Donnerstag, 8. Dezember 2016
15.09.2014
 
 

Goldpreismanipulation: Verräterische Spuren

Redaktion

Kopp Online im Gespräch mit Dimitri Speck, der auch auf dem Kopp-Kongress »Das geheime Wissen der Goldanleger« am 04.10.2014 in der Filderhalle in Leinfelden bei Stuttgart referieren wird. Speck hatte bereits 2001 statistische Anomalien bei der Goldpreisbildung entdeckt, die auf manipulative Markteingriffe zurückzuführen waren. Sein Börsenbrief »Sicheres Geld« zählt zu den größten in Deutschland.

 

Kopp Online: Herr Speck, Gold ist seit vielen Jahren so etwas wie Ihr Steckenpferd. Woher kommt die Faszination?

Speck: Ich hatte früh ein Misstrauen gegenüber dem Staatskredit. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es gut ausgehen kann, wenn der Staat sich immer weiter verschuldet. Gold ist das natürliche Gegenstück zum Staatsgeld. Der Staat kann vieles machen, aber er kann Gold nicht drucken.

Kopp Online: Sie sind der Erste, der einen statistischen Nachweis für Manipulationen des Goldpreises geführt hat. Was waren Ihre Beweggründe und wie wurde das seinerzeit aufgenommen?

 

Speck: Wenn der Markt sich in die falsche Richtung entwickelt, gibt es immer wieder Anleger, die Manipulatoren die Schuld zuweisen. Ich habe das eigentlich immer abgetan. Aber bei Gold bot sich mir plötzlich die Möglichkeit, dies statistisch zu untersuchen. Es war bald klar, dass der Markt manipuliert wird.

 

Meine Untersuchungen wurden positiv aufgenommen. Aber im Jahre 2001 war Gold noch kein großes Thema. Es gab nur wenige, die sich dafür interessierten. Das hat sich mittlerweile geändert. Jetzt ist das Goldfixing in aller Munde, mehr als zehn Jahre nach meiner Untersuchung.

 

Kopp Online: Nun ist das statistische Phänomen das eine, was aber haben Sie über die Urheber und deren Beweggründe herausgefunden?

Speck: Ich konnte auf den Tag genau herausfinden, wann diese schockartigen Rückgänge und damit Manipulationen bei Gold begannen. Dann musste ich nur noch suchen: Was wurde damals während der Fed-Sitzungen zu Gold gesagt? In den Sitzungsprotokollen fand ich interessante Sätze. So wurde über Goldverkäufe gesprochen, damit der Preis nicht steigt. Oder es wurde gesagt: »Wir können den Goldpreis sehr leicht halten.« Ich fand übrigens auch Sätze, aus denen hervorgeht, dass über Goldverkäufe in den Sitzungspausen und somit außerhalb des Protokolls gesprochen wurde …

 

Kopp Online: Haben die Goldpreismanipulateure ihr Verhalten eigentlich verändert, nachdem sie entdeckt wurden?

Speck: Die Methoden haben sich wiederholt geändert, meist aus äußeren Gründen. Dazu zählen die Öffnungszeiten der Terminmärkte oder die nachlassende Menge an Gold, die die Zentralbanken zur Verfügung hatten. Eine wichtige Änderung fand sogar wenige Monate nach meiner ersten statistischen Publikation statt. Ich vermute aber nicht, dass ein Zusammenhang besteht.

 

Kopp Online: Wie ist der aktuelle Stand? Wird immer noch oder schon wieder in den Markt eingegriffen?

Speck: Ja. Die Goldmanipulationen finden ununterbrochen statt. Lediglich Ziele und Methoden haben sich gewandelt. Anders sieht die Situation bei Silber aus. Bei Silber wurden die Manipulationen für über ein Jahr ausgesetzt, was zum Anstieg bis auf fast 50 US-Dollar je Feinunze im Mai 2011 führte.

Kopp Online: Was sollte der Anleger daraus machen? Den Markt meiden, weil dort massiv zu seinem Nachteil eingegriffen wird, oder kaufen, weil die künstliche Preisdrückung günstige Einstiegschancen eröffnet?

Speck: Kaufen, was sonst? Sie bekommen es etwas günstiger, als es ohne die Eingriffe der Fall wäre. Die Manipulationen ändern nichts an der grundsätzlichen Problematik, dass es zu viele Papiergeldansprüche gibt. Die Menge allen Goldes wächst hingegen nur langsam.

 

Kopp Online: Vielen Dank, Herr Speck. Wir freuen uns auf Ihre Ausführungen in Leinfelden.

 

 

 

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