Thursday, 30. June 2016
22.04.2013
 
 

Wie der Goldcrash den Systemcrash begünstigt

Thorsten Schulte

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete am Samstag, den 13. April 2013, Goldman Sachs habe ihre seit Oktober 2010 bestehende Long-Position am Goldmarkt und ihre Empfehlung von Goldkäufen beendet und einen Gewinn von 219 Dollar je Feinunze eingestrichen. Wörtlich heißt es dann: »Die Bank empfiehlt jetzt einen Leerverkauf von Gold und erwartet langfristig wieder einen Goldpreis von 1.200 Dollar je Feinunze.«

Viele Großbanken sprachen über Wochen vom Ende des Bullenmarktes. In der Financial Times fanden sich immer wieder Verweise auf entsprechende Ausführungen beispielsweise der Credit Suisse über das Ende des Gold-Bullenmarktes. Seit Wochen wurden dabei von Großbanken negative Prognosen abgegeben mit teilweise höchst fadenscheinigen Argumenten. Der neutrale

Beobachter soll sich aber fragen, wie gut es diese Banken mit dem Privatanleger meinen. In mehreren Artikeln wurde über Wochen von der Financial Times insbesondere die Credit Suisse zitiert, der Gold-Bullenmarkt sei beendet. Hier ein beispielgebender Internetlink. Aber noch am 17. September 2012 fand sich folgender Artikel über die Sicht der Credit Suisse.

 

Bei Erscheinen des besagten Artikels notierte der Goldpreis im Hoch bei 1.775,55 US-Dollar und Tobias Merath, Head Commodities & Alternative Investments Research der Credit Suisse, wurde zitiert mit den Worten: »Über die nächsten zwölf Monate erwartet der CS-Edelmetall-Experte einen Anstieg auf bis zu 1.850 Dollar.« Food for thought! Diejenigen, die sich in ihrem Tun und Handeln auf die Prognosen großer Banken verlassen, lassen sich freiwillig zur Schlachtbank führen. Genauso provozierend füge ich folgenden Ausspruch hinzu: »Nur die dümmsten Kälber wählen sich ihren Metzger selbst.« Lassen Sie sich von diesen Worten bitte nicht davon abhalten, weiter zu lesen!

 

Am 15. April 2013 lautete die Überschrift der Titelgeschichte des Handelsblatts recht eindeutig: »Goldrausch ade«. Darin wurde auch der Ausspruch des Milliardärs George Soros aus dem Jahre 2011 zitiert, Gold sei in einer ultimativen Blase. Fakt ist allerdings, dass der Wert allen bis Ende 2011 geförderten Goldes am Ende des besagten Jahres gerade einmal vier Prozent des Weltfinanzvermögens in Form von Anleihen, Aktien und Bankeinlagen entsprach. Im Jahre 1980 entsprach der Marktwert des damals in der Menschheitsgeschichte geförderten Goldes bei der Preisspitze von 850 US-Dollar je Feinunze stattlichen 23 Prozent. Vor vielen Jahren veröffentlichte das renommierte Schweizer Magazin Weltwoche eine Studie, wonach der Wert des Goldes und der Goldminen 1948 sogar 30 Prozent und selbst 1932 stolzen 20 Prozent entsprach. Warum spricht ein durchaus kluger Kopf wie Soros angesichts dieser Zahlen dennoch von einer »ultimativen Goldblase«? Am 9. April 2013 berichtete das Handelsblatt unter der Überschrift »Soros: Gold hat Ruf als sicheren Hafen eingebüßt«, dass nach Einschätzung der Investmentlegende George Soros Gold keine sichere Wertanlage mehr darstelle.

