Thursday, 25. August 2016
23.03.2014
 
 

Der Kalte Krieg war nie zu Ende. Über den unmöglichen Umgang der westlichen Establishment-Medien und Politik mit Russland

Thomas Mehner

Endlich haben die Medienvertreter des westlichen Establishments wie auch die stramm westwärts ausgerichteten Politiker wieder einen richtigen Feind, an dem sie sich abarbeiten können: das von Putin geführte Russland. Da kommt Freude auf, denn all die Jahre, die seit dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes vergangen sind, konnte man das alte Feindbild (»die bösen Russen«) ja in den Redaktions- und Politikerbüros nicht so pflegen, wie man es gern gewollt hätte. Doch jetzt, da Russland einmal so agiert hat, wie es der Westen, allen voran die USA, seit Jahrzehnten tut, da dürfen die indoktrinierten Schreiberlinge ihre alten Denkmuster wieder aus den Schubladen holen und Böses und Abartiges formulieren, was die Hirnmoleküle hergeben. Wunderbar, toll, endlich geht es wieder los …

Die Maßnahmen, die Russland in Bezug auf die Krim ergriffen hat, haben im Westen – per Definition: das USA-Establishment (Regierung, Finanzoligarchie, Geheimdienste, Militär) und seine willigen/hörigen Vasallen – zu Reaktionen geführt, die den Eindruck erwecken, als sei das Recht aufseiten dieser bellenden Meute. Freilich soll dieses Bellen vergessen machen, dass der Westen oft genug gegen das Völkerrecht verstoßen hat. Allen voran die Vereinigten Staaten von Amerika haben allen Grund, den Mund zu halten. Seit der Entstehung dieser Nation ist kein Tag vergangen, an dem nicht von dem dort sitzenden Establishment gegen andere Staaten gehetzt, intrigiert und/oder Krieg geführt wurde. Und für den Fall, dass es mal einen Tag gab, an dem nach außen hin Ruhe herrschte, wurde im Inneren konspiriert. Dringend angeraten erscheint in diesem Zusammenhang, sich einmal mit der Gründungs- und Eroberungsgeschichte dieser so genannten »freiesten Nation« der Erde zu befassen: Zuerst wurde die indianische Urbevölkerung massakriert, anschließend holte man sich Millionen von Sklaven aus Schwarzafrika, die man wie den letzten Dreck behandelte. Es dauerte lange (bis hinein in die Mitte des 20. Jahrhunderts), bis der Rassismus in den USA nicht mehr offen zur Schau gestellt wurde; latent existiert er immer noch.

 

Um nicht falsch verstanden zu werden: Es geht mir nicht um plumpen Antiamerikanismus. Aber unbedingt um massive Kritik an dem dort sitzenden Moloch, der sich aus der Hochfinanz, den Geheimdiensten, dem Militär und der eine Steigbügelhalterfunktion erfüllenden Regierung zusammensetzt und das amerikanische Volk beherrscht und sich 1913 an die Macht geputscht hat: Damals beschloss eine Gruppe von einflussreichen Bankiers in aller Heimlichkeit und mit einem ihr nicht abzusprechenden Geschick die Übernahme der Macht in den USA, indem sie die Privatinteressen dienende Federal Reserve (Fed) lancierte, die die Geldschöpfung des Staates übernahm – womit die Nation rettungslos verloren war. Die Krake Fed, die eigentliche Regierung der Vereinigten Staaten, bestimmt zusammen mit den Geheimdiensten und dem Militärisch-Industriellen Komplex (MIK) die Geschicke des Landes und bildet sich ein, auch die der Welt steuern zu können. Barack Obama, der US-Präsident, ist nur eine Marionette. Hätte er wirklich den Wandel bewirken wollen, von dem er einst sprach, dann hätte er das von mir genannte Monster mit einem gezielten Schwertstreich enthaupten müssen. Getan hat er das nicht, dazu war er zu feige. Immerhin wusste er ja, was einst John F. Kennedy widerfahren war, der (zumindest ansatzweise) versuchte, die Geldschöpfung in die Hände der amerikanischen Regierung

zurückzuführen. Das und das geplante Vorgehen gegen die CIA besiegelten sein Ende.

 

Man kann in diesem Zusammenhang nur hoffen, dass das amerikanische Volk baldmöglichst begreift, von wem es benutzt wird. Glücklicherweise sind die Amerikaner bewaffnet – ein klarer Vorteil, wenn es darum geht, die Putschisten von der Macht zu verdrängen. Wenn ich also im Weiteren von den »USA« spreche, dann meine ich das dortige Establishment.

 

Die USA haben jeden moralischen Anspruch verloren, den Stab über andere brechen zu wollen. 1945 warfen sie zwei Atombomben auf japanische Städte ab – wobei jeweils Zehntausende von Zivilisten innerhalb von Sekunden getötet wurden. Ein ungeheuerliches Verbrechen, das bis auf alle Ewigkeit unentschuldbar ist. Die Abwürfe wurden aus rein machtpolitischen Erwägungen vorgenommen, denn Japan war bereits vor den Abwürfen zu einer Kapitulation bereit.

 

Sie kennen sicherlich Paul Craig Roberts. Richtig, das ist der Mann, der während der Reagan-Administration eine nicht unerhebliche Rolle in dieser spielte. Er beweist Mut, denn er veröffentlichte vor einigen Tagen einen Artikel, in dem es um die Ukraine ging und in dem er die US-Regierung als das eigentlich Böse darstellte. Roberts trifft den Nagel auf den Kopf, auch wenn er nicht weit genug geht in seiner Analyse. Seit Jahren betreibt das US-Establishment eine Destabilisierung von Nationen, die im Umfeld Russlands (und nicht nur dort) liegen. Wo früher offen Krieg geführt wurde und missliebige Regierungschefs weggeputscht wurden, so geht man heute raffinierter vor, indem man so genannte NGOs (Nichtregierungsorganisationen), von denen viele enge Kontakte zu den US-Geheimdiensten haben, Wühltätigkeit verrichten lässt. Deren Vertreter setzen sich angeblich für demokratische Reformen und Rechtsstaatlichkeit in den betreffenden Staaten ein, denen immer Demokratiedefizite vorgeworfen werden, sind aber in Wirklichkeit der verlängerte Arm der US-amerikanischen Aggressionspolitik. Russland hat Hunderte dieser seltsamen Organisationen im Land. Glücklicherweise lässt sie Putin beobachten, denn das ist dringend nötig. Man stelle sich einmal vor, dass man – um ein vergleichendes Bild zu entwerfen – als Besitzer eines Mietshauses Mieter in seine Wohnungen einziehen lässt, die nur ein Ziel haben: nämlich die Übernahme des Gebäudes und die Eliminierung seines Besitzers. Was tut man mit solchen Leuten? Die Frage beantwortet sich von selbst: Man wirft sie raus oder stellt wenigstens einen Sicherheitsdienst ein, der sie beobachtet.

