Friday, 29. July 2016
30.11.2010
 
 

Wehret den Anfängen

Thorsten Schulte

Leider Gottes müssen wir weltweit feststellen, dass immer mehr Kräfte des Establishments unliebsame Kritiker mundtot machen wollen. Sind wir dies bislang eher aus China, dem Iran oder Russland gewohnt, so meinen immer mehr Politiker und Ökonomen in der westlichen Hemisphäre unter dem Deckmantel von »Terrorbekämpfung«, »verantwortungsbewusstem« und »glaubwürdigem« Journalismus die Freiheitsrechte von Journalisten, aber auch von uns Bürgern einschränken zu wollen. Das meiste geschieht noch unbemerkt von der Mehrheit …

Wer hat schon einen Bericht der Welt vom 16. September 2010 gelesen, der die Vorstellungen unseres frisch gewählten Bundespräsidenten von einer ISO-Norm für Journalisten kundtat? Wulffs Worten zufolge seien Medien nötig, »die eine neue Art der Qualitätssicherung, quasi eine ISO-Norm für den Journalismus einführen, auch um die eigene Existenz zu sichern«. Es seien nach dem Bericht der Welt Journalisten gefragt, »die Verantwortungsbewusstsein zeigen, die glaubwürdig sind«.

Ich habe daraufhin noch am 16. September eine Mail an das Bundespräsidialamt geschrieben mit folgendem Inhalt: »Sehr geehrter Herr Bundespräsident, glauben Sie nicht, dass ich ein typischer Protestler bin … Ich bin im höchsten Maße empört über ihre Aussage, wir bräuchten Medien, ›die eine neue Art der Qualitätssicherung, quasi eine ISO-Norm für den Journalismus einführen, auch um die eigene Existenz zu sichern‹. Laut Welt online sind Sie der Meinung, dass Journalisten gefragt seien, ›die Verantwortungsbewusstsein zeigen, die glaubwürdig sind‹. Wer entscheidet darüber, wie diese ISO-Norm auszusehen hat und wer sie erfüllt? Wer richtet darüber, ob Journalisten verantwortungsbewusst und glaubwürdig sind? Wollen Sie Journalisten vorschreiben, was sie zu denken und zu schreiben haben? Sehr geehrter Herr Bundespräsident, Sie haben einen Eid auf das Grundgesetz abgelegt und sollten die Presse- und Meinungsfreiheit achten … Die Presse- und Meinungsfreiheit sollte vor allem vom Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland geachtet werden. Das Bundespräsidialamt und Sie selbst werden derartige Mails vermutlich kaum ernst nehmen, aber Sie sollen wissen, dass nicht alle Bürger mit Gleichgültigkeit auf derartige Vorstöße reagieren … Thorsten Schulte.«

Dass diese Mail nicht beantwortet wurde, war mir bereits beim Verfassen klar. Ein Einzelner fällt nicht ins Gewicht. Nur zusammen sind wir stark! Wulffs Aussagen machen nicht nur mich allein nachdenklich. Nach Aussage des SPD-Pressedienstes vom 24. November 2010 fordert der Vorsitzende des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages, Siegfried Kauder (CDU), die Presse dazu zu verpflichten, »sich zurückzuhalten, wenn die Gefährdungslage wie jetzt hoch ist«. Auch der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Günter Krings, regte im Deutschlandfunk nach diesem Bericht eine Art »Selbstzensur der deutschen Medien« an.

Vielleicht erinnern Sie sich noch an einen Bericht der Zeit vom 29. Januar 2009. Darin hieß es: »Am 8. Oktober 2008 war die Krise noch jung, man möchte fast sagen: unschuldig. An jenem Mittwochabend luden die Bundeskanzlerin und ihr Finanzminister die Chefs der wichtigsten Zeitungen ins Kanzleramt, um ihnen eine Botschaft zu übermitteln. Die lautete: Wir wissen zwar nicht genau, was in zwei oder drei Wochen ist, aber würden doch sehr herzlich um Ihr Vertrauen bitten und vor allem darum, dass Sie keine schlechte Stimmung machen, denn dazu ist die Lage zu ernst.« Was wir daran erkennen können ist doch der unbedingte Wille der Regierung, den Schein zu wahren und die Menschen vom Nachdenken fernzuhalten.

Derzeit läuft eine neue Stimmungsmache. »Versailles ohne Krieg« lautete am 19. November 2010 die Überschrift auf der Titelseite des Handelsblattes. Ungläubig las ich den Untertitel: »Warum die Politik der Strenge, wie sie Kanzlerin Merkel gegenüber den Schuldnerstaaten betreibt, den deutschen Interessen schadet«. Nun haben diese Länder über ihre Verhältnisse gelebt und unglaubliche Blasenwirtschaften wie in Irland entstehen lassen. Und nun sollen wir also in Deutschland sparen und den Schuldenschlendrian der anderen Euro-Länder sogar noch bejubeln und belohnen? Diese Logik erschließt sich mir nicht. Wahrscheinlich meint es Merkel ja durchaus gut. Aber oft ist das Gutgemeinte das Gegenteil des Guten. Sie glaubt vielleicht daran, die Stabilität des Euros noch sichern zu können. Aber hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Ich kann verstehen, dass deutsche Politiker angesichts unserer Erfahrungen mit der Hyperinflation von 1922/23 und mit der Währungsreform 1948 eine inflationäre Politik scheuen. Aber das Papiergeld-Auslandsvermögen Deutschlands wird so oder so langfristig Schaden nehmen. Heute können wir den Menschen noch über Steuersenkungen, Infrastrukturmaßnahmen, höhere Bildungsausgaben etc. etwas vom hohen Auslandsvermögen des Landes geben.