 

In dem erwähnten Handelsblatt-Artikel vom 15. April hieß es weiter: »Mit ausgelöst hat den aktuellen Preisrutsch Mario Draghi. Der Präsident der Europäischen Zentralbank deutete jüngst an, dass Zypern einen Teil seiner Goldreserven verkaufen könnte, um den Eigenbeitrag zum geplanten Hilfspaket zu stemmen.«

 

Ist es nicht erstaunlich, dass dieser Mann zwar »offiziell« zu keinem Zeitpunkt eine andere Notenbank in »seinem Währungsgebiet« zum Goldverkauf nötigt, gleichwohl mit seinen Aussagen Spekulationen über Goldverkäufe der »Euro-Krisenstaaten« Nahrung gibt just in dem Moment, wo Goldman Sachs Verkaufsempfehlungen gibt? Zypern besitzt nur 13,9 Tonnen Gold, aber durch die Medien geisterten schnell Sorgen, auch andere Länder wie Portugal, Griechenland oder Italien könnten diesem Beispiel dann folgen.

 

Mario Draghi ist ein ehemaliger Mitarbeiter von Goldman Sachs und noch wichtiger, er ist und bleibt Mitglied der Group of Thirty. Sie umfasst hochrangige aktuelle und ehemalige Bankmanager und Notenbanker, ehemalige Politiker und Ökonomen. Neben ihm sind Leute dabei wie:

  • Mark Carney, neuer Chef der Bank of England und ehemals bei Goldman Sachs,

  • William Dudley, Präsident der New Yorker Fed und ehemals Goldman Sachs.

 

Sehen Sie bitte unbedingt den Beitrag, der im ZDF heute-journal über den »Britannia Boy Draghi« gezeigt wurde:

 

All diese Leute haben ein Interesse daran, dass die Menschen das Papiergeld weiterhin akzeptieren und als Wertaufbewahrungsmittel nutzen. Sonst finden die Finanzminister nicht mehr genügend Käufer für ihre Staatsanleihen und das Ende der Wohlfahrtsstaaten heutiger Prägung wäre unausweichlich. Auch die Macht der Papiergeld-Zentralbanken wäre mit einem Schlag verloren.

 

Alan Greenspan sagte im Mai 1993: »Wenn wir es hier mit Psychologie zu tun haben, dann hat das Thermometer, das man zum Messen verwendet, einen Einfluss. Ich habe die Frage am Rande des Treffens mit Gouverneur Mullins aufgeworfen, was passieren würde, wenn das Schatzamt etwas Gold in diesen Markt verkaufte. Das ist eine interessante Frage, denn wenn Gold in diesem Umfeld ausbricht, wäre das Thermometer nicht nur ein Messgerät. Es würde fundamental die zugrunde liegende Psychologie beeinflussen.«

 

Kein anderer als Paul Volcker, der Vorgänger von Alan Greenspan als US-Notenbankchef, sagte in seinen 2004 erschienenen Memoiren im Zusammenhang mit der Dollarschwäche des Jahres 1973: »Eine koordinierte Interventionsaktion von Goldverkäufen zur Verhinderung eines scharfen Anstiegs des Goldpreises wurde indes nicht unternommen. Das war ein Fehler.«

 

Letztlich geht es doch jedem Zentralbanker um die Sicherung seines Jobs. Alles, was das Vertrauen ins Papiergeld schwächt, gefährdet seinen Arbeitsplatz! Steigende Gold- und Silberpreise signalisieren einen Vertrauensschwund ins Papiergeld. Je stärker diese Preissteigerungen ausfallen, desto größer ist die Gefahr einer unkontrollierten Flucht aus dem staatlich verordneten Zwangsgeld. Wer soll dann noch die Staatsanleihen kaufen, auf deren erfolgreiche Begebung die hoch verschuldeten Staaten so dringend angewiesen sind? Dies erklärt doch, warum Zentralbanken, Regierungsbeamte und vor allem die Finanzminister mit vereinten Kräften gegen ihre Feinde namens Gold und Silber agieren.