 

Ach ja, »Demokratiedefizite«. Ich kann dieses Wort nicht mehr hören, genauso wie die Begriffe »Demokratie« und »Rechtsstaat«. Mit der Installation der supranational agierenden EU sind diese Begrifflichkeiten in Europa in Rauch aufgegangen und wurden in ihrer Bedeutung pervertiert. Die nationalen Parlamente haben de facto nichts mehr zu sagen und werden zudem von einer Clique machtbesessener Gutmenschen dominiert, die den europäischen Völkern Vorschriften machen will, was diese zu denken und zu tun haben. Schaut man sich einmal die Typen an, die in der Europäischen Union das Sagen haben, dann kann einem übel werden: Unter ihnen gibt es ehemalige Maoisten, Marxisten, Kommunisten und sonstige Weltverbesserer, die, so lehrt die Erfahrung, natürlich solche Dinge wie Meinungsfreiheit, Nationalstaaten und freiheitliche Politiksysteme unmöglich akzeptieren können. Besonders schlimm hat es in den vergangenen Jahren den (umerzogenen) deutschen Michel getroffen, der in seinem Wahn, überall Gutes zu tun oder tun zu lassen, auf seiner rosa-roten Wolke im Wolkenkuckucksheim schwebt. Ich hoffe nur, dass bald ein starker Wind (vielleicht aus dem Osten?) kommt, um diese hinwegzufegen. Vielleicht klappt es dann endlich einmal mit der Realitätswahrnehmung.

 

Gewiss, Putin ist alles andere als ein lupenreiner Demokrat, weshalb sich die westliche Medienmeute besonders gern auf ihn stürzt, weiß sie doch, wie wirklich lupenreine Demokraten auszusehen haben. Wie Barack Obama nämlich. (Man verzeihe mir den angeborenen Sarkasmus und Zynismus.) Putin gilt als Autokrat, Diktator. Ja, bestimmte Leute bezeichnen ihn sogar als Verrückten. Wobei Frechheiten dieser Art von Exilrussen, die im sicheren Westen ihre Pfeile spitzen und abschießen dürfen, hierzulande immer gut kommen. Der Politischen Korrektheit wegen – und überhaupt. Man fühlt sich in Europa und den USA dann so überlegen, menschlich eben einfach gut. Gutmenschlich eben.

 

 

Für mich ist Putin ein schlauer Fuchs, der längst erkannt hat, dass man sein Fell will – und seinen Bau (Russland) obendrein. Seine Schläue lässt sich erkennen, indem man analysiert, was er in Bezug auf die Ukraine getan hat: Er hat die ihm wichtig erscheinende Krim aus strategisch-taktischen Gründen an Russland herangeführt. Den Rest der Ukraine überlässt er (hoffentlich) dem Westen, denn dieser Rest ist hoch verschuldet, de facto am Ende. Eine solche Nation ist in der Europäischen Union immer gern gesehen, denn in diesem Sammelsurium von Absonderlichkeiten stehen eigentlich alle vor dem Abgrund – und morgen sind sie dann noch einen Schritt weiter. Mit Ausnahme von Deutschland vielleicht, das zahlt und zahlt und zahlt, bis es ebenfalls am Ende der Fahnenstange angekommen sein wird. Je mehr Pleitekandidaten hinzukommen, desto prekärer wird die Lage in der EU. Die Ukraine ist ein weiterer Sargnagel. Putin muss sich keine Sorgen machen. Die Sache erledigt sich, strategisch betrachtet, irgendwann von selbst. Mich erinnert das von der EU in Bezug auf die Krim-Krise veranstaltete Politik- und Medientheater an die (vorlaute) Volksweisheit: Kein Zahn in der Gusche, aber La Paloma pfeifen.

 

Wir wissen es alle: Der Westen ist so gut, besser geht es nicht. Oh, ich vergaß: Es geht doch noch besser: Denn ganz da oben schweben irgendwo die USA, die sich aus nicht nachvollziehbaren Gründen für etwas ganz Besonderes halten und in dieser oberlehrerhaften Position den Rest der Menschheit zu belehren und zu beglücken gedenken. Nun, man spielt eben gern die Rolle der Guten, auch wenn man gar nicht dazu geeignet ist. Doch aufgewacht, was ist der Westen wirklich? Antwort: Dekadent, moralisch bankrott und bar jeder Zukunftsvision ist er hoch aggressiv und wird zudem von Leuten regiert, die allerhöchstens Mittelmaß sind. Um zu verstehen, was ich meine, muss man gar nicht in die Ferne schweifen, denn das »Gute« liegt so nah: Deutschland. Der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses, Edathy, will über andere urteilen und ist selbst ein Fall für die Justiz. Und da frech bekanntlich weiterkommt, tut er auch noch so, als sei das Herunterladen von Bildern nackter Kinder Kunst. Bemerkenswert auch die Handlungen bestimmter Mitglieder der Großen Koalition (»GroKo«), als diese von der Causa Edathy Wind bekamen – und nun noch so tun, als sei das alles legitim gewesen. Ein Augiasstall sondergleichen. Mir dreht es den Magen um, wenn ich sehe, von was für Leuten wir hier in Deutschland regiert werden. Apropos Magenumdrehen: »GroKo« steht nach Ansicht mancher Zeitgenossen nicht nur für »Große Koalition«, sondern auch noch für etwas anderes. Sie wissen schon. Ein anderes Wort für rückwärts frühstücken. Analysiert man die Zustände um den Fall Edathy, dann wird einem schnell klar, warum das so ist.

