Mittwoch, 23. August 2017
29.02.2012
 
 

Das Vierte Reich, die EU – und Griechenland

Thomas Mehner

Die alten Ängste gehen wieder um: Deutschland wird zu stark. Die Briten sprechen in letzter Zeit des Öfteren von einem Vierten Reich, wenn es um Deutschlands Rolle in der EU geht, und nun stimmen auch die Griechen in dieses Konzert ein: Einer Presseinformation zufolge halten 77 Prozent der Befragten die Aussage, dass Deutschland auf dem Weg ins Vierte Reich sei, für richtig. Sind die Briten und Griechen Verschwörungstheoretiker? Oder stimmt das, was sie sagen?

Die Geschichte beweist es: Totalitäre Tendenzen sind überall dort zu beobachten, wo sich die Macht in den Händen weniger konzentriert, oder dort, wo Staaten beziehungsweise Staatengebilde aufgrund ihrer finanziellen und wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eine gewisse Dominanz auszuüben versuchen. Ein Blick zurück zu den alten Römern wie auch in die einstige Sowjetunion dokumentiert, was ich aufzuzeigen versuche. Der Begriff »Viertes Reich« wird gern von jenen verwendet, die ein starkes Deutschland fürchten (das ja bereits drei Reiche hinter sich hat) und der Meinung sind, dass man es niederhalten oder in einer größeren Konzeption (die sich heutzutage EU nennt) aufgehen lassen müsse, um seine vor allem finanziellen Möglichkeiten zu zügeln.

Egal, ob man derartige Ambitionen nicht-deutscher Strukturen nun gut findet oder nicht, Fakt ist, dass derzeit eine Situation entsteht, die die alten Ängste massiv wachsen lässt. Für manche

Zeitgenossen in Europa gibt es nichts schlimmeres als eine starke deutsche Zentralmacht, wobei es genau genommen keinerlei Rolle spielt, ob diese auf das deutsche Territorium beschränkt ist oder sich an die Spitze der EU-Bewegung setzt.

 

Zu bedenken ist allerdings: In der derzeitigen Situation kann Deutschland kein Viertes Reich aufbauen, da das Land seit dem 8. Mai 1945 nie wieder voll souverän gewesen ist. Wer das nicht glauben möchte, dem sei die Einlassung unseres Finanzministers Schäuble empfohlen, der frisch, fröhlich, frei genau das vor Kurzem thematisierte. Leider unterließ es der Herr, zu erwähnen, auf welchen Gebieten die Nichtsouveränität besteht und ob die SHAEF-Gesetze weiter Gültigkeit haben. Falls sie Gültigkeit besitzen (und sei es nur in Teilen), dann sind die sogenannten »Verschwörungstheorien«, die die BRD als eine GmbH, Nichtregierungsorganisation oder eine Verwaltungsorganisation der Alliierten bezeichnen, wohl sehr ernst zu nehmen. Wir sind dann aber keine Bürger, sondern nur Personal. (Und als solches können wir uns abmelden.)

Schäubles Aussage lässt klar erkennen, dass Deutschland unter Kontrolle steht, sodass das Vierte Reich hier kaum Fuß fassen kann. Es sei denn, die USA würden dem zustimmen. Rein theoretisch wäre das natürlich denkbar, da sich die Vereinigten Staaten selbst auf einem Weg in den Faschismus befinden. Allerdings bleibt das Ganze Theorie, denn die Amerikaner sind viel zu sehr von sich und ihrer Macht eingenommen, als dass sie den alten Feind wiedererstarken lassen würden. Zudem erlitten sie ein schweres Trauma, als sie erfahren mussten, dass bei Kriegsende die Gefahr bestand, durch die von den Deutschen entwickelten Atombomben vernichtet zu werden. Diese Erfahrung, die die Amerikaner bis heute nicht thematisierten, die sie aber tief ins Mark traf, bestimmt ihr Handeln bis heute.