 

Quelle: Deutsche Bundesbank, Bloomberg

 

 

Deutschland verordnete seiner Binnenwirtschaft in den vergangenen zehn Jahren Enthaltsamkeit und Sparsamkeit. Hohe Sparquoten (Sparanteil am verfügbaren Einkommen) und große Leistungsbilanzüberschüsse waren die Folge. Wir drückten die Lohnbremse und die Amerikaner drücken nunmehr die Notenbankpresse. Ziel in beiden Fällen: Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit! Nur der Weg ist höchst unterschiedlich. Deutsche Politiker müssen sich allerdings die Frage stellen, welchen Sinn diese Politik langfristig ergibt. Denn deutsche Banken haben in Ermangelung von Kreditvergabemöglichkeiten und Investitionen im Inland massiv Kapital im Ausland angelegt. Die hypothekenbesicherten US-Kreditstrukturen wurden bei den deutschen Banken bereits als nahezu wertlos ausgebucht. Viele Auslandsforderungen bestehen aus Papiergeld und werden aus meiner Sicht in den kommenden Jahren inflationsbereinigt massiv an Wert einbüßen. Ist es nicht besser, jetzt die deutsche Binnenwirtschaft anzukurbeln? Denn dann haben die Menschen über niedrigere Steuern und höhere Löhne noch gute Einkaufsmöglichkeiten. Ansonsten bekommt die deutsche Volkswirtschaft nicht mehr viel für ihre Papiergeldforderungen. Das US-zentrische Weltfinanzsystem ist nicht mehr zu retten. Je eher das die deutsche Regierung realisiert, desto besser dürfte dies wohl sein. Die weltweite Reflationierung wird langfristig kaum von Deutschland aufgehalten werden können. Auch nicht von China. Rohstoffinvestments sind für uns die beste Vorsorge! Kurz nochmals zum Euro: Auch wenn derzeit niemand in Berlin oder Brüssel etwas davon wissen will, so formuliere ich: Der Euro ist mehr Spaltpilz für Europa, als dass er die Europäische Einigung absichert. Denn in den Peripherieländern wird der Euro für all das Schlechte verantwortlich gemacht. Und Ressentiments gegen Deutschland werden geschürt. Wenn die Berliner Kaste unserer Politiker nicht aufgewacht, riskieren sie die Stabilität unserer Währung und (!) das Auslandsvermögen des deutschen Volkes.

Aber nochmals zurück zum Handelsblatt: Mich persönlich ärgert der Vergleich des Chefredakteurs dieses Blattes mit Versailles, denn damals haben die Alliierten nach der Kapitulation des Deutschen Reichs am 11.11.1918 die Hungersblockade bis zum »Diktat des Versailler Vertrags« aufrecht erhalten mit der Folge von 900.000 Hungertoten. Auch wenn angesichts des weit verbreiteten Desinteresses an Geschichte derartige Wahrheiten in Vergessenheit geraten sind, so bin ich über den Vergleich aus der Feder des Chefredakteurs des Handelsblatts unglücklich. Dies umso mehr, als ich Gabor Steingart (Verfasser des Buches Weltkrieg um Wohlstand, das er Merkel und einem kleinen Kreis persönlich im Kanzleramt vorstellte) eigentlich schätze.

Ich verbinde diese Information mit einem Aufruf an alle Betreiber von deutschsprachigen Internetseiten, mit mir über info@silberjunge.de in Kontakt zu treten. Mein Ziel ist es, dass wir in den kommenden Monaten alles daran setzen, zu einem Sprachrohr für aufrichtige, ehrenwerte, freiheitsliebende Bürger zu werden –gegen den Geldsozialismus unserer Zentralbanken, gegen die Bevormundung der Menschen und für eine freiheitliche Grundordnung, die die Väter unseres Grundgesetzes schufen auf dem Fundament verheerender Erfahrungen aus der deutschen Geschichte von 1933 bis 1945.

Mein Buch Silber – das bessere Gold habe ich geschrieben, damit mir meine Familie, Freunde und Bekannte nicht in einigen Jahren vorwerfen: »Ihr habt es gewusst, aber nichts gesagt«. Vor Jahren sagte mir ein alter und weiser Mann den Spruch: »Wer sich wehrt, wird geehrt. Wer sich duckt, wird angespuckt.« Schauen wir bitte nicht weg, sondern wehren wir uns als streitbare, ehrenwerte, mündige Demokraten und Bürger unseres Landes. Wir alle, die Informationsseiten im Internet anbieten, haben gemeinsame Interessen.

Noch etwas: Wie mir Bankvorstände berichteten, gab es am Freitag, den 26. November 2010, vor 8 Uhr einen bundesweiten Totalausfall aller Geldautomaten. Dies ist eine bestätigte Information von verschiedenen Bankvorständen im Bereich der Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Sie wissen, wie sehr mir höchste Seriosität in der Berichterstattung am Herzen liegt. Es handelte sich wohl um einen technischen Fehler, aber wir sollten die Lehre daraus ziehen, stets eine ausreichende Bargeldhaltung sicherzustellen. Wie wichtig mir persönlich Gold- und vor allem Silberinvestments sind, brauche ich wohl nicht ausdrücklich zu erwähnen.

 

(Kontakt über info@silberjunge.de)

 

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Verweise:

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