Monday, 24. November 2014
06.09.2012
 
 

Iran: Gegenüber der S-300 »verbessertes« Flugabwehrsystem soll 2013 einsatzbereit sein – bereits jetzt sind schon 30 Prozent der neuen Systemkomponenten fertig

Redaktion

Der Iran hat bereits fast ein Drittel eines Flugabwehrsystems fertiggestellt, das er anstelle des russischen modernen S-300-Systems entwickelte, deren Lieferung Moskau verweigert hatte. Die Islamische Republik geht davon aus, dass das System im kommenden Jahr einsatzbereit sei, erklärte Brigadegeneral Farzad Esmaili, einer der Kommandeure der iranischen Luftabwehr. Das neue System mit der Bezeichnung Bavar-373 (Glaube-373) sei bereits zu 30 Prozent fertiggestellt, sagte er am vergangenen Montag vor Journalisten am Nationaltag der Luftverteidigung in Teheran. Der Iran sei in der Lage, das Projekt ohne Hilfe aus dem Ausland durchzuführen und abzuschließen.

»Die Entwicklung der Bedrohungserkennung des Systems ist abgeschlossen, und seine wichtigsten Komponenten wurden im Iran gefertigt«, zitierte ihn die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars News. Weiter sagte er, es sei kein Problem, das System mit den erforderlichen Raketen auszustatten. Er hoffe, das Abwehrsystem werde bis März 2013 (dem Ende des iranischen Jahres) oder spätestens im März 2014 Einsatzreife erreichen.

 

Die Entwicklungsarbeiten am Bavar-373 wurden aufgenommen, als dem Iran klar geworden war, dass Russland das moderne Flugabwehrsystem S-300 nicht liefern werde. Das S-300 verfügt über eine Reichweite von 150 Kilometern und kann zur Abwehr von Kampfflugzeugen, Marschflugkörpern und Raketen eingesetzt werden, wobei eine gleichzeitige Bekämpfung von bis zu 24 Zielen möglich ist.

 

Im September 2011 hatte Esmaili das im Iran selbst entwickelte Flugabwehrsystem Bavar-373 bereits als eine »starke Konkurrenz« zum russischen Luft-Boden-Raketensystem bezeichnet. Für das iranische System sollen drei verschiedene Raketentypen entwickelt werden, sodass es »besser als das S-300« in der Lage wäre, »Ziele zu erfassen, zu identifizieren und zu zerstören«, meinte er.

 

2007 hatte der Iran mit Russland einen Vertrag über die Lieferung von mindestens fünf S-300-Flugabwehrsystemen abgeschlossen. Aber im September 2010 verfügte der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew im Einklang mit den vom UN-Sicherheitsrat wegen des Atomprogramms gegen den Iran verhängten Sanktionen per Dekret ein Verbot der Lieferung.

 

Daraufhin reichte der Iran im August 2011 beim Internationalen Schiedsgericht der OSZE in Genf Klage auf Zahlung von vier Milliarden Dollar wegen Vertragsbruch ein, was zu Verstimmungen in Moskau führte. Russland argumentierte, der eigentliche Vertragswert habe nur 900 Millionen Dollar betragen, und man sei bereit, dem Iran Schadensersatz in Höhe von 166,8 Millionen Dollar zu leisten. Später habe der Iran dann vor Gericht beantragt, die geforderten Kompensationszahlungen auf drei Milliarden Dollar zu erhöhen.

 

Nach dem russischen Lieferverbot kündigte der Iran im November 2010 an, man wolle ein ebenfalls aus russischer Produktion stammendes Raketensystem so modifizieren, dass es wie das S-300 eingesetzt werden könnte. Das S-300 gilt allgemein als eines der wirksamsten Abfangsysteme zur Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern. Die Wirksamkeit des iranischen Systems ist umstritten und konnte bisher noch nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Viele Militärexperten hatten in der Vergangenheit iranische Behauptungen, man habe im Bereich der Militärtechnologie aus eigenen Kräften große Entwicklungsfortschritte erzielt, als übertrieben zurückgewiesen.

 

 

»Säbelrasseln und Militärmanöver«

 

Ebenfalls am Montag kündigte General Esmaili an, im Oktober werde ein Großmanöver zur Luftverteidigung unter Beteiligung aller Teilstreitkräfte stattfinden. Diese Manöver würden gemeinsam von den regulären Streitkräften und den Revolutionsgarden durchgeführt und dienten der Übung von »Reaktionen auf feindliche Bedrohungen«.

 

Aber auch die USA wollen im Oktober zusammen mit 25 weiteren Ländern im Persischen Golf großangelegte Manöver zur Minenräumung durchführen, um den Druck auf den Iran wegen des angeblichen Bestrebens des Landes, Atomwaffen zu entwickeln, zu erhöhen.

 

Um gegenüber der Weltöffentlichkeit in einer konzertierten Aktion die Stärke des iranischen Militärs unter Beweis zu stellen, erklärte der stellvertrtende iranische Verteidigungsminister Mohammad Eslami einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters zufolge, arbeite man daran, Langstreckendrohnen, die bereits zuvor in diesem Jahr getestet worden seien, mit Raketen zu bestücken.

 

Nach Angaben iranischer Behörden verfügt die entsprechende Drohne vom Typ Karrar über eine Reichweite von 1.000 Kilometern und kann mit einem Marschflugkörper oder mehreren kleineren Raketen ausgerüstet werden. Vor dem Hintergrund der wachsenden Gefahr eines israelischen Militärschlags gegen die iranischen Nukleareinrichtungen zitierte die Nachrichtenagentur ISNA den Minister mit den Worten: »Wir werden unser Land mit allen Mitteln verteidigen. Gegenwärtig stellt ein Luftangriff die schwerste Bedrohung dar, weil man sehr schnell darauf reagieren muss. Daher haben wir es für erforderlich gehalten, dass die Flugabwehr unabhängig arbeiten kann. Eine unserer [Haupt-] Aufgaben besteht darin, wichtige und empfindliche Ziele wie Raffinerien und Nukleareinrichtungen zu schützen.«

 

Israel droht seit Langem mit einem Angriff auf die iranischen Nukleareinrichtungen, obwohl seine westlichen Verbündeten mehr Zeit für eine diplomatische Lösung des Konflikts fordern. Der Iran beteuert, seine Urananreicherung diene ausschließlich zivilen Zielen.

 

Quelle: RussiaToday

 

 


 

 

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