 

Im Silberbulletin vom 20. April zeigte ich Ihnen bereits ganz aktuell den Turmbau unseres heutigen Weltfinanzsystems mit vielen aktuellen Charts. Bevor ich auf die aktuellen Geschehnisse bei Gold und Silber eingehe, zeige ich Ihnen nochmals den Chart über die Geldmenge (vereinfacht ausgedrückt geht es um alle Bankeinlagen) in den 34 Industriestaaten (Mitglieder der OECD) zuzüglich der Schwellenländer Brasilien, Russland, Indien, Indonesien, China und Südafrika:

 

 

Quellen: Bloomberg, Weltbank, Silberjunge

 

Aktuell sind dies 66.000 Milliarden US-Dollar. Hinzu kommen noch fast 100.000 Milliarden US-Dollar an Staatsanleihen, Bankschuldverschreibungen und Unternehmensanleihen, die Ende 1989 gerade einmal etwas mehr als 15.000 Milliarden US-Dollar ausmachten. Bei allen kurzfristigen Sorgen und unabhängig von den folgenden Aussagen führen wir uns bitte alle gemeinsam vor Augen, dass die Goldinvestments des Jahres 2012 laut World Gold Council 49,3 Millionen Unzen betrugen. Bei einem Preis von aktuell rund 1.400 US-Dollar liegt der Marktwert bei nur 69 Milliarden US-Dollar. Führen wir uns vor Augen, dass Gold und Silber kein Schuldversprechen eines Dritten verkörpern. Wie sicher sind denn beispielsweise Bankeinlagen über 100.000 Euro und selbst die darunter angesichts der Einlagensicherungsfonds, die jeweils nur im Promillebereich die jeweiligen Einlagen der Bankengruppen abdecken?

 

Aber nun zu den Vorkommnissen der letzten Tage bei Gold und Silber. Zunächst nochmals die Aussage, dass am 15. April 2.336 Tonnen Gold am »Gold-Papiermarkt«, also in Form des Gold-Futures (1 Future = 100 Unzen Gold) den Besitzer wechselten. Binnen kürzester Zeit wurden ungeheure Verkaufsorders in den Markt gegeben, was dann zur Unterschreitung wichtiger Chartmarken führte, automatische Verkaufsorders auslöste und viele Investoren verunsicherte. Diese 2.336 Tonnen entsprechen 82 Prozent der Goldminenproduktion des Jahres 2012 und stellen einen eindeutigen historischen Rekord dar. Dazu der folgende Chart:

 

 

Quellen: Bloomberg, CFTC, LBMA, Silberjunge

 

Die Art und Weise der medialen Vorbereitung und die Ausführung über den »Gold-Papiermarkt« sprechen stark für eine der größten Manipulationen der Finanzmarktgeschichte der letzten Jahrzehnte. Denn ohne deflationäre Schockstarre der Aktienmärkte, ohne Lehman-Schock, ohne Kapitalnot großer Banken und Hedgefonds (Letztere waren ja gar nicht mehr mit Kaufpositionen im Markt) kam es zu diesem Einbruch aus heiterem Himmel. Ich war noch am Samstag Zeuge, wie der Rohstoffanalyst einer der größten Banken Deutschlands mit mir auf dem Podium saß und auf der Anlegermesse Invest unverfroren behauptete, es gebe überhaupt keinen Grund, hier auch nur irgendeine Manipulation zu wittern. Er sagte auch, dass es beim Goldfixing in London keinerlei Auffälligkeiten gebe. Der folgende Chart wurde sehr gewissenhaft von Dimitri Speck, dem Verfasser des unbedingt von Ihnen zu lesenden Buchs Geheime Goldpolitik, erstellt und zeigt, dass beim ersten Goldfixing (AM Fixing) und zweiten Goldfixing (PM Fixing) auf »wundersame« Weise Schwächen im Durchschnitt der Handelstage vom August 1993 bis 2012 zu verzeichnen sind. Achten Sie auch auf die gelb markierte Handelszeit an der US-Warenterminbörse. Ich bin Dimitri Speck sehr dankbar für seine Fleißarbeit und habe mit größtem Unverständnis auf die Aussagen eines Bankenvertreters reagiert, der behauptete, es sei alles in bester Ordnung.