 

Freilich gilt es, von derlei »leuchtenden« Beispielen deutscher Politik abzulenken. Da kommt Putins »Aggression« wie gerufen. Doch halt, wie war das eigentlich? War es nicht so, dass in der Ukraine eine demokratisch gewählte Regierung einfach weggeputscht wurde? Wer die Akteure dieses Putsches waren, steht außer Frage, denn hier spielte die westliche Wühltätigkeit eine wesentliche Rolle. Auch der Zeitpunkt war ideal abgepasst: Während Putin mit den Olympischen Spielen beschäftigt war, organisierten die Putschisten in der Ukraine die letzte Phase des Umsturzes. Als Putin schließlich (und endlich) reagierte und eine Linie zog, die nicht überschritten werden durfte, war er natürlich sofort der Böse. Einfach lächerlich. Jede Aktion zieht eine Reaktion nach sich. Putin hat reagiert, agiert haben vorher andere. Die russische Regierung sollte einmal eine Analyse erarbeiten lassen, wer da hinter der Bühne arbeitete und wer von wem bezahlt wurde. Die russischen Dienste haben ja sicherlich die entsprechenden Vorgänge vorliegen. Anschließend sollte man das Ganze in englischer und vor allem in deutscher Sprache veröffentlichen. Der Westen wäre danach blamiert. Gewiss, Putin wird dies aus diplomatischen Gründen nicht tun, doch er wäre gut beraten, die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen, insbesondere schon einmal untersuchen zu lassen, wer die wahren Mörder des Maidan gewesen sind.

 

 

Man schaue sich nur einmal eines der im Weltnetz vorhandenen Videos an, die zeigen, wie die Umstürzler vorgingen. Der Westen sprach von friedlichen Demonstranten. Natürlich gab es diese in großer Zahl, aber was dann in den Tagen vor dem eigentlichen Umsturz geschah, war alles andere als friedlich. Militante, die sich gegenüber der normal agierenden Protestbewegung durchzusetzen wussten, bewarfen die Polizei mit Pflastersteinen, schlugen mit Stahlketten auf sie ein und schossen, wie wir wissen, schließlich aus Pistolen und Gewehren auf die Polizisten. Mich würde interessieren, was hierzulande geschähe, würden derartige Zustände eskalieren. (Gewiss, es ist nur ein Gedankenexperiment, denn der deutsche Michel hat für Proteste keine Zeit, schließlich lebt er ja in der besten aller denkbaren Welten, in der es um wichtigere Probleme geht, nämlich zum Beispiel, wer Deutschlands nächster Superdepp wird.) Merkel und Co. würden gar nicht lange fackeln und sofort die Bundeswehr im Inneren einsetzen. Ob die deutschen Landesbeschützer allerdings auf eigene Leute schießen würden, weiß niemand. Letztlich ist das aber auch kein Problem, hat man doch zur Aufstandsbekämpfung die Truppen von EUROGENDFOR in der Reserve. Die überlegen sicherlich nicht lange und würden feuern, was das Zeug hält. Wenn es dann ein paar Hundert Tote gibt, wird die deutsche Regierung von Terroristen sprechen, die zur Strecke gebracht werden mussten. Man kennt das ja.

 

Putin ist auch deshalb ein Fuchs, weil er ein Problem besonderer Art bis dato dem Westen überlassen hat: das Problem mit den ukrainischen Ultrarechten, deren Macht aus den Läufen der Gewehre kommt, wie sich einer ihrer Vertreter äußerte. Diese Typen dürften nicht nur der ukrainischen Regierung schwer im Magen liegen, sondern der gesamten EU, denn sie stehen genau für das, was die Europäische Union (angeblich) bekämpft. Eine sehr interessante Konstellation. Und diese ultrarechten Strukturen, die man getrost als Faschisten bezeichnen kann, werden zur Hochform auflaufen, wenn sie merken, dass die Ukraine in der EU aufgehen soll. Das müssten diese Leute doch eigentlich wissen, dass das EU-Konzept letztendlich vorsieht, die europäischen Nationalstaaten zu beseitigen, die Grenzen aufzulösen und ein Gebilde zu schaffen, in dem alle gleich(geschaltet) sind. Glaubt man seitens der EU-Befürworter wirklich, die ukrainischen Faschisten werden da mitspielen? Glaubt man wirklich, die würden freiwillig ihre Waffen abliefern? Ich glaube das nicht. Vielleicht werden diese Herrschaften irgendwann mal in Brüssel vorstellig werden und den dortigen Bürokraten die Dinge unter die Nase halten, aus denen die Macht kommt. Und dann wird es richtig interessant.

 

Ich muss noch auf etwas anderes hinweisen: Geradezu paradox war es, als sich der deutsche Außenminister Steinmeier bemüßigt fühlte, sich in die Reihen derjenigen zu begeben, die vor dem Abgang von Janukowytsch eine Deeskalation der Lage versuchten, indem sie zwischen der Regierung und der Opposition der Ukraine zu vermitteln suchten. Dass diese Deeskalation nötig war, steht außer Frage. Reden ist besser als Gewalt. Doch merke: Da wurde im Außenverhältnis mit denen gesprochen und verhandelt, die im deutschen Innenverhältnis im Rahmen des Kampfes gegen rechts als Unantastbare gelten. Schlimmer geht’s nimmer.

 

 

Oder doch? Doch, es geht: Ich frage mich nämlich verwundert, wie es möglich ist, dass ein Abgesandter eines nicht voll souveränen Staates (Hinweis von Bundesfinanzminister Schäuble zum Status von Deutschland) herumreist, um anderen etwas von staatlicher Souveränität und territorialer Integrität zu erzählen, die in der EU letztlich sowieso niemand sicherstellen kann und will. Frau Merkel, die Kanzlerin aller Deutschen, hat in dasselbe Horn geblasen, dabei aber vergessen, vorher bei Obama und einigen anderen nachzufragen, was denn nun endlich zu tun sei, um erst einmal die volle Souveränität Deutschlands herzustellen und die noch im Lande befindlichen Besatzungstruppen loszuwerden.

