Friday, 27. May 2016
29.12.2011
 
 

Euro-Crash: Großbritannien bereitet Grenzschließungen vor

Redaktion

Während die Deutschen derzeit mehr oder weniger gemütlich Weihnachten und Silvester feiern und auch zahlreiche Politiker zwischen den Jahren die Sorgen der Euro- und Glaubwürdigkeitskrise einmal vergessen wollen, dringt ernste Kunde von den britischen Inseln und aus einigen Euro-Ländern herüber. Großbritannien bereitet derzeit Notstandsmaßnahmen für den Euro-Kollaps vor. Ein neuer Albtraum für Griechenland: Dort wird im nächsten Jahr ein Anstieg der realen Arbeitslosigkeit auf 28 Prozent prognostiziert. Und die katalanische Regierung verhandelte bis heute hektisch mit verschiedenen Finanzinstituten, um mit einem außerordentlichen Kredit ihren Beamten doch noch ihr Weihnachtsgehalt auszahlen zu können.

In Großbritannien wird zwischen Weihnachten und Silvester emsig gearbeitet. Es scheint tiefe Sorge zu sein, die die Politiker dort umtreibt: Das britische Kabinett debattiert gegenwärtig über drakonische Maßnahmen für den Fall eines Euro-Crashs. Danach sollen Wirtschaftsflüchtlinge, die ihr Geld jetzt aus Europa nach Großbritannien retten wollen, durch Grenzbarrieren aufgehalten werden. Es wird befürchtet, dass im Fall eines Euro-Zusammenbruchs ein Run auf die Insel

einsetzt. Das könnte, so die Besorgnis der britischen Politiker, innerhalb kürzester Zeit zu einem starken Anstieg des britischen Pfundes führen, was für Großbritannien eine Rezession bedeuten könnte.

 

Die Briten rechnen offenbar auch mit großen Unruhen in Kontinentaleuropa, falls die Euro-Zone zusammenbrechen sollte. Auch für diesen Fall wird derzeit an Plänen gearbeitet, so schnell wie möglich die Grenzen dichtzumachen. Dänemark war mit diesem Beispiel bereits vor Monaten vorangegangen und hatte die Wiedereinführung ständiger Zollkontrollen an den Landesgrenzen innerhalb des Schengenraums beschlossen.
Weiterhin arbeitet das britische Außenministerium bereits unter  Hochdruck an Notfallplänen für britische Auswanderer und Botschaftsangehörige in betroffenen Staaten, heißt es.

Behördensprecher wiegelten auf Nachfrage ab: Es handele sich um rein vorsorgliche Maßnahmen, und diese seien kein Beweis für einen seitens der Regierung erwarteten unmittelbar bevorstehenden Kollaps der europäischen Einheitswährung.

Die Daily Mail berichtet, dass zahlreiche Experten trotz aller Versuche der Euro-Zonen-Länder, die gemeinsame Währung retten zu wollen, explizit davon ausgehen, dass die siebzehn Euro-Länder das kommende Jahr in der Gemeinschaftswährung nicht überleben werden. Wie es heißt, erwarten britische Regierungsangehörige, dass eines oder auch mehrere Länder wie Griechenland oder Portugal gezwungen sein könnten, die Euro-Zone zu verlassen, um die schweren wirtschaftlichen Probleme ihrer Länder zu bekämpfen. Das Kabinett fürchtet, der Zerfall des Euro  werde schwere Auswirkungen für Großbritannien haben, eine erneute Rezession inbegriffen.

Dass es bereits starke Finanzbewegungen zu geben scheint, wird aus Kreisen wohlhabender Investoren und Persönlichkeiten berichtet. Es gibt Informationen über massive Geldtransfers nach Großbritannien, sprunghafte Immobilienkäufe  in London kennzeichneten ebenso die derzeitige Szene.


Im Finanzministerium sollen derartige Fluchten in einen »sicheren Hafen« bereits in den laufenden Planungen berücksichtigt werden. Beobachter befürchten, der Transfer großer Summen nach London könnte das Pfund stark steigen lassen und damit die fragile britische Wirtschaft erneut in eine Rezession stürzen.

Anfang des Jahres war die Schweizer Nationalbank bereits gezwungen worden,  am Markt zu intervenieren, nachdem nervöse Investoren aus dem Euro-Raum große Summen transferiert und so den Schweizer Franken auf gefährliche Höhen katapultiert hatten.  Die Schweiz war daraufhin gezwungen, den Franken an den Euro zu koppeln. Das wird inzwischen von zahlreichen Experten als großer Fehler bezeichnet. Das Finanzministerium plant daher strikte Obergrenzen für Überweisungen von und nach Großbritannien.

