Monday, 30. May 2016
25.06.2010
 
 

Ist die BRD in Teilen »sozialistischer« als die frühere DDR?

Thomas Mehner

Es gibt Menschen, die glauben immer noch, die DDR sei einst der Bundesrepublik »beigetreten«. Nimmt man allerdings die rosarote Weltsicht-Brille von der Nase, kann man erkennen, dass in den Jahren seit der politischen DDR-»Wende« etwas geschehen ist, das einem die Haare zu Berge stehen lassen kann: Das wiedervereinigte Deutschland ist, vor allem dank der merkwürdigen Politik der Europäischen Union, in Teilen sozialistischer, als es die DDR je war, wobei es sich – das muss hervorgehoben werden – um einen höchst seltsamen Sozialismus handelt, den die global agierende Hochfinanz in Kombination mit einem ebenso merkwürdigen Neoliberalismus anstrebt und der in Gleichmacherei, Armut, totaler Kontrolle und Unterdrückung enden soll.

»Den Sozialismus in seinem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf.« – Erich Honecker

 

Erich Honecker muss seit Jahren im Grab rotieren. So groß ist seine Freude. Und seine noch zu Lebzeiten getroffene Aussage zum Sozialismus ist aktueller denn je, denn Letzterer ist mit dem Verschwinden der DDR keineswegs untergegangen, sondern hat die heutige BRD – zumindest in einigen nicht ganz unwichtigen Teilen – übernommen. Allerdings in stark veränderter, angepasster Form, sodass viele Menschen kaum mehr verstehen, welches Spiel gespielt wird. Während Unverbesserliche in Bezug auf die Bundesrepublik immer noch von Demokratie und Rechtsstaat sprechen, ist in Wirklichkeit das einst bestehende politische System ausgehöhlt worden, dass einem schwarz vor Augen werden kann – und zwar von allen denkbaren Seiten (Rote, Grüne, Schwarze, Lobbyisten, Großkonzerne, EU, Hochfinanz). Selbst die früher einmal konservative Werte vertretende Partei CDU rutschte unter Bundeskanzlerin Angela Merkel in die politische Mitte (was und wo immer das sein mag), verdrängte dort die SPD, die ihrerseits nicht weiter nach links konnte, weil dort dummerweise schon die Partei Die Linke stand. Das Ergebnis ist bekannt: Die SPD mutierte zum Schatten ihrer selbst und hat ein Riesenproblem, was ihre Identität anbetrifft (woran auch der Wahlausgang in NRW nichts geändert hat; gewonnen hat ja schließlich die »Partei« der Nichtwähler!).

Freilich: Die BRD ist kein komplett sozialistischer Staat, denn hierzulande existiert nach wie vor ein marktwirtschaftlich-kapitalistisches Wirtschaftssystem, das sich den Neoliberalismus auf die Fahnen geschrieben hat, weshalb es mit der sozialen Marktwirtschaft nicht mehr weit her ist. Die Gründe liegen unter anderem im Versagen der (bisherigen) politischen Eliten und in der Globalisierung, die von den Kräften der Hochfinanz vorangetrieben wird und die – über der Realwirtschaft stehend – auf den nackten Profit orientiert. Nun muss man aber wissen, dass diese neue, veränderte Form des Sozialismus von denselben Kräften entwickelt wurde, die auch hinter der Hochfinanz stehen. Somit ist auch gar nicht vorgesehen, das Wirtschaftssystem grundlegend zu wandeln, denn nur der Kapitalismus (besser die kapitalische Realwirtschaft) bringt die Milliarden hervor, die man später in irgendwelchen spinnerten Weltverbesserungsvorhaben versenken kann. Oder wenn nötig den Banken und Versicherungen in den Rachen werfen kann, wenn deren Verantwortliche sich verzockt haben. (Wenn der Staat, das heißt der Steuerzahler für das Versagen der Bankster haftet, so ist das Staatssozialismus; weshalb merkt das eigentlich keiner?)

Gehen wir ein paar Jahre zurück. Wie war es eigentlich möglich, dass Angela Merkel bis zur Bundeskanzlerin aufsteigen konnte? Hatte die damalige bundesdeutsche Politik, insbesondere die CDU/CSU-Koalition, niemanden, der statt ihrer »aufgebaut« werden konnte? Ich habe mir die Frage über die Jahre hinweg immer wieder gestellt und bin dabei nur zu einer Schlussfolgerung gelangt: Wenn Angela Merkel Bundeskanzlerin werden konnte, muss dem Ganzen vorher eine politische Bankrotterklärung eines Großteils des bisherigen westdeutschen Politiksystems vorausgegangen sein. »Man« hatte offensichtlich niemand anderen (mehr), der den Job wollte. Oder machen konnte. Oder im schlimmsten Falle beides.