 

Kommen wir zum Kernpunkt: Putin kennt die Theorien des britischen Geostrategen Mackinder, der einst die Auffassung verbreitete, dass die Beherrschung der Welt (wobei er seinerzeit das Britische Empire als beherrschende Macht definierte) nur dann möglich sei, wenn man das so genannte Herzland (Eurasien) in seinen Besitz/Einflussbereich bringe. Zuerst die Briten, dann die Amerikaner haben diese Theorie verinnerlicht und gedenken sie um jeden Preis umzusetzen. Wer die Weltlage unter Beachtung dieser Theorie analysiert, sieht ganz deutlich, dass es den USA und ihren Vasallen (also dem Westen) letztlich darum geht, Russland in der jetzigen Form zu beseitigen. Deshalb der Georgien-Konflikt, deshalb der Syrien-Konflikt, deshalb der Konflikt in der Ukraine. Putin ist sich dessen bewusst, und ich kann nur hoffen, dass er weiß, was auf dem Spiel steht. Vielleicht sollte er generell einmal darüber nachdenken, ob man den Westen nicht endlich in die Schranken weist, indem man ihm klarmacht, dass er wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren hat. Putin war beim Geheimdienst. Dann dürfte ihm vielleicht bekannt sein, dass bei dem, was die sowjetischen Truppen am Ende des Zweiten Weltkriegs bei der Besetzung Thüringens und anderer Gebiete an Technologieentwicklungen aufspüren konnten, auch etwas war, gegen das eine A-Waffe ein Kinderspielzeug ist. Es handelt sich dabei um das Teufelszeug mit dem Anfangsbuchstaben »R«, das eine ungeheuerliche Wirkung entfaltete und vor dem sogar seine Entwickler Angst hatten. Einige Dutzend Kilogramm davon ersetzen die leistungsfähigsten H-Bomben. Die uninformierte Öffentlichkeit weiß nichts davon, würde es auch nicht glauben, weil es die Vorstellungskraft – im wahrsten Sinne des Wortes – sprengt. Putin aber müsste Bescheid wissen, zumal in den 1960er-Jahren das »Gerücht« kolportiert wurde, dass während eines russisch-chinesischen Grenzkonflikts eine von den Chinesen widerrechtlich besetzte russische Insel durch das damalige sowjetische Militär vollkommen eliminiert wurde, wobei eine neue Waffe zum Einsatz gelangte. – Der Westen, der sich hinter seiner Maske aus Demokratie und Rechtsstaatlichkeit versteckt, die genau genommen eine hässliche Fratze verhüllt, versteht leider jede von Russland gezeigte Schwäche als Anreiz, den eingeschlagenen Kurs der Destabilisierung weiter fortzusetzen. Da hilft nur eines: Es muss massiv dagegengehalten werden.

 

Freilich wird man mir jetzt vorwerfen, ich würde den Zustand des früheren Kalten Krieges herbeireden. Seien wir doch aber mal ehrlich: Er war nie Geschichte. Als das frühere Sowjetimperium zusammenbrach, tat der Westen alles, um seinen Niedergang noch zu beschleunigen. Niemanden interessierte die Tatsache, dass Millionen von Russen und andere Ethnien durch die veränderten Bedingungen unter die Räder kamen. Putin kennt gewiss die Statistiken über die Anzahl der Personen, die in der Folge des politischen und wirtschaftlichen Zusammenbruchs ihr Leben verloren, alkohol- und drogensüchtig sowie kriminell wurden. Wo blieb der Aufschrei des Westens? Es gab ihn nicht. Es interessierte niemanden. Das Einzige, was die verantwortlichen Herrschaften im Westen interessierte, war die Frage, wie man unliebsame Konkurrenz loswerden und neue Absatzmärkte gewinnen konnte. Dass dabei Millionen von Menschen auf der Strecke blieben, war eben einer jener typischen Kollateralschäden, die man seitens der westeuropäischen und amerikanischen Verantwortlichen gern in Kauf nimmt.

 

Insbesondere Letzteren dürfte es ein besonderer Dorn im Auge gewesen sein, dass es Putin schließlich gelang, Russland wieder einigermaßen zu stabilisieren. Damit störte und stört er die Kreise derjenigen, die glaub(t)en, Russland schon in der Tasche zu haben, ein Land mit weiten Flächen und umfangreichen Bodenschätzen, um die es den Imperialisten vor allem geht.

 

Im Übrigen ist das ganze Gerede von Partnerschaften zwischen dem Westen und Russland zu hinterfragen, denn diese laufen in etwa wie die Absprache zwischen dem Schwein und dem Huhn hinsichtlich einer ins Auge gefassten Kooperation. Das schlaue Huhn sagt zum nicht ganz so schlauen Schwein: »Ich liefere die Eier und du das Fleisch.« – Gewiss, es gibt eine Vielzahl wirtschaftlicher Abhängigkeiten, aber wenn es wirklich hart auf hart kommt, dürfte der Westen den Kürzeren ziehen. Zumindest Europa, denn dieses Kunstgebilde ist doch für sich allein gestellt gar nicht lebensfähig, auch wenn immer das Gegenteil behauptet wird. Allein Deutschland hält es aufrecht. Das weiß auch Putin. Und sollte der Westen weitere Sanktionen beschließen, dann dürfte der schlaue Putin damit beginnen, Deutschland ins Visier zu nehmen. Wenn hierzulande nämlich ein Einbruch der Wirtschaftskraft erfolgt, die Arbeitslosigkeit steigt und die Steuereinnahmen wegbrechen, dann wird es eng für den Zahlemann der EU. »Der Westen« ist ohnehin keine solide Einheit, sondern unter der Außenschale dieses Konstrukts rumort es seit Langem.

 

 

Bestes Beispiel (und direkt verbunden mit der Ukraine) ist die »Fuck the EU«-Aussage der US-Diplomatin Victoria Nuland, die für erhebliches Aufsehen sorgte. Nun wissen die Westeuropäer hoffentlich, was ihre Freunde in den Staaten über sie denken. Wobei dieser Denkprozess dann schon ziemlich lang gedauert hätte angesichts der bekannt gewordenen Fakten über die Rundum-Abhörmaßnahmen seitens der USA und ihres Wurmfortsatzes Großbritannien, die an Frechheit und Unverfrorenheit durch nichts mehr zu übertreffen sind. Insbesondere die Arroganz der US-Eliten, bei den Vereinigten Staaten von Amerika handele es sich um eine Nation von besonderer Bedeutung, ist unerträglich. Die USA sind nichts Besonderes, im Gegenteil: seelenlos, geschichtslos, charakterlos, friedlos. Sie sind die Speerspitze des anglo-amerikanischen Imperialismus, der keine Rücksicht auf die Interessen der Menschen und Völker nimmt, sondern nur an Profite, Absatzmärkte und die Aufrechterhaltung der Macht seines mittlerweile komplett irrsinnig gewordenen Finanzsystems denkt.