Nun darf man allerdings nicht vergessen, dass man, um ein sogenanntes Viertes Reich zu installieren, Deutschland als Nation gar nicht benötigt, sondern man kann ein derartiges Vorhaben – wieder theoretisch gedacht – auch anders bewerkstelligen, indem man Europa zu dem macht, was dem Ganzen zugrunde liegt. Denjenigen, die sich jetzt verwundert die Augen reiben, sei empfohlen, sich einmal mit Hitlers Auffassungen zu einem vereinten Europa auseinanderzusetzen. (Gewiss, es gibt da einige Unterschiede, aber die Richtung stimmt.) Freilich steht bisher nicht hundertprozentig fest, wohin dieser Kontinent politisch gesehen wirklich tendiert, Fakt ist nur, dass die Nationalstaaten aufgelöst werden sollen, um einem großen Monsterapparat Platz zu machen, der seine Bürger massiv überwacht, ihnen vorgibt, was sie zu tun, zu sagen und zu denken haben, und dessen Vertreter sich benehmen wie die kleinen Despoten. Nationalstaatliche wie individuelle Freiheit soll eingeschränkt und irgendwann ganz beseitigt werden. Die Brüsseler Regulierungswut hebelt die nationalen Parlamente aus, kassiert die Hoheitsrechte und bestimmt zum Schluss, was vorn und hinten ist. Solche überstaatlichen Konstruktionen wie der ESM werden per Ermächtigungsgesetz durchgedrückt, und die Parlamentarier nicken dieses auch noch freiwillig ab. Herr, möchte man da rufen, wirf Hirn vom Himmel! Mit diesen Maßnahmen werden nicht nur alle demokratischen Prinzipien über den Haufen geworfen, sondern auch das Recht massivst gebeugt. Im Besonderen das Recht der Staaten auf Souveränität und Selbstbestimmung.

Letztlich wird, wenn sich die derzeitige Entwicklung so fortsetzt, die EU nichts anderes sein als eine große Diktatur, und das womöglich unter deutscher Führung, wobei das so nicht beabsichtigt war, sondern mit einer gewissen Zwangsläufigkeit einherging. Mal was Neues unter der Sonne: Diktatur-Führungsposition infolge großer Wirtschaftskraft und weil alle anderen so gut wie am Ende sind … (was zeigt, dass man nicht immer Krieg führen muss). Freilich wird man die Deutschen innerhalb der EU unter Kontrolle zu halten versuchen.

Die einzige Frage, über die man meines Erachtens diskutieren kann, ist die, ob sich solch ein europäisches Konstrukt dann als Viertes Reich bezeichnen lässt oder eher als bolschewistische Super-UdSSR. Um es klar zu sagen: Ich tendiere klar zu letzterer Bezeichnung, denn der sich seit Jahren verschärfende Meinungsterror, der europaweit zunimmt und in Deutschland besondere Blüten treibt, weist in genau diese Richtung. Konservative und/oder freiheitliche (besser: anti-stalinistische!) Meinungen werden von den gutmenschlichen, »fortschrittlichen« und antirassistischen Propagandisten automatisch als »rechts« und »nazistisch« bezeichnet. Die Medien und die Politik befinden sich auf derselben Linie, weil sie sich vor lauter Angst in die Hosen machen oder weil sie wie eine Herde Schafe dem Leithammel hinterherrennen. Große Teile der (potentiellen) konservativen Wählerschaft fühlen sich durch keinerlei Partei mehr vertreten, stattdessen ist die Politik von CDU, SPD, Grünen und Linken in zahlreichen Punkten beliebig austauschbar.

Wird dieser ganze sich derzeit abzeichnende Wahnsinn nicht gestoppt, ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann die Gulags, diesmal natürlich in moderner Form, eine Wiederbelebung erfahren. Schon jetzt gilt ja jeder, der nicht auf Linie liegt, als »Rechter«, der belehrt, erzogen – und wenn nichts davon funktioniert – diskrimiert und stigmatisiert werden muss. Typisch rote Propaganda, allerdings schlecht gemacht und noch dazu leicht zu durchschauen. Diejenigen, die laufend Toleranz fordern, wenn es um die Akzeptanz ihrer eigenen abstrusen Ideen geht, sind in Wirklichkeit die größten Feinde dieser Toleranz und vor allem der Meinungsfreiheit. Sollten die Linken und andere Realitätsverweigerer Oberwasser bekommen, dann ist heute schon klar, wohin das Ganze führt: in die totale Diktatur. Die Geschichte hat das mehr als einmal bewiesen. Der Weg dieser Weltverbesserer ist im Übrigen mit 100 Millionen Toten gepflastert, man lese dazu einmal das Schwarzbuch des Kommunismus.