 

 

Der Skandal um die Manipulation des Interbanken-Zinssatzes Libor zeigt doch, welch kriminelle Energie in vielen Großbanken anzutreffen ist. Leichtgläubigkeit und Vertrauensseligkeit sollten daher nicht unsere Wegbegleiter sein, schon gar nicht, wenn es um die Beobachtung der großen Schwankungen des Gold- und Silberpreises geht. Dabei ist es an der Zeit, den Steigbügelhaltern in den Bankentürmen den Kampf anzusagen und ihnen die öffentlichen Lügen nicht mehr durchgehen zu lassen.

 

Nun zeige ich Ihnen einen Chart, der die Netto-Leerverkäufe der vier größten Akteure am US-Silber-Future-Markt zeigt. Da bei Over-the-counter-Derivaten eine Bank namens JPMorgan Chase Ende 2012 stolze 76 Prozent aller Goldderivate und 51 Prozent aller Derivate auf Silber, Platin und Palladium hält, ist es recht sicher, dass JPMorgan Chase einer der vier, wenn nicht gar der größte Akteur überhaupt am Silbermarkt ist. Einige Zungen behaupten, diese Bank sei die Hausbank der US-Notenbank. Hier die Netto-Leerverkäufe seit 2006, die von der CFTC ohne Namensnennung der Akteure wöchentlich bekannt gegeben werden:

 

 

Quelle: Bloomberg, CFTC, Silberjunge

 

Nun haben die vier größten Händler Korrekturen am Markt für den Silber-Future (1 Kontrakt = 5.000 Unzen) stets dazu genutzt, ihre Netto-Leerverkäufe deutlich zu reduzieren. Am 9. April 2013 lag der Silberpreis bei 27,9 US-Dollar je Feinunze und die 4 großen Akteure hatten 188 Millionen Feinunzen leerverkauft. Am 16. April 2013 waren 204,5 Millionen Unzen leerverkauft bei einem Silberpreis von 23,6 US-Dollar. Als am 15. August 2007 der Silberpreis den Tag bei 12,51 US-Dollar je Feinunze begann und im Tageshoch bei 12,56 US-Dollar notierte, konnte sich niemand vorstellen, dass der Preis im Tagestief auf 11,06 US-Dollar fallen konnte. Ein Tagesverlust von damals wie heute stolzen zwölf Prozent. Damals nutzten die vier großen Akteure dies, um ihre Netto-Leerverkäufe sichtbar zu reduzieren.

 

Dass sie dies jetzt nicht taten und im Gegenteil sogar die Leerverkäufe erhöhten, kann mindestens zwei Gründe haben:

  1. Die Halter von Longpositionen (Kaufpositionen: Sie erwerben den Future beispielsweise bei 26 US-Dollar, um ihn bei 30 US-Dollar zu verkaufen = 4 US-Dollar x 5.000 Unzen = 20.000 US-Dollar Gewinn) waren nicht bereit, ihre Position über einen Verkauf des Futures glattzustellen. Die vier großen Spieler mussten zur Verhinderung einer schnellen Erholung nach den starken Rückgängen am 15. und 16. April weitere Leerverkäufe tätigen.

  2. Die vier großen Spieler bzw. vor allem JPMorgan Chase wollen alles daran setzen, maximale Verunsicherung unter den Edelmetallinvestoren zu stiften. Daher werden sie in den kommenden Tagen/Wochen weitere Rückgänge auf sagen wir einmal 18 US-Dollar heraufbeschwören und erst dann ihre Leerverkäufe zurückkaufen.

 

Wenn die Fed und/oder JPMorgan Chase mit dieser Strafaktion für Edelmetallinvestoren erreichen wollten, die Volksmassen zum Verkauf von Gold und Silber zu bewegen oder von neuen Käufen abzuhalten, haben sie dies zumindest bislang nicht geschafft. Sollte über die Terminmärkte natürlich eine zweite Abwärtswelle ausgelöst werden, muss dies nicht so bleiben. Andererseits wären die Investoren bei der Inflationierung in Japan, den Aktionen der Bank of England und der Fed meines Erachtens mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn Sie mit Angstschweiß auf der Stirn Gold und Silber physisch in den kommenden Wochen zu diesen Preisen verkaufen, weil sie sich Goldpreise von 500 US-Dollar oder Silberpreise von zehn US-Dollar einreden lassen.