 

Weil wir gerade bei den USA sind: Sie drohen mal wieder. Obama und Kerry können offensichtlich nichts anderes, was genauso offensichtlich eine politische Bankrotterklärung ist. Wenn sie aber selbst andere Nationen destabilisier(t)en oder wenn sie aus erlogenen und/oder fadenscheinigen Gründen in Ländern wie dem Irak oder in Afghanistan einmarschier(t)en, dort Zehntausende massakrier(t)en, die Menschenrechte missachte(te)n und die Bodenschätze der betroffenen Länder ausbeute(te)n, dann ist alles in bester Ordnung. Es wird höchste Zeit, das Establishment der Vereinigten Staaten einmal als das darzustellen, was es wirklich ist: bösartig. Paul Craig Roberts hat, wie ich schon eingangs schrieb, die Sache richtig erkannt. Wenn überhaupt jemand durch die »internationale Gemeinschaft« isoliert werden muss, dann sind es die »Eliten« der Vereinigten Staaten von Amerika.

 

Zudem stelle man sich einmal vor, Russland würde von ihm finanzierte Nichtregierungsorganisationen in die Länder um die USA entsenden und dort für, sagen wir einmal, Gerechtigkeit und Wohlergehen im russischen Sinne arbeiten lassen. Nach einer bestimmten Vorbereitungsphase könnten die Russen dann dazu übergehen, Oppositionskräfte zu organisieren und so genannte Farbenrevolutionen vorzubereiten, in deren Folge sich immer mehr Nationen von den Vereinigten Staaten lossagen und ein Bündnis mit Russland favorisieren würden. Was würde geschehen? Obama wäre außer sich, würde Zickzack im Oval Office laufen und das Militär aufmarschieren lassen, um eine von ihm vorgegebene rote Linie nicht überschreiten zu lassen. Würde das die Russen nicht beeindrucken, so würde er – ich wette darauf – losschlagen.

 

 

Nun ist es allerdings so, dass Putin nicht im Umfeld der Vereinigten Staaten intrigiert und agiert, sondern die USA inklusive ihrer Verbündeten im Umfeld Russlands. Das muss nicht mehr bewiesen werden, das ist Fakt und Alltag. Ergreift Putin aber Maßnahmen, um dem Ganzen Einhalt zu gebieten, dann fällt die westliche Meute über ihn her und macht ihn für all das verantwortlich, was sie selbst provoziert hat. Einfach unglaublich. Die Frage, wer da wohl einen Realitätsverlust erlitten hat, lässt sich somit leicht beantworten.

 

Selbstverständlich wird das, was ich schreibe, vielen nicht in den Kram passen. Jahrzehntelange Gehirnwäsche, Propaganda, Amerikanisierung und Kommerzialisierung (von primitiver Sexualisierung und naturwidriger Genderisierung der Gesellschaft ganz zu schweigen) haben tiefe Spuren hinterlassen und im Westen, besonders aber in Deutschland einen Menschentypus entstehen lassen, der – in großen Teilen – nur noch seinem eigenen Vorteil hinterherjagt, obrigkeitsgläubig und amerikahörig ist und dabei noch »gut« sein möchte. Dieser Typus Mensch ist unfähig zu verstehen, was mit dem Begriff »russische Seele« gemeint ist. Er wird weder Putin noch seine Landsleute jemals verstehen. Von ihm kann man nicht erwarten, dass er begreift, was vor sich geht und dass die so genannten Guten in den meisten Fällen die Bösen sind. Er bezieht seine Lebensweisheiten aus den »Qualitäts«medien, deren Akteure im Dienste der westlichen »Eliten« tätig sind und denen es weder um wahrheitliche noch sachgerechte Information geht. Es geht ihnen ausschließlich um Propganda, Manipulation und, wie wir aktuell sehen können, Hetze. Das ist das Einzige, was sie tatsächlich können. Zum Schluss glauben sie wirklich das, was sie schreiben. Und den Politikern geht es nicht anders. Wie weit der diesbezügliche Wahnsinn bereits fortgeschritten ist, lässt sich daran erkennen, dass die ehemalige Kandidatin für die US-Vizepräsidentschaft Sarah Palin davon sprach, Putin mit Atomwaffen zu stoppen. Sie gehört offensichtlich zu jener Riege von Verrückten, die glauben, einen Kernwaffenkrieg gewinnen zu können, und die daher bereit sind, den ganzen Planeten in Brand zu stecken, nur um nicht nachgeben zu müssen. Es wird Zeit, diese Leute vom Rest der Menschheit zu isolieren. Im Übrigen besitzen die Russen Waffensysteme, die jeden Abwehrschild durchbrechen können und den amerikanischen Illusionen im Ernstfall den Garaus machen werden. Diese Systeme werden auch diejenigen atomisieren, die glauben, in ihren 100 Meter tief unter der Erde liegenden Bunkersystemen sicher zu sein. Nicht zu vergessen sind auch die in den Nachwehen der politischen Wende in der damaligen Sowjetunion abhanden gekommenen rund 100 Kofferatombomben, die sich wahrscheinlich auf US-Territorium befinden und durch so genannte Schläfer zum Einsatz gebracht werden könnten, wenn es denn zum Äußersten käme.

