Wednesday, 27. July 2016
09.04.2015
 
 

Gladbeck: Große Ratsmehrheit begrüßt Muezzin-Ruf

Torben Grombery

Für den Bürgermeister der Stadt Gladbeck, Ulrich Roland (SPD), war die Entscheidung der Ditib-Moscheegemeinde, ab Ende April wochentäglich einmal den Muezzin-Ruf vom Minarett der Moschee einzuführen, eine folgerichtige Entwicklung der Gladbecker Bevölkerung, die mittlerweile zu einem Drittel muslimisch geprägt ist.

 

Von den fast 60 000 Wahlberechtigten der nordrhein-westfälischen Stadt Gladbeck haben bei der letzten Ratswahl im Mai 2014 noch rund 47 Prozent ihre Stimme abgegeben. Davon haben dann nahezu 50 Prozent für die SPD votiert. Bürgermeister Ulrich Roland durfte sich über 63,7 Prozent direkter Zustimmung vom noch verbliebenen Wahlvolk freuen.

 

Jetzt hat Bürgermeister Ulrich Roland die Mitglieder seines Stadtrates auf seinen Antrag hin über die Entscheidung der Ditib-Gemeinde, im Gladbecker Ortsteil Butendorf ab Ende April wochentäglich einmal den Muezzin-Ruf vom Minarett der Moschee an der Wielandstraße ertönen zu lassen (Minimallösung), in der letzten Ratssitzung diskutieren lassen.

 

Dieser Schritt wurde nach Ansicht des SPD-Stadtoberhauptes fällig, nicht etwa weil der geplante Muezzin-Ruf der Ditib-Moscheegemeinde einer Genehmigung bedarf, denn das Recht auf freie Religionsausübung für alle Religionsgemeinschaften ist im Grundgesetz verankert und das vorliegende Vorhaben ist seiner Auffassung nach genau darüber abgedeckt, sondern weil im Nachgang der Entscheidung sich eine breite Diskussion vor allem im Internet entwickelt habe, die »Intoleranz und Islamfeindlichkeit spüren lasse«.

 

Der örtliche Mainstream, die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, berichtet dazu:

»Sozialdezernent Rainer Weichelt sagte, ein solches Grundrecht sei nicht verhandelbar. ›Wir sind stolz, dass die Ditib-Gemeinde den Muezzinruf einführt, das ist ein Stück Demokratie und moderne Gesellschaft.‹ (…)

Auch SPD-Fraktionschef Michael Hübner geißelte die Debatte als intolerant und schädlich und kritisierte die CDU. ›Über die Entscheidung braucht nicht diskutiert werden, sie ist Teil eines Grundrechtes.‹

Grünen-Fraktionschef Mario Herrmann kritisierte das CDU-Verhalten ebenso als ›völlig falsch‹. Es habe nicht den geringsten Ansatzpunkt für die Stadt gegeben, etwas zu tun. An dem Muezzinruf sei nichts Verwerfliches nach fast 20 Jahren, in denen die Moschee bereits existiere.
Ratsherr Mehmet Metin sagte, die Moschee-Baugenehmigung von 1996 sei eine ›mit Handschellen‹ gewesen, der Muezzinruf sei verweigert worden. Für Ratsherr Süleyman Kosar ist der Muezzinruf die ›Vollendung des Moscheebaus‹.«

Auch im Kommentarbereich hatte das Blatt bereits vorgesorgt. Dort war von der Moderation unter einem Artikel zur Thematik folgender Hinweis zu lesen:

»@all:

Sie können sich gerne über diesen Artikel unterhalten und sie müssen es noch nicht einmal gut finden, das der Muezzin in Gladbeck zum Gebet ruft. Allerdings dann mit ein wenig mehr Sachlichkeit in der Debatte und ein bisschen weniger Panikmache.«

 

Erklingen wird der Ruf des Muezzin ab dem 20. April mittels Lautsprecher wochentäglich immer mittags in der Zeit von 12 bis 13 Uhr für die Dauer von fünf Minuten in einer Lautstärke von maximal 55 Dezibel.

 

Er soll von geschulten Gemeindemitgliedern der Ditib-Moscheegemeinde »gesungen« werden, so wie es im Islam üblich ist.

 

Darüber hinaus soll zu den großen muslimischen Festen wie dem Opfer- und Zuckerfest und in der Zeit des Fastens, dem Ramadan, statt in der Mittagszeit am Abend kurz vor 22 Uhr ebenfalls zum Gebet gerufen werden.

 

An christlichen Feiertagen soll in Gladbeck kein Muezzin-Ruf ertönen. Wie im Text bereits angeführt, handelt es sich dabei um eine Minimallösung.

 

Der islamische Muezzin-Gebetsruf bedeutet übersetzt:

»Allah ist der Allergrößte. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt. Ich bezeuge, dass Muhammad der Gesandte Allahs ist. Kommt her zum Gebet. Kommt her zum Heil. Allah ist der Allergrößte.«

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (132) zu diesem Artikel

11.06.2015 | 22:46

Otto Stier

Lieber verzichte ich auf das christliche Glockengeläut, als mir dieses Gejaule tagtäglich anzuhören!


10.06.2015 | 13:33

N_K

"Gladbeck: Große Ratsmehrheit begrüßt Muezzin-Ruf" (Torben Grombery) --//-- Und wann befürwortet dieses Superknaller Ulrich Roland (SPD) ein Glockenläuteverbot für christliche Kirchen?