Wer glaubt, die Linken seien eher zahnlose Tiger, der irrt. Sie verstehen es nur sehr gut, den Fokus auf andere zu richten und sich selbst wie der Wolf im Schafspelz zu tarnen. Ist die Zeit reif, werden sie zu den alten Mustern zurückkehren – letztlich aber wieder scheitern, da der Mensch eben nicht so funktioniert, wie sie das glauben. Eigentlich können einem solche Menschen nur leid tun, da sie in ihrer ideologischen Verblendung so gefangen sind, dass ein Entkommen fast unmöglich ist. Und was sich in diesen Kreisen so alles tummelt, ist unfassbar: Da gibt es Leute, die die Auflösung Deutschlands mit Begeisterung befürworten, da gibt es Personen, die die Vertreibung der Deutschen am Ende des Zweiten Weltkrieges als »geschichtlichen Glücksfall« definieren (das alles ist gut dokumentiert). Krassere Menschenfeinde kann es gar nicht geben, denn sie nehmen den Tod von Millionen Mernschen gern billigend in Kauf. Sie selbst aber reden in Bezug auf ihre (politischen) Gegner davon, dass diese menschenfeindliche beziehungsweise -verachtende Parolen verbreiten würden. Wie lächerlich. Ein Blick in den Spiegel würde genügen, um die Fratze der Teufels zu erkennen!!!

Zudem: Wer glaubt, dass die Linken, die Grünen oder auch manche SPDler eine wie auch immer geartetete Alternative anzubieten haben, der hat immer noch nicht begriffen, dass die Politiker nichts zu melden haben, sondern dass Großkonzerne, Hedgefonds und die internationale Hochfinanz das Sagen haben. Würden Wahlen je etwas ändern, so eine alte Weisheit, wären sie längst verboten worden. Wenn jemand die Welt verändern möchte, dann geht das nur von Grund auf, indem man rein philosophisch betrachtet und bildlich gesprochen das System bis auf die Grundmauern abträgt, diese Fundamente dann auch noch beseitigt, das so entstandene Loch zuschüttet und andernorts mit einem Neuaufbau beginnt. Wer immer nur, ebenso bildlich gesprochen, ein Zimmer im maroden Haus renovieren will, wird nicht verhindern können, dass sich der Schimmel weiter durch das Gebäude frisst. Bei meiner Kritik am bestenden System gehe ich genau von dieser grundlegenden Maßnahme aus, denn es hat keinen Sinn, an den Symptomen herumzudoktern, was die Weltverbesserer aber in der Regel tun. Nur wenige haben erkannt, dass die Systemfrage ganz anders gestellt werden muss. Indes bin ich mir dessen bewusst, dass solch ein »Neubau« erst dann ins Bewusstsein der Menschen gelangen wird, wenn sie vorher ein Tal aus Blut und Tränen durchschritten haben werden. Vielleicht wird das nach dem Dritten Weltkrieg der Fall sein.

Halten wir fest: Das Gerede um ein Viertes Reich in Form des erstarkenden Deutschlands ist durch den Überbau EU ad absurdum geführt. Die derzeitigen Tendenzen belegen zwar, dass da durchaus eine Diktatur heranwächst, aber diese in Richtung einer (natürlich den modernen Erfordernissen angepassten) Super-Sowjetunion läuft. Was Briten und Griechen da also von sich geben, sind keine durchdachten Äußerungen, sondern Verschwörungstheorien und reflexartige Reaktionen, die aus der Sicht auf den Zweiten Weltkrieg resultieren. Interessant ist in diesem Zusammenhang lediglich, dass die alten Animositäten immer wieder durchbrechen, wo doch angeblich eine Aussöhnung stattgefunden haben soll. Auch diese Behauptung scheint als Lüge enttarnt worden zu sein.