Sei es, wie es sei: In der bundesdeutschen Politikszene werden seit einigen Jahren Vorhaben diskutiert und realisiert, die mich stark an die unseligsten DDR-Zeiten erinnern, ja manchmal diese sogar noch übertreffen – und das, obwohl es weitaus drängendere Probleme zu lösen gäbe. Das fängt an bei der geplanten Installation von 750.000 Krippenplätzen, damit die bundesdeutsche Frau arbeiten gehen kann – um ein wertvolles und geachtetes Mitglied der Gesellschaft zu werden, das sie als Mutter offensichtlich nicht ist. Über Jahre hinweg hat man dem weiblichen Geschlecht hierzulande (und nicht nur hier) eingetrichtert, dass zu einem erfüllten Leben und zur Selbstverwirklichung auch eine Erwerbstätigkeit gehöre. Darüber kann man vortrefflich streiten. Philosophisch-biologisch betrachtet bleibt nämlich festzuhalten: In der Natur ist Arbeit durchaus nichts Positives, sondern eher etwas Abartiges – beschränkt auf ein Geschöpf, das sich selbst Mensch nennt und glaubt, sich die Erde Untertan machen zu können. Freilich erklären uns die Evolutionsbiologen, dass gerade diese Arbeit einen großen Anteil an der Menschwerdung des immer nackter werdenden Affens gehabt habe. Aber diese Entwicklung muss eine Fehlentwicklung sein, wenn man sich ansieht, was der Mensch in Bezug auf diesen Planeten angerichtet hat. Noch seltsamer erscheint die Tatsache, dass man – geht man einmal weg von philosophischen Betrachtungen –immer mehr arbeiten kann, ohne wirklich so viel zu verdienen, dass man davon zu existieren imstande ist. (Leben ist ohnehin etwas ganz anderes.) Wenn es früher ausreichte, dass der Mann arbeiten ging, um das finanzielle Auskommen der Familie zu sichern, müssen heute schon oft beide Ehepartner arbeiten gehen – und das Geld reicht trotzdem nicht. Da ist doch etwas faul im Staate Deutschland, oder etwa nicht?

Bei dem Geschwätz über Arbeit (und insbesondere über die Arbeit der Frauen) im Zusammenhang mit der Selbstverwirklichung wird leider vollkommen vergessen, dass Vater Staat dabei doch nur eines im Auge hat: Abgaben und Steuern. Wer wenig braucht bzw. wenige Bedürfnisse hat, zahlt auch wenig Steuern oder gar keine (was natürlich in den Augen eines nicht freiheitlich orientierten Establishments nicht geht) und ist meist zufriedener als der alltagsgestresste, steuerzahlende und abgabenleistende Hamster im Laufrad, der immer schneller rennt und doch nicht vorwärts kommt. Natürlich darf man das dem Hamster nicht sagen, denn sonst steigt er vielleicht aus, lässt es ruhiger gehen und fällt damit als Steuersklave aus. Also wird staatlicherseits behauptet, Erwerbstätigkeit sei nötig, nicht nur für den Hamster, sondern auch für die Hamsterfrau. Nun rotieren beide im Rad. Und Vater Staat freut sich, während die Hamster unter dem Stress zu leiden beginnen, der ihnen die unglaublichsten Krankheiten beschert und die verantwortungsvolle Aufzucht der Hamsterkinder beinahe verunmöglicht. Das aber spielt keine Rolle, denn der Staat braucht Geld, um überall in der Welt Glückseligkeit verbreiten zu können, notfalls mit Gewalt. Siehe Afghanistan – die Quittungen kommen jetzt in Särgen zurück. Und dafür tragen unsere Politiker die volle Verantwortung und Mitschuld!