 

Derzeit stellen wir zumindest das Gegenteil fest. Es gibt eine ungebrochene Kaufbereitschaft breiter Anlegerkreise in Deutschland, Asien und auch in den USA. Das Wall Street Journal berichtete am 18. April 2013 auf Seite 25: »The premium on gold coins has risen to about 5% more than the spot price of the metal, and compares with 3% at the start of the year, traders say. For silver, the premium has risen to as much as 18% from about 15% at the street of the year.« Die Aufschläge bei physischen Käufen zum Preis für »Papiergold« steigen.

 

Sicherlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Könige des »Papieredelmetallmarkts« alles daran setzen wollen, Gold auf 1.000 Dollar und Silber auf 18 Dollar zu drücken. Aber eine solche Drückung kann nicht endlos weitergehen. Nach der Drückung am 16. August 2007 hatte der Silberpreis Ende September 2007 bereits die »Scharte wieder ausgewetzt«. Es ist unseriös, dies heute zu prognostizieren. Aber warum kann die Preisdrückung nicht endlos fortgesetzt werden? Vergleichen wir dies mit dem Wohnungsmarkt. Hält der Staat die Mieten unter ihrem fairen Marktniveau, werden weniger Wohnungen gebaut und gleichzeitig steigt die Nachfrage. So kommt es zur Mangelwirtschaft.

 

Wir sehen derzeit, dass die physische Nachfrage bei den Edelmetallhändlern nicht nur in Deutschland massiv gestiegen ist. Je länger die Manipulatoren die Preise unter den Gleichgewichtspreis drücken, desto mehr wird sich doch der tatsächlich zu zahlende Preis für physisch erworbenes Gold und Silber vom Papiermarkt entfernen. Stellen Sie sich vor, Sie zahlen jetzt einen Aufschlag von fünf Prozent zum Spotmarkt bei Ihrem Händler und sagen sich, dies ist mir zu teuer. Eine Woche später wollen Sie kaufen und der Händler nennt Ihnen einen Aufschlag von zehn Prozent. Sie schütteln mit dem Kopf und sagen Ihrem Händler, dass er doch endlich die niedrigen Edelmetallpreise vom Papiermarkt weitergeben soll. Zwei weitere Wochen vergehen und er will von Ihnen sogar 20 Prozent. Er verweist darauf, dass kein Händler angesichts der hohen Nachfrage und zunehmender physischer Knappheiten bereit ist, das Edelmetall günstiger anzubieten als er. Sie befürchten plötzlich, dass der Aufschlag noch weiter anzieht und beißen in den sauren Apfel. Alle Anleger werden nach einigen Monaten den Papiermarkt links liegen lassen. So ähnlich können Sie es auf jedem Schwarzmarkt in Entwicklungsländern beobachten. Dies können die Manipulatoren auch nicht wollen, weil sie dann die Kontrolle über das Marktgeschehen aus der Hand geben würden. Dann würde der Goldcrash den Systemcrash begünstigen wie in der Überschrift dieses Beitrags angedeutet.

 

Nun kommen wir zurück zu den Geschehnissen am US-Markt für den Silber-Future. Im Silber-Future Mai 2013 mit dem letzten Handelstag am 29. Mai 2013 und dem Tag der ersten Ankündigung am 30. April werden derzeit offene Kontrakte von 43.822 angezeigt. In allen Kontrakten wird derzeit ein offenes Interesse (Open Interest) von 153.193 Kontrakten genannt. Ab dem Tag der ersten Ankündigung hat der Verkäufer des Silber-Futures (nicht der Käufer, der auf steigende Silberpreise setzt) das Recht, der Gegenpartei mitzuteilen, das Metall körperlich zu liefern (5.000 Unzen je Kontrakt) und dafür den Gegenwert in US-Dollar zu kassieren. Erst am letzten Handelstag, dem 29. Mai 2013, würde es für den Verkäufer kritisch. Hat er bis dahin nicht gehandelt, würde automatisch eine physische Lieferung erfolgen. Hat er das Metall dann nicht, könnte er sich immer noch außerhalb der Öffentlichkeit mit vereinbarten absoluten Verschwiegenheitspflichten gegen Zahlung eines gehörigen Aufpreises zum Silber-Papiermarktpreis »freikaufen«. Dies sollte die Weltöffentlichkeit dann aber besser nicht erfahren. Nur bei den Mini-Futures auf Gold und Silber gilt laut CME Group ein automatischer Barausgleich. Machen wir uns aber nichts vor: Die US-Aufsicht hat zu Hunt-Zeiten im Januar 1980 sogar rückwirkend Marginanforderungen erhöht und natürlich könnte willkürlich eine Regeländerung vorgenommen werden, wenn der Kaiser nicht nackt erscheinen darf. Dies wäre allerdings erst recht eine Bankrotterklärung!