Noch ein Wort zu den Griechen. Dass wir Deutsche in deren Augen »Nationalsozialisten« sind, verwundert nicht. Sie haben die deutsche Besatzung nicht vergessen, zudem handelt es sich dabei – und da können wir noch etwas lernen – um ein stolzes Volk, das auf die älteste Demokratie zurückblickt. Es war zudem nicht die Idee der Griechen, eine sich EU nennende Superbürokratie aufzubauen, sondern sie nutzten seinerzeit nur die Gunst der Stunde. Ich meine, die Kirche muss im Dorf bleiben: Die EU-Bürokraten waren es, die den Griechen Geld ins Land pumpten, die Kredite anbahnten und vergeben ließen und die sie von diesem Geldstrom abhängig machten (Begehrlichkeiten sind immer schnell geweckt). Die Griechen sahen das zunächst eher entspannt und meinten, dass, wenn man ihnen das viele Geld »einfach so« gebe, ja geradezu aufdrängle, es auch irgendwie unters Volk gebracht werden müsse. Stellen Sie sich einmal vor, über Deutschland würde – bildlich gesprochen – jemand einen Geldregen herniedergehen lassen. Glauben Sie mir, alle – voran unsere »Eliten« – würden auf die Straße rennen und sich selbst noch um die Fünf-Euro-Scheine prügeln, bis der Arzt, die Polizei oder die Bundeswehr käme.

Zudem darf nicht vergessen werden, dass die EU-Bürokratie bewusst oder unbewusst eine Übernahme Griechenlands plante nach dem Motto: »Es gibt zwei Möglichkeiten, eine Nation zu erobern und zu versklaven. Einerseits durch das Schwert. Andererseits durch Verschuldung.« (Das sagte John Adams, zweiter Präsident der USA, 1826.)

Dass irgendwann die griechische »Erfolgsgeschichte« auffliegen musste, war klar und mathematisch genau vorauszuberechnen. Die Griechen verfügen nicht über die Infrastruktur führender westlicher Nationen, demzufolge konnten die Kredite, die in schwindelerregender Höhe ins Land gepumpt wurden, auch nie wieder zurückgezahlt werden. Schuld sind diejenigen, die die Bonität des Landes nicht prüften (sondern sich stattdessen auf die gefälschten Angaben der Kreditempfänger verließen, die man großzügigerweise einfach als wahr interpretierte) beziehungsweise meinten, dass man die Situation schon »irgendwie« in den Griff bekäme.

Jetzt natürlich schreien diejenigen am lautesten, die für den eingetretenen Zustand verantwortlich sind. So lässt sich am besten ablenken von den eigentlichen Verursachern. »Haltet den Dieb!«, ruft die EU, während der eigentliche Ganove in der Bank sitzt und sich die Hände reibt.

Nicht zu vergessen ist, dass der ganze Affenzirkus, der derzeit um die sogenannte »Rettung« Griechenlands aufgeführt wird, natürlich nicht dem griechischen Volk dient, sondern lediglich der Befriedigung der Gläubigerinteressen. Dem Kapital sind die Menschen egal; ist der Profit hoch genug, geht es über Leichen. Die Otto-Normal-Griechen leiden massiv unter den Sparmaßnahmen. Ein Beispiel, das mir von einem guten Bekannten berichtet wurde: Eine in Thessaloniki lebende Ärztin weiß nicht mehr, wie sie ihre Familie am Leben erhalten soll. Ihr Mann wurde schon vor längerer Zeit arbeitslos. Ihr Gehalt wurde im Juli vergangenen Jahres um ein Drittel gekürzt, im Oktober schließlich um 50 Prozent. Nachtdienste, die die Ärztin leistet, werden seit Oktober 2011 einem virtuellen Guthabenkonto gutgeschrieben, allerdings muss die Steuer hierfür – und jetzt kommt der Hammer – monatlich real (!!!) abgeführt werden!

Man stelle sich einmal vor, wir Deutschen müssten unter solchen verbrecherischen Maßnahmen unseren Lebensunterhalt bei ständig steigenden Kosten bestreiten. Der Aufruhr wäre gewiss und angesichts der Tatsache, dass die Deutschen dann ihre Gründlichkeit wohl erneut beweisen würden, bliebe bei der zu erwartenden Rebellion kein Stein mehr auf dem anderen. Die Krawalle in Griechenland wären vergleichsweise harmlose Sandkastenspiele, wenn sich das, was im deutschen Kessel seit Langem schon kocht, in einer heftigen Explosion entladen würde.

