Donnerstag, 30. März 2017
02.12.2016
 
 

Der Umerziehungsjournalismus wird enttarnt

Stefan Schubert

Die Abrechnung von Udo Ulfkotte mit dem deutschen Medienbetrieb, Gekaufte Journalisten – Wie Politiker, Geheimdienste und Hochfinanz Deutschlands Massenmedien lenken, hat große Wellen geschlagen. Längst ist der Bestseller in mehrere Sprachen übersetzt und auch international ein Erfolg. Nun ist der lang ersehnte Fortsetzungsband erschienen, Volkspädagogen ‒ Wie uns die Massenmedien politisch korrekt erziehen wollen. Auch dieses Buch birgt eine Menge Zündstoff, denn der Bestseller-Autor versteckt sich nicht hinter Abkürzungen und Andeutungen, sondern er nennt Ross und Reiter beim Namen.

 

Bei der Lektüre dieses Buches wird einem die manipulative Arbeit der Journalisten an konkreten Beispielen vor Augen geführt. Es wird deutlich, dass der schlechte Ruf der Presse nicht ‒ wie oft behauptet ‒ durch die Kritik von Pegida oder die AfD entstanden ist, sondern dass die miserablen Umfrageergebnisse, einzig ihrer eigenen Arbeitsweise geschuldet sind und zu diesem anhaltenden Glaubwürdigkeitsverlust geführt haben.

Trotz aller Lippenbekenntnisse der Medienleute, zuletzt wieder nach dem Brexit und der Wahl von Trump, belegen die Rechercheergebnisse von Udo Ulfkotte, dass es kein Umdenken in den Redaktionsstuben gegeben hat. Im Gegenteil. Die medialen Hexenverbrennungen wetteifern geradezu, sich gegenseitig zu überbieten. Anstatt über die wahrlich besorgniserregende Nachrichtenlage neutral und unabhängig zu berichten, scheinen immer mehr Journalisten jetzt Denunziationen von Andersdenkenden als ihren Arbeitsschwerpunkt zu sehen. Der Bild-Pranger lässt grüßen.

 

Während sich der Deutungsadel bei bedrängten Regierungskritikern in jedem abgelegenen Ort der Welt inbrünstig für die Meinungsfreiheit einsetzt, agiert er in Deutschland genau gegenteilig. Wer sich im Land der Dichter und Denker kritisch zu Merkels Flüchtlingspolitik äußert, der wird mit der geballten Medienmacht fertiggemacht. Der Lynchmob heutzutage benötigt dazu keine Mistgabel und Henkersschlinge mehr, er richtet weit entfernt, abgehoben, vom Schreibtisch der Mainstream-Medien aus.

 

Erfahren musste dies beispielsweise ein Lehrer der Wilhelm-Röpke-Gesamtschule im niedersächsischen Schwarmstedt. Dieser hatte es doch tatsächlich gewagt, nach dem deutschen Grundgesetz zu handeln und seine Meinung frei zu äußern. Der beliebte Lehrer hatte auf seiner privaten Facebook-Seite, in seiner Freizeit, bei einem Artikel der Zeitung Junge Freiheit auf »Gefällt mir« geklickt. Daraufhin startete die Denunziation in der Walsroder Zeitung, wo ein politisch korrekter Volkserzieher seinen großen Auftritt witterte: »Eltern und Schulleitungen sind alarmiert, die Landesschulbehörde ist eingeschaltet – und es hat offenbar auch schon ein Gespräch mit der Lehrkraft gegeben.«

 

Nach diesem Artikel lief die Empörungsindustrie auf vollen Touren. »Die Schule distanzierte sich von ›Fremdenhass‹, obwohl niemand zum Fremdenhass aufgerufen hatte und die Schülervertretung bekundete, sie sei ›gegen Diskriminierung‹, obwohl weit und breit kein Fall von Diskriminierung sichtbar war«, schreibt Udo Ulfkotte. Und auch bei dieser Verleumdung zeigte sich das Zusammenspiel von Medien und Politik, diesmal in der traurigen Gestalt zweier CDU-Hinterbänkler des Niedersächsischen Landtages.

 

Diese übten weiteren Druck aus und empörten sich in einer offiziellen Anfrage, warum die Landesschulbehörde noch nicht eingeschritten sei. Bei der Überprüfung des Vorfalles stellte sich heraus, dass die Meinungsäußerungen des Lehrers weder strafrechtlich noch disziplinarrechtlich relevant waren.

 

Sie ahnen es, den Hoheitspriestern der Political Correctness gelang es trotzdem, dem Mann seine berufliche Karriere zu zerstören, er wurde anschließend zwangsversetzt. Doch diesmal ging der Schuss nach hinten los. Die 1350 Schüler, Elternvertreter und Lehrer appellierten gemeinsam an die Landesregierung, die Zwangsversetzung rückgängig zu machen und berichteten darüber, dass »Druck ausgeübt« wurde, damit sie diese Strafversetzung widerspruchslos hinnehmen.

 

Wie werden diese 1350 Familien jetzt wohl über Deutschlands Journalisten und Politiker denken, jetzt wo sie an einem konkreten Beispiel in ihrem Umfeld erfahren haben, wie gelogen und manipuliert wird? Es ist eine große Stärke des Buches, Volkspädagogen ‒ Wie uns die Massenmedien politisch korrekt erziehen wollen, dass es das Handeln der Umerzieher an greifbaren Beispielen festmacht.

 

Harte Fakten, die mit beinahe 500 Quellenangaben belegt sind. Fakten, die man auf den ersten Blick kaum glauben mag. Wie im Kapitel über die enge Zusammenarbeit des Focus mit dem BND und vielleicht auch direkt mit der CIA? WikiLeaks erinnert daran, dass der Focus sich an der Diffamierungskampagne amerikanischer Nachrichtendienste gegen den Whistleblower Edward Snowden beteiligt hat, und ihn ohne irgendeinen Beweis vorzulegen, als »russischen Agenten« verleumdete.

 

Dieses Buch ist nichts weniger als der dokumentierte Offenbarungseid der deutschen Medienlandschaft. Es ist ein Abgesang auf einen ganzen Berufszweig, der seine eigene politische Korrektheit über das Informationsrecht der Bürger stellt.

 

Wie Ewigkeiten entfernt wirken die Zeiten, als richtige Journalisten noch Medienpreise wegen handwerklich überragender Leistungen verliehen bekamen, wie bei der Watergate-Affäre oder wegen der Aufdeckung eines Rüstungs- oder Parteispendenskandals. Heute existiert eine regelrechte, zum großen Teil steuerfinanzierte Medienpreis-Industrie, die Journalisten für die rührseligste Flüchtlingsgeschichte mit 15 000 Euro bezahlt. Lesen Sie selbst nach, in Volkspädagogen ‒ Wie uns die Massenmedien politisch korrekt erziehen wollen, Udo Ulfkotte nennt sie alle, Ross und Reiter.

 

 

 

 

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