Das tollste Schauspiel, das man seit einigen Jahren beobachten kann, ist die Durchsetzung des Gender-Mainstreaming-Gedankens mit voller politischer Rückendeckung. Männer werden nicht als Männer geboren, sondern zu Männern gemacht. So eine der kühnen Thesen, die an jeglicher Wirklichkeit vorbeigehen. (Für Frauen soll das natürlich auch gelten). Also: Wenn ich so an mir heruntersehe, so muss ich feststellen, dass ich schon immer »da unten« so aussah – und nichts im Nachhinein angeklebt, verändert oder mit Schrauben montiert wurde. Der Mensch ist und bleibt in erster Linie ein biologisches Wesen – und erst dann ein gesellschaftliches. Die roten und grünen Traumtänzer, deren Projekte im Übrigen (auch wenn sie es selbst nicht glauben mögen) von der anglo-amerikanischen Hochfinanz gesteuert werden, sehen das natürlich alles ganz anders. Sie wollen einen neuen Menschen schaffen. Solche Projekte kennen wir ja zur Genüge. Und genau das ist auch der Punkt: Alle diese Vorhaben endeten im Chaos und sind daher extrem gefährlich. Dem gilt es entgegenzusteuern. Scherzhafterweise könnte man rufen: »Männer wacht auf, kämpft um eure Efrauzipation!« (Efrauzipation ist abgeleitet von Emanzipation.) Aber das würde den Kern der Sache nicht treffen, denn es wäre eine umgekehrte Gleichmacherei. Fakt ist: Die Natur (ersatzweise Gott) hat zwei Geschlechter geschaffen – es existiert eine Dualität in allem und jedem. Wer dieses Prinzip abzuschaffen sucht, will die Natur abschaffen. Da haben wohl einige Weltverbesserer nicht zu Ende gedacht, denn mit der Abschaffung der Natur schaffen sie auch sich selbst ab! Es ist einfach ungeheuerlich, was da läuft!!!

Jüngstes Beispiel: die amtlicherseits geplante Beseitigung der Bezeichnungen »Mutter« und »Vater«. Beide Begriffe seien diskriminierend, daher gelte es, diese zu meiden und stattdessen den Kunstbegriff »Elter« zu benutzen. Hallo, geht’s noch?

Manchmal frage ich mich, wie man nur auf solche Ideen kommen kann. Offensichtlich haben einige Zeitgenossen derartige Reserven, dass sie vor lauter Kraft gar nicht mehr wissen, wohin mit ihrer Energie. Mein Vorschlag: In Deutschland hat der Winter ein Meer an Schlaglöchern hinterlassen. Die könnten mal repariert werden! Raus aus den Parlamenten, rein in die Arbeitskluft und mal was sinnvolles getan, meine Damen und Herren Volksvertreter. Pardon: Dame und Herr ist ja nun wahrscheinlich auch diskriminierend, also lassen wir die Höflichkeitsfloskel besser weg. Volksvertreter reicht.

Noch ein Wort zu den Kindern: In einer wirklich freien und demokratischen Gesellschaft wird der Staat sich hüten, die Betreuung insbesondere von Kleinkindern zu übernehmen, sondern er wird dafür Sorge tragen, dass den Müttern (zumindest denen, die das wollen) eine Unterstützung zuteil wird, mit der sie ihrem Nachwuchs das zukommen lassen können, was nötig ist: Liebe, Zuwendung, Geborgenheit – ohne sich dabei laufend Gedanken über das Einkommen der Familie machen zu müssen. Der moderne Zeitgeist (besser: die geistige Verwirrung von heute) versucht das Gegenteil durchzusetzen, schon deshalb, weil man wieder einmal beweisen muss, dass man aus geschichtlichen Erfahrungen nichts gelernt hat und erneut glaubt, ein viereckiges Rad sei brauchbarer als ein rundes. Noch niemals in der Geschichte hat es so viele Sozialtherapeuten, Psychiater, Soziologen, Psychologen und sonstige »-logen« gegeben, die den Menschen helfen sollen/wollen, ein erfülltes Dasein zu finden und mit den Alltagsproblemen fertig zu werden. Seltsamerweise wird jedoch die Zahl der Konflikte, der Phobien, der Syndrome und Verwirrungen immer größer statt geringer. Kinder, die sogenannte Verhaltensauffälligkeiten zeigen, werden mit Psychopharmaka zugedröhnt, statt zu akzeptieren, dass nicht jeder stundenlang auf seinem Stuhl still sitzen kann, sondern dem kindlichen Elan Freiraum verschafft werden muss. Die Zugedröhnten greifen dann – in Einzelfällen – Jahre später aus lauter Verzweiflung zu Vaters (oder Mutters; pardon: Elters) Waffe und ballern ein paar Menschen über den Haufen. Tief betroffen versprechen Politiker und Experten anschließend Besserung. Alles Heuchelei! Wie kann diese denn erfolgen, wenn man nur an Symptomen herumdoktert und die eigentlichen Ursachen nicht im Geringsten wahrnimmt, weil man sie gar nicht wahrnehmen will?! Das Problem ist nicht die Waffe, sondern diejenige Person, die den Abzug betätigt. Und die ist (leider) ein Produkt unserer ach so grandiosen Gesellschaft, die den Menschen nicht als das akzeptiert, was er ist: ein jeweils einzigartiges Geschöpf, das man nicht mit anderen gleichmachen kann!