Berthold Brecht sagte einmal: »Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht.« Der einfache griechische Bürger hat angesichts dieser von außen absolvierten Erpressung jedes Recht zum Widerstand, zumal ja auch die dortige Demokratie (beziehungsweise deren Rest) durch die Diktatmaßnahmen von EU und IWF massiv gefährdet ist. Persönlich sehe ich nur noch eine Lösung für Griechenland: Das dortige Militär muss putschen und die ganze Bande korrupter (EU-freundlicher) Politiker im eigenen Land festsetzen und aburteilen. Und wer von den EU-Bürokraten und IWF-Vertretern beim Zählen bis drei nicht außer Landes ist, dem sollte dasselbe Schicksal widerfahren. Anschließend erfolgt ein Schuldenschnitt in Höhe von 100 Prozent (Pech für die Gläubiger) und die Wiedereinführung der Drachme. Das mag hart klingen, vor allem für die sogenannten Kleinanleger. Aber jeder, der Geld irgendwo investiert, muss mit dem Totalverlust rechnen. Dies um so mehr, wenn er sich bei der Beratung auf irgendwelche Bankmitarbeiter verlässt, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben und auf Teufel komm raus Abschlüsse tätigen müssen. Zudem lernt der Mensch nur durch Schmerzen. Und wer an die in diesem System propagierte wundersame Geldvermehrung glaubt, sollte wissen, dass das a) alles fauler Hokuspokus ist und b) es auch eine wundersame Geldverminderung gibt, die im Extremfall eben bei 100 Prozent liegen kann. Genau aus diesem Grund sind für mich irgendwelche Schnulli-Aktien, -Zertifikate, -Fonds und ähnlicher Unsinn tabu.

Zum Schluss noch ein paar Bemerkungen über die deutschen Landsleute: Während sich Europa zum Hexenkessel entwickelt (man siehe unter anderem die Proteste der spanischen Jugend!), sitzt der deutsche Michel hinter seinem Ofen und schaut weiter solche Hochintelligenz-Sendungen wie Deutschland sucht den Superstar oder Deutschlands next Topmodel. Oder aber lauscht ehrfürchtig und ergriffen den Informationen zu den Naziterroristen, ohne zu begreifen, dass diese Kampagne genau zu dem Moment losgetreten wurde, als es darum ging, deutsche Souveränitätsrechte an die EU zu übergeben. Bei allem Respekt für die Opfer der drei (mutmaßlichen) Täter: Merkt niemand, wie diese als Ablenkung für ganz andere Dinge instrumentalisiert und missbraucht werden? Und merkt niemand, dass der Verfassungsschutz, der ja genau genommen allenfalls ein Grundgesetzschutz sein kann (Deutschland hat keine Verfassung, siehe Artikel 146 GG), seine Finger im Spiel hat und weitaus tiefer in die Angelegenheit verstrickt ist, als viele glauben (wozu sonst die Geheimniskrämerei?). Zudem: Wenn es Gedenkfeiern für ums Leben gebrachte Migranten gibt, muss es aus Gründen der Gerechtigkeit natürlich auch Gedenkfeiern für jene Deutschen geben, die durch kriminelle Ausländer aus niederen Beweggründen umgebracht wurden. (Freilich gibt es diese Feiern nicht, denn die in diesem Land herrschende permanente Inländerfeindlichkeit lässt so etwas nicht zu – vom deutschen Masochistentum und der Nazimacke ganz zu schweigen.)

Man wird (leider) abwarten müssen, wie sich die Deutschen in Zukunft verhalten werden. Manche meinen, wir werden uns eines Tages auf uns selbst besinnen und den EU-Wahnsinn beenden; andere sind pessimistischer und glauben, dass wir untergehen werden. Falls Letzteres geschieht, wird aber in geschichtlich kurzer Zeit genau das eintreffen, was der deutsche Schriftsteller Christian Friedrich Hebbel (1813–1863) einem seiner Tagebücher anvertraute:

 

»Es ist möglich, dass der Deutsche noch einmal von der Weltbühne verschwindet; denn er hat alle Eigenschaften, sich den Himmel zu erwerben, aber keine einzige, sich auf Erden zu behaupten, und alle Nationen hassen ihn wie die Bösen den Guten. Wenn es ihnen aber wirklich einmal gelingt, ihn zu verdrängen, wird ein Zustand entstehen, in dem sie ihn wieder mit den Nägeln aus dem Grabe kratzen möchten.«

 

 

 

 


 

 

 

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