Saturday, 27. August 2016
21.09.2014
 
 

Medienmanipulation: Genscher fordert verbale Abrüstung gegenüber Russland

Redaktion

In unseren »Qualitätsmedien« sitzen Kriegshetzer. Darüber haben wir in den letzten Wochen häufig berichtet. Doch nun gibt es Gegenwind.

 

Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: Die ARD ist ein Manipulationsbetrieb. Da werden die Zuschauer zumindest nicht nach jenen Grundsätzen informiert, welche der Deutsche Presserat für wahrhaftige Berichterstattung aufgestellt hat. Der Programmbeirat der ARD kritisierte auf einer Sitzung unlängst die ARD-Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt.

 

Da heißt es: Wichtige und wesentliche Aspekte des Konflikts seien von den ARD-Redaktionen »nicht oder nur unzureichend beleuchtet« worden, insgesamt zeigte sich die Berichterstattung »nicht ausreichend differenziert«. Die Inhalte hätten teilweise den »Eindruck der Voreingenommenheit erweckt« und seien »tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen« gerichtet.

 

Das Protokoll der Sitzung des neunköpfigen Gremiums liest sich wie eine Anklage. Und dann äußerte sich auch noch Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher zu unseren »Qualitätsmedien«. Den hetzerischen Sprachgebrauch in der Auseinandersetzung mit Russland und Putin hält Genscher für gefährlich und mahnt zur Mäßigung: »Ich bin der Meinung, dass wir zunächst in der Sprache insgesamt abrüsten sollten.«

 

Liest man jetzt auch noch das Protokoll des ARD-Beirates, dann wird das bestätigt, was die Leitmedien gern als »Verschwörungstheorie« abtun: Sie sind Tendenzbetriebe. Denn fast kein Wort fällt in dem Protokoll zur ARD öfter als das Wort »tendenziös« und »einseitig«. Wissenschaftliche Studien haben das ja unlängst auch für unsere anderen »Qualitätsmedien« belegt, wie etwa der Leipziger Medienwissenschaftler Uwe Krüger in seinem lesenswerten Buch Meinungsmacht enthüllt hat.

 

Sachbuchautor Udo Ulfkotte zitiert in seinem neuen Bestseller Gekaufte Journalisten den österreichischen Konfliktforscher Dr. Kurt Gritsch. Dieser bezichtigt auch unsere bürgerlichen »Qualitätszeitungen« nach ausgiebigen Studien heute, »Kriegstreiber« zu sein. Dr. Kurt Gritsch sagt:

»Lesen Sie gerne Zeitung? Und wenn ja, gehören auch Sie zu jenen, die bürgerlichen Qualitätsblättern wie ›FAZ‹, ›NZZ‹, ›Süddeutscher Zeitung‹ oder ›Die Zeit‹ die Stange halten? Ich bekenne: Ich gehöre nicht dazu. Nicht mehr, seit ich über viele Jahre feststellen musste, dass die publizistische Vorbereitung von Krieg dort Methode hat. (…) Das ist Kriegstreiberei und gehört auch als solche bezeichnet.«

Ulfkotte schreibt dann weiter in Gekaufte Journalisten:

»Wenn man sich heute rückblickend Artikel anschaut, dann kann man die Aussagen der Wissenschaftler Krüger und Gritsch verstehen. Da veröffentlichte die FAZ etwa vor vielen Jahren unter dem Titel ›Feigheit vor dem Bürger‹ Sätze wie: ›Die Rolle des weltpolitischen Zuschauers kann sich Deutschland nicht mehr leisten.‹ Die Botschaft des Artikels, so habe ich ihn verstanden: Noch mehr deutsche Soldaten nach Afghanistan. Unsere Leitmedien begleiten zur Freude von Rüstungsindustrie, Nato, Politik und Finanzelite publizistisch aber nicht nur Kampfeinsätze in Afghanistan. Die Meinungsmacher sekundierten unserer pro-amerikanischen Politelite ebenso beim amerikanischen Einmarsch im Irak. Und sie schrieben auch bereitwillig die von den USA gewünschten ›Revolutionen‹ in Nordafrika und im Nahen Osten schön und versprachen uns dort Frieden und Demokratie, wenn auch wir Bürger in den aus Washington gesteuerten Chor nur laut genug mit einfielen. Was wir stattdessen seither bekommen, sind jedoch immer mehr Terror und Hass. Und tote sowie schwer verwundete eigene Soldaten bei Auslandseinsätzen. Nachdem unsere publizistischen Kriegstreiber den Flächenbrand im Nahen Osten angefacht hatten, brüllten sie später ungeniert ›Krieg!‹ in der Ukraine und Krim, wollten auch an der Nato-Ostgrenze zu Russland ›militärische Zeichen setzen‹. Im Hintergrund standen, wir werden das sehen, mitunter amerikanische Propagandaorganisationen. Unsere Leitmedien arbeiten jedenfalls wegen ihrer Verfechtungen mit US-Lobbyorganisationen wie der verlängerte Arm von Nato-Pressestelle, Rüstungsindustrie und einer kleinen Clique führender Politiker. Wir werden das im Detail aufzeigen.