Diese Gesellschaft ist eine Gesellschaft des Irrtums und der kompletten Visionslosigkeit. Als geborener DDR-Bürger lernte ich bereits früh, zwischen Sein und Schein eines politischen Systems zu unterscheiden. Mittlerweile kann ich feststellen, dass die BRD die DDR in einigen Bereichen überrundet hat, was die Methoden der Indoktrination und Manipulation der Massen anbetrifft. Stolz kann man auf derlei »Erfolge« allerdings nicht sein – im Gegenteil.

Und wie sieht es denn, um noch einmal darauf zurückzukommen, mit der Selbstverwirklichung in der Erwerbstätigkeit aus? Die Grenzen sind eng gesteckt, um sich hierzulande selbst zu verwirklichen. Immerhin haben wir eine Bürokratie, die alle Vorstellungen sprengt, und die natürlich über Steuern und Abgaben finanziert werden muss. Was Spaß macht, ist sowieso verboten, alles andere streng reglementiert. Wer sich beispielsweise selbstständig macht, ahnt zunächst nicht, was das bedeutet, bis er auf Dinge stößt, von denen er vorher niemals auch nur gehört hat. Naiverweise glauben viele zunächst, dass das, was sie nach Abzug der laufenden Kosten und der Steuern in der Kasse hätten, das ihre sei. Weit gefehlt: IHK, GEZ, Krankenkasse und und und wollen alle etwas abhaben vom Kuchen, den sie selbst niemals zu backen imstande sind. Das ist Sozialismus – aber natürlich nicht für den Selbstständigen, sondern nur für die, die den Mund gestopft bekommen wollen.

Nächstes Beispiel: Gesundheitsreform. Wenn das bisherige diesbezügliche Panoptikum so weiter geht, dürfte am Ende eine teure Einheitsversicherung mit DDR-Poliklinik-Charakter stehen. Ist solch ein Unfug des Volkes Wille, der Wille freier, unabhängiger Menschen? Oder die aufgedrückte Auffassung von Verantwortlichen, die heimlich, still und leise den Sozialismus im Gesundheitswesen einführen wollen? Seltsam nur, dass sie hier das Prinzip »Vielfalt statt Einfalt« nicht gelten lassen wollen, das sie sonst bei jeder (un)passenden Gelegenheit von sich geben. Den Sozialismus, nein: genaugenommen den Kommunismus hat natürlich bei diesem Spiel auch schon jemand erreicht: die Pharmaindustrie und die an ihr hängenden Tablettenverteiler.

Besonders interessant ist auch die politische Diskussion, die im Lande geführt wird. Mittlerweile ist der Linksruck so weit fortgeschritten, dass selbst freiheitlich-konservative Kräfte als »Nazis« diffamiert werden. Schon vor Jahren hatte ich bei anderer Gelegenheit einmal geäußert, dass jeder, der weltanschaulich-politisch gesehen rechts von Stalin stünde, als »Nationalsozialist« beschimpft würde. Ich hatte den Braten richtig gerochen: Zwischenzeitlich ist es tatsächlich so, dass jeder, der dieses Land liebt und dafür eintritt, sich seltsame Fragen und teils unfassbare Anwürfe gefallen lassen muss. In Thüringen, meiner Heimat, gibt es einige hochaktuelle Beispiele, die man jederzeit aufzeigen könnte, um zu demonstrieren, auf welchem Chaoskurs diese Nation bereits ist. Offenbar hat man aus der Geschichte nichts gelernt – wie immer. Meinungsfreiheit bedeutet offensichtlich für ein bestimmtes Klientel, frei von jeder Meinung zu sein. Und wenn nicht, so endet sie für diese Leute zumindest dort, wo andere, gegensätzliche Meinungen anfangen. Die Feinde des Grundgesetzes sind somit schnell erkannt.

