Sonntag, 26. Februar 2017
04.05.2016
 
 

AfD: Medienpropaganda gekonnt gekontert

Torben Grombery

Wohl in weiser Voraussicht hatte AfD-Frontfrau Frauke Petry in ihrer Abschlussrede auf dem Programmparteitag in Stuttgart an die Mitglieder appelliert, in den folgenden Tagen lieber keine Berichte über den Parteitag in den deutschen Zeitungen zu lesen. Andernfalls könnten sie den Eindruck gewinnen, sie hätten einem anderen Parteitag beigewohnt. Die aktuelle Titelseite des Wochenmagazins der FAZ wurde den Machern schon zuvor erfolgreich um die Ohren gehauen.

 

Nicht nur die linksdominierten Leitmedien in Deutschland haben sich erwartungsgemäß schon im Vorfeld des Mitgliederprogrammparteitages der Alternative für Deutschland (AfD) im Stuttgarter-Messezentrum mächtig ins Zeug gelegt.

Mit einer für die gesamte Branche ungesunder Bashing-Konzentration wurde die klaffende Lücke zwischen öffentlicher und veröffentlichter Meinung erneut mit reichlich Füllmaterial gespeist.

 

Perfekte Paradebeispiele für populistische Artikel gegen die vermeintlichen Populisten aus der Mitte der Gesellschaft sucht man entsprechend nicht so lange. Beispielsweise leiten Redakteure von Spiegel Online einen Text gegen die AfD, bei dem die triefende Ablehnung schon aus der Linkleiste sprießt (AfD in den Landtagen: Bühne für die Scharfmacher), mit folgendem Satz ein:

»Drei Wahlen, drei Erfolge: Während den klassischen Volksparteien die Anhänger davonlaufen, hat die rechtspopulistische AfD bei den Landtagswahlen im März durchweg bemerkenswerte Ergebnisse eingefahren.«

Diese treffende Feststellung könnte man auch eins zu eins auf die aktuelle Situation in der deutschen Medienlandschaft übertragen. »Die Gründe genau dafür findet ihr in euren Texten«, mögen viele Leser den Verfassern derartiger Schmähartikel nur zu gerne zurufen. Leider sind die Kommentarforen mittlerweile geschlossen. Doch es gibt ja soziale Netzwerke.

 

Die Bild hat unterdessen spektakulär enthüllt, dass die AfD auf dem besten Wege zur neuen Volkspartei ist. Den sprichwörtlichen Vogel abgeschossen hat nahezu zeitgleich die FAZ mit der Titelseite ihres aktuellen Wochenmagazins Frankfurter Allgemeine Woche.

 

Neben dem Titel »Rechtpopulismus: Wie die Afd leben möchte« ist auf dem Cover eine offenkundig deutsche Familie abgebildet – alle blond versteht sich.

 

Die Ehefrau und Mutter dreier Kinder, die sich noch traut ihr Haar offen zu tragen, hat zu Hause schön vor dem Herd gestanden und einen AfD-Kuchen gebacken. Diesen hält sie überglücklich strahlend in die Kamera.

 

Der Ernährer bzw. das blonde Familienoberhaupt, das seinen Sohn in eine bayrische Lederhose zwingt, hat stolz sein Jagdgewehr geschultert. Der braune Dackel fehlt ebenso nicht.

 

Zumindest der Hund auf dem altbackenen Familienzerrbild dürfte wegen der missbräuchlichen Nutzung die Tierschützer auf den Plan rufen.

 

Die Verständnislosigkeit und Häme in den sozialen Netzwerken, in welchen sich das Titelblatt viral verbreitete, lies nicht lange auf sich warten. Einen Shitstorm nennt man das heute.

 

Eine satirisch treffende Antwort in Form eines weiteren Titelblatts folgte prompt. Dieses kommentierte ein Twitter-Nutzer wie folgt:

 

Einen »Erfolg« können die Macher hinter der Titelseite hingegen verbuchen: Sie haben es mit ihrer bebilderten Polemik ins auflagenstarke englischsprachige Nachrichtenportal Zero Hedge geschafft – allerdings wohl nicht ganz so, wie es für sie wünschenswert wäre.

 

 

 

 

 

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