 

Die Macht der US-Großbanken ist noch gewaltig. Im ersten Quartal 2013 lagen die Gewinne von JPMorgan Chase nach Abzug aller Aufwendungen bei über 6,5 Milliarden US-Dollar. Der folgende Chart zeigt Ihnen die Quartalswerte für diese Bank und für Goldman Sachs. Nehmen wir einmal an, JPMorgan Chase wäre allein der Leerverkäufer der 204,5 Millionen Feinunzen, die für die vier großen Trader ausgewiesen werden. Wenn der Silberpreis nun von 23,25 US-Dollar zum Wochenschluss auf 100 Dollar am Montag steigen würde, läge der Verlust für JPMorgan Chase bei 15,7 Milliarden US-Dollar. Selbst ohne Schützenhilfe der Fed und der US-Regierung wäre dies für diese Bank beherrschbar.

 

 

Quellen: Bloomberg, Silberjunge

 

Wie am 17. August 2007 haben hier einige Kräfte am 15. und 16. April für große Unruhe unter Edelmetallinvestoren gesorgt. Meines Erachtens sind Aussagen, Gold und Silber befänden sich in einer Blase, bar jeder Vernunft. Die wirklichen Blasen kennen Sie und ich habe Ihnen in den letzten Silberbulletins viele Fakten genannt. In Japan braut sich Unglaubliches zusammen und ich werde Ihnen in der kommenden Ausgabe aufzeigen, wie irreführend das Gerede über Japan ist. Einige Großbanken behaupten, ein schwacher Yen habe 1997 die Asienkrise und damit weltweite deflationäre Schockwellen ausgelöst. Solche Vergleiche sind falsch. Ich habe derzeit das Gefühl, dass einige nur nach Geschichten suchen, mit denen man Angst vor einem deflationären Zusammenbruch schüren kann, um damit die Nachfrage nach Staatsanleihen zu stützen.

 

Auch wenn die Drückungsaktionen bei Gold und Silber nicht wie 2007 im August und September schnell enden sollten, werde ich mit meinem Gold und Silber ruhig schlafen. Selbst bei einer zweiten Preisdrückung auf 18 US-Dollar beim Silber oder zehn US-Dollar werde ich keine einzige Unze aus der Hand geben. Ich schlafe damit wesentlich ruhiger als wenn ich mein Vermögen bei Banken angelegt hätte und nun nach Zypern grübeln müsste, ob es mir irgendwann ähnlich ergehen wird. Selbst wenn wir nochmals eine deflationäre Phase bekommen wie das Deutsche Reich Mitte 1921 vor der Hyperinflation oder Argentinien vor dem Inflationsschock nach dem Jahreswechsel 2001/02, bin ich froh über meinen Gold- und Silberschatz. Denn er verbrieft kein Schuldversprechen eines Dritten, der nur einen Offenbarungseid zu leisten braucht und mich leer ausgehen lassen könnte. Die Aktienfans sollen gerne siegestrunken ihren Rausch feiern. Wer für die kommenden Jahre Inflationsschübe befürchtet, sollte wissen, dass Aktien inflationsbereinigt in solchen Phasen die Verlierer sind. Schauen Sie ins Silberbulletin vom 9. März 2013, noch ausführlicher habe ich dies bekanntlich bei den Seminaren im Februar 2013 dargestellt.