25.04.2015 | 19:44

Alfons Hilbig

Wer gibt den Gläubigen das Recht anderen das Recht auf Nichtglauben zu beschneiden. Glaube ist Ansichtssache und gehört einfach nicht in die Öffentlichkeit sondern in den eigenen vier Wänden. Man sollte, wie es in anderen europäischen Ländern schon längst praktiziert wird, Staat und Kirche rigoros voneinander trennen. Damit sind die Rechte Gläubiger nicht beschnitten und sie können in Freiheit ihren Glauben leben und der Nichtgläubige wird in seinem Handeln nicht gestört. Jetzt...

Wer gibt den Gläubigen das Recht anderen das Recht auf Nichtglauben zu beschneiden. Glaube ist Ansichtssache und gehört einfach nicht in die Öffentlichkeit sondern in den eigenen vier Wänden. Man sollte, wie es in anderen europäischen Ländern schon längst praktiziert wird, Staat und Kirche rigoros voneinander trennen. Damit sind die Rechte Gläubiger nicht beschnitten und sie können in Freiheit ihren Glauben leben und der Nichtgläubige wird in seinem Handeln nicht gestört. Jetzt auf einmal bestimmt die Mehrheit über die Religionsausübungen. Dann wartet mal ab, wenn der Deutsche dank niedriger Geburtenrate in die Minderheit gerät. Dann bestimmt die Mehrheit der Muslime über das Ach und Wehe von Deutschland. Gut, ich bin 70, das ich das nicht miterleben werde, wenn unsere deutschen Frauen als Fliegenfänger hinter dem Mann hinterhertraben müssen. Armes Deutschland! Ich bescheinige hiermit unseren Politikern Unfähigkeit und unserer Schutzbehörden Feigheit. Ich hatte mal gelesen das der frühere Kannibalismus auch so etwas wie Religion war. Vielleicht etabliert sich solch eine Religion bei uns dank Religionsfreiheit. Dann gibt es endlich mal was Weißes auf den Teller.


24.04.2015 | 07:57

Joachim Koßmann

Wir brauchen (nicht nur) in unserem Land endlich eine vernünftige Diskussion über die Grenzen der Religionsfreiheit, nicht nur wegen des Muezzinrufes bzw. Glockengeläuts sondern auch wegen der Fragen über die Beschneidung von Kleinkindern oder das Schächten von Tieren, etc..Ein RECHT auf freie Religionsausübung besteht selbstverständlich, doch die Kritik richtet sich nicht gegen RECHTE sondern gegen VORRECHTE! Das ist ein wichtiger Unterschied! VORRECHTE sind nicht durch die...

Wir brauchen (nicht nur) in unserem Land endlich eine vernünftige Diskussion über die Grenzen der Religionsfreiheit, nicht nur wegen des Muezzinrufes bzw. Glockengeläuts sondern auch wegen der Fragen über die Beschneidung von Kleinkindern oder das Schächten von Tieren, etc..
Ein RECHT auf freie Religionsausübung besteht selbstverständlich, doch die Kritik richtet sich nicht gegen RECHTE sondern gegen VORRECHTE! Das ist ein wichtiger Unterschied! VORRECHTE sind nicht durch die Religionsfreiheit gedeckt, Das betrifft selbstverständlich auch die alten christlichen Staatskirchen.
Besondere Sorge macht mir, dass unsere "demokratischen" Politiker wieder einmal versagen, so wie vor 1933.


18.04.2015 | 10:26

Heyder

Ich bin ein Atheist. Die Religionen toleriere ich, solange sie nicht versuchen, mein Leben in irgendeiner Form direkt zu beeinflussen.Ich akzeptiere die westlichen ,auch religiösen Wurzeln Deutschlands im Christentum und ihre Entwicklungen über die Reformation der Kirche und die Jahrhunderte währenden Prozesse der Aufklärung in Europa. Den Islam lehne ich ab.Seine Vorstellungen und gelebte Praxis kann ich nicht mit den Wertevorstellungen in Übereinklang bringen, mit denen ich...

Ich bin ein Atheist. Die Religionen toleriere ich, solange sie nicht versuchen, mein Leben in irgendeiner Form direkt zu beeinflussen.Ich akzeptiere die westlichen ,auch religiösen Wurzeln Deutschlands im Christentum und ihre Entwicklungen über die Reformation der Kirche und die Jahrhunderte währenden Prozesse der Aufklärung in Europa. Den Islam lehne ich ab.Seine Vorstellungen und gelebte Praxis kann ich nicht mit den Wertevorstellungen in Übereinklang bringen, mit denen ich aufgewachsen bin (70). Um für mich wichtige zu nennen: Trennung von Kirche und Staat, Gleichheit von Mann und Frau, Freiheit des Denkens, auch des Infragestellens des Korans, Arbeit als der Zentrale Wert füer die Entwicklung des Menschen, Menschenwürde und Freiheit im pers. Handeln, das religiöse Dogmen und Verhaltensvorschriften ablehnt, Ablehnung des Alleinanspruchs des Islam und seiner Tendenz, sich unbedingt auszubreiten. Im Interesse unserer "westlichen Kultur, unserer Traditionen und unserem, sich daraus entwickelten Lebensverständnisses sollten wir den Islam zwar tolerieren, seine Ausbreitung bei uns eindeutig einschränken. Wer so leben will, der kann in jedes beliebige islamische Land der Wellt auswandern.


14.04.2015 | 22:15

Peter P

Ja ja so ist es ich kann es nicht fassen, Deutschland schaft sich ab der S. hat recht. Da hilft nur Meinungsfreiheit
am 20.04.2015 um 12 Uhr Wielandstr. in Gladbeck.

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