Für jeden Durchschnittsbürger ist heute klar, dass beispielsweise die Revolutionen im Nahen Osten absolut nichts gebracht haben. Erstaunlich ist zudem, was uns die pro-amerikanischen deutschsprachigen Leitmedien auf diesem Gebiet seither verschweigen: Die Lage ist beispielsweise unter dem ägyptischen Präsidenten Al-Sisi viel verheerender als einst unter Präsident Mubarak. Sie ist jetzt so anti-amerikanisch, dass selbst US-Außenminister John Kerry im Juli 2014 sich einer peinlichen Sicherheitskontrolle unterziehen, abtasten lassen und durch einen Metalldetektor gehen musste, bevor er vom ägyptischen Staatsführer empfangen wurde. Unsere pro-amerikanischen Medien blenden so etwas im deutschsprachigen Raum lieber aus. Sie verschwiegen es wie so vieles, weil sie es den Menschen nach ihren Jubelartikeln über die im Nahen Osten angeblich anbrechende westliche Friedens- und Demokratisierungswelle schlicht nicht mehr erklären können.

Wer wissen will, warum unser Nachrichtenaufkommen so unendlich einseitig ist, der muss die Netzwerke im Hintergrund kennen, in denen jene Alpha-Journalisten eingebettet sind, welche es offenkundig teilweise kaum erwarten können, unsere Soldaten gleich wieder in den nächsten Krieg der Amerikaner zu schicken. Und nicht nur die enthüllt Autor Ulfkotte in Gekaufte Journalisten.

 

Die Sendung »Im Dialog: Alfred Schier mit Hans-Dietrich Genscher« finden Sie hier.

 

 

 

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Leser-Kommentare (19) zu diesem Artikel

22.09.2014 | 19:14

Tom Ethcart

Gerade Genscher, der hat es nötig. Genscher war einer der Leute, die zu den größten Manipulatoren der Medien gehörte - besonders wenn es ihm nützlich sein konnte.Unvergessen sein Balkonauftritt 1989 in Prag. Er tat so als ob er derjenige gewesen sei, der die Ausreise der in der in der deutschen Botschaft versammelten Menschen erreicht hätte. Dabei hatte er absolut nichts damit zu tun. Kanzleramtsminister Seiters - heute DRK-Chef - hat die Ausreise der DDR-Leute in schwierigen...

Gerade Genscher, der hat es nötig. Genscher war einer der Leute, die zu den größten Manipulatoren der Medien gehörte - besonders wenn es ihm nützlich sein konnte.
Unvergessen sein Balkonauftritt 1989 in Prag. Er tat so als ob er derjenige gewesen sei, der die Ausreise der in der in der deutschen Botschaft versammelten Menschen erreicht hätte. Dabei hatte er absolut nichts damit zu tun. Kanzleramtsminister Seiters - heute DRK-Chef - hat die Ausreise der DDR-Leute in schwierigen Verhandlungen, allein und ohne zutun von Genscher erreicht. Seiters stand auf dem Balkon neben Genscher und wurde von diesem nicht mit einem Wort erwähnt. Noch typischer für Genscher - zu dem diplomatischen Empfang, den Genscher am gleichen Abend, zum glücklichen Ausgang dieser "Botschaftsbesetzung" gegeben hat, wurde Minister Seiters noch nicht einmal eingeladen. Genscher sonnt sich bis heute und immer wieder in "seinem" Prager Erfolg - mehr muss man zu diesem Medien-Manipulator und seinem Charakter nicht sagen.


22.09.2014 | 18:25

Rolf

Es drängt sich schon lange der Verdacht auf, dass die Medien nur gefilterte Informationen weitergeben, die den Bundesbürger beruhigen sollen. Der Fernsehzuschauer und die Leser solenl stets ruhig gehalten werden, bevor das deutsche Volk erkennt, welche Politiker es gewählt hat und das tatsächlich Deutschland vor dem Abgrund steht.Die deutsche Karre ist schon längst in den Dreck gefahren worden. Nur haben es die Gutmenschen in Deutschland noch nicht kapiert. Jetzt soll auch noch...

Es drängt sich schon lange der Verdacht auf, dass die Medien nur gefilterte Informationen weitergeben, die den Bundesbürger beruhigen sollen. Der Fernsehzuschauer und die Leser solenl stets ruhig gehalten werden, bevor das deutsche Volk erkennt, welche Politiker es gewählt hat und das tatsächlich Deutschland vor dem Abgrund steht.Die deutsche Karre ist schon längst in den Dreck gefahren worden. Nur haben es die Gutmenschen in Deutschland noch nicht kapiert. Jetzt soll auch noch das letzte politische "Aufgebot" im Mumienalter als Ersatz-Reserve wiederbelebt werden. Armes Deutschland.