 

Ich bin froh, während meiner Tätigkeit viele Überzeugungstäter kennengelernt zu haben. Wir haben wenigstens noch Überzeugungen. Ich wünsche mir ein ehrliches Geldsystem, ein ehrliches Geld und wieder freie Märkte. Neben den Edelmetallmärkten stehen ganz besonders die Anleihenmärkte unter politischer Kuratel. Die Geldpolitik der westlichen Hemisphäre unterscheidet sich kaum von den Marktvorstellungen der Mitglieder des Politbüros der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU).

 

Gold und Silber habe ich zum Zwecke des Vermögensschutzes erworben und wollte mit meinen beiden Büchern und der Arbeit als Silberjunge vielen die Augen in Bezug auf die gigantische Papiergeldblase öffnen. Viele werfen mir heute vor, ich hätte 2009 und 2010 Silberpreise von 100 US-Dollar für 2012 genannt. Diese Leute vergessen, dass ich sowohl auf der Edelmetallmesse im November 2011 und im November 2012 keine Euphorie versprühte und in allen Fernsehinterviews der letzten Monate stets eine neue Hausse erst zwischen Ende 2013 und Ende 2015 in Aussicht stellte. Eine Frühjahrshausse 2013 prognostizierte ich nie. Vielen meiner Abonnenten dürfte in den letzten Monaten die Mahnung zur Geduld, Geduld, Geduld vermutlich sehr negativ aufgestoßen sein. Zugegeben: Im letzten DAF-Interview mit Dr. Jünemann sagte ich noch, dass im zweiten Halbjahr 2013 die Auftriebskräfte zunehmen sollten und nannte mein Worst-Case für das erste Halbjahr 2013 von 26 bis 28 US-Dollar. Mea culpa! Auch ich mache Fehler und habe keine Glaskugel! Wie sagte noch ein langjähriger Freund vergangene Woche zu mir: »Ärgere dich nicht, dass du den Einbruch auf 22 US-Dollar nicht prognostizieren konntest, denn man kann einen Einbruch in sein Haus oder einen Autodiebstahl nicht voraussagen.«

 

Dimitri Speck, Peter Boehringer, Frank Meyer und sein »Düsseldorfer« von der Metallwoche, Johann Saiger, ganz viele andere und mich eint der Wille, den Lügen der Banken, der Zentralbanken und Regierungen ehrliche Hintergrundinformationen entgegenzusetzen. Wir wissen nicht alles besser, aber wir stehen im Zentrum der Wahrheit. Für viele sind wir damit eine Zielscheibe für Hohn und Spott. Selbst persönliche Angriffe müssen wir teilweise über uns ergehen lassen. Bei einer Edelmetallhausse gibt es Neid und Missgunst derer, die nicht auf uns hörten. Bei einer Edelmetallbaisse gibt es Schadenfreude von denen, die uns immer verschmähten. Aber wie sagte mir ein geschätzter alter Mensch einmal: »Wer sich wehrt, wird geehrt, wer sich duckt, wird angespuckt.« Es ist gewiss der schwierige Weg, aber einer, der uns morgens noch in den Spiegel schauen lässt.

 

Ich habe selbst zu meiner Zeit als Investmentbanker in die Abgründe von Menschen geschaut. Ich habe am eigenen Leib erfahren, wie man unter Druck gesetzt werden kann, weil die eigene Meinung als Nestbeschmutzung angesehen wurde. Wenn mir mein Anwalt aus Haftungsgründen nicht dringend davon abgeraten hätte, wäre darüber ein Buch entstanden. Umso mehr verletzt es mich manchmal, in Internetforen oder auf Internetseiten als »böser ehemaliger Investmentbanker« dargestellt zu werden. Aber auch damit muss man leben, wenn man sich in die Öffentlichkeit begibt.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie die kommenden Jahre mit Geradlinigkeit nicht nur in Ihrer Vermögensanlage, sondern auch außerhalb der Finanzwelt bestehen.

 

 

 


 

 

 

 

 

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