 

Besonders bedenklich ist, dass deutsche Medienvertreter ihr Repertoire aus dem Kalten Krieg wieder aus den Schubladen gezogen haben. Putin hielt und hält große Stücke auf Deutschland – zumindest auf das Deutschland von Goethe, Schiller und Kant. Das waren Geistesgrößen. Mich wundert nicht, dass er sich an diesen Personen orientiert, denn auf wen von den Heutigen sollte er sich auch beziehen können? Putin dürfte deshalb wohl auch nicht wundern, wenn von deutschem Boden aus Medienhetze gegen ihn und sein Land betrieben wird. Die das tun, sind stramm ausgerichtete Befürworter der US-Dominanz, vom Intellekt her aber mit den drei weiter oben genannten Personen nicht zu vergleichen. Sie wissen einfach nicht, was sie tun. Und falls sie es doch wissen, dann ist das umso schlimmer. So wurde von bestimmten deutschen Pressevertretern beispielsweise behauptet, Putin habe die Krim »heim ins Reich geholt«. Was will man mit solchen Formulierungen bezwecken, die doch so typisch deutsch sind und zeigen, dass diejenigen, die sie verwenden, im Fach Geschichte mit dem Kopf auf der Schulbank lagen und geschlafen haben? Nun, man will provozieren, den Nazi-Vergleich heraufbeschwören: Putin = Hitler. Der passt ja immer. Dabei ist das Ganze grotesk angesichts der bekannten Historie des Zweiten Weltkriegs, der zufolge 20 Millionen Russen und andere mit ihnen verbündete Ethnien auf dem Territorium der ehemaligen Sowjetunion im Kampf gegen Hitlers Drittes Reich den Tod fanden. Wer derartige Vergleiche vorgibt, ist ein Brandstifter, jemand, der den Frieden zwischen den Völkern stört und als solcher Störenfried bloßgestellt werden muss.

 

 

Zurück zu einer vor wenigen Zeilen genannten deutschen Geistesgröße, zurück zu Friedrich Schiller, der einmal sagte: »Die Mehrheit? Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei wen’gen nur gewesen. Der Staat muss untergehen, früh oder spät, wo Mehrheit siegt und Unverstand entscheidet.« Das heißt, dass er von Demokratie wohl kaum etwas gehalten haben dürfte, ist sie doch, wie wir heute allzu oft beobachten können, durch Korruption und ein unerträgliches Mittelmaß gekennzeichnet, was letztendlich den Untergang der betroffenen Systeme beziehungsweise Staaten hervorrufen wird. Bankrott sind wir ja schon. Wenn Putin Russland anders regiert, als sich das bestimmte Leute im Westen vorstellen (können), dann hat das gewiss seinen Grund, der – so möchte man formulieren – vielleicht etwas mit den Schillerschen Erkenntnissen zu tun hat. Ein Riesenreich wie Russland mit den demokratischen Methoden des Westens regieren zu wollen, würde dessen Niedergang bedeuten. In Demokratien ist, wenn es eng wird, schließlich und bekanntermaßen niemand für irgendetwas verantwortlich, niemand hat von irgendetwas gewusst. Zudem: Wer ist eigentlich auf die seltsam erscheinende Idee gekommen, dass Demokratie etwas ist, das man positiv bewerten soll? Schaut man sich die derzeitige real praktizierte Demokratie einmal näher an, dann können einem erhebliche Zweifel kommen. Zudem bin ich der Meinung, dass wir gar keine Demokratie mehr besitzen, sondern dass der Westen von einer Plutokratie beherrscht wird, der Herrschaft des Geldes. Wahlen spielen da keine Rolle. Und wenn sie eine Rolle spielen würden, wären sie, um eine alte Volksweisheit etwas abzuändern, längst verboten worden. Dass Plutokraten herrschen, lässt sich daran erkennen, dass die Pleitebanken um jeden Preis gerettet wurden – mit dem Geld der Steuerzahler.

 

Nun könnten aufmerksame und/oder spitzfindige Leser die Frage an mich formulieren, warum ich einerseits die Abschaffung der Demokratie in Europa bedauere, andererseits aber offensichtlich Verständnis dafür habe, wenn Russland eine andere Form der Regierung wählt. Meine Antwort ist die: Demokratien funktionieren zumindest zeitweise dann, wenn sie in freiheitlichen Nationen installiert sind, die eine bestimmte Größe und Bevölkerungszahl nicht übersteigen. Allerdings bleibt das Problem der Mittelmäßigkeit ihrer Protagonisten, was insbesondere in Krisenfällen fatale Auswirkungen hat. Solange es keine Krisen gibt, funktioniert das System einigermaßen. In Krisenzeiten jedoch erkennt der Bürger recht schnell, dass die von ihm Gewählten noch ratloser sind als er selbst. Jene versuchen ihre Unfähigkeit und ihr Nichtwissen damit zu bemänteln, dass sie beispielsweise laufend erklären, »die Krise ist beendet«, obwohl Otto Normalverbraucher sieht, dass dem nicht so ist. (Die Plutokratie-Debatte lasse ich jetzt mal außen vor.)

 

Große Staaten sowie große Bevölkerungen sind unter anderen Regierungsformen besser aufgehoben, ohne einen gewissen Zentralismus geht es hier meines Erachtens nicht. Klare Abgrenzungen und Verantwortlichkeiten sind nötig, um stabile Verhältnisse zu gewährleisten. Viele Köche verderben bekanntermaßen den Brei, den, wenn die Sache schiefgeht, ohnehin niemand auslöffeln will.

 

Ich muss ergänzend hinzufügen, dass der Moloch, der mit der Europäischen Union entstanden ist, nichts bis wenig mit dem zu tun hat, was in Russland geschieht. Während die Russen auf Traditionen und ihre Geschichte Wert legen, glauben die europäischen Gutmenschen, alles neu erfinden und jeden umerziehen zu müssen. Gleichmacherei und Gleichschaltung allerorten. Mich erinnert das Ganze sehr an die DDR; wer damals keinen klaren Klassenstandpunkt hatte, galt als Konterrevolutionär. Heute gibt die Politische Korrektheit vor, was man öffentlich sagen darf. Und wehe dem, der eine andere Meinung hat und diese auch noch im Beisein anderer artikuliert. Das Ganze ist moderne Inquisition – und wird von mir aus diesem Grund abgelehnt.

 

 

Nun werden manche Zeitgenossen sagen, dass ja in Russland auch keine Meinungsfreiheit herrsche. Das ist korrekt, muss aber im Kontext mit der russischen beziehungsweise sowjetischen Historie begriffen werden. Russland als Großreich wurde lange Zeit von Zaren regiert, die ebenso wenig jede Meinung tolerierten, wie das später die Bolschewisten und Kommunisten taten. So gesehen ist die Entwicklung, die zu Putin führte, ein Fortschritt.