22.09.2014 | 17:37

Peter

Ich glaube man sollte schon in grösseren Zusammenhängen sehen. Wird nicht Genscher vorgeschickt, um das Zurückrudern einzuleiten? Aber wie schon geschrieben, Genscher ist leider nicht der ehrenwerte Politiker, wie er immer vorgestellt wird. Er hat damals mit Chodorkowsky, der sich Millionen zusammengeklaut hat, gemeinsames Spiel getrieben. Ich glaube nicht, dass er für Putin noch vertrauenswürdig ist. Ich meine, dass auch Genscher auf die Anklagebank gehört, oder dass er...

Ich glaube man sollte schon in grösseren Zusammenhängen sehen. Wird nicht Genscher vorgeschickt, um das Zurückrudern einzuleiten? Aber wie schon geschrieben, Genscher ist leider nicht der ehrenwerte Politiker, wie er immer vorgestellt wird. Er hat damals mit Chodorkowsky, der sich Millionen zusammengeklaut hat, gemeinsames Spiel getrieben. Ich glaube nicht, dass er für Putin noch vertrauenswürdig ist. Ich meine, dass auch Genscher auf die Anklagebank gehört, oder dass er zumindest seinen Sinneswandel glaubhaft begründen müsste.


22.09.2014 | 17:17

berger

Ausgerechnet ein Herrn Genscher ,der Hochverräter, warnt vor den Russen, warum nennt er nicht Ross und Reiter, nämlich die VSA und die EU-NATO als gefährlich? Er und ein gewis- ser Herr Kohl haben die Deutschen an die Alliierten verkauft, Man soll das NIE VERGESSEN!


22.09.2014 | 17:15

hein-tirol

Warum zeigen die ÖR nicht das Video, wie ein Abgeordneter nach der Abstimmung zu mehr Rechten für die Ostukraine von den Rechten in einen Müllcontainer gestopft und geschlagen wurde? Einmalig zu sehen auf WDR oder NDR am Montag in seiner aktuellen Stunde, ansonsten waren die anderen Nachrichtensender vermutlich von der deutschen Regierung angehalten, diese Bilder vor dem Parlament nicht zu senden. Übrigens muss niemand Geld in die Ukraine verschenken, bevor nicht die Oligarchen...

Warum zeigen die ÖR nicht das Video, wie ein Abgeordneter nach der Abstimmung zu mehr Rechten für die Ostukraine von den Rechten in einen Müllcontainer gestopft und geschlagen wurde? Einmalig zu sehen auf WDR oder NDR am Montag in seiner aktuellen Stunde, ansonsten waren die anderen Nachrichtensender vermutlich von der deutschen Regierung angehalten, diese Bilder vor dem Parlament nicht zu senden. Übrigens muss niemand Geld in die Ukraine verschenken, bevor nicht die Oligarchen um Timoschenko und Poroschenko das Geld für die Hilfe aufbringen. Sie haben es dem Volk durch Betrug gestohlen, also sollen sie es zurück geben.


22.09.2014 | 17:04

Nonkonformer

Genscher hat wohl Recht mit seiner Schelte, jedoch sollte er nicht vergessen daß er selbst im Glashaus sitzt und sich und seiner Zeit vor u. während der "Vereinigung" als AM unter Kohl ebenso Gleichschaltung verordnend ge= bärte! Wer damals um 1990 und danch Fragen wie "Warum keinen Friedensvertrag", warum keine Verfassung für das neue Deutschland, oder warum wird nun plötzlich die Souveränität im 2plus4 durch die Voranstellung v. Teilen d....

Genscher hat wohl Recht mit seiner Schelte, jedoch sollte er nicht vergessen daß er selbst im Glashaus sitzt und sich und seiner Zeit vor u. während der "Vereinigung" als AM unter Kohl ebenso Gleichschaltung verordnend ge= bärte! Wer damals um 1990 und danch Fragen wie "Warum keinen Friedensvertrag", warum keine Verfassung für das neue Deutschland, oder warum wird nun plötzlich die Souveränität im 2plus4 durch die Voranstellung v. Teilen d. Überleitungsvertrages wieder ad absurdum geführt, wurde ignoriert, die Fragen niemals beantwortet, sondern allenfalls drum herum geredet! Warum ist er beispielsweise 1992 Knall auf Fall aus gesundheitlichen gründen zurückgetreten, wenn er jetz 22 später immer noch scheinbar gesund lebt? was hat er mit seinem Rücktritt ver= bergen wollen, damals?

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