Interessanterweise ist von Staatswegen ist der »Kampf gegen rechts« zu einem der obersten politischen Ziele deklariert worden. Das Problem ist hierbei nicht das durchaus gerechtfertigte Vorgehen gegen grundgesetzfeindliche Strukturen, sondern die Tatsache, dass der linke Zeitgeist alles – ich betone: alles –, was nicht auf seiner Linie liegt, als bekämpfens- und verfolgenswert deklariert. Wundern kann es indes nicht, dass das so ist, denn der Sozialismus ist der Feind jeglicher freiheitlicher Bestrebungen. Man schlage mal bei Lenin nach, wenn man’s nicht glauben will. Merkwürdig ist aber, dass die deutsche Bundeskanzlerin das nicht erkennen will und diese »Kampf gegen rechts«-Demagogie unterstützt. Zumindest im Inland, denn im Ausland sieht das ganz anders aus, hatte sie doch einst überhaupt keinerlei Berührungsprobleme, als es darum ging, den US-Kriegsfalken George W. Bush auf seiner Ranch zu besuchen – eine »Ehre«, die nicht jedem zuteil wurde. Bush ist ein ausgewiesener Ultrarechter, wer will das bestreiten? Unter seiner Regierung und seiner Verantwortung wurden souveräne Staaten brutal überfallen und Hunderttausende von Menschen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen getötet. Alles vergessen? Oder nicht so schlimm? Nun, der Wahnsinn hat Methode. Die Welt steht Kopf und die Menschen meinen, das sei normal. Kann es sein – um einmal eine Vermutung zu äußern –, dass die elektromagnetische Durchseuchung unserer Lebensumwelt die Gehirne in ihrer Wahrnehmungsfähigkeit stört, dass Lüge und Betrug nicht mehr von der Wahrheit unterschieden werden können? Oder sind wir als lebende Wesen bereits am Endpunkt der Entwicklung angekommen? Falls ja, kann man nur hoffen, dass das von manchen Apokalyptikern erwartete Ende der Menschheit nicht erst 2012, sondern umgehend eintritt. Bis dahin sollten Sie auf alle Fälle Ihr Mobiltelefon weniger benutzen, vielleicht wird die Wahrnehmungsfähigkeit dann besser – und Sie kriegen doch noch die Kurve!

Offensichtlich ist den Deutschen nicht einmal im Ansatz klar, was der »real existierende Sozialismus« bedeutet – und einen anderen hat es nie gegeben. Es ist eine Ideologie – und wie jede Ideologie endet die ihr ausgesetzte Gesellschaft in einer Katastrophe. Die (unerreichbare) Theorie ist das eine, die Praxis das andere. In meiner unmittelbaren Umgehung muss ich bereits bemerken, wie Linke, Grüne und mittlerweile selbst Sozialdemokraten in einen Wahn verfallen sind, all jene, die nicht ihrer Meinung sind, zu diskriminieren oder gar wirtschaftlich zu schädigen. Der Druck, der hier aufgebaut wird, erinnert mich nicht nur an den Klassenkampf von einst (es fehlen nur noch die Wirtshausschlägereien; aber keine Sorge, die kommen auch noch), sondern auch an jene Methoden, die ich in der DDR einst selbst erleben durfte. Merkwürdig ist nur, dass unsere staatliche Stellen auf dem linken Auge ziemlich blind zu sein scheinen, sonst müssten sie doch bemerken, was gespielt wird. Sozialismus heißt Aushöhlung des demokratischen Systems, Indoktrination, Gesinnungsterror und letztlich Diktatur. Damit gibt es eine gewisse Übereinstimmung mit dem sogenannten Neoliberalismus, der diese Punkte auch – wenn auch subtiler – ansteuert. Offensichtlich haben die Deutschen Lust bekommen, all das künftig zu erleben, sonst würden sie sich endlich zu wehren beginnen. Ist die Freiheit plötzlich nichts mehr wert?

Sicher, das kapitalistische System hat keine Antworten auf die Fragen der Menschen, was man an dem derzeit zu beobachtenden Chaos deutlich erkennen kann. Aber der Sozialismus hat sie auch nicht. Beide Ideologien funktionieren nicht, wie übrigens alles, was mit »-ismus« endet, letztlich nicht funktioniert. Die Menschheit ist auf dem völlig falschen Weg, daran ändern auch Reformen nichts. Übrigens: Das Witzigste und Ungeheuerlichste, das ich in diesem Zusammenhang je hörte, war am Ende der DDR der Wunsch bestimmter gewendeter Funktionäre (»Wendehälse«), einen demokratischen Sozialismus aufbauen zu wollen. Da konnte man nur geradeheraus lachen: so etwas gibt es nicht, es ist ein Widerspruch in sich. (Echte) Demokratie und Sozialismus sind wie Feuer und Wasser, miteinander unvereinbar.