Weiter bereitet man sich auf der britischen Insel derzeit offenbar auch auf eine massive Bankenrettung  vor: Britische Geldhäuser, die  mit über 170 Milliarden Pfund in die so genannten PIIGS-Staaten – Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien – investiert haben, müssen jetzt auch unterstützt werden, heißt es.

 

Im britischen Innenministerium mehren sich ebenso die Befürchtungen, dass ein Kollaps des Euro zu weitreichenden Unruhen führen und sogar eine Flut von PIIGS-Flüchtlingen nach Großbritannien auslösen könnte. Vermögende Personen aus Griechenland und Portugal verschieben bereits seit einigen Wochen Gelder nach Großbritannien. Auch die italienische Bond-Auktion hat Ängste über einen Euro-Crash angeheizt: Der britische Aktienindex FTSE100 ist deutlich angestiegen.

Die Insel ist nicht Mitglied der Euro-Zone, zahlreiche Griechen, Spanier und Portugiesen waren in den letzten Monaten bereits nach England geflohen.
Einige Staaten haben angesichts dieser Entwicklung gedroht, dass der Flugverkehr komplett eingestellt und ihre Grenzen geschlossen werden könnten, um genau das zu verhindern.


Doch auch in Griechenland ist die Hölle los. Das Institut für Arbeit der gewerkschaftlichen Dachorganisationen prognostiziert für 2012 einen Anstieg der realen Arbeitslosigkeit auf 28 Prozent. Damit hat die Arbeitsmarktsituation dort dramatische Dimensionen angenommen. Speziell in Nordgriechenland, wo die statistische Quote der Arbeitssuchenden bereits heute deutlich über 20 Prozent liegt, gleicht die Arbeitsmarktlage inzwischen einem wahren Albtraum.

Wie drastisch sich die Spirale der Erwerbslosigkeit Griechenlands in den letzten Jahren nach oben schraubte, kann man an dem Umstand erkennen, dass die Quote sich innerhalb der letzten fünf Jahre verdoppelt hat. In Nordgriechenland soll es statt Bargeld- zunehmend mehr Tauschgeschäfte geben. Auch die Unternehmen bezahlen ihre Angestellten immer häufiger in Naturalien, vor allem das Weihnachtsgeld sei mangels Liquidität nicht selten in Form von Waren und Produkten ausgezahlt worden.

Um in der Krise zu sparen beziehungsweise an  Geld zu gelangen, melden die Griechen ihre Fahrzeuge ab. Mehr als 250.000 Wagenbesitzer werden bis zum Jahresende ihre Autos wegen der immer enger werdenden Finanzlage abgemeldet haben, prognostiziert das Verkehrsministerium. Schon im Jahr zuvor waren  bereits 170.000 Pkws abgemeldet worden. Auch die griechischen Einzelhändler blicken auf das schlechteste Weihnachtsgeschäft seit Jahrzehnten zurück. Die Umsätze seien um 30 Prozent im Vergleich zu 2010 eingebrochen, teilt der Branchenverband ESEE mit. »Neun von zehn Griechen haben weniger ausgegeben – nicht aus freien Stücken, sondern aus Not«, heißt es.

 

Die wohlhabenden Griechen schaffen unterdessen riesige Summen außer Landes – vorwiegend auf Konten in der Schweiz. Laut der Athener Zeitung To Vima könnte die Summe der letzten Jahre zweihundert Milliarden Euro inzwischen übertreffen.

Und auch aus Spanien dringen Katastrophenmeldungen: Die katalanische Regierung steckt in schweren Finanzproblemen und kann ihre Beamten nicht mehr bezahlen, und das zu Weihnachten. Hektische Verhandlungen mit verschiedenen Finanzinstituten laufen derzeit, um doch noch einen außerordentlichen Kredit zu erhalten und so den Beamten ihre Gehälter, Überstunden und Weihnachtsgelder zahlen zu können.
Der Sprecher der katalanischen Generalität, Francesc Homs, hatte das gestern noch einmal bestätigt. Die Zahlungsverzögerung und die offensichtlichen Probleme der Regierung,  einschließlich der Entscheidung, vorab bereits Einkommensteuer von den Beamten zu verlangen, obwohl diese noch nicht einmal ausbezahlt wurden, hatte zu schweren Unruhen geführt.

 

 


 

 

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