 

In Europa allerdings, wo die Zeit der Aufklärung dafür sorgte, dass die Menschen die Wichtigkeit solcher Begriffe wie Freiheit und Meinungsfreiheit schon vor längerer Zeit verinnerlichten, setzte nun seit den 1990er-Jahren ein Prozess ein, der als Rückschritt bezeichnet werden muss. Er führte hin zu überstaatlichen Strukturen, die in erster Linie durch Kontrolle, Überwachung und Gleichschaltung sowie durch Ausgrenzung Andersdenkender gekennzeichnet sind – und einen gewaltigen Bürokratismus, der von einer EU-Beamtenkaste betrieben wird, die komplett überflüssig ist. Bürgerrechte werden auf der einen Seite unter fadenscheinigen Begründungen beschnitten, während die Rechte der Nomenklatura, die die Interessen von Konzernen und Finanzjongleuren vertritt, gestärkt werden, was bis hin zur Unantastbarkeit bestimmter Strukturen führt (siehe ESM!). Endergebnis wird ein moderner, technologiegestützter Feudalismus sein.

 

Doch damit zurück zum eigentlichen Thema. Noch etwas gibt mir zu denken: Sollte der Westen dem Wahnsinn verfallen und den Konflikt mit Russland weiter anheizen, dann werden sich wohl die Prophezeiungen vom Beginn eines Dritten Weltkriegs schneller realisieren, als mancher Zeitgenosse jetzt noch glauben möchte. Wie war das mit dem Ausbruch des Dritten Weltkriegs? War in diesem Zusammenhang nicht von einem sehr milden Winter und einem zeitigen Frühjahr die Rede? Es ist schon verwunderlich, wie sich die Dinge ineinanderfügen. Noch vor ein paar Jahren fragte ich mich, wie denn ein Dritter Weltkrieg überhaupt initiiert werden könne angesichts der realpolitischen Lage. Mittlerweile wird klar, dass die NATO-Osterweiterung wie auch andere Maßnahmen des Westens dazu geführt hat, dass nunmehr alle Zeichen auf Sturm stehen und dass die Voraussagen passen.

 

Ziemlich zum Schluss noch etwas, das an Putins Gegner gerichtet ist: Wer glaubt, dass man Russland durch Intrigen oder einen Krieg bezwingen kann, ist nicht nur in des Begriffes ureigenster Bedeutung von allen guten Geistern verlassen, sondern jemand, der – und hier trifft diese Formulierung wirklich zu – meilenweit von der Realität entfernt ist. Napoleon, der Kaiser der Franzosen, war größenwahnsinnig und dumm genug, Russland zu attackieren – und scheiterte komplett. In seine Fußstapfen trat Hitler, der über ein durchaus gut ausgebildetes Heer verfügte und ebenso meinte, den Russischen Bären zur Strecke bringen zu müssen – er scheiterte ebenfalls. (Ich möchte hier nicht erörtern, was zum Einmarsch in die damalige Sowjetunion führte, denn das wäre einen eigenen Artikel wert.) Er verstand bis zuletzt nicht (und seine Generäle verstanden das auch nicht), dass die damalige sowjetische Bevölkerung bereit war, alles in allem fünf Millionen Mann (5 000 000!!!) an Soldaten und Offizieren zu opfern, um Berlin zu erobern und sein Tausendjähriges Reich in den Untergang zu schicken. Und falls heute jemand im Westen glaubt, er könne den Russischen Bären ungestraft provozieren oder, was noch schlimmer wäre, angreifen, so wird der sein blaues Wunder und seinen eigenen Untergang erleben. Russland ist ein weites Land, das Volk mit seiner Nation eng verbunden und stets zu großen Opfern bereit gewesen. Ich spreche, wenn ich das russische Volk meine, hier nicht vom russischen Jet Set oder der vom Westen geliebten und unterstützten Opposition, die im Falle eines bewaffneten Konflikts keine Rolle spielen werden, sondern von den dort lebenden einfachen Menschen, die wissen, worum es geht und worauf es ankommt. Deshalb wird Russland noch existieren, wenn die USA und Europa, zumindest Europa in Form der Europäischen Union, längst auf dem Müllhaufen der Geschichte verrotten. Falls die Amerikaner und Europäer diesen ihren eigenen Verrottungsprozess beschleunigen wollen, dann kann man ihnen nur zurufen: Macht weiter wie bisher!

 

 

Natürlich ist mir bewusst, dass ich mit meinem Artikel den heiligen Zorn jener heraufbeschwören werde, die stramm amerikanisch ausgerichtet sind. Oder aber glauben, die Europäische Union sei das Maß aller Dinge. Mir ist das egal, denn wenn man sieht, welche seltsamen Figuren der Westen unterstützt, dann gilt es erst recht, Position zu beziehen und sich von diesem Irrsinn zu distanzieren. Man denke nur einmal an Frau Tymoschenko, die feine Dame, die zurzeit zur Höchstform aufläuft, wenn sie Putin mit Hitler vergleicht. Bevor sie das weiterhin tut, sollte sie aber bitte erst einmal erklären, woher sie ihre Milliarden hat und wieso sie dieses Geld nicht einsetzt, um ihr Land zu retten. Das wäre doch ein wirklich ernst zu nehmendes Zeichen der Verbundenheit mit dem ukrainischen Volk. Ja, ich weiß: Heute wird oft behauptet, Frau Tymoschenko sei gar nicht so reich, wie oft geschrieben oder gesagt wird. Seltsam nur, dass die »Speerspitze der Demokratie« vor historisch kurzer Zeit behauptete, sie besitze sechs Milliarden Pfund. Im Gefängnis hat sie das Geld ja sicherlich nicht ausgeben können, dazu dürfte die Örtlichkeit denkbar ungeeignet gewesen sein. Was hat sie dann damit gemacht? Ihren Bewachern geschenkt?

