Sunday, 26. June 2016
17.02.2016
 
 

Türkischer Rockerclub erklärt Deutschland den Krieg

Stefan Schubert

»Wir kommen und übernehmen das ganze Land«, so rappt und boxt ein Muskelprotz der Osmanen Germania in die Kamera. Die Gruppierung hat sich geradezu explosionsartig in den letzten Monaten ausgebreitet. Ihre Machtbastion besitzt die türkische Gruppierung in Ralf Jägers NRW, der Wohlfühloase für ausländische Kriminelle aus aller Welt.

 

Erst im April 2015 wurde die Gruppierung in Hessen gegründet, und sie verfügt Schätzungen zufolge über 700 bis 1000 Mitglieder. Allein in Deutschland sind über 20 Standorte bekannt, sogenannte Chapter: Aachen, Berlin, Bielefeld, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Essen, Köln, Münster, Kassel, Ulm, Stuttgart und Frankfurt.

Und da es Türken mit einem Hang zum großen Auftritt in ganz Europa gibt, die das schnelle Geld aus dem Türsteher- und Rotlichtmilieu anzieht, existiert bereits in Schweden die erste europäische Außenstelle. Die Osmanen bezeichnen sich selbst nicht als ein Motorradclub (MC) wie beispielsweise die Hells Angels, sondern als einen Boxclub.

Dies ist aber vor allem der Zusammensetzung ihrer Mitglieder geschuldet, die ausnahmslos in der Kampfsport- und Bodybuilderszene rekrutiert werden. Ansonsten kopieren sie das Organigramm und das Auftreten der gefürchteten Rocker eins zu eins. Sie tragen schwarze Kutten mit einem dreiteiligen Aufnäher, und als Gang-Logo dient ein martialisches Bild eines vermummten osmanischen Kriegers. Obwohl in der Gruppierung viele Nationalitäten vertreten sind, handelt es sich eindeutig um eine türkisch dominierte Bande.

 

In ihrem Selbstverständnis haben sie eine Stellungnahme auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht, wo sie gleich eine ganze Anzahl von Ländern als zugehörig zum Osmanischen Reich erklären. So ist dann auch immer wieder der Vorwurf in der Szene zu vernehmen, wie aus Kreisen von Mitgliedern der kurdischen Red Legion, dass es sich bei den Osmanen um einen Zusammenschluss von nationalistischen und faschistischen Türken handelt.

 

Wie ich in meinem Buch Gangland Deutschland ausführlich dokumentiert habe, findet bereits seit Jahren ein blutiger Stellvertreterkrieg zwischen Kurden- und Türkengangs aus dem Rotlichtmilieu auf Deutschlands Straßen statt, der selbst vor Mord nicht zurückschreckt – wie im Stuttgarter Raum, wo ein Rollkommando der Red Legion, die wiederum eine Verbindung zur Terrororganisation PKK unterhält, ein Mitglied der Black Jackets erstochen hat. Bei den Black Jackets handelt es sich um eine weitere türkisch-nationalistische Gruppe, die im Rotlichtmilieu aktiv ist.

 

Die Politik lässt diese Gruppen seit Jahren gewähren, erst nach einer Häufung schwerster Gewalttaten von Mord über Folterungen bis hin zu Vergewaltigungen von jungen, in der Regel deutschen Frauen, die durch Diskothekentürsteher der Gangs zu Prostituierten abgerichtet wurden, setzten die Innenminister Polizeihundertschaften in Marsch. Doch unmittelbar nach den Einsätzen und Schlagzeilen ließ man die ausländischen Gangs wieder weitestgehend unbehelligt, sodass sie in aller Ruhe ihre kriminelle Expansion vorangetrieben haben.

 

Mit Allahu Akbar in den Kampf ums Rotlichtmilieu

 

Die Osmanen Germania weisen natürlich jegliche kriminellen Aspekte ihrer Gruppierung zurück. Als einen Beleg dafür ziehen sie eine ihrer 13 Regeln heran, nach denen bei ihnen offiziell ein Alkohol- und Drogenverbot herrscht. Doch dies dürfte lediglich ihrem islamischen Hintergrund geschuldet sein. So wird im eingangs erwähnten Rap-Video ein Allahu Akbar in die Kamera geschrien, und es existieren Gruppenbilder der Gang, vor einer Moschee der DiTiB, der Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion e. V.

 

Dabei handelt es sich um Erdoğans Islambehörde, die auch für eine anhaltende Islamisierung der drei Millionen Türkischstämmigen in Deutschland verantwortlich ist. Dass es sich bei den Osmanen um eine weitere kriminelle Gruppierung aus dem Rockermilieu handelt, wurde Ende Januar deutlich.

 

Da marschierten in Deutschland hunderte Mitglieder in verschiedenen Städten auf. In der Szene wird so der Machtanspruch über eine Stadt erhoben und damit einhergehend ein deutlicher Anteil an Einnahmen aus der Türsteher- und Rotlichtszene eingefordert.

 

Neben Neuss wurde in Duisburg ein solcher Aufzug gestoppt, und es wurden 97 Osmanen polizeilich überprüft. In einem vertraulichen Bericht des Innenministeriums für den Landtag NRW heißt es dazu: »Zu einem Großteil dieser Personen liegen bereits kriminalpolizeiliche Erkenntnisse – vorwiegend wegen Rohheits- und Betäubungsmitteldelikten – vor.«

 

Innenminister Jäger wegen rechtsfreien Räumen erneut in der Kritik

 

Neben den etablierten Rockerclubs wie den Hells Angels und den Bandidos sind es vor allem rockerähnliche Gruppierungen mit Migrationshintergund, die für die ansteigenden Gewalttaten im Milieu verantwortlich sind. Sei es von dem vom Miri-Clan dominierten Mongols MC, die erst kürzlich auf der Reeperbahn mehrere Schießereien auslösten, oder die von bosnischen Zuhältern und Menschenhändlern gegründeten United Tribuns. Ausländische Kriminelle dominieren die meisten Rotlichtmilieus in deutschen Städten.

 

Die Osmanen Germania stoßen in eine sowieso schon von blutigen Verteilungskämpfen geprägte Szene vor, was nur in einer weiteren Gewalteskalation münden kann. So zeigen sich die Mitglieder in dem Video auch größtenteils vermummt und halten immer wieder Waffen in die Kamera. Dazu tönt die Stimme aus dem Off: »Wir übernehmen das ganze Land. Bis zum letzten Tropfen Blut kämpfen Krieger ohne Angst.« Dazu stürmen osmanische Reiter im Kampfgetümmel durchs Bild, die ihren Gegnern den Hals durchhieben.

 

In der aufgeheizten Debatte um Flüchtlingskriminalität und der erhöhten Terrorgefahr durch Islamisten kommt der SPD dieses Sichtbarwerden der lange verschwiegenen Kriminalitätsform von angeblich gut integrierten Türken mehr als ungelegen. So geriet Innenminister Jäger im Düsseldorfer Landtag einmal mehr unter Druck.

 

Der CDU-Innenpolitiker Golland nannte den vertraulichen Bericht erschreckend. Er verlangte von Jäger eine Antwort darauf, wie es möglich sei, dass die Osmanen sich innerhalb kürzester Zeit so »hemmungslos« in NRW ausbreiten konnten. Dies sei »ein Beleg dafür, dass es in NRW rechtsfreie Räume gibt und Jäger die Sicherheitslage nicht im Griff hat«, so Golland weiter. Der Innenminister hat sein jahreslanges Versagen als Deeskalationspolitik verkauft, dabei habe die »weiche Linie« dieses Problem nur verstärkt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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