände von > 10.000 Tonnen offiziell bekannt gibt und gleichzeitig den Yuan mit diesen Reserven hinterlegt, wird das US - Schatzamt wohl gezwungen sein, seine Goldbestände offiziell prüfen zu lassen was seit 1056 nicht mehr der Fall war (offizielle Begründung: dauert zu lange und ist zu teuer). Danach wird man sehen, ob in Fort Knox bzw. Manhattan noch Barren vorhanden sind. Und spätestens danach wird man den Dollar wahrscheinlich nur noch in von der Außenwelt abgeschnittenen peruanischen Hochandendörfern, und auf völlig entlegenen Inseln im Südpazifik akzeptieren.

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