 

Oder schauen wir uns einmal diese seltsame feministische Punkrock-Band Pussy Riot an, die vom Westen hofiert wird. Für mich ist diese Truppe einfach nur ekelhaft, aber den Giftspritzern im Westen kam sie gelegen, vor allem, als sie durch ihren absonderlichen Auftritt in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau 2012 auf besonders drastische Weise auf sich aufmerksam machte. Das war das gefundene Fressen für die westlichen Medien, die dann natürlich auch aufheulten, als die Mitglieder der Band hinter Gitter wanderten. (Man stelle sich einmal vor, eine ähnlich geartete Truppe würde einen solchen Affenzirkus – nein, nicht in einem christlichen Gotteshaus hierzulande, wo es niemanden mehr interessiert – beispielsweise in einer Moschee in Deutschland aufführen. Grundgütiger, da wäre der Teufel los …)

 

Der Westen hat keinerlei Recht, Putin beziehungsweise Russland irgendwelche moralischen Vorhaltungen zu machen. Stattdessen sollte er vor seiner eigenen Türe kehren. Dreck liegt schließlich genug herum. Aber vielleicht geht es ja gar nicht um das, was für jedermann offensichtlich ist. Schauen wir uns doch einmal an, zu welchem Zeitpunkt das alles geschieht: Möglicherweise braucht das westliche System, das bis über beide Ohren verschuldet ist und kurz vor dem Bankrott steht, einen möglichst großen Krieg, damit es quasi auf null zurückgestellt werden und der ganze Wahnsinn wieder von vorn anfangen kann getreu dem von mir etwas abgeänderten Motto: »Wir bauen auf und bomben nieder, Arbeit ham’ wir immer wieder.« Der Erste und der Zweite Weltkrieg dienten ja unter anderem dazu, einen Neustart des Systems zu erzwingen. Millionen Unschuldiger mussten dafür sterben, um das perverse (Finanz-)System weiter agieren lassen zu können. Diejenigen, die diese Methode der Lösung der eigentlich unlösbaren Probleme eines auf Zins und Zinseszins basierenden Systems favorisierten, haben heute Nachfolger, die genauso denken. Sie sind die Provokateure, sie sind die Brandstifter, sie glauben auch, dass man einen Atomkrieg gewinnen kann. Sie suchen nach einem neuen, triftigen Grund für eine militärische Auseinandersetzung mit all ihren schrecklichen Folgen, den sie jetzt offenbar gefunden haben: Russland. Ob die Menschheit jemals auch nur ansatzweise begreifen wird, welches schmutzige Spiel hier gespielt wird? Ich denke nicht, der Dritte Weltkrieg wird kommen. Jedenfalls dann, wenn Russland Schwäche zeigt. Oder wenn wir weiter zulassen, von einem System manipuliert zu werden, das – in einer endlichen Welt – von endlosem Wachstum faselt und dabei nur das Wohl jener im Auge hat, die sich in ihrer vollkommenen Selbstüberschätzung als Eliten bezeichnen, in Wirklichkeit aber das genaue Gegenteil dessen sind.

 

 

 


 

 

 

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Das Versagen der deutschen Führung – Merkel macht sich zum Lakaien Washingtons

Dr. Paul Craig Roberts

Mithilfe seiner gefügigen, aber dummen NATO-Handlanger eskaliert Washington die Situation in der Ukraine weiter und drängt die Welt immer näher an den Rand eines Krieges. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat versagt – gegenüber ihrem Land, Europa und dem Weltfrieden. Deutschland spielt in der EU und der NATO eine führende Rolle. Hätte Merkel  mehr …

Auftrag Umsturz: Neuer Ukraine-Staatschef ist ein Agent der NATO

Gerhard Wisnewski

Puh – ist das wieder eine übelriechende Verschwörungstheorie: Der neue Ministerpräsident der Ukraine, Arsenij Jazenjuk – ein Agent der NATO? Nicht doch. Und wenn doch, dann ließe sich das sicher nie beweisen. Und ob. Man muss nur mal seine inzwischen abgeschaltete Website aus den Tiefen des Internets fischen, dann gehen einem die Augen über.  mehr …

Washingtons Arroganz, Selbstüberschätzung und Bösartigkeit haben die Weichen in Richtung Krieg gestellt

Dr. Paul Craig Roberts

In einigen Bereichen der amerikanischen Öffentlichkeit schließt man sich zunehmend der Besorgnis an, wie sie von Stephen Lendman, Michel Chossudovsky, Rick Rozoff und mir selbst sowie einigen wenigen anderen geäußert wurde, und erkennt die massiven Gefahren, die von der Krise ausgehen, die Washington in der Ukraine losgetreten hat.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Der Mythos der Chemotherapie erschüttert: Giftige Medikamente verursachen mehr Krebs als sie verhüten

Ethan A. Huff

Eine neue Studie, die von den National Institutes of Health (NIH) in den USA finanziert wurde, erschüttert den Mythos, dass Chemotherapie-Medikamente tatsächlich Krebs bekämpfen. Ganz im Gegenteil: Forscher der Harvard University und der University of Massachusetts Amherst (UMA) haben herausgefunden, dass diese klinisch eingesetzten Gifte in  mehr …

Die unterschätzte Gefahr: Wie China die Arbeitsplätze unserer Kinder vernichtet

Markus Gärtner

Es gibt Themen, die wollen wir nicht wahrhaben. Oder wir verdrängen sie aus Gründen der Politischen Korrektheit. Unsere Kinder werden für weniger Geld mehr arbeiten müssen – wenn sie überhaupt noch Arbeit bekommen. Das werden wir einer chinesischen Strategie verdanken.  mehr …

Washingtons Arroganz, Selbstüberschätzung und Bösartigkeit haben die Weichen in Richtung Krieg gestellt

Dr. Paul Craig Roberts

In einigen Bereichen der amerikanischen Öffentlichkeit schließt man sich zunehmend der Besorgnis an, wie sie von Stephen Lendman, Michel Chossudovsky, Rick Rozoff und mir selbst sowie einigen wenigen anderen geäußert wurde, und erkennt die massiven Gefahren, die von der Krise ausgehen, die Washington in der Ukraine losgetreten hat.  mehr …

Radioaktive Strahlen aus Japan…

Redaktion

Aus Japan wehen (mal wieder) radioaktive Strahlen nach Europa. Das AKW Fukushima hat seine Spuren jetzt zunächst bis Nordamerika getrieben – dann dürfte es weitergehen. Zumindest sagen das Forscher, die sich mal wieder mit der Havarie auseinandergesetzt haben.  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.