Aber nicht nur in Deutschland wird das Stück »Sozialismus, die Zweite« in immer mehr Lebensbereichen gespielt. Die EU ist bereits die darüber installierte Diktatur. Hier wurde wirtschaftlich und politisch all das miteinander vereint, was nicht zueinander passt. Schwarmgeister und Utopisten meinten zwar, es werde funktionieren, aber angesichts der derzeitigen Krise wurden diese Weltfremden von den Realitäten eingeholt. Noch sind sie nicht bereit zuzugeben, dass das ganze Unternehmen »Euro« ein Fehler war, denn dann müssten sie unmittelbar danach eingestehen, dass wohl auch das Vorhaben »Europäische Union« ein (sozialistisch-freimaurerischer) Schuss in den Ofen gewesen ist. Ja, meine Damen und Herren, die Natur lässt sich nicht überlisten, der Boomerang – einmal weggeworfen – kommt wieder zurück und findet sein Ziel auch dann, wenn man es nicht mehr erwartet – und dann knallt’s richtig! Ich bin ehrlich: Mich erfüllt das Ganze mit einer gewissen Schadenfreude, denn denen, die glaubten, die Bäume würden in den Himmel wachsen, fallen sie jetzt auf den Kopf! Welch ein Schauspiel! Am liebsten möchte ich mich auf einen Berg begeben (der freien Sicht wegen) und dieses einmalige Theater jeden Tag beobachten. So etwas wird so schnell nicht wieder geboten! Schon gar nicht in einer Epoche, die von sich behauptet, auf dem »zivilisatorischen Höhepunkt« angekommen zu sein, der doch eigentlich ihr größter Tiefpunkt ist.

Die derzeitige Krise, die jetzt die Euro-Zone eiskalt erwischt hat, wird zur Bewährungsprobe werden. Gelingt es nicht, die Angriffe der Spekulanten sowie die Attacken der intriganten Amerikaner abzuwehren und die Tendenz zur Inflation einzudämmen, so wird der Euro eines Tages nur noch zehn bis 20 Prozent des einstiges Wertes der D-Mark haben – wenn er denn überhaupt überlebt. Tja, wundern muss man sich dann nicht mehr – so funktioniert das seltsame Gebräu aus Neoliberalismus und Sozialismus eben: Alles und jeden unterstützen mit Geld, das man nicht hat – und sich zum Schluss über die totale Pleite und lynchwütige Bürger wundern. (Und diesmal ist niemand da, der rettend eingreift!!!) Eigentlich zum Totlachen das Ganze, da man unschwer erkennen kann, dass in den Führungsetagen der EU offensichtlich nicht einmal die einfachsten Dinge verstanden werden – sondern nur Tagträumereien hinterhergejagt wird. Und was dort für Personal sitzt, kann man erkennen, wenn man sieht, dass die Strukturen als »Räte« (im Russischen: Sowjet) und einige der Führungspersönlichkeiten als »Kommissare« bezeichnet werden. Die EU gedenkt wohl offensichtlich die neue Super-Sowjetunion zu werden.

Ich werde niemals vergessen, wie mir vor Jahren, als ich für einen US-Konzern mit deutscher Vertretung arbeitete, ein Manager verriet, dass die Ostdeutschen nur eine kurze Verschnaufpause hätten. Man habe den Zug »DDR« gegen eine Betonwand gesteuert und in allerletzter Minute vor dem großen Knall auf den Zug »BRD« aufspringen können. Man habe dabei allerdings nicht bedacht, dass ein aus Beton und Stahl gefertigter Prellbock einige Hundert Kilometer entfernt auch für den Zug »BRD« bereitstehe, dem sich dieser mit immer höher werdender Geschwindigkeit nähere …

Damals schien mir der Vergleich noch etwas unpassend. Mittlerweile passt er, haben doch die Verantwortlichen in Deutschland und Europa in ihrem Wahn, eine neue Form des Sozialismus, die man auch als Sozialfeudalismus bezeichnen kann, zu installieren, alles getan, um den Zug schneller fahren zu lassen. Man darf auf das Ende gespannt sein. Für die meisten Menschen wird es in Form eines großen Knalls und eines kostenlosen Freifluges erlebbar werden. Zynischerweise kann ich mir nicht verkneifen, schon jetzt viel Spaß dabei zu wünschen – denn wer nicht hören will, muss